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Thema: langeweile, ekel, schlechte laune

  1. #51
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    nach einer langen pause lächelt das fräulein verlegen und sagt:

    lieber rabe, über die zukunft kannst du mir nichts sagen, über das vergangene weiß ich alles, auch den sinn des, also meines lebens habe ich gefunden. warum menschen gefühle haben und diese mit worten in bestimmter form und in bildern ausdrücken, habe ich hier bereits gelernt. deshalb möchte ich folgendes von dir erfahren und damit auch mein unverständnis ausdrücken:

    Warum sind menschen so machtgierig, daß sie andere menschen töten? warum werden kriege geführt - für geld, macht und materiellen reichtum nur? ist es das naturgesetz, daß sich der stärkere den schwächeren zum sklaven macht, ihn ausbeutet oder eben tötet? warum kann nicht jeder mensch sein inneres glück empfinden und leben. warum gibt es böse menschen?

  2. #52
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    (der rabe läßt sich zunächst nicht beirren und pickt sich noch einen kern.
    was nach bedacht aussieht, lautet in seinem inneren jedoch in etwa folgendermaßen: ach du liebes bißchen, da hab ich nun den salat! reicht man ihr noch die kleine kralle, schon greift sie sich den ganzen krähenfuß. krahkrah.)...

    (dann, ein paar kerne später, wiegt er den kopf und meint)

    k: der böse mensch ist nicht wirklich böse, sondern dumm. oder ängstlich.
    der machtgeile mensch ist nicht wirklich machtgeil sondern dumm. oder ängstlich.
    der nach reichtum strebende mensch ist nicht wirklich machtgeil, sondern dumm. oder ängstlich.
    und so verhält es sich mit dem kriegsführenden, dem tötenden, dem ausbeutenden.
    der knackpunkt (hier schnappt er sich noch einen kern, knickknack und spuckt...) liegt in der ursache der jeweiligen angst. da geht es um existenzangst, angst entdeckt, enttarnt zu werden, angst, daß andere fehler erkennen, angst, schwächen zuzugeben, angst, erniedrigt und beleidigt zu werden (die angst des stolzen und eitlen), angst vor dem gegenüber, der dein nächster ist.
    ich hoffe, das genügt dir als antwort, krahkrah.
    (also sprach der rab und wirkte ein wenig erschöpft.)

    (klingtgut, der inzwischen wieder ins leben zurückgekehrt war nahm einen zug aus seinem pfeifchen, das er sich inzwischen gestopft, entzündet und gebannt diesem dialog gelauscht hatte.
    nach einer längeren pause, in der der rabe nun sichtlich sich heimisch fühlender umhergehüpft war, um mit seinen scharzen äuglein die hütte zu inspizieren, um dann wieder die nähe der sonnenblumenkeren zu suchen - er schien weit gereist und hungrig - fragte er in die stille)

    kg: sage mir, lieber vogel, was war zuerst: der mensch oder die musik?

  3. #53
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    (lautes poltern und schimpfen aus einer noch im halbdunkel liegenden ecke der hütte. don quichotte tritt ans tageslicht zu den anderen und reibt sich das rechte knie.):

    "alles doof" hätt ich jetzt beinahe gesagt und weiß auch nicht so recht warum aber wer zum henker hat bloß diese mafiosi direkt vor meine füße gelegt, da muß ein braver bürger wie ich ja anstoß dran nehmen, man kam ja nur noch ganz knapp links, beim alten dänisch/holsteinischen kamin an ihnen vorbei!

    (ärgert sich im nächsten augenblick, dass er schon wieder andere für sein morgendliches "unglück" verantwortlich macht, nimmt sich eine tasse tee und setzt sich an den tisch):

    verzeiht meine wortwahl und den unberechtigten vorwurf aber soetwas passiert mir andauernd und wenn ich noch daran glauben würde, so wär ich mir sicher, dass da doch ein böser zauberer seine finger im spiel hat.

    (schaut dabei den raben die ganze zeit mißtrauisch an):

    soso, ein sprechender rabe... fragen beantwortet er auch noch... und ist der meinung, dass böse menschen nur ängstlich oder gar dumm sind... nun denn raabe, hier ist meine meinung zu den bösen menschen dieser welt:

    Böse menschen, so seh ich's, sind nicht allein dumm und ängstlich, sie sind berechnend, gierig, kaltblütig, hinterhältig, verlogen und schlau (nicht klug!).

    Berechnend, denn sie tuen nie eine sache um ihrer selbst, sondern nur des persönlichen vorteils wegen.

    Gierig, denn vollkommen egal, wieviel sie besitzen, es ist niemals genug, immer größer, immer schneller und immer mehr muß es sein.

    Kaltbl?tig, denn sie haben keinerlei skrupel, wenn durch dieses tun, andere menschen oder flora und fauna unseres planeten schaden nehmen.

    Hinterhältig und verlogen, da sie dir immer das gegenteil von dem erzählen, was sie letztendlich vorhaben, sie dir weismachen, daß ihnen dein wohl am herzen liegt, letzteres jedoch völlig egal ist.

    Und letztlich schlau, denn sie nutzen die dummheit der masse, mehren die unwissenheit der menschen durch gezielte desinformation und lügen und lassen andere für sich die "drecksarbeit" machen und sogar töten. (schaut dabei angeekelt zu den mafiosi hinüber)

    Die wirklich bösen menschen haben nur sehr selten selbst den finger am abzug, sie stehen in der zweiten reihe und ziehen nur die fäden, nein mein lieber raabe "dummheit und angst", da machst du es dir zu einfach, glaube ich.

    (sieht, dass der rabe vor ihm zurückweicht)

    Dich zu verschrecken jedoch, war meine absicht nicht, doch auch das passiert mir auch mit menschen leider immer wieder, ob da wohl doch ein böser zauberer...?

  4. #54
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    (das fräulein zieht verärgert die stirn in falten.)

    fräulein: guter don qu., ich muß dich rügen. schämen solltest du dich, am frühen tage so zu erscheinen und gleich den gast so anzufahren. seis drum. deine meinung kannst du haben. aber da ich die frage an den raben stellte und diese mir so gut gefällt, möcht ich auch nur an seine worte glauben und seine erklärung als für mich richtig und durchaus nachvollziehbar erklären.

    habt also vielen dank, guter rabe. so läßt es sich erklären. das gefällt mir sehr.

    doch nun will ich still sein und der antwort lauschen auf die frage von klingtgut.

    (das fräulein lehnt sich erleichtert und zufrieden zurück und schaut nach dem kätzchen)

  5. #55
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    (der rabe scheint völlig unerschreckt, nein eher bedächtig. auch scheint er sich immer noch wohl, gar immer wohler zu fühlen.
    klingtgut sitzt inzwischen am kamin und guckt ins feuer. ab und an wirft er ein scheit holz hinterher. irgendwas raschelt im first, mäuse, ratten oder vielleicht ein marder.)

  6. #56
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    rabe:

    bevor ich mich beeile, dem liebenswerten fräulein mit meiner antwort zur musik auch meine verehrung einzugestehen (macht einen rabenmäßigen kratzfuß),

    möchte ich doch dem herrn ritter meinen respekt ausdrücken:
    Er hat eine realistische sicht ganz dicht neben einer zauberischen. auch ich bin das opfer eines bösen zauberers, der nun die von mir gesäten früchte erntet. und ja, dieser ist nicht ängstlich oder dumm, sondern eine berechnende ausgestopfte vogelscheuche, die nun auf meinem feld wacht und vor der ich mich fürchte. ihr wißt nicht, wie unheimlich er mit den armen im wind rauscht und welch gräßliches gesicht er aus der sicht eines raben hat. einen fünffach so langen schnabel! ein dreißigmal größeres schwarzes kleid! mein gefängnis trägt er bereits auf dem kopf! dort hinein will er mich! dort ins dunkle über seine häßlichen gedanken!
    könntet ihr mir nicht gegen ihn helfen, herr ritter? wenn er euch sähe - mit eurer rüstung, an der man ablesen kann, aus welchen kämpfen ihr schon siegreich, sonst wäret ihr nicht hier - siegreich also hervorgegangen seid?

    ihr findet ihn den berg hinunter, dort wo das land flach wird und die weiten felder direkt unter dem himmel ihre halme wiegen...

    wollt ihr mir helfen?

    (er springt auf des quixotte schulter und läßt sich von ihm nun zutraulich mit weiteren sonnenblumenkernen füttern)


    sidonie:

    (bringt für alle frischgebackene heiße brote, schneidet sie fächrig ein und träufelt etwas olivenöl mit bärlauch darüber. sie verteilt es an alle und es ist noch viel übrig)

    "aufruf, mafiosi! an den tisch!
    und benehmt euch, sonst kriecht ihr nisch!
    eßt zuerst eure schokoladenwaffen,
    dann dürft ihr nach dem brote fassen!
    sidisaladauf: steht auf!"

    (die vier räkeln sich, sehen sich verwundert zu, wie sie noch auf dem boden sitzend ihre haselnuß und krokant gewehre aufessen und setzen sich danach unmutig, aber folgsam auch an den tisch zu den anderen. zwischen sie setzt sidi den ausgestopften schnobs und den fliegenden robert, dessen regenschirm sie schließen muß, damit er nicht so viel platz wegnimmt. auch ihnen wird brot und tee vorgesetzt)

    sidonie (immer noch):

    schaut doch quixotte, wie sie essen (deutet auf die schweigend mümmelnden mafiosi): sie sind dumm und sie haben ein bißchen angst. aber sie essen wie wir. und schaut doch: jetzt trinken sie auch. sie haben eine mutter

    maf1: si!
    maf2: si!
    maf3: si!
    maf4: siduccia!

    sidi: du gehst mir auf den nerv, giacomo - ich bin nicht eure mutter! hätte ich vier so prachtvolle söhne, sie kämpften für das gute! darauf kannst du dich verlassen! sie würden dem chef nicht nachstellen, sondern ihn unterstützen, wie sie nur können!
    ihr steht auf der dunklen seite der macht! cosa nostra ist nicht cosa nostra, wenn ihr versteht ...

    (die vier sind wieder still. sie denken, so hat es den anschein...
    der rabe ist nun nach einem freundlichen ohrenstubser von quixottes schulter heruntergesprungen, schlendert etwas verlegen und laut pfeifend, sich mehrmals im kreis auf der tischplatte drehend, auf einigen umwegen um brote und tassen, nüsse und schalen, mit einigen ausfallschritten, einer kleinen steppeinlage und hochspringen mit hackeninderluftzusammenschlagen:

    ganz in die nähe des fräuleins!):

    krjah, krjah - nun - meine mandel in einem feld voller kartoffeln, ich wollte Ihnen die musik, die bittersüße, die noch vor dem menschen, wenn Sie verstehen ...
    (er hält inne. Pauli: bitte übernimm den raben! oder wer sonst will!)

  7. #57
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    (klingtgut hat sich neben den ausgestopften schnobs plaziert. das essen mag ihm nicht so recht munden. eine träne kullert ihm aus dem knopfloch. unten liegt still und stumm der see...)

    (klingtgut springt plötzlich auf, als hätte er eine idee, so wie sie immer wickie hatte, nachdem er sich unter der nase gerieben - der ausgestopfte schnobs stürzt dabei beinahe hintüber, klinggut kann ihn gerade nochmals haschen...)

    dammich aber auch. wo ist eigentlich der narr? und überhaupt, was ist das denn für eine zutodebetrübte stimmung hier? wir sollten ein fest feiern. ein richtich krachendes fest zu ehren unseres werten gastes, dem raben. er denkt ja sonst, er wäre hier bei einem leichenschmaus gelandet. vielleicht eins mit verkleidungen, oder thema, oder wettkämpfen. wär das was?
    haha, mir ist danach, met aus totenschädeln zu schlürfen...
    (klatscht in die hände und schaut erwartungsvoll in die etwas aufgeschreckte runde. der fliegende scheff schüttelt den kopf als: dem ist nicht mehr zu helfen. er schmunzelt dabei und denkt sich schon allerhand verleidungen aus...)

  8. #58
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    rabe:
    ich mußte mich erst innerlich etwas sortieren, holdes fräulein.
    und unser junger freund klingtgut hat recht: aus totenschädeln zu trinken den süßen met wäre dem starken pluto angebracht, der gerade über dieses haus zieht, da ist er sehr sternenfühlig. da will ich ihnen antworten, monsieur,
    da sind wir schon bei der musik, mein fräulein.
    denkt euch nur den menschen weg ... bleiben die schwingungen der natur, der großen im all und der kleinen im samenkorn. alles hat seinen ton: das wasser: glucks, wurbelwurbel, platschplatsch, säuselsing, sprudelstrudel, braus, rausch, gischgischgisch
    die luft: sss, schschsch, huihuihui, ffffffffffff, rausch, dröhn, trompettrompet
    das feuer: knick, knack, knister, zisch, prassel, tob und krach
    und auch die erde, haltet ihr das ohr daran: sie pocht im ohr, sie trommelt im steinschlag und schreit im erdbeben.
    gar nicht zu reden von den tieren.

    dann kommt der mensch, was ist seine musik?

  9. #59
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das müde wirkende fräulein schaut mit großen braunen kulleraugen in den raum, einfach vor sich hin. dann:

    "ja, ja, so ähnlich hatte ich es vermutet. dabei erinnere ich mich an eine diskussion, die ich kürzlich mit bekannten aud der stadt hatte. es ging um die berühmte frage, was zuerst da war, ei oder huhn. ich erinnere mich, dafür eine antwort, eine antwort für mich nach meinem biologischen erklärungen für die welt, gefunden zu haben. es ist ja wie immer ganz einfach: das huhn war zuerst da, gesetz den fall man bezieht sich auf hühnereier, denn eier an sich gabs ja schon vorher. hm. merke, die frage ist das rätsel, weil sie ungenau formuliert ist, was wieder bedeutet, daß ihre interpretation verschiedene antworten, meinungen hervorbringen würde."

  10. #60
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    der rabe läßt etwas den kopf hängen. er zwirbelt verlegen an seiner längsten flugfeder.

    sidonie geht zum kleinen narren und legt ihm die hand auf die stirne:

    "was ist mit dir, kleiner narr? du hast ja eine ganz heiße stirn, hast du fieber?
    deine füße sind auch ganz heiß. wart, ich trag dich erstmal aufs sofa ..."

    sie legt den kleinen narren behutsam auf das sofa, holt zwei nasse taschentücher und legt sie ihm um die waden, darüber ein handtuch und locker die decke des fräuleins.

    "komm her, rabe, setz dich hier auf die rückenlehne und pass mir gut auf den kleinen narren auf. sobald er wach wird, sagst dus. er muß viel trinken, damit er wieder gesund wird."

    sidonie setzt sich betrübt zu don quixotte an den tisch. "rauchen wir eine?
    wie heilst du fieber, quixotte?"

  11. #61
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    "ja gute idee, sidonie, laß uns erst einmal eine rauchen" sagt's und bietet ihr eine von seinen spanischen zigarillos an.

    "mitunter kommen einem dabei doch glänzende ideen, was jedoch den kleinen narrn und sein fieber angeht, so hab ich dafür auch keine universallösung. ich hätt's wohl auch versucht, wie du's getan, ein freund von mir, er stammt aus dem osten, schwört jedoch auf einen guten schluck russischen wodkas, der gute heilt, so scheint's mir fast jede krankheit damit..."

    "und du lieber rabe (schaut versöhnlich zu ihm hinüber) brauchst nicht den kopf hängen zu lassen. ist's doch wahrscheilich so, dass die musik, wie du sie beschreibst, wohl auch ohne uns menschen existiert. doch ist es nicht erst der mensch, der sie so verschieden wahrnimmt, wie es unterschiedliche menschen auf dieser welt gibt, der sie interpretiert, je nach seinem charakter und der sie seinen stimmungen anpasst?! versteht mich nicht falsch, ich will den tieren in keiner weise ihre fähigkeit absprechen, die musik der erde wahrzunehmen, ist doch ihr gehör oft wesentlich weiter entwickelt als das unsere...

    und doch ist die verbindung von mensch und musik in meinen augen (oder besser ohren!) etwas wunderbares. sie kann uns inspirieren, entspannen, erregen, kann bilder in bunt schlillernden farben in unserem kopf entstehen lassen und so möcht' ich sie niemals missen, die musik!"

    don qui.

  12. #62
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie nimmt dankbar ein zigarillo, zündets mit einem span kaminfeuer an und pafft in die luft:

    "du hast recht, quixotte, wo der mensch nachahmt, hebt ers auch eine ebene höher. einen wagner auf freier wildbahn findest nicht ..."

    ein lautes rauschen ist draußen zu hören

    "ach - der poststorch!"
    sidonie tätschelt dem narren im vorbeigehen über die stirn, öffnet das alte holzfenster, nimmt einen brief auf und schließt den flügel:

    "ein brief!
    mal sehen: si-donie samenstäupler-rosensteiger (im off hört man ein hüsteln), gebeinehoch 23, wolkenforstsgetnithöher -
    ja, das bin ich ... das gibts doch gar nicht! wir haben was gewonnen! da steht:

    das publikum hat sich entschlossen, heute abend, noch möglichst vor dem dritten akt, mit Ihnen den erfolg von ausgezeichneter langeweile, abtörnendem ekel und fulminanter schlechter laune zu feiern. bitte bereiten Sie schon alles vor. wir wünschen keinen aufschub!

    ach, don, fräulein, klingtgut - narr, du kriegst jetzt einen wodka und schluß is mit kranksein - katze und rabe: nun heißts sich aber spurten!

    wartet: da ist ja noch ein wunderschönes mädchen vorm fenster! (holt sie herein und klopft ihr den schnee ab):

    euer auge leuchtet so wild und klar, und doch unschuldig, offen und wahr. tigerlilie werd ich dich nennen! schönes mädchen, bald wolln wir uns besser kennen! (beide lächeln)

    mafiosi, euer großer auftritt kommt jetzt
    ihr kommt gleich - und zwar nicht abgehetzt! -
    mit folgendem 23 fach zurück:
    eiszapfen, hohlsteinen, schnee und glück
    sidisalafetzt: geht jetzt! (sie gehen und sind gleich wieder mit allem zurück)

    klingtgut - du füllst jetzt den schnee in die hohlsteine und hier, davon gießt du auf, ist marillenschnaps mit rosenblättern dazu einen schuß ahornsirup und einige grüne pfefferkörner in jedes glas, äh - jeden hohlstein. (lächelt ihn an)

    rabe: du suchst jetzt haselnüsse, mandeln und gibst alle in die schale dort auf dem tisch. aus dem schrank nimmst du die schälchen mit zitronat und orangeat und rosinen und mischtst alles durcheinender. (krault ihn unter dem schnabel)

    narr: du bist jetzt gesund, nimmst aus dem schrank die pausebrottüten, füllst sie mit sand, der dort in der ecke liegt, nur so einen zentimeter hoch, aber als breiten boden und stellst in jedes ein kleines teelicht. diese weißen seelenlämpchen verteilst du mit don überall im raum und zündet sie an. es soll nicht zu hell sein und kein großes licht, nur viele viele kleine (lächelt ihm aufmunternd zu)

    don, du kuckst mir auf das feuer und hilfst allen, bist ein unersetzlicher guter geist und stellst noch an allen plätzen aschenbecher, zigaretten und zigarren auf. (hättse ihn fast zu küssen vergessen. küsst ihn auf die stirn)

    mafiosi, euch brauch ich jetzt dringend drauß
    ihr sucht viele äste und zweige ums haus
    macht daraus ein schönes lagerfeuer
    sucht die windsbräute - die sind keine ungeheuer
    sorgt zusammen für ein feuerwerk um mitternacht
    davon das ganze tal erwacht
    sidisalateier
    macht nun feuer! (gehen raus, freudig erregt ob der windsbrautsuche)

    und ihr stoffpuppen: macht einen guten eindruck! ich zähl auf euch! (schüttelt sie noch etwas auf und klopft sie zurecht)

    katze und fräulein und lilienstern: wir gehen in die küche und brauen eine geheime großmutter wunschszegetinergulaschsuppe. außerdem für jeden gast einen walnußmantra-apfelring. kommt schnell nun! (sie gehen ab. im übrigen aufgeregtes treiben) ...

  13. #63
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    klingtgut (vor sich hin):

    "ui, da fegt der wind durchs gebälk und man dacht schon im schmoren lüge der braten und wird schon werden, aber nö, zappzerapp, schon klirren die tassen und gläser und hurtig voran, schließlich dämmerts schon, klingtgut tut, was ihm geheißen und überhaupt liegt eine freudige spannung über allem tun, mag sein, daß gar die mafiosi noch zur späten stund ein ständchen?
    sie können das, fürbaß, und aber holla, dann so richtig, ich sag nur: "tito & tarantulla" oder eben einfach tarantino, guckstdu, bei gelegenheit, itzt ists zu spät, wohlan die getränke sind gerührt, geschüttelt, jedem das seine.
    na, katze, ein portiönchen milch noch gern?
    rabe, ich knack dir die nüsse bis zum morgengrauen. (klingt ein wenig - musik?)
    don, lieber genosse, heut trinken wir auf - die globalisierung?
    narr, mein lieber, schüttel die hüften!
    los gehts, ich freu mich wie ein kind!
    ui, und da -
    herausgeputzt die sidonie und das fräulein.
    weh, wie schön!
    ein heilges fest!
    (und noch verdutzt:
    die tigerlilie. bald warm werdend. schnee tauend. die mafiosi schon intonierend: eine mischung aus polka und punk. fetzen fliegen.)

  14. #64
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    ja, auf in die küche, es heißt, ein fest vorzubereiten, ich bin dabei

    (das fräulein hüpft der sidonie fröhlich-eileig in die küche)

  15. #65
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    klingtgut:

    "ach laß die küche küche sein - und das in altdeutscher manier - oder hieße es dann lass? -
    wohlan, laß laß laß
    uns tanzen!"
    (schwingt die hufe auf dem tisch)

  16. #66
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    ja, ich bin verdutzt und entzückt.
    seh ich mich in so netter Gesellschaft.
    so wart doch, lieber Paule.
    zupf nicht so an mir.
    tanzen. ja, ja. ich muss noch schauen.
    so bunte Gesellen.
    und der Schnee taut.
    ich werd noch Pfützen hinterlassen.
    ich bin noch ein wenig erstarrt und verwirrt.
    in der Wärme zu sein.
    gerade noch...
    lauschte ich doch dem Wind.
    wie er ums Haus strich.
    ein bunter Geselle mitten im Weiß.
    (für weiße Verhältnisse)
    lachte dass ich nichts vermochte.
    kein Pferd fand.
    keine Kutsche aus Eis und Schnee.
    gezogen von von einem Vierergespann.
    aus Windpferden.
    lachte.

  17. #67
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie (kommt glücklich herein):

    so - nun ist alles fertig.
    (anerkennend): ah - ihr seid ein schönes paar, wie ihr so tanzt!

    (sie holt sich eine zigarette, zündet sie an, macht sich noch einen heißen kakao und sinkt in den ohrenstuhl vor dem kamin. sie schaut ins feuer und sieht dort gar wunderliche bilder):

    die sonne ist untergegangen ... die herrliche nacht hat uns wieder!

  18. #68
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    na siehst du-
    windgesporne -
    möge das licht -
    immerhin -
    den himmeln nahe... -
    wohlan!
    (denkt sich klingtgut - wörkelt derweil in der küch.)

  19. #69
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    "Die Liebe begann im Monat März,
    Wo mir erkrankte Sinn und Herz.
    Doch als der Mai, der grüne, kam:
    Ein Ende all mein Trauern nahm.

    Es war am Nachmittag um Drei
    Wohl auf der Moosbank der Einsiedelei,
    Die hinter der Linde liegt versteckt,
    Da hab ich ihr mein Herz entdeckt.

    Die Blumen dufteten. Im Baum
    Die Nachtigall sang, doch hörten wir kaum
    Ein einziges Wort von ihrem Gesinge,
    Wir hatten zu reden viel wichtige Dinge.

    Wir schwuren uns Treue bis in den Tod.
    Die Stunden schwanden, das Abendrot
    Erlosch. Doch saßen wir lange Zeit
    Und weinten in der Dunkelheit."


    (Heine)

    ach - der märz ....
    mir ists unheimlich - acht gelbe panter seh ich im feuer heranjagen ...

  20. #70
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    es ist ja nur ein Komet mit seinen sieben Schweifen...

    ____________________________

    Noch bist du da
    Wirf deine Angst
    in die Luft
    Bald
    ist deine Zeit um
    Bald
    wächst der
    Himmel
    unter dem Gras
    fallen deine Träume
    ins Nirgends
    Noch
    duftet die Nelke
    singt die Drossel
    noch darfst du
    lieben
    Worte
    verschenken
    noch bist du da
    Sei was du bist
    Gib was du hast.

    Rose Ausländer

  21. #71
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie:

    ich war wohl eingeschlafen ...
    nun sind alle fort. keine musik, kein fest.

    Noch bist du da
    Wirf deine Angst
    in die Luft
    Bald
    ist deine Zeit um
    Bald
    wächst der
    Himmel
    unter dem Gras
    fallen deine Träume
    ins Nirgends

    und so ist es. zuletzt sind wir immer allein. eines langen tages reise in die nacht.

  22. #72
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    und doch.
    als wären himmel nah....

  23. #73
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    die himmel...

    und die musik
    hörst du sie nicht

    Things Have Changed

    wir reisen doch mit
    wir ruhten nur
    wie du
    rabe puste ins feuer
    und du katze...
    hörst du es knistern
    siehst du es aufleuchten
    Geschichten fliegen heraus
    hör nur...

    -

    Der Marionettenspieler

    Das verräterische Herz

    Matrena

  24. #74
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie:

    ich bin der glücklichste mensch, das ist wohl wahr.
    setzt euch doch zu mir an den kamin. die musik könnte besser nicht sein und nun haben wir die erste geschichte gehört dieser langen nacht.
    der polytechnische kandidat war hier und hat auch mich geläutert. mein wunsch war dumm. umso glücklicher bin ich jetzt (lächelt) ich danke dir tigerlilie.
    nun hören wir also die zweite geschichte...

  25. #75
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    pssst... wenn du glücklich bist, bin ich es auch...
    ja, ich bin schon ganz leise...
    möchtest du noch eine Tasse Kakao...
    ich hocke mich gemütlich auf das Tigerfell vor dem Kamin...
    na, zum Glück... ist es...


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