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Thema: Berühmte Antisemiten

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Berühmte Antisemiten

    Behauptung:
    Im antisemitischen Ressentiment rebelliert das instinktive Gefühl, dem Juden unterlegen zu sein. Deshalb ist der Antisemitismus auch keine in sich begründete ideologische Haltung, sondern vielmehr Terror - gegen das Andere des eigenen Selbst.
    Dazu folgendes Beispiel: Der kleine Doktor mit dem Krüppelfuss und dem unverhältnismässig grossen Kopf, Joseph Goebbels, gekränkt in seinem belletristisch-journalistischen Ehrgeiz durch vielerlei Zurückweisung, wurde damals eben durch diese Kränkung in radikale antibürgerliche und antisemitische Stimmungen getrieben...


    Frage:
    War Joseph Goebbels tatsächlich ein fanatischer Antisemit, oder wäre diese Darstellung im Grunde falsch?


    Mr. Jones

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    Goebbels' Pfingserlebnis

    Lieber M. jones,


    es ist immer schwierig, in einen anderen Menschen hineinzuschauen, noch dazu in eine Un-Person wie G., die sogar ihr Tagebuch für die (nationalsozialistische) Nachwelt führte. Bevor er allerdings mit Hitler et. al. zusammenkam (was er wie ein Pfingsterlebnis beschreibt), versuchte er sich nach dem 1. Weltkrieg als Schriftsteller und Journalist. Er veröffentlichte um 1920 herum den durchaus expressionistisch zu nennenden Roman "Michael", der übrigens noch in Bibliotheken einsehbar ist. Michael (eindeutig ein idealiserter G.) ist ein Bauernsohn, eine Lichtgestalt, die über "dampfende Schollen" schreitet und ihn der das Blut der Vorfahren "langsam und gesund" fließt. Die Frontgemeinschaft der Soldaten im Schützengraben wird ihm zum völkischen Erweckungserlebnis. Zuhause haben ihn und Deutschland jedoch die Juden betrogen, Kriegsgewinne gemacht und die Mädchen geschändet.
    Das Buch wiederholt also stupide die zu dieser Zeit gängigen antisemitischen Vorurteile und ist dazu erstaunlich intellektfeindlich. Daraus ist durchaus der Schluss zu ziehen, dass G. Antisemit war. Es kann aber bei seiner Persönlichkeitsstruktur auch sein, dass er einer Gruppe, der er angehören wollte, nach dem Mund redete.


    Das Urteil musst, glaube ich, du fällen.


    Gruß, Klammer
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  3. #3
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    Goebbels' Pfingserlebnis

    Ich glaube nicht an diese Unterlegenheitsgeschichte. Wer gegen etwas ist, glaubt zumeist nicht, daß er ihm unterlegen sei. Jedenfalls würde das zu mir nicht passen. Bei anderen dagegen ist es Strukturelement ihres Daseins. Ich versuche mir gerade meine Gefühlswelt vorzustellen, wenn ich um 1918 gelebt hätte.


    Gegen die These spricht auch der um 1910 und früher stark ausgeprägte Selbsthaß, den die Juden besaßen - man lese Otto Weininger: Geschlecht und Charakter -, ähnlich dem vieler Deutscher von heute, die alles andere TOLL finden, nur sich selbst nicht. Das sind nicht nur Kompensationen und eingetrichterte Lügen, die Kindern erzählt werden, damit sie den Mund halten und "Pflichten" erfüllen.
    Wenn es Juden, Türken, Amerikaner oder Franzosen gibt (die allesamt nicht zu meinen Lieblingsvölkern gehören), dann wird das seinen Sinn haben. Jedes Volk hat seine Aufgabe, vor allem die, sich zu ent-wickeln.
    Weil die Nazis aber nicht diesen humanistischen Ansatz besaßen, sondern eher einen darwinistisch-rassischen Kampf der Ideen Gottes (wenn ich jetzt mal auf die Edelnazis rekurriere) bevorzugten - um es sehr euphemistisch auszudrücken -, sahen sie in den nichtgermanischen Völkern Gegner, die es auszulöschen gälte. Das ist kein neuer Ansatz, im Gegenteil, er hat etwas archaisches. Und vielleicht fühlen sich deswegen viele "Humanisten" - die das meiner Meinung nach nicht sein können, wenn sie auf die Konfrontation und den Kampf mit Andersdenkenden verzichten - angeekelt. Es schien ihn ein Raunen aus längst vergangenen Zeiten. (Vielleicht aber war es nur eine dialektische Bewegung, weil dieselben Humanisten auf ihrem stürmischen Gang zum Fortschritt das Lebensgefühl vieler Menschen vergaßen, die sie selbst aber durch Regeln und politische Zwänge zu richten versuchten...) Es ist auch ein schweres Stück Arbeit, sich wirklich zu einem Menschen zu modeln, also Gutes und Böses in sich anzunehmen und jeweils auszubilden. Daß die Nazis anderes Denken vernichten wollten, ist ihnen meines teils auch nicht vorzuwerfen. Das ist ja eben ihr Lebensprinzip. Es ist unmoralisch und zu bekämpfen, aber für sich genommen, ist es nun einmal eine Idee der Daseinsbewältigung, mit der sich ein Humanist auseinandersetzen muß. Daß unsere Vorfahren, die sich Humanisten nannten, hier versagt haben, den Kampf verloren, können wir den Nazis nicht vorwerfen. Ich empfinde es immer als Selbstaufgabe humanistischen Denkens, wenn andere Lebensprinzipien verteufelt werden. Leute, die gegen die Nazis wettern, daß sie so waren, wie sie eben waren, sind selbst kleine Nazis. Man kann von einem Ochsen nicht mehr als ein Stück Rindfleisch verlangen. Also zählt eine sachbezogene Auseinandersetzung, der Kampf um das Gefühl. Da sind wir beim Problem: Altgeprägte Humanisten neigen dazu, alles mit dem Verstand erfassen zu wollen. Sie suchen das Gute, definieren es und bekämpfen das Böse. Ich halte davon nichts, auch nichts von einer logischen oder logiziden Erfassung der Wirklichkeit. Dinge wie überkommen, Ahnen, Blut, Geographie, Wetter, Natur ... sind nicht nur sensitiv zu behandeln, sondern bedürfen eines Einlassens in die seelische Bestandheit des Menschen, des humanistisch Forschenden. Erkenntniskritik und Daseinsbestimmung fangen immer bei einer Kritik des transzendentalen Subjekts an. Dafür muß man um dieses wissen und nicht irgendwelche Gesetze und Verhaltensrichtlinien aufstellen, um dann dieses Subjekt zu modifizieren.


    Wer von den Nazis verlangt, daß sie humanistischen Denkoptionen folgten, der verkennt völlig die Basis der Auseinandersetzung. Selbst wenn es ein antihumanistisches Konzept ist.

    Um das itzt auf Goebbels zu münzen, lieber Jonathan, ließe sich folgendes vermuten: Der Mann darf nicht in den Krieg und muß erkennen, daß sich die Welt ändert, daß es Kriegsgewinner gibt, die nicht kämpften, daß nunmehr an den Hebeln der Macht unverhältnismäßig viele Demagogen und Juden sitzen, schon während des Krieges. Wer nicht dem westlichen Ansatz folgt, daß die Verfassung den Menschen mache, der wird hier schnell zum Demagogen- und Judenfeind - wenn er es nicht sowieso schon war. Goebbels besaß nicht diesen westlichen Ansatz, sondern den völkischen. Juden waren für ihn keine Deutschen, sondern Volksschädlinge. Und itzt waren viele von ihnen auch noch in einer Machtstellung! Unterlegenheitsgefühle? Kaum. Eher grimmige Entschlossenheit, es dem Feind zu zeigen, dem inneren und dem äußeren. Ich stimme aber insofern dem Kompensationsansatz zu, als daß Menschen mit Behinderung und ausgeprägtem Ehrgefühl besonders intensiv an der Vernichtung ihrer Gegner arbeiten. Das dürfte bei Goebbels angesichts seiner Behinderung der Fall gewesen sein.

  4. #4
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    Goebbels' Pfingserlebnis

    Welche Völker (abgesehen mal davon, daß Judentum eine Religionszugehörigkeit ist, obwohl sie sich als Volk bezeichnen)
    gehören denn zu Deinen Favoriten?




    PS. sollte ich dieses Forum jemals verlassen, wird es an der völkisch-engen Auffassung von Robert liegen. Deine Äußerungen sind, zusammengenommen, doch an der Kotzgrenze für mich. Es kommt immer wieder eine rassische Abgrenzung. Das ist ein Punkt, mit dem ich schlecht leben kann.
    Auch wenn es um Eskimos ginge.
    Für mich ist die "Rasse" das unwichtigste Kriterium überhaupt um Menschen einzuteilen, zu beurteilen. Verschiedene Kulturen (die Du wohl als Völker bezeichnen würdest) sind gleichwertig. Manche kenne ich besser, andere sind mir fremd. Aber ich würde sie gerne alle kennen und verstehen.


    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 23. August 2002 editiert.]

  5. #5
    rodbertus
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    Goebbels' Pfingserlebnis

    Du bist ne dumme Nuß! Wenn ich Denkoptionen austauschen möchte, bedeutet das nicht, daß ich die eine oder andere tatsächlich zu meiner Weltanschauung mache. Meine Weltanschauung ist der HUHUmanismus, wie ich oben schon schrieb, der Ansatz Herders in anthropologischer Hinsicht: Jedes Volk besitzt eine historische Mission. Siehste! Keine BEWERTUNG! Deshalb sind es ja Denkoptionen, weil ich sie nach-denken möchte.

    Meine Lieblingsvölkerhitliste? Das willst Du jetzt nicht wirklich wissen!


    okay, also ich mag - Achtung, Ironie!


    Ägypten
    Andorra
    Antigua
    Argentinien
    Weihnachtsinsel
    Bahamas
    Bhutan
    Brasilien
    Bulgarien
    Burma (!)
    Chile
    Cookinseln
    Dänemark
    Dominica
    Ekuador
    Elfenbeinküste
    Fidschi
    Finnland
    Ghana
    Griechenland
    Indien
    Irland
    Island
    Italien
    Japan
    Kamerun
    Kanada
    Kiribati
    Komoren
    Kostarika
    Kuba
    Liechtenstein (zählt eigentlich zu Deutschland)
    Luxemburg (dito)
    Madagaskar
    Mali
    Mauritius
    Neuseeland
    Nikaragua
    Norwegen
    ...


    Hier bricht wegen Langerweile die Liste ab.

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Goebbels' Pfingserlebnis

    soso. stark ausgeprägter selbsthass der juden also. hmmm. weisst was: hab ein wenig geduld, guter robert, dann klär ich dich auf.

    folgende antwort erhielt ich heut morgen von ausserhalb des virtuellen:


    Ihrer Behauptung stimme ich voll und ganz zu, füge noch hinzu, dass sich das
    negative Gefühl des nicht Genügens, des Abgewiesenseins, der Kränkung auch
    gegen irgendeine Gruppe richten könnte, die sich für eine solche Projektion
    und das Ausleben des Hasses eignet. (siehe die Schwarzen, die Leute aus dem
    Balkan usw.usf.)
    Dass es die Juden waren, ist selbstverständlich nicht zufällig, sondern
    historisch vielfach begründet.
    In diesem Kontext ist auch Goebbels zu situieren, er brauchte eine Gruppe,
    um seinen Hass zu leben, in diesem Sinn war ein radikaler Antisemit; er
    hätte aber ebenso gut Mitglied im Ku Klux Klan oder in einer anderen Gruppe,
    die Hass und Zerstörung predigt und lebt, sein können.


    soviel vom geschichtsprofessor und humanisten und alt-68er, dem herrn z.


    aber wie gesagt: bald kömmt, was ich sage.





    Mr. Jones

  7. #7
    kls
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    AW: Berühmte Antisemiten

    Kyra hat m.E. ein bisschen recht, wenn sie Roberts Deutschtümmeln anmüpfelt - habe ich auch einmal. Inzwischen vermute ich keine Fremdenphobie o.ä. dahinter, sondern ein aus "historischen Fakten" geprägten, elitären Standesdünkel der intellektuellen Art. Er hat verdammt viele Worte, er ist verdammt gebildet, aber seine Worte erklären wenig. Der Fehler aller Gebildeten: Wenn man flüssig erklären kann, hält man die Erklärungsmodelle (und es sind NUR Modelle) irgendwann für die Wahrheit...


    Wir müssen nur nach innen sehen und schon erkennen wir, warum der Mensch Vorurteile und Überheblichkeitsgefühle braucht.


    Kyra, da sind ca. 3 Milliarden Menschen aus dem 14 Jahrhundert. Und mindestens 90 % von denen wünschen die westlichen Zivilisationen zum Teufel. Das macht mir Angst. Es geht doch gar nicht mehr um Sympathien. Soll ich mal eine Prognose wagen?


    In ca. 15 - 20 Jahren wird Reich gegen Arm, Norden gegen Süden, West gegen Ost, Aufklärung gegen Dummheit, Demokratie gegen Diktaturen kämpfen. Das gibt Zunder...


    Kyra: Verschiedene Kulturen (die Du wohl als Völker bezeichnen würdest) sind gleichwertig.


    Kls: Schatz, das ist gequirlte Babypisse, aber bestimmt politisch absolut korrekt. Damit kannst Du in der Frauengruppe jede Unterhaltung darüber abwürgen, ob es Völker gibt, die dumm GEHALTEN/GEMACHT werden. Ich behaupte "JA!".

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Berühmte Antisemiten

    Hallo Mr. Jones,


    zu Deiner Frage möchte ich auch gerne antworten:


    Deshalb ist der Antisemitismus auch keine in sich begründete ideologische Haltung, sondern vielmehr Terror - gegen das Andere des eigenen Selbst.

    Ich denke das Judentum war nicht nur aus verschiedenen historischen Gründen sehr "hassenswert". Keiner konnte sich sicher sein, nicht selber ein wenig davon "vergiftet" zu sein. Viele haben erst durch ihren Ariernachweis erfahren, daß sie selber nicht so reinblütig waren, wie sie es sich erhofft hatten. Goebbels ist sicher eine interessante Figur, ihm wurde ja sogar bisweilen nachgesagt, er sei Jude.
    Darum finde ich Deinen Ansatz, es handele sich beim Judenhass, auch und vor allem um Selbsthass um einen interessanten Denkansatz. Es gehört Selbsthass dazu, eine für das eigenen Land so wichtige und positiv bestimmende Gruppe zu vernichten bzw. zu vertreiben. Damit haben sie ja auch einen Gutteil der Intelligenz und der Künstler getötet. Somit war es auch ein Akt gegen sich selber. Außerdem war Goebbels nicht dumm und dumpf genug, um nicht zumindest einiger ihrer Talente anzuerkennen. Zudem hatte er auch nichts mit einer arischen Heldenfigur gemein und war wegen seiner Kontakte zur Bohem nicht wirklich beliebt. Er hat das "Volk" auf die selbe weise Verführt, wie er es den Juden vorwarf.
    Das vermeintlich gefährliche an Juden war ja, daß man sie nicht erkennen konnte. Sie waren eben nicht die hakennasigen Figuren zu denen man sie stilisierte. Jeder konnte einer sein. Dein Nachbar, dein Freund, sogar deine Frau, die du geheiratet hast ohne ihre Ahnen zu prüfen. Ich denke, die Juden hatten den geringsten Grund sich selber zu hassen, das besorgten schon die anderen. So gesehen kann es durchaus sein, da? in G. antisemitismus auch ein Selbsthass steckt. Wie überhaupt dieser Hass ja völlig Irrational war, nicht nur von ihm.
    Die Begriffe wie "Geschwür im Volkskörper", zeigen ja wie nah man sich war.


    hllo kls


    Kyra: Verschiedene Kulturen (die Du wohl als Völker bezeichnen würdest) sind gleichwertig.


    Kls: Schatz, das ist gequirlte Babypisse, aber bestimmt politisch absolut korrekt. Damit kannst Du in der Frauengruppe jede Unterhaltung darüber abwürgen, ob es Völker gibt, die dumm GEHALTEN/GEMACHT werden. Ich behaupte "JA!".

    Dich treibt die Angst vor dem Islam um. Das kann ich verstehen. Was die Völker angeht, die dumm gehalten werden, so ist der Westen sicher keine Ausnahme. Diese Selbsteinschätzung, die einzige wahre Lebensweise zu besitzen, ist sehr borniert.
    Damit bist Du wieder bei den Kreuzrittern, und willst die anderen zu Demokratie und Freiheit zwingen. Das kann man ebensowenig wie zum Glauben. Und die Armen der Welt? Es ist doch völlig klar, daß sie nicht auf die Dauer tatenlos verhungern. Sie werden kommen und einen Teil von unserem Wohlstand verlangen. Da wird niemand sie daran hindern können. Und das ist schon einmal der Ansatz zur Klugheit - sich nicht mit den Wüsten zufrieden geben, in denen man zufällig geboren wurde und dort schweigend zu krepieren.



    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 24. August 2002 editiert.]

  9. #9
    rodbertus
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    AW: Berühmte Antisemiten

    Lieber Jonathan!

    Schick Deinen Prof zu den Fischen! Eben sagte ich doch, daß es nicht so pauschal zu beschreiben ist - behauptet Dein Prof allen Ernstes: "Die Juden wurden in Deutschland und andernorts nicht gelitten, weil sich die betreffenden Völker von ihnen unterdrückt fühlten." (Ich hoffe, er behauptet das nicht.)
    Diese Klischeeisierung paßt gut ins Projektionsmuster, ist eine einfache Erklärung: da ist dann die Kompensation, da ist der politische, der zu einem biologischen Feind gemacht wird. Alles mit schlechter Muttermilch erklären, Minderwertigkeitsgefühlen etc. Also, bitte! Alles sehr einfach, und alles wird damit sehr falsch verklärt. Weil es eben so nicht gewest, befaßt uns daS HEUTE NOCH. ABER DIE hERREN WÜRDEN SICH JA Auch in den eignen Schwanz beißen, wenn sie dieses Problem, das keines ist, lösen würden.
    Erinnert mich ein bißchen an die Forschung um die Weltformel. Tausende Wissenschaftler sind damit beschäftigt, seit Jahrtausenden, diese zu finden. Sie treffen sich auf Colloquien, sind immer kurz davor (zur Zeit glauben sie an eine Entschlüsselung der String...), aber sie werden die Weltformel nie finden, weil es sie auf einen Schlag arbeitslos machen würde. Und so behilft man sich mit Modellen, verquaster Sprache, um eigentlich nichts zu sagen. Ja, schlimmer noch: Sie statuieren damit Lügen.
    In den Geisteswissenschaften ist es ähnlich, da lautet das Thema "Nationalsozialismus". Eigentlich ist er einfach zu erklären,. aber sie bauen einen Popanz darum, verklären, problematisieren, antithetisieren, weil die einfache Erklärung sie arbeitslos machen würde.


    Und, Ihr Lieben! Hört's endlich auf, mich der Deutschtümelei zu bezichtigen. Nur weil ich Germanistik studierte, mich dem Begriff des Deutschseins zu nähern suche, Kritik an diversen Wertungen der politischen correctness übe, muß ich noch längst keiner sein, der mit der Fahne unterm Kopfkissen schläft. Es ist eher so, daß mir das Unbehagen bereitet, wenn ich Leute die schwarz-rot-goldene Fahne schwenken sehe; ich würde mich über die schwarz-gelbe oder schwarz-weiß-rote sehr viel mehr freuen. Am liebsten aber habe ich die blau-weiße. Ich gehöre allerdings nicht zu denen, die alle Fahnen und Symbole abschaffen wollen, denn sie repräsentieren nicht nur Identität, sondern sind zugleich eine Selbbeauftragung, eine Art von historischer Traditionspflege. Auch wir Deutschen sind noch nicht am Ende unseres historischen Auftrags angekommen, wenn ich das mal kolportieren darf.

  10. #10
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Berühmte Antisemiten

    Kyra, da sind ca. 3 Milliarden Menschen aus dem 14 Jahrhundert. Und mindestens 90 % von denen wünschen die westlichen Zivilisationen zum Teufel. Das macht mir Angst. Es geht doch gar nicht mehr um Sympathien. Soll ich mal eine Prognose wagen?


    wenn dem so ist, daß 90% noch im Mittelalter leben, dann ist das Mittelalter eben noch nicht vorbei. Die übrigen 10% sind aus der Zeitmaschine geflogen. Und Tschüss. (Wenn es denn stimmt was Du sagst).


    Wenn es nur 10% sind, die sich im Besitz der Wahrheit befinden, wird der Kampf kurz sein.


    Meiner Meinung nach geht es aber um Entwicklung. Der Fehler ist da zu suchen, wo die Schere auseinander ging. Wenn wir nicht auch bereit sind einen Schritt zu tun, werden wir sowieso überrannt. Welch merkwürdige Vorstellung, von den 90% zu verlangen, mal eben Hopp! aufzuschließen. Wobei mir durchaus klar ist, daß ich als Frau durch den Islam mehr benachteiligt würde, als ein Mann.
    Aber es gibt noch China, den ganzen Fernen Osten.

    Liber Robert,

    Und, Ihr Lieben! Hört's endlich auf, mich der Deutschtümelei zu bezichtigen.
    Das ist es nicht. Ich habe es nur einfach langsam satt, bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu hören daß ich (als Jüdin) zu den von Dir wenig geschätzten Volksgruppen zähle - natürlich meinst Du nicht mich persönlich. (die wenigsten der 6 Millionen Morde, waren persönlich gemeint).
    Du würdest jeden aus dem Forum schmeissen, der sich ständig so abfällig über Deutsche äußern würde - besonders Ostdeutsche

    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 23. August 2002 editiert.]

  11. #11
    kls
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    AW: Berühmte Antisemiten

    erstellt von KYra:
    Dich [kls] treibt die Angst vor dem Islam um. Das kann ich verstehen. Was die Völker angeht, die dumm gehalten werden, so ist der Westen sicher keine Ausnahme. Diese Selbsteinschätzung, die einzige wahre Lebensweise zu besitzen, ist sehr borniert.

    Also, ich behaupte ja gar nicht, Mitglied einer Kultur zu sein, welche die tiefen Teller erfunden hat. Ich schätze an dieser Welt nur: Den Gewaltmonopolanspruch des Gemeinwesen, die relative Rechtssicherheit, Kriegs-, Seuchen- und Naturkatastrophenverschonung, nebst Informations- und Reisefreiheit. Das Grundrecht auf Mindestversorgung - ich bitte Dich, Kyra, wo hat es das je zuvor gegeben? Ich kann mich auf die Strasse stellen und laut brüllen: Der Staat ist Scheiße! Und ebendieser Staat füttert mich dennoch durch. Versuch das mal in: (Schreibe Dir selber was hin, an diese Stelle) Ich bin FROH ein Deutscher zu sein. Nicht STOLZ!


    Liebe Kyra, diese Kausalkette: Wenn sich die 90 % ihren Anteil holen wollen, ist das nicht als Dummheit zu werten, ist nicht vollständig. Kann nicht sein. Ich habe mich in die Seele der Muselmannen gefühlt. Sorry, aber es ist eine zutiefst inhumane Religion mit durchgeknallten Führern und dummen, gewaltbereiten Völkern mit archaischen Volksphilosophien. SCHEISS auf "politisch korrekt". In jeder beschissenen Koranschule werden unter dem Mantel der Religionsfreiheit und Toleranz die Hirne zugeschissen. Eine fünfte Kolonne lebt mitten unter uns, eine Gegengesellschaft, die wir nicht verstehen, die uns nicht versteht, es ist ihnen wichtiger als uns, wir haben schon verloren.


    Ich befürchte, dass ein latenter Chauvinismus das geringste Problem ist.

  12. #12
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Berühmte Antisemiten

    Obwohl ich mich scheue, mich wieder einmal auf eine Antisemitismusdebatte einzulassen, bitte ich zum Thema Unterlegenheitsgefühl folgendes zu bedenken:


    Christentum und Islam sind Abkömmlinge des Judentums. Der Gott Jahwe ist der Vater, Mohammed und explizit Jesus sind Söhne.
    Wie wir aus der Psychologie wissen, leiden Söhne an ihren Vätern, fühlen sich ihrer Allmacht unterlegen und würden ihre Väter am liebsten umbringen. Genau so handeln beide Sohnreligionen, wobei der jüngere Sohn Islam momentan der rebellischere ist.


    Im übrigen habe ich wie Kyra starke Probleme mit Roberts unbekümmerter (?) Art, sich gerade immer wieder in rechte Fettnäpfchen zu setzen. Ich könnte wetten, dass nach seiner Meinung auch keine Juden beim Dammbau dabei waren.


    Klammer


    [Diese Nachricht wurde von Klammer am 23. August 2002 editiert.]
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  13. #13
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Berühmte Antisemiten

    Christentum und Islam sind Abkömmlinge des Judentums. Der Gott Jahwe ist der Vater, Mohammed und explizit Jesus sind Söhne

    was den islam betrifft ist das falsch! komischerweise denken die moslems in dieser beziehung mal logisch, aber ausnahmen bestätigen die regel.


    sie würden NIEMALS jesus und auch nicht mohammed! als sohn gottes bezeichnen. es gibt nur EINEN gott, der in sich alles göttliche vereint. ein sohn gottes müßte ebenfalls göttlich sein, und das geht eben nicht. ganz zu schweigen davon, daß jesus durch einen menschen geboren wurde. das ist für sie völlig unverständlich. hier liegt sogar der hauptwiderspruch. zugespitzt gesagt ist das christentum und das judentum ein mehrgötterglaube für sie und damit heidentum, zumindest für die strenge fraktion. für die milderen ist es nur ein irrtum.


    jesus und mohammed! sind im islam propheten, verkünder von gottes wort, nicht mehr und nicht weniger.

  14. #14
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Berühmte Antisemiten

    Ach, Tobias,
    so viel weiß ich auch. Du hast mich nicht verstanden.
    Islam und Christentum sind einfach Sohnreligionen des Judentums. Ich meinte das im übertragenen, religionsphilosophischen Sinne.
    Übrigens:
    Der Islam leitet sich von Abrahams Sohn (!)Ismael ab, den ihm seine Nebenfrau Hagar geschenkt hat, das Christentum von Isaak, dem Sohn Saras. Allah ist der gleiche Gott wie Gott Jahwe oder der liebe Gott.
    Feindliche Brüder, das sind Christentum und Islam, ihr Vater aber bleibt Abraham und damit das Judentum.


    Gruß, Klammer


    [Diese Nachricht wurde von Klammer am 23. August 2002 editiert.]
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  15. #15
    rodbertus
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    AW: Berühmte Antisemiten

    So auch beim dammbau, liebe klammer. in meinem abschnitt sah ich keine fremden hilfskräfte, schon gar keine mit dem gelben stern auf dem ärmel, wohl aber traf ich leute aus ganz d-land, sogar einen wiener. aber die hier zuhauf auf den brücken angetroffenen ausländer sah ich nicht beim schippen. vielleicht waren sie nur gerade nicht in meinem abschnitt. wer weiß. es fiel mir nur auf, daß sie eben auf den brücken standen und sich erfreuten. woran auch immer. sie standen da mit dem deutschen plebs, der das gleiche tat. ach ja, ob juden dabei waren, weiß ich nicht zu sagen. wie gesagt, keiner von den gaffern trug einen gelben stern am ärmel. dich habe ich übrigens auch nicht gesehen, würde also behaupten können, daß ich dich in meinem abschnitt nicht angetroffen habe. weiter würde ich mich aber nie aus dem fenster lehnen, es also nicht auf alle bayern übertragen wollen...


    zum religionshistorischen teil: da sind gleich zwei grundsatzirrtümer zu konzedieren. der gott des alten testaments ist nicht der gott des neuen testaments. deshalb wird die bibel auch in altes und neues testament unterteilt. der gott des alten testaments ist jahwe, ein grausamer und rachsüchtiger gott. der gott des neuen testaments ist gott, ein gütiger und doch strenger gott, der seinen sohn/sich selber opfert - aus liebe zu menschen und diese beauftragend. trinität! vater, sohn und heiliger geist bilden eine einheit. das ist es, was juden ablehnen und moslems nicht denken können. deshalb ist das bibelwort für uns zwar ausfluß gottes, aber aufgrund unseres (christlichen) gottesbegriffes gehen wir von einem sich entwickelnden gott aus, während jahwe/allah das nicht ist, sondern ein unveränderlicher gott, dessen wort durch propheten verkündet wird und nicht diskutabel ist.

    doch darüber sollten wir in einem anderen ordner reden.

  16. #16
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Berühmte Antisemiten

    Lieber kls, lieber Tobias,


    mir ging es noch um die Eingangsfrage von mr. jones, ob Goebbels Antisemit war oder "nur" ein Mitläufer, der einer Gruppe zugehörig sein wollte. Ich halte G. spätestens seit dem 1. Weltkrieg für einen fanatischen Antisemiten und versuchte, das durch seinen frühen Roman "Michael" zu beweisen.
    Zusätzlich wollte ich in eure Diskussion einen neuen, meiner Meinung nach eminent wichtigen Gedanken beitragen, einen etwas anderen Erklärungsansatz als den üblichen für den Hass der Christen und speziell der Deutschen auf die Juden, nämlich einen Tiefenpsychologischen und einen Religionsgeschichtlichen. Ich selbst bin übrigens Atheist.

    Tobias, Du schreibst, dass "das judentum ein mehrgötterglaube für sie (den Islam) und damit heidentum" sei. Das ist natürlich blanker Unsinn. Es gibt im Judentum keinen Gott neben Gott und er hat auch keinen Sohn. Wie drückt das Gott selbst so schön aus: "Ich bin der, der ich bin" (Ex 3, 14)


    Lieber Robert,


    als bei mir in Diedorf im Juni die Keller vollliefen und zwei Nachbarn in einer Tiefgarage ersoffen, da halfen alle, auch die "Ausländer".
    Du hast übrigens recht, ich war nicht da. Aber wenn es dich beruhigt, mein Geld ist da. Mehr konnte ich nicht geben.


    Gruß, Klammer
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  17. #17
    rodbertus
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    Lightbulb Rausschmiß

    Zitat Zitat von Kyra Beitrag anzeigen
    ...

    Liber Robert,
    ..
    Du würdest jeden aus dem Forum schmeissen, der sich ständig so abfällig über Deutsche äußern würde - besonders Ostdeutsche
    das ist wohl wahr, aber auch mein gutes Recht als Hausherr; ich erweitere die Palette und schränke zugleich ein: abfällige Bemerkungen über FCM-Fans, Ostfalen, meine Familie oder den Genuß von Pflaumenmus ahnde ich sofort mit Rausschmiß; wer sich lobend über Gülle-Fans, Bayern oder Bärliner äußert, muß auch mit Rausschmiß rechnen... die Liste läßt sich erweitern

    P.S. Am sichersten aber fliegt, wer sich als (literarisch) untalentiert, faul und borniert erweist.

  18. #18
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Berühmte Antisemiten

    Zeit für eine Sammlung und ein Buch mit deren Gedanken, Ansätzen, Rechtfertigungen oder, was vielleicht verwirren kann, warum sie als solche gelten.

    Ich las in Kaniuks Buch "Der letzte Berliner" eine Reihe von Namen berühmter Antisemiten. Einen Grund für diese Bezeichnung lieferte K. nicht mit. Bleibt als zu Prüfendes aufgegeben.

    • Faulkner
    • Dostojewski
    • T.S. Eliot
    • Strindberg - schönes bild hier von Munch, der das r vergaß
    • Shakespeare

  19. #19
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Berühmte Antisemiten

    Gottfried Benns Essays (unter anderem) "Züchtung I" und "Der neue Mensch. Erbmasse und Führertum" werden 1933 folgendermaßen rezensiert:

    ...daß es also darauf ankomme, einen neuen Menschen zu formen und zu züchten. [...] Darüber hat sich das Judentum erregt. Es möchte nicht ausgeschaltet werden, und es beruft sich bei seinen Einsprüchen auf die 'Humanität'. Aber wie hat es das Judentum selber gemacht? Es ist höchst interessant darüber einiges Genauere aus dem neuen Buch von Gottfried Benn zu erfahren.

  20. #20
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Berühmte Antisemiten

    Benn war definitiv kein Antisemit, Trist. Deine Textstelle ist die Auslegung eines Nazis, der nach Benns Schrift über die Züchtung sich veranlaßt sah, Benn in seinem Sinne tauglich zu machen. In Benns Werk findet sich nichts Antisemitisches.

    Hier aber ein zweiter jüdischer Antisemit, Otto Weininger.

    Ich glaub, bei den Wiener Modernisten gibt es eine ganze Reihe jüdischer Antisemiten.

  21. #21
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Berühmte Antisemiten

    Johann Gottfried Herder kann nach neuerem Beurteilen auch für einen jedenfalls aus sämtlichen "demokratischen" Parteien der BRD auszuschließenden Kritiker des Judentums gelten. Man stelle sich vor, das würde heute einer behaupten.



    Und bitte keine dummen Sprüche von DAMALS... Herder konnte denken.

    hier aus seiner Betrachtung der Juden --> zusammengestellt aus den IDEEN ZUR GESCHICHTE DER MENSCHHEIT, einem der wichtigsten Bücher zur Inaugurierung des Humanismus JUDEN
    - eine parasitische Pflanze, die sich beinahe allen europäischen Nationen angehängt und mehr oder minder von ihrem Saft gezogen hat
    - kamen durch die Verfolgungen der Araber nach Europa
    - wurden zu niederträchtigen Werkzeugen des Wuchers
    - indem man sie tyrannischer Begegnungen gewöhnte, so überlisteten und erpreßten sie um so mehr
    - wird im europäischen Menschen aufgehen

  22. #22
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Arbeit und Beruf

    Im Folgenden die Wiedergabe einiger Gedanken aus der derzeit obwaltenden Geisteswelt, die sich (zuweilen) dieser Ungenauigkeiten bedient, um hier etwas einzukonstruieren, was nicht gegeben sein kann. Folgender text entstammt einem Vortrag einer linken Referentin, die derzeit eines der Lieblingsthemen der Linken, den Verzicht auf Arbeit, thematisiert und deutschen Antisemitismus (hier beim Patrioten Luther, der dieses Wort wohl kaum auf sich gemünzt haben dürfte, es aber dennoch war) in der Frühneuzeit feststellen will, den es gar nicht geben kann.

    Zitat: erstellt aus einem Text der Seite: antifaschistische-nachrichten.de/1999/15/001 (inzwischen vom Netz genommen) Doch bei Luther taucht dies zum ersten Mal als Gegensatz zu einer spezifisch deutschen Arbeitsauffassung auf. Luther, der Begründer des Protestantismus, bezeichnete sich selbst als deutschen Patrioten. In seiner Bibelübersetzung benutzte er für das griechische Wort Arbeit das deutsche Beruf. Beruf wiederum setzte er gleich mit göttlichem Willen, Berufung, Schickung und Fügung. Beruf definierte er über Gehorsam gegen die Obrigkeit und durch Berufstreue. Im Gegensatz zu den Arbeitstugenden des deutschen Volkes stellte er die unproduktive und unehrliche Arbeit der Juden. Luther formulierte eine Arbeitsauffassung der Deutschen, die er den Juden an sich gegenüber stellte: Während der fleißige Deutsche sich im Schweiße seines Angesichts sein Brot verdient, instrumentalisiert der Jude die Zeit, schlägt Gewinn aus ihr und erschleicht sich so eine Macht, die Gott allein zusteht.


    Anmerkung des Einstellers: Arbeit ist kein griechisches Wort, sondern ein altes deutsches. Es hat nur einen Bewußtseinswandel hinter sich. Von den Germanen bis zur Zeit Walthers von der Vogelweide (und vielleicht sogar bis auf Luther selbst) bedeutete es vor allem MÜHSAL, NOT... jedenfalls etwas, das der freie Germane den Unfreien überließ. Luther setzt hier die innere Stimme der Berufung zu etwas. Heute soll Arbeit die Berufung ersetzen. Wer sich berufen fühlt, der wird belächelt. Aber der Berufene arbeitet meist härter als jeder nur arbeitende Unberufene. Es ist ihm nur keine Arbeit.

    Diesen feinen Unterschied hat die Referentin nicht erkannt, statt dessen konstruiert sie, was nicht zu konstruieren ist.

  23. #23
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Berühmte Antisemiten


  24. #24
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    AW: Berühmte Antisemiten

    Hallo shoa
    ich denke es ist schwer, einen Menschen der stärker im Glauben, als im Wissen lebt, mit Fakten zu überzeugen.
    Was mich allerdings wundert ist, warum Robert so viel Wissen anhäuft, wie z.B. die Datenbank, wenn er doch ein Mensch ist, den der Glaube antreibt.
    Zu jedem Argument gibt es ein Gegenargument. Entscheidend ist, wie einer am Ende all sein Wissen abwägt, welche Schlüsse er zieht - was er wissen will.
    Und dies wird bei einem Menschen, der zum Glauben neigt, von diesem bestimmt.
    Dies sorgte schon immer für die Gefährlichkeit der Gläubigen. Sie leben von der Auslegung. Sei es der Bibel oder der Geschichte.
    Kyra

    PS. wie die anderen sind? Die Nichtgläubigen? Nun, sie versuchen die Fakten zu erkennen, bemühen sich die Einfärbungen die sie durch Erziehung und Gesellschaft mitbekommen haben, so weit es geht zu ignorieren. Ihre Wahrheitssuche kann ebenso scheitern, aber sie versuchen sie zu finden. Bisweilen stoßen sie an Grenzen, wie Heisenberg. Erkennen, wie sie sich selber im Wege stehen.

  25. #25
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Berühmte Antisemiten

    Die ersten Texte, die einen eindeutig antijüdischen Charakter besitzen, stammen von Juden selbst. In der Gnosis sind sie versammelt. Die Gnosis selbst versammelt Texte von zumeist jüdischen, aber auch persischen oder arabischen Urchristen, die einen Weg zum Ursprung des ewigen Daseins suchten.

    Textbezug:
    In den ersten zwei Generationen wird das heilige Brot in Rechenschaft verzehrt, in der dritten kam durch die Juden der Irrtum in die Welt. (CP, St. 353; Gnosis: Kol. 370) Kurze Ergänzung: Zusammen mit seinen bösen Engeln verfertigte der Schöpfergott (Demiurg) auch Menschenkörper, die dann mit Sophias Hilfe, dadurch daß sie ihnen etwas vom göttlichen Licht einblies, belebt wurden. Von diesen stammten die Gnosis-Menschen ab: Ihre Essenz war zu göttlichem Leben bestimmtes Licht, aber das war eingeschlossen in irdischen Körpern, und die feindlichen Mächte hinderten sie, sich aus ihrer materiellen Existenz zu befreien.
    Viele Gnostiker meinten, diese feindlichen Mächte seien in den Juden personifiziert. Die Juden sind nach vielen antiken gnostischen Mythen die Abkömmlinge und Verehrer jener widergöttlichen Schöpfungsmacht, die die Gnostiker verfolgte und in einem irdischen Körper festhielt. Damit stempelten gnostische Gruppen die Juden zu Angehörigen eines anderen "Samens" oder "Geschlechts", die die Vertreter der reinen Rasse der Gnostiker bedrohen... Der jüdische Schöpfergott ist Gott selbst, darum hat die katholische Kirche heute große Probleme damit, das Böse in der Welt zu erklären. Für die Gnostiker ist die Welt das Produkt des Bösen, eines eingesetzten Schöpfergottes durch Gott selbst, dem aber die Welt mißlang. Darum ja Jesus, um die Ordnung herzustellen und das einst gegebene Wort zu erfüllen....

    Sonderbarerweise waren die wissenschaftlichen Begründer des Antisemitismus Juden, will man den Ausführungen Arthur Trebitzschs: Deutscher Geist - oder Judentum? (Berlin 1921) glauben.

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