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Thema: langeweile, ekel, schlechte laune

  1. #26
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das verlegene fräulein, nun mehrfach aufgefordert, vom meer zu plaudern, beginnt zaghaft:

    ff

  2. #27
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    selbst die katz hört ob der erwartung im schnurren inne.

  3. #28
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    am ersten tag der strahlend blaue himmel über dem weiten meer, die sonne wärmt, doch der wind läßt uns die kragen höher ziehen. ein langer spaziergang, die luft, die frische, und das meer ist bescheiden in seiner mächtigkeit. nur zarte wellen schäumen leicht ans ufer und das rauschen besänftigt und entspannt.
    abends ist der wind schon stärker, läßt mich die mütze tief über die ohren ziehen. es rauscht schon leicht erregt, doch ist das wasser immernoch klar unter dem steg, auf dem wir in das schwarze nichts laufen. in der ferne die lichter der küste und vereinzelt ein licht auf dem offenen meer. rauchend lassen wir uns vom rauschen berauschen...

    tag zwei läßt uns eine kleine reise machen, weiter in den norden der insel, hier überraschen uns die ersten schneeflocken und wir halten uns die mützen. das meer wütet, schimpft und spuckt die gischt uns ins gesicht. dann oben, auf dem kreidefelsen versinkt die landschaft innerhalb einer stunde in einem reinen weiß. wir bauen sogar einen schneemann und freuen uns wie kinder. die sicht ist trüb von hier oben, über dem meer hängt dicker weißer nebel und millionen schneeflocken toben im sturm.
    später nur noch regen, heftig, kalt und ungemütlich. ein kaffe auf der seebrücke, das meer ganz aufgewirbelt. deshalb abends nur ein kurzer spaziergang. der sturm läßt uns die mützen vom kopf fliegen, man kann kaum atmen, wenn der wind von vorn kommt. also schnell ins wärmende bett und in der nacht wach ich auf vom sturm, schließe aber nicht das fenster, weil das wilde rauschen doch seinen charme hat...

    tag drei läßt uns in einer wintermärchenlandschaft erwachen, straßen, bäume, häuser und der strand, alles erstrahlt in einem ruhigen weiß, der sturm hat ein wenig nachgelassen, das meer hat sich wieder beruhigt. es schimpft nicht meer, sondern brabbelt in sich hinein und gibt ab und zu ein aufbrausendes "wuuuscht" von sich...

    der schnee ist so stark verweht, daß sich die rückreise als schwierig erweist. nicht nur die bäume der allee, nein auch diese selbst ist von schneemassen verdeckt, hier und da liegen geführte in den graben, straßen werden gesperrt, aber das ist eben auch ein abenteuer...

  4. #29
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    "heureka."
    denkt sich tunichgut, nein klingt, schürt noch einmal das feuer, weil diese nacht nie enden wird.
    setzt sich an den tisch, den eine kerze erflammt.

    leise wispert er vor sich hin:

    "bescheiden in seiner mächtigkeit."

    (pause)

    "brabbelndes meer."


    narr, quixotte, sidonie und fräulein schweigen.

    alle nun.

    tränen werden ausgetauscht.

    (im grab lächelt heimlich caspar david.)

  5. #30
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    der Narr:

    Verzeiht, die Herrschaften, dass ich so lang fortgeblieben... klingtgut hat mich ganz närrisch gemacht mit seinem Gejohle. Was für eine Nacht!

    Sidonie, wollt Ihr's glauben? Als ich im Baume saß, flogen zwei Gestalten durch den Himmel, die sahen so traurig aus und so beglückt, gerade so wie Sie und ich. Ach Sidonie - gestand ich's Ihnen schon? Ach Sidonie... ach.... was bin ich verrückt.

  6. #31
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    ach narr - verrückter nicht als alle, die wir hier sitzen ...

    in allen gesichtern des meeres, die uns das fräulein noch einmal mit worten mitgebracht hat, ist da nicht ein gesicht?
    und im gesichte des narren: fliegt da nicht nur ein mensch? mit wirarmen und wirbeinen? zwei glücklichen und zwei traurigen?

    was denkt ihr, quixotte? lügt das meer? ihr müßt es doch wissen, nach den vielen kämpfen, von denen eure rüstung so deutlich spricht ...
    oder sollte ich das vielleicht dich fragen, klingtgut, der du nach meer riechst: lügt das meer?

    (sie steht auf, nimmt die gitarre, zieht einen stuhl vom tisch vor den kamin, setzt sich und singt):

    seemann
    laß das träumen
    denk nicht
    an zu haus
    seemann
    wind und wellen
    ziehen
    dich hinaus

    deine heimat ist das meer
    deine freunde sind die sterne
    über rio und ...

    (der sturm schlägt die tür auf, hagelschauer begleiten: ...

  7. #32
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das bewegt dreinschauende fräulein lauscht den letzten klängen der sidonie

    fräulein:

    wenn ich bescheiden anmerken darf, so möcht' ich sagen, daß das meer nicht lügt, es bringt wahrheiten, die aber jeder selbst aus dem rauschen hören muß. das glaub' ich, die ich doch eher bodenständig, die die berge nicht mag und sich im wasser unwohl fühlt und dennoch vom meer angezogen wird.

    den narr versteht sicher nur ein narr. zu rational bin ich bestimmt, um die verrücktheit zu begreifen. weiß ich auch nicht, geht es um gefühle, die durcheinander gewühlt, so wie das meer gestern oder um liebe, die nicht so wie erhofft?

    du kleiner narr, nichts genaues kann ich sagen, und doch möcht' ich dir hoffnung machen, hoffnung auf das leben, die welt und die liebe....

  8. #33
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie

    (hat inzwischen die tür wieder geschlossen, geht zum fräulein, nimmt ihr zarte hand und haucht einen kuß darauf):

    mein liebes fräulein - ihr habt mir soeben die eisernen reifen, die mein herz seit ... ach seit immer umklammerten, aufgesprengt! wie wohl ist mir in eurer nähe ... (legt die hand vorsichtig wieder an ihren platz, lächelt sie an und geht, wie magisch angezogen, rückwärts richtung narr, wendet sich ihm zu):

    darf ich Sie so nennen: kleiner narr? würdet ihr mir helfen, dort oben von dem hohen alten schrank etwas herunterzuholen? ich möchte euch etwas zeigen ...

  9. #34
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    don quichotte

    (schaut von seinem Platz aus zu sidonie und dem fräulein hin und schüttelt den kopf):

    nun, wenn ich's anmerken darf, so klingen mir die worte "seemann laß das träumen..." doch sehr nach dem alten seebären Hans Albers, mit dem ich doch so manches glas zusammen geleert habe, wenn ich hoch oben im norden weilte aber gut...

    (fängt an zu singen):

    "Auf matrosen ohe, einmal muß es vorbei sein..."

    (verstummt wieder und sieht die beiden nachdenklich an):

    und was das meer angeht...

    diese unendliche weite...

    das rauschen der wellen...

    diese wundervolle melodie, die ich dann höre...

    wie klein und verloren ich mir angesichts der erhabenheit der natur dann vorkomme...

    aber schön ist's doch immer wieder...

    (atmet tief durch, so als könne er den geruch des meeres wahrnehmen. ein lächeln liegt nun auf seinem gesicht und er lehnt sich entspannt zurück)

  10. #35
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    der Narr:

    mit Vergnügen, kommt, steigt auf, kleine Sidonie (macht Räuberleiter für Sidonie)

  11. #36
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie

    (lächelt noch einmal dem freund von hans albers innigsteinverständlich zu):
    na - und ich dachte immer, das wäre die alte seebärin lale andersen gewesen ...

    (zum narr): ich dank dir!

    (die kleine sidonie springt hurtig und leichtfüßig über die feuerleiterhände des narren auf den schrank hinauf, wirbelt dort staub auf, und man hört sie gar seebärisch fluchen, ganz so als ob sie noch nicht gefunden hätte, was sie suchte :)
    die katze sieht verwundert hinauf, überlegt, und springt nach, gleich darauf aber wieder mitsamt einer staubwolke, sich schüttelnd und prustend, über ein sideboard herunter. läuft j?mmerlich miauend zum kamin, springt auf dessen sims und putzt sich erstmal ausgiebig )

    ah - hier ist es ja!
    (sidonies kopf taucht ebenfalls mit einer staubigen gloriole auf. dann verschwindet sie wieder im hochstaubgebirge und man hört nur das rascheln von papier)

    (die tür wird zum zweitenmal aufgestoßen. eintreten vier verschneite mafiosi:

    girolamo cavallonero (lila halstuch), giggio cavallonero (rosa halstuch), giacinto cavallonero (blaues halstuch), giacomo cavallonero (grünes halstuch)

    mit vorgestreckten schokoladen-mgs):

    girolamo: wir?
    giggio: suchen?
    giacinto: il capo, chef?,
    giacomo (bewegt, aber mit künstlich strengem ton): siduccia!

    sidonie (hält kurz ihren kopf raus, behält giacomos länger im blick):

    ach ihr seid das schon wieder -
    ich hab grade zu tun, aber weil ihrs seid:

    (sie streckt ihnen die handfläche entgegen):

    "wie ihr da steht/schwarzlockig und müde/
    bis auf aufruf euch ein schlaf behüte!/
    sidisaladum: fallt um!"
    (die vier fallen um)

    ich habs gleich!

    (dreht sich wieder in die tiefen des schrankes):

    ahh! - ein ausgestopfter schnobs! yoi, hab ich mich erschreckt! ... (wirft ihn nach unten, dem narren in die arme)

    und hier: ein fliegender robert mit sprachmodul!
    wollt ihr mal hören?
    (sie zieht das modul auf und eine modemstimme ertönt):

    "mach dich vom acker!", "geh spielen!", "das soll ein satz sein?"

    (sie spannt den regenschirm auf und springt mit der hoffmannschen puppe vom schrank herunter. in ihrem geschürzten bodenlangen samtkleid hat sie etwas klackerndes verborgen.
    unten angekommen, stellt sie den robert an den schrank, nachdem sie ihn ein wenig geschüttelt und entstaubt hat und läuft zum tisch, schüttet den inhalt darauf aus):

    schau narr! das wollt ich dir zeigen!
    (der tisch ist nun übersät von nüssen aller art)

    die hab ich mein ganzes bisheriges leben zusammengetragen: alle glücklichen ereignüsse und alle kümmernüsse. und keine davon konnt ich knacken!
    und keinen nussknacker gefunden, der sie mir erklärt. meine eigenen zusammenreimereien stehen als findlinge vor dem haus. die roll ich dann mit mir, wohin ich geh. aber weißt du, eigentlich -
    eigentlich sind es immer noch lauter fragen ... und mich ekelt vor ihnen, weil sie so staubig sind - (zum publikum):

    um mal das thema wieder aufzugreifen.

  12. #37
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    (nun denn, bleib ich hold, wobei mich narr und quixotte schon sehr gereizt hätten - hoffen wir zumindest auf einen weiteren mühlenkämpfer - ich bleib nunmal klingtgut, was ja summa cum laude die grunzvoraussetzung):

    "huch!
    schockschwerenot, was ist denn hier im argen?
    denn staubwedel her, aber schnell,
    wollen doch ein wenig kantisch ausmisten.
    ach, kätzchen,
    verstaubt nun, geweckt,
    den freud streichel ich dir noch aus den zinnen -
    wollen doch mal sehn,
    was in uns steckt.
    ups, vier leichen.
    naja.
    hätten mal eher die halstücher weniger geschnürt."


    (außen warten derweil kinder. klingtgut tut was er nur kann, hier ein lied.
    freuen sich einen ast ab und gehen bald schlafen. er auch. bleibt staub.)

  13. #38
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das kichernde fräulein streichelt die auf ihrem schoß liegende, schnurrende katze

    fräulein:
    der ausgestopfte schnobs würd mir gefallen...
    liebste sidonie, vielleicht ist's ja so gedacht, daß man all diese nüsse bis ans lebensende sammelt und mit sich trägt. vielleicht knackt man die ein oder andere, wenn mans lang genug versucht. vielleicht gibt aber auch antwort erst, wenn man das leben beendet oder die weisheit kommt mit dem alter, auch wenn man dann nur weise darüber, daß die nüsse unknackbar sind, aber wer weiß das schon.
    nun will ich in meinen schrank schauen, was ich für nüsse hab' und welche fragen in ihnen eingeschlossen. ich glaub', es sind nicht viele, da ich mir meine lebensphilosophie, mein schicksal, meine richtung, mein sinn, meine erfüllung schon zurecht gelegt und ausgesucht habe. auch wenn ich nicht auf alles einfluß habe, so weiß ich, wo ich hin will und wie ich mein leben erfüllen will.

  14. #39
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie:

    ihr sprecht wie ein junger dichter, fräulein, dem das leben noch nicht die lust machte, auszuziehen um das fürchten zu lernen ... gebe euch ein gütiges geschick und eure hohe, dabei zugleich aus einem warmen herzen strömende vernunft auch weiterhin diese ruhige lebensbahn, denn ihr seid uns geworfenen wertvollst wie ein leuchtturm auf stürmischer see.
    ich bewundere euren gleichmut. wirklich. den hatte ich mein ganzes leben nicht und eher sollten mir alle zähne ausfallen, als daß ich das knacken der nüsse aufgeben wollte. in nuce! was ist da drin??
    andererseits, so wie ihr das sagt, möchte man sich sogar dem tod neugierig in den knochenarm werfen. und wehe, diesem klappergestell, wenn er dann nichts weiß - potz wetter!

  15. #40
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das berührte fräulein harrt einen moment aus, um die worte der sidonie in sich aufzunehmen.

    fräulein:

    das habt ihr schön gesagt, liebste sidonie, und ihr haltet mir einen spiegel vor, was mir und meinem selbst gut bekommt. doch sollten wir diesen abend abschließen. bald ist ein neuer tag, ein neues kapitel, ein neuer akt, den wir gekräftigt beginnen sollten. Auf dann also und auf ein neues!

  16. #41
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie (beschämt und etwas traurig lächelnd):

    ihr wißt gar nicht, fräulein, liebes fräulein, was für mich euer spiegel bedeutet. ein ideal.

    (sich umsehend):

    alle schlafen schon. das ist der schnee. den menschen sollte winterschlaf erlaubt sein.

    zeigt ihr mir einmal in zukunft eure nüsse?
    es wird schon hell draußen. laßt uns schlafen gehen. denn die kunst ist die: rechtzeitig aus dem tag zu erwachen für die wahrheiten der nacht. wer weiß das schon, ob nicht nur der tag ein großer langer schlaf ist, mit geschlossenen augen und herzen. ein bunter traum, in dem wir uns bewegen und weben und sind und den wir für wirklich halten.

    kommt, fräulein, hier neben dem kamin liegen die decken, gesponnen aus der wolle meiner schafe. decken wir sie zu, denn tags wird es sehr kalt in dieser gegend.

    (das fräulein und sidonie decken den kleinen narr, quixotte und klingtgut samt der kinderschar liebevoll zu. für die mafiosi holt sidonie eine patriotische fahne aus dem schrank, mit der inschrift "unit? nella variet?", deckt sie damit zu, nicht ohne die halstücher ein wenig gelockert zu haben. die beiden puppen bekommen den ehrenplatz in den ohrenstühlen vor dem kamin. das fräulein legt sich auf die recamiere und ist alsbald mit einem träumenden zug um die lippen eingeschlafen. im kamin knistert noch warm das feuer. sidonie springt mit der letzten decke auf das breite sims und legt sich vorsichtig neben die katze, die schon mißtrauisch ein auge blinzelnd geöffnet hatte, dann aber wieder beruhigt schließt und zu schnurren anfängt.)

    vorhang. ende 1. akt

  17. #42
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    (zwotes akt, vorhang lüftet sich, aber eher zaghaft.)

    "kikerikiiii.
    kikerikiiii."

    (klingtgut, zwar noch umnächtigt ob tiefen schlafes, blinzelt rum. ebenso die katz.)
    "IMMERHIN."
    (beide waten bebarfußt raus. es liegt schnee.)
    "brrrr."
    (klingtgut nimmt eine handvoll schnee und reibt sich das gesicht ein. die katz guckt leicht verstört und verschwindet dann im nahen wald.)

    (klingtgut schürt den ofen und setzt einen pott wasser auf. dies behende leis, um den schlaf der anderen nicht zu stören.)

    (später sieht man ihn im nachthemd auf der veranda sitzen, in der hand ein merkbuch und einen füllfederhalter. auf der brüstung steht eine tasse dampfenden tees. wie immer trägt er eine mütze.)

    er schreibt und grinst:

    "hier sitz ich also im zweiten akt.
    schweinekälte.
    hoffe nur die katz holt sich keinen schnupfen.
    man wird sehen, was es weiterhin zu tun gibt.
    eins ist klar: der winter währt und holz wird knapp."

  18. #43
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    (sidonie schlägt die augen auf, macht noch im liegen die ersten geheimen verjüngungsübungen der chinesischen kaiser, dehnt sich noch einmal und springt vom sims herunter. sie freut sich über das schon brodelnde wasser und setzt den tee auf. sie legt schmuck und kleider und unterwäsche ab und läuft nackt zu klingtgut auf die terasse, nimmt ihn von hinten um die schultern und küßt ihn auf den schädel):

    guten morgen klingtgut! danke für das erste wasser! ich geh schnell in die sauna

    (und ist schon in der klapprigen hütte, getrennt vom haus, aber nahe daran, verschwunden. nach 30 minuten kommt sie heraus, so dampfend, daß von ihr selbst nichts zu sehen ist, und wirft sich in den dicken pulverschnee, spielt mit ihm, tollt darin herum, schmeißt einen schneebal nach klingtgut und beide lachen. sie läuft ins haus, wo alle noch schlafen, nimmt ein handtuch aus dem schrank worin sie sich einwickelt, ein zweites für den kopf. dann setzt sie sich an den tisch, macht sich einen tee und raucht. die andere hand spielt mit den nüssen, denen sie versunken in gedanken nachsinnt.)

  19. #44
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    (klingtgut, überhäuft schon von gänsehaut, aber vertieft in seinem tun, legt den füllfederhalter beiseite. freut sich königlich über den kuß der ersten und wiegt seinen schädel. setzt sich zu siodnie, immer noch benachthemdtet, trinkt mit ihr tee und raucht mit ihr. er schielt ein bischen nach dem feuer, aber das schien in ordnung. er schielt auch sonstwohin, aber das entspräche nun weniger der ordnung. der tee war duftend, die zigaretten kamen ihren geheiß nach, was einem verglühen entsprach. später stummel und asche. die katze hatte sich doch recht schnell wieder eingefunden, immerhin versprach der ofen wärme.)

    klingtgut:"moin."

    sidonie:"moin."

    (längere pause, der tee dampft.)

    klingtgut:"werteste, mir dünkt, als bekämen wir gäste."

    sidonie:"wohlwahr, ich hörte schon knirschen im schnee."
    (spielt währendessen mit allerhand nüssen in der hand.)

    (klingtgut, die nüsse beachtend zwar, zieht sich zurück und zieht ein obergewand an. dann poltert er ein bischen lauter als am morgen durch die hütte, um den rest der artgenossen zu muntern. heizt nochmals kräftig ein. schon erheben sich alsbald die ehemals schlafenden aus ihren träumen,
    ein paar körperertüchtigungen werden vorgenommen, sauna, schneewälzen, jedem wie es beliebte, dann saßen gegen vormittag alle am tisch bei tee.
    es klopfte.)

  20. #45
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das neugierige fräulein:

    es hat geklopft! wer mag das nur sein? ein neuer gast? ein fremder? ein
    ver(w)irrter? gut oder böse? oder doch nur ein Landstreicher?

    (das fräulein wartet auf die reaktion der anderen und zieht genüßlich an dem rauchstengel und trinkt tee)

  21. #46
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    klingtgut:

    "herein!"

  22. #47
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie

    (läuft erwartungsvoll, immer noch in handtüchern, zur tür und macht sie auf):

    ach!

    .... (haben wir nicht noch 14 registrierte???)

    sidonie

    ... ein rabe!

    (beugt sich zu ihm herunter, hält ihm den unterarm hin, ersteigt auf)

    nadu - ists dir draußen zu kalt?

    rabe: krjah!
    sidi: na dann komm mit herein.
    (sie macht die tür hinter sich zu und trägt ihn herein und setzt ihn auf den tisch, mitten unter die nüsse. er beäugt die katze und die menschen, die ihn erwartungsvoll ansehen)

    sidi: wie heißt du denn?
    rabe: krjah
    sidi: dann sei uns willkommen, Krjah! wart, ich hole dir ein schüsselchen wasser und einige sonnenblumenkerne (macht das, der rabe beginnt zu fressen)

    sidi: verrätst du uns, woher du kommst?
    rabe: nevermore
    sidi: von dir habe ich schon gelesen ...
    (zu den anderen): da ist uns ja ein janein-orakel zugehüpft
    rabe: krjah, krjah

    sidi: gut, dann spielen wir ein spiel: jeder darf dir eine frage stellen, die du wahrheitsgemäß beantworten mußt ...
    wer fängt an?

    sidonie (sich innehaltend und umsehend):

    sag mal, krjah, hast du einen schlafzauber mitgebracht oder kommt das von den puppen und ist ansteckend?
    hier herrscht ja der reinste dornröschenschlaf ...

    rabe: krjah!

    sidi: was bist du ein dummes orakel, wenn ich dir keine oderfragen stellen kann. dummer vogel!

    rabe: warum beleidigen sie mich, madame?

    sidi: ach entschuldige. du wußtest ja nicht, daß ich die rabensprache verstehe. nun sag mir, was hältst du von schweigen? sollen wir auch? sollen wir das stück aufgeben?

    rabe: nevermore! never more!

    sidi: soso - und wie soll ich das jetzt wieder verstehen?
    nagut - zieh ich mich mal wieder an. die hätte gehört mir ja gar nicht. bin nur gast auf dem theaterboden, wie ihr.

    (sie zieht sich an und legt die handtücher auf den kamin)

    sidi: soll ich dich jetzt wieder freilassen oder möchtest du noch hier im warmen bleiben?

    rabe: ???

  23. #48
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    (klingtgut in einem schaukelstuhl wippend, streckt und rekelt sich)

    kg: uuuuaaah, weia was war das dann? muß ich wohl in einen tiefschlaf gefallen sein. tsts und das am frühen morgen. - ach, diese winter... . mir dünket, ich häbe irgend ewtas von einem raben geträumt.

    (blinzelt noch leicht benommen und linst dann umher. hält inne -)

    kkg: ui, da soll mich doch gleich der dreifaltige. potzblitz. und sidi auch schon in voller montur. sag, meine liebe, wo kommt denn der vogel her? und was für ein pracht exemplar! und was ist eigentlich mit den anderen herrschaften?
    scheint eine wunderhütte zu sein hier oben...

  24. #49
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das fräulein, das lange still in sich hinein überlegt hat, räuspert sich zaghaft

    fräulein:

    guten morgen klingtgut. ja ein rabe ists, tatsächlich. und wir dürfen ihm jeder eine frage stellen. ich habe nun schon eine gute weile überlegt, doch will mir nichts gescheites einfallen. so eine frage will gut überlegt sein. ist ja beinah wie ein freier wunsch, den eine fee erfüllen kann.
    ich träumt heut nacht von einer, ganz in rot war sie und saß so da an einem winzigen tischlein. sei es drum, mir scheint, diese fee wird uns vielleicht bald heimsuchen, hier in dieser wunderhütte.
    aber zurück zum rab und einer frage an das gute tier. ob er die zukunft voraus sehen kann?

  25. #50
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    (ich übernehm mal kurz, was nicht heißen soll auf dauer...)

    der rabe (ohne zu überlegen): krahkrah, nein keiner kann das auf erden. sieh diese alte uhr über dem sims, kann sein, daß sie im nächsten moment aufhört zu ticken - schon wird sich alles ganz anders wandeln.
    aber weil du dich trautest als erste zu fragen und diaes noch in so einem artigen tone, mit gar so feiner manier, wohlan, so soll dir noch eine frage gestattet sein.
    (äugt verschmitzt zu dem fräulein hinüber, um sich dann wieder ein paar sonnenblumenkernen zu widmen - dabei spuckt er übrigens geschickt die schalen wieder aus und ohne großes zögern direkt auf den boden.)

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