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Thema: langeweile, ekel, schlechte laune

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Unhappy langeweile, ekel, schlechte laune

    xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

  2. #2
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    klingt gut!!!
    schätze, das wird dem scheff auch gefallen, liegt doch schon das drama im titel...

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie (wendet sich klingtgut zu):


    von welchem chef sprichst du? ich habe keinen. in zeiten der neuen normalität, in denen man dir ein weniger als ein mehr verkauft zuzüglich resteinsamkeit?
    ach sieh doch nur, wie die fahne in den wind gehängt wird, die parolen nachgeplappert ... wo ist denn da noch charakter oder ein standpunkt?
    ein wiegepunkt ists, wer gerade besser antippt oder stärker zerrt, gibt den ausschlag. die ehrlichen getreuen, die da waren, als alles zusammenbrach, die das ihre untergegangen sahen und dennoch wieder aufbauten ohne zu murren, die, die noch an den wert von streit dachten, an so etwas wie freiheit glaubten - ausgelöscht sind sie nach dem ersten kritischen wort. jaja - schlechte zeiten für idealisten - aber das war schon immer so, dagegen hilft nur die eremitage, in der bleiben neben dem staub und der asche wenigstens einige brauchbare worte liegen, irgendwelchen halbblinden archäologen zur späten einsamen freude.

    gingen hier nicht 20 zuschauer vorüber? hatten sie keine zeit für einen einzigen satz? nein, klingtgut, das hatten sie nicht. die zeit für unnormale sätze ist vorbei. geben wir die staffette dem erstbesten, der vorbeikommt stumm in die hand. "unteilbar" steht auf ihr - und durch welche hände ist mein schönes wort schon gegangen und müßte mich verleugnen. mich ekelt.

  4. #4
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    don quichotte(die rüstung ölend) an sidonie:

    ..."unteilbar" ist sie die toleranz, welch wundervoller gedanke, doch ist's wie so vieles im leben nur theorie, der schöne traum von der besseren welt, jenseits der realität?... ein wesentlich klügerer kopf (als der meine) fand dazu folgende worte:

    "toleranz verlangt nicht danach, unstimmigkeiten und widersprüche zu verschleiern. im gegenteil, sie fordert, die unmöglichkeit eines umfassenden einheitlichen denkens anzuerkennen und darum fremde und gegensätzliche ansichten ohne haß und feindschaft zur kenntnis zu nehmen" (Lew Kopelew, "Tröste meine Trauer" ).

    dich ekelt, ich bin eher traurig...

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    der Narr (gähnend durch den Garten laufend):

    ich bin heut zu spät aufgestanden
    und alles schien viel zu normal

    ich hofft', es wär nur Langeweile,
    da sah ich: ich war ausgelöscht!

    oh dies Gefühl, das Wichtigste verpasst zu haben...

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie:

    mein lieber quichotte! (sie greift mit der hand unter sein kinn und hebt seinen kopf sich entgegen): euren eigenen kopf laßt sprechen. ihr seid nun im besitz der stafette.
    (sie läßt vorsichtig los und kuschelt sich wieder in ihren platz):

    haß und feindschaft seht ihr? beim ersten kritischen wort? ja versteht ihr denn toleranz als gleichgültigkeit wie der von euch zitierte?
    kritiklose hinnahme kanns wohl nicht sein - oder man gibt das denken auf und landet im gewiß seligen reich der dummheit und gleich gültigkeit.

    für mich jedenfalls heißt toleranz, daß jeder - ausrufezeichen - sagen darf, was er denkt, ohne daß man ihm haß und feindschaft unterstellt und damit selbst zum feindbildbauer wird. man darf aber doch kritisieren und das wörterschwert kurz in die luft werfen -
    oder wollt ihr einen leblosen ort, an dem vor lauter toleranz nichts mehr gesagt wird?
    nicht mehr auf die worte des anderen eingegangen, sie nur als "unsgibtsauchnoch" hingenommen?
    wo toleranz mundtot macht?
    das geht schneller, als ihr denkt... toleranz kann die übelste form von zensur sein: gleichgültigkeit ...
    nein, nein, toleranz ist ein weit geöffneter tanzplatz der geistigen auseinandersetzung, auch wenn danach jeder bei seiner meinung bleiben darf, der m?chte, sich verneigt, geht und wiederkommt.
    aber das nächste mal sind die schritte verfeinert, seht ihr, die wörter kommen mutiger und könnten schärfer sein, ein nebensatz könnte eine tür öffnen. (zieht ihren anorak aus) hier: poliert eure rüstung damit, wenn ihr mit ölen fertig seid und von mir etwas annehmen wollt ...

    ..guten morgen, lieber narr! heute ist ja ein großer tag und das wichtigste
    habt ihr euch doch errungen, also behütets gut! (winkt dem gähnenden narren freundlich zu)
    der narr lebt von der realität, während wir realisten von der illusion leben - das macht es doch erst spannend (lächelt dem narren zu):
    chacun - son gout! setz dich doch zu mir, wenn du nichts besseres vorhast ...

  7. #7
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    der Narr:

    später vielleicht, werte Sidonie, später -

    erst muss ich mich um die Kleinigkeiten der Realität kümmern,
    survival, you know,

    seit meine Seele draufgegangen ist, muss ich das tun an ihrer statt...

    (steigt auf einen verschneiten Baum und pflückt mehrere illusionäre Früchte)

  8. #8
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    ein verwirrtes, aufgeregtes und gleichzeitig mißmutig dreinschauendes fräulein bleibt verdutzt stehen. blickt nach oben und sieht einen narr in einem verschneiten baum illusionäre früchte pflücken.

    fräulein:
    hey du narr, was machst du da - sei nicht gleichgültig und verlier' dich nicht in illusionen. gehe los, hol dir deine seele wieder, sie gehört dir allein. auf in die realität, sie wird dich schon nicht verschlingen, die welt....

  9. #9
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie:

    ... liebt die liebenden! nur mut!

    die einheit des ortes und der zeit sind nicht leicht zu erringen...

    es ist kalt und dunkel geworden.
    quichotte, braucht ihr meinen anorak noch? jaja, laßt euch nicht stören, die windmühlen sind morgen immer noch da ...

    ich gehe ins haus und heize den kamin an. kommst du mit, klingtgut? du könntest mir ein seemannslied singen ...

    (geht ins haus)
    (kommt noch mal zurück):

    ach, narr und fräulein: bringt doch dann bitte einige früchte mit, wenn ihr nachkommt. brot und wein stelle ich schon bereit. heißen tee und zwiebeln stehen schon auf dem tisch.

    (ein streunendes kätzchen l?uft zu ihr. sie nimmt das kätzchen auf den arm, tanzt noch ein bißchen mit ihm und geht dann mit ihm singend ins haus):

    wenn es abend wird
    dann sitz ich hier
    such mich zu finden
    eh ich mich ganz verlier
    doch dann bist du da
    unbeirrbar und stark
    und du schnurrst stets
    als stünde alles zum besten

    sag mir doch nur einmal
    was du denkst
    wieso du grad an meiner
    erbärmlichkeit hängst
    man darf sich da
    nicht täuschen
    und vielleicht ist es wahr
    und ich hab noch kein recht
    nicht mehr an mich zu glauben

    und morgen, ja schon morgen
    wird deine geduld belohnt
    schenke ich dir einen mond
    komm -
    laß uns schlafen gehn



    -----------------
    [heltau]

  10. #10
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das entspannte und doch in eile wirkende fräulein klopft an die haustüre, öffnet sie und betritt das haus der sidonie, in dem ein lustiges feuer im kamin lodert

    fräulein:
    entschuldigt die verspätung, starke schneeverwehungen im norden hielten mich auf. deshalb bring ich nur muscheln vom meer und kalte ohren und nasen. schön war es dort im norden und kalt. und das meer, ich sage euch, aber wem sag ich es?
    es rauschte und schimpfte beinahe, spuckte und wütete, besänftigte sich und tobte dann von neuem...
    ja wo ist der seemann? ich möcht' ein seemannslied hören! und wo bleibt der narr mit den früchten?
    sidonie, wie ich sehe, habt ihr gut für alles vorgesorgt. hier fühlt man sich heimisch.

    erzählt mir doch, was ich verpasst und wie die allgemeine befindlichkeit!

  11. #11
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    Talking AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    (klingtgut betritt, ein wenig benommen, aber das kennt man-sie schon, die hütt)

    "moin.
    schweinewetter, saugebarden, pfui deibel."

    (sprachs, schüttelt sich, beginnt die klamme kleidung abzustreifen. - guckt ein bischen verwildert umher. hockt sich an den tisch und dreht sich eine. raucht.)

    "na, schwestern, allet im lot? wo ist die katz?
    mir ist, als wäre der dreifaltige mir im nacken.
    soller.
    ja, einen tee nähm' ich gern zur brust."

    (schweigt hierauf. riecht ein bischen nach fisch. wirkt. müde. raucht noch. sagt dann:)

    "jau."

    (pause)

    "schweinewetter."

    (wenn man-sie genau hinguckt, sieht man-sie blaue flecke all überall.)


    (später macht sich klingtgut auf, auf ins schlafgemach, s'ist immerhin schon spät.)

  12. #12
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    jui, ja, quixotte ist erbarmungslos und poliert, was das zeug hält.
    ihm ist nicht nach gesellschaft, tand und allerlei.

    lassen wir ihn.
    wie er will.

    den narren jedoch sah ich im baume,
    bevor ich jenen stadel betrat -

    hihi, schien sich zu freuen,
    schien koboldhaft.

    er winkte mir zu und keckerte forsch,
    ich glaub', er führte was im schilde.


    nun, liebe teuersten, ich werd mal nach ihm schauen.
    vielleicht ist ihm nach tee.


    (geht ab und auf die veranda.)

    (längere pause.)

    (dann, aus der umgebung, eine gitarr, nebst quetschkommod:)

    "la paloma, ohe..."

  13. #13
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie (legt sich die muschel ans ohr):

    daß quixotte immer so verkannt wird ... der narr führt was im schild? (legt die muschel traurig weg) ach, fräulein - erzählt mir etwas schönes, ich bitt euch. vom meer, in dem die tränen nicht mehr auffallen ..(legt ihren kopf auf ihren unterarm und schaut ins feuer)

  14. #14
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    draußen scheint ein wildes stelldichein.
    klingtgut und narr preschen in die saiten und johlen.
    da ham sich zwei gefunden.

    quixotte von diesem spektakel aufgewühlt,
    tritt die flucht nach vorn an.
    er steigt vom baume und betritt die hütt.

    stille umfängt ihn dort.
    außer das prasseln.
    und dann die beiden mit den muscheln.

    verzieht sich in eine eck und nimmt auf dem boden platz.
    äugt.
    raucht dann.

    auf seiner stirn falten.
    irgendwas behagt ihm nicht.
    scheues reh er.

    raucht und faltet die stirn.
    ?ugt.

    dann summt er einfach vor sich hin.

    plötzlich trifft ihn der fragende blick der katz...

  15. #15
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    (don quichotte kommt zu sidonies hütte, zögert kurz, klopft an und tritt schließlich ein):

    einen schönen abend alle zusammen, wie ich sehe, habt ihr noch ein warmes plätzchen und eine heiße tasse tee für einen mürrischen alten ritter, der des kämpfens gegen windmühlen überdrüssig ist!

    (er setzt sich auf den boden, zündet sich ein pfeifchen an und fängt an, über sein leben nachzudenken... eine katze streicht um seine beine... auf einmal rappelt er sich auf und geht zu den anderen hinüber. er legt behutsam den anorak auf den tisch und wendet sich sidonie zu):

    habt dank für das kleidungsstück edle frau, es ist doch kalt geworden in diesem land, so hab ich das gute stück doch nicht zum polieren meiner rüstung benutzt. die beulen und dellen bekomm ich aus dem alten stück eh nicht mehr heraus, wer weiß, ob ich sie noch einmal anlege, der alte panzer schützt mich ja doch nicht vor den unbilden der modernen welt. so ist es doch schön, einen platz wie diesen zu haben, wo sich gute menschen einfinden, um sich gegenseitig geschichten zu erzählen, sei?s aus dem leben oder halt von fernen ländereien.

    (sieht die muscheln vor dem fräulein auf dem tisch liegen):

    sagt mein fräulein, wie ich sehe weiltet ihr an den gestaden des kalten nordmeeres, sagt wie war es, als die wellen sich an der küste brachen und der orkan euch das haar zerzauste, verspürtet ihr keine angst?

  16. #16
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    (sidonie gießt dem fräulein eine heiße tasse tee ein mit milch und zucker und einen schuß rum und läuft auf sie zu):

    hier habt ihr, liebes fräulein! ich freue mich, daß ihr gut zurück seid, trotz schnee und kälte. und erzählt mir vom meer, ach das meer, das wundervoll tobende meer! so glücklich seid ihr zu nennen, daß ihr dort wart! und nichts besseres hättet ihr mitbringen können als muscheln, die uns noch manche abende ihre tiefen blauen ewigen geschichten ans ohr bringen werden...

    (macht für sich und klingtgut auch einen tee, reicht den für klingtgut an ihn lächelnd weiter, packt sich eine muschel, nimmt das fräulein um die taille und begleitet sie zu einem bequemen ohrenstuhl vor dem kamin. sie selbst legt sich seitlich, dem fräulein zugewandt, den tee und die muschel vor sich auf den boden stellend auf den flokati vor dem offenen feuer):

    na, klingtgut, holt doch noch eure gitarre, auch wenns spät ist ...


    quichotte poliert noch, denk ich, aber er weiß ja, wo wir sind.
    den narr vermiss ich auch, habt ihr ihn nicht beim hereinkommen gesehen?

  17. #17
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das verlegene fräulein, nun mehrfach aufgefordert, vom meer zu plaudern, beginnt zaghaft:

    ff

  18. #18
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    selbst die katz hört ob der erwartung im schnurren inne.

  19. #19
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    am ersten tag der strahlend blaue himmel über dem weiten meer, die sonne wärmt, doch der wind läßt uns die kragen höher ziehen. ein langer spaziergang, die luft, die frische, und das meer ist bescheiden in seiner mächtigkeit. nur zarte wellen schäumen leicht ans ufer und das rauschen besänftigt und entspannt.
    abends ist der wind schon stärker, läßt mich die mütze tief über die ohren ziehen. es rauscht schon leicht erregt, doch ist das wasser immernoch klar unter dem steg, auf dem wir in das schwarze nichts laufen. in der ferne die lichter der küste und vereinzelt ein licht auf dem offenen meer. rauchend lassen wir uns vom rauschen berauschen...

    tag zwei läßt uns eine kleine reise machen, weiter in den norden der insel, hier überraschen uns die ersten schneeflocken und wir halten uns die mützen. das meer wütet, schimpft und spuckt die gischt uns ins gesicht. dann oben, auf dem kreidefelsen versinkt die landschaft innerhalb einer stunde in einem reinen weiß. wir bauen sogar einen schneemann und freuen uns wie kinder. die sicht ist trüb von hier oben, über dem meer hängt dicker weißer nebel und millionen schneeflocken toben im sturm.
    später nur noch regen, heftig, kalt und ungemütlich. ein kaffe auf der seebrücke, das meer ganz aufgewirbelt. deshalb abends nur ein kurzer spaziergang. der sturm läßt uns die mützen vom kopf fliegen, man kann kaum atmen, wenn der wind von vorn kommt. also schnell ins wärmende bett und in der nacht wach ich auf vom sturm, schließe aber nicht das fenster, weil das wilde rauschen doch seinen charme hat...

    tag drei läßt uns in einer wintermärchenlandschaft erwachen, straßen, bäume, häuser und der strand, alles erstrahlt in einem ruhigen weiß, der sturm hat ein wenig nachgelassen, das meer hat sich wieder beruhigt. es schimpft nicht meer, sondern brabbelt in sich hinein und gibt ab und zu ein aufbrausendes "wuuuscht" von sich...

    der schnee ist so stark verweht, daß sich die rückreise als schwierig erweist. nicht nur die bäume der allee, nein auch diese selbst ist von schneemassen verdeckt, hier und da liegen geführte in den graben, straßen werden gesperrt, aber das ist eben auch ein abenteuer...

  20. #20
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    "heureka."
    denkt sich tunichgut, nein klingt, schürt noch einmal das feuer, weil diese nacht nie enden wird.
    setzt sich an den tisch, den eine kerze erflammt.

    leise wispert er vor sich hin:

    "bescheiden in seiner mächtigkeit."

    (pause)

    "brabbelndes meer."


    narr, quixotte, sidonie und fräulein schweigen.

    alle nun.

    tränen werden ausgetauscht.

    (im grab lächelt heimlich caspar david.)

  21. #21
    Kurzvormabschussiger
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    der Narr:

    Verzeiht, die Herrschaften, dass ich so lang fortgeblieben... klingtgut hat mich ganz närrisch gemacht mit seinem Gejohle. Was für eine Nacht!

    Sidonie, wollt Ihr's glauben? Als ich im Baume saß, flogen zwei Gestalten durch den Himmel, die sahen so traurig aus und so beglückt, gerade so wie Sie und ich. Ach Sidonie - gestand ich's Ihnen schon? Ach Sidonie... ach.... was bin ich verrückt.

  22. #22
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    ach narr - verrückter nicht als alle, die wir hier sitzen ...

    in allen gesichtern des meeres, die uns das fräulein noch einmal mit worten mitgebracht hat, ist da nicht ein gesicht?
    und im gesichte des narren: fliegt da nicht nur ein mensch? mit wirarmen und wirbeinen? zwei glücklichen und zwei traurigen?

    was denkt ihr, quixotte? lügt das meer? ihr müßt es doch wissen, nach den vielen kämpfen, von denen eure rüstung so deutlich spricht ...
    oder sollte ich das vielleicht dich fragen, klingtgut, der du nach meer riechst: lügt das meer?

    (sie steht auf, nimmt die gitarre, zieht einen stuhl vom tisch vor den kamin, setzt sich und singt):

    seemann
    laß das träumen
    denk nicht
    an zu haus
    seemann
    wind und wellen
    ziehen
    dich hinaus

    deine heimat ist das meer
    deine freunde sind die sterne
    über rio und ...

    (der sturm schlägt die tür auf, hagelschauer begleiten: ...

  23. #23
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das bewegt dreinschauende fräulein lauscht den letzten klängen der sidonie

    fräulein:

    wenn ich bescheiden anmerken darf, so möcht' ich sagen, daß das meer nicht lügt, es bringt wahrheiten, die aber jeder selbst aus dem rauschen hören muß. das glaub' ich, die ich doch eher bodenständig, die die berge nicht mag und sich im wasser unwohl fühlt und dennoch vom meer angezogen wird.

    den narr versteht sicher nur ein narr. zu rational bin ich bestimmt, um die verrücktheit zu begreifen. weiß ich auch nicht, geht es um gefühle, die durcheinander gewühlt, so wie das meer gestern oder um liebe, die nicht so wie erhofft?

    du kleiner narr, nichts genaues kann ich sagen, und doch möcht' ich dir hoffnung machen, hoffnung auf das leben, die welt und die liebe....

  24. #24
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie

    (hat inzwischen die tür wieder geschlossen, geht zum fräulein, nimmt ihr zarte hand und haucht einen kuß darauf):

    mein liebes fräulein - ihr habt mir soeben die eisernen reifen, die mein herz seit ... ach seit immer umklammerten, aufgesprengt! wie wohl ist mir in eurer nähe ... (legt die hand vorsichtig wieder an ihren platz, lächelt sie an und geht, wie magisch angezogen, rückwärts richtung narr, wendet sich ihm zu):

    darf ich Sie so nennen: kleiner narr? würdet ihr mir helfen, dort oben von dem hohen alten schrank etwas herunterzuholen? ich möchte euch etwas zeigen ...

  25. #25
    Kurzvormabschussiger
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    don quichotte

    (schaut von seinem Platz aus zu sidonie und dem fräulein hin und schüttelt den kopf):

    nun, wenn ich's anmerken darf, so klingen mir die worte "seemann laß das träumen..." doch sehr nach dem alten seebären Hans Albers, mit dem ich doch so manches glas zusammen geleert habe, wenn ich hoch oben im norden weilte aber gut...

    (fängt an zu singen):

    "Auf matrosen ohe, einmal muß es vorbei sein..."

    (verstummt wieder und sieht die beiden nachdenklich an):

    und was das meer angeht...

    diese unendliche weite...

    das rauschen der wellen...

    diese wundervolle melodie, die ich dann höre...

    wie klein und verloren ich mir angesichts der erhabenheit der natur dann vorkomme...

    aber schön ist's doch immer wieder...

    (atmet tief durch, so als könne er den geruch des meeres wahrnehmen. ein lächeln liegt nun auf seinem gesicht und er lehnt sich entspannt zurück)

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  2. besprechungsordner zu "langeweile, ekel, schlechte laune"
    Von ala im Forum Forum für das geschriebene Wort
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  3. warum eigentlich hat der donner immer so schlechte laune?
    Von Eulalie im Forum Forum für das geschriebene Wort
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 01.09.02, 22:01

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