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Thema: langeweile, ekel, schlechte laune

  1. #126
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    kg verwundert.
    nicht verwundet.
    eher angetan ob des cellos.

    scheint, daß er hier schweigen müßte.

    raucht eine und räuspert sich.
    hier ist ob8 gewalten.

    so sagt man nicht, aber egal.

    hält die schnurrkatz im arm.
    frägt sie: tango?

    das feuer prasselt lichterloh.

    singt von sieben himmeln.

    er versteht nicht.

    und doch.

    er riecht...

  2. #127
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    Es ist die Ungewißheit des Lebens, dieses warum-tut-man-etwas-und-wird-es-das-richtige-sein, diese Frage, ob nun auf herz oder Verstand zu hören sei, ob man das Richtige tut, obwohl man nicht weiß, ob es das Richtige ist, weil man es vorher eh nicht wissen kann.

    Es ist nicht die Frage nach dem Sinn, nein, das Leben an sich, Glück finden, Liebe, all das "geistliche", seelische ist nicht das Problem. Vielmehr die Aufgabe für die Gesellschaft, in der wir integriert sind und einen Platz finden müssen, dabei aber eine Waage finden zwischen Nutzen und Eigennutzen, Eigennutzen im Sinne von Glück, innerem Glück oder Zufriedenheit, aber nicht diese abgetane Zufriedenheit, sondern eine Wirklich.

    Angst ist ein Gefühl von vielen, die der Mensch hat, mit der er leben kan, sie verdrängen, die ihn leiten oder gar bestimmen kann, so er es zuläßt. Woher zur Hölle weiß man, was man richtig macht? Woher weiß man, daß man in 40 Jahren nicht wieder da steht, wo man vor diesen 40 Jahren stand, genau vor der gleichen Frage nämlich? Was ist, wenn man 40 Jahre lang rennt und macht und ackert, immer 2 Schritte vor und einen zurück. Kommt man so jemals an sein Ziel? Geschwiege denn, man kennt das Ziel!

    Wer ein Ziel hat kann und, ich glaube, muß auf dieses Ziel hinarbeiten, sonst wird man es nie erreichen, aber was ist wenn man kurz vor der Ziellinie feststellt, das man dort doch garnicht hin wollte, was ist, wenn man unterwegs etwas entdeckt, was viel interessanter ist als das gesetzte Ziel???

    Wie ist das mit dem Bereuen? Finger hoch! Wer hat einen Schritt oder einen, den er nicht gemacht hat, später in seinem Leben bereut?

    ff.

  3. #128
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    "Der Weg ist das Ziel ..."

    Lao-Tse

    "Wei wu wei." (Handle ohne zu handeln)

    Konfuzius

  4. #129
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das ist zu einfach...

  5. #130
    Kurzvormabschussiger
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    Wenn man all die tollen Sprüch von Sokrates über Plato, Konfuzius usw. usw. im Einzelnen betrachtet schon. Aber versuch mal nach Narziß und Goldmund zu leben, den Alchemisten und Siddharta inbegriffe, während du nicht gegen Knigge verstößt. Ich sag dir das waren alles Illuminaten, die sich auf ein philosophisch autokratisches Sklavenwerk eingeschworen haben.

  6. #131
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    raus hier mit den illuminaten, hier ist eine ganz andere welt als die da draußen, also wenn ihr mitspielen wollt, kommt gefälligst zur tür rein...
    und dank euch beiden...

  7. #132
    Kurzvormabschussiger
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    ... ist es eben nicht und genau da liegt der okzidentale Hund begraben. Wir alle hier sollten verstärkt lernen, dass die althergebrachte Weise sich Wegetappen zu stecken, die einem einen vermeintlichen Ziel näher bringen, eine fadenscheinige Inganghaltung unserer Leistungsmotivation darstellt. Immer wenn man dem Horizont entgegen rennt, stellt man fest, dass man ihn doch nie erreichen kann. Das daoistische "Wei wu wei" sagt eben gerade nicht aus, nichts zu tun, sondern das, was zu tun ist, einfach zu tun, unabhängig von sich gern eingeredeten Beschränkungen geistiger oder physischer Natur und die Dinge, die unbeeinflusst von einem ablaufen, einfach geschehen zu lassen. Kennst Du die alte chinesische Parabel "Yü Gung versetzt Berge"? Yü Gung heisst soviel wie alberner/närrischer Greis.
    Den Weg, der von seiner Haustür nach Süden führte, versperrten zwei große Berge: der Taihang und der Wangwu. Yü Gung fasste den Entschluss, zusammen mit seinen Söhnen diese Berge mit Hacken abzutragen. Ein anderer Greis namens Dschi Sou (weiser alter Mann) lachte, als er sie sah, und meinte: "Ihr treibt aber wirklich Unfug, ihr paar Leute könnt doch unmöglich zwei solche riesigen Berge abtragen!" Yü Gung antwortete ihm: "Sterbe ich, bleiben meine Kinder; sterben die Kinder, bleiben die Enkelkinder, und so werden sich die Generationen in einer endlosen Reihe ablösen. Diese Berge sind zwar hoch, aber sie können nicht mehr höher werden; um das, was wir abtragen, werden sie niedriger. Warum sollten wir sie da nicht abtragen können?" Nachdem Yü Gung die falsche Auffassung Dschi Sous widerlegt hatte, machte er sich, ohne auch nur im geringsten zu schwanken, daran, Tag für Tag die Berge abzutragen. Das rührte den Himmelskaiser und er schickte zwei seiner Götter auf die Erde, die beide Berge auf den Rücken davontrugen.

    Hier sehen wir wieder, dass Beharrlichkeit und Wissen eher "zum Ziel" f?hren, was immer das auch sein mag. Es ist jedoch kein wirkliches Ziel wirtschaftliche und/oder soziale Absicherung zu erstreben. Es kann nur ein Ziel sein, auf dem Weg "zum Ziel" die Landschaften rechts und links des Weges nicht zu ignorieren. Tut man dies doch, kehrt man in 40 Jahren wieder an den Punkt zurück, den man vor 40 Jahren eigentlich verlassen wollte. Du hast Dir die Antwort selbst gegeben. Jetzt gilt es, sie zu leben.

  8. #133
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    Das Fräulein stand noch immer leicht verdutzt und ein wenig verärgert vor den 2 Herren, die soeben, wie aus dem nichts im Haus erschienen waren. Der Eine hatte eien Flügelähnliche Konstruktion auf dem Rücken, schien jedoch, trotz seines zerzausten Äußeren, sehr wachsam und schlau zu sein. Und auch seine Worte zeugten von Wohlbedacht und Tiefe. Das Fräulein seufzte schwer.

    Dann sprach der andere, der sich durch dunkle Augenringe auszeichnete. Mit seinem dunklen Haar und der leichten Blässe wirkte er eher unauff?llig aber doch markant. Und seine Worte lie?en das traurige Fräulein nachdenklich werden. Sie konnte sich noch nicht recht vorstellen, wie sie all das umsetzen sollte, was der nette Her Augenring [Das Gift] so altklug von sich gab. Aber sie wußte, daß er recht hatte.

    "Ihr Herren, ihr ähnelt einander sehr, so habt ihr nicht nur Gemeinsamkeiten in eurem bisherigen Lebenswegen, ihr habt sogar ähnliche Gedanken und ich verstehe euch. Habt vielen Dank für eure Worte, ich muß sie noch ein wenig wirken lassen. Derweil setzt euch gern zu uns, ich nehme an Frau Sidonie, klingtgut, Kätzchen und Rabe werden nichts dagegen einzuwenden haben."

    Die beiden Gestalten setzen sich, das Fräulein besorgt Tee und Tabak, schaut nach dem Feuer und macht es sich dann mit den anderen gemütlich.

    .
    .
    .

  9. #134
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    Ikarus in die Runde blickend. Etwas verstört, dann aber beinahe heroische Haltung annehmend.
    "Gestattet, dass ich mich vorstelle, Ikarus - Götterbote zu ehren des höchsten Amtes."
    Der Begleiter räuspert sich vernehmlich, die Augen richten sich neugierig auf ihn. "Nun gut, wenn sie schon jedermann hier darauf aufmerksam machen müssen; ähem Götterbote seit dem Hermes gefeuert wurden ist. Und nur auf der Durchreise, sobald die Pläne des DaVinchi gefunden sind, wird Ikarus in neuer Pracht erstrahlen die güldenen Botenschuhe werden mein sein und..." Die Augen des Ikarus leuchten und funkeln in einem wahnsinnigen Stakkato, während in den höchsten Tönen sein Nirvana beschreibt. Der Begleiter schüttelt kaum vernehmlich den Kopf in jener Manier mit der man Dinge quittiert, die man gewohnheitsgemäß durchmacht.

  10. #135
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie "iwe vom blitz getroffen, erwacht aus ihrer steifigkeit":

    fräulein! gut, da? ihr noch da seid? was war denn dieses? eine vorapokalypse? das jüngste gericht?
    und gottseidank! dem kätzchen ist nichts passiert.. (nimmt das kätzchen auf den arm und schlendert mit dem schnurrenden tierlein zu klingtgut):

    hier, hast du feuer .. (bläst einen tiefen atemstoß in seine pfeife, daß der tabak aufglimmt)

    kommt schnell, fräulein, der spuk ist vorbei (lächelt, wirft einige scheite in den kamin und bläst hinein, daß die flammen nur so tanzen)

    hallo, rabe, komm nur (rabe sitzt am fensterbrett des geöffneten), wir haben unseren eigenen tod überlebt. mein gott - ein spiegel! schnell!

  11. #136
    Kurzvormabschussiger
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    anatol:

    no was macht man denn, wenn man als frischling in ein theaterstück tritt, in dem keiner mehr mitspielt?
    man stelle Sich vor:

    langweilig ists mir oft
    ekel, aber schon so viel! vor der welt und ihren bakterien
    schlechte laune? mein zweiter vorname ist malhumeur!

    ah - die frau sidoonihje! huch - hab ich mich jetzt erschrocken!
    bemühens keinen spiegel, hutschachterl, heute sehns mitgenommen aus.

    darf ich sie ein wenig schminken?
    ist ja ganz verknittert, das stirnderl,
    und das goscherl hängt
    ja eigentlich hängt ja alles bei ihnen
    aber der anatol wirds schon richten. wissens, der geht da mal mit seinem hobel drüber.
    und die augerl, das sind ja geschlossene kometen mit solchenen schwänzen an den seitn dran! no daraus mach ich ihnen einen feurigen drachenblick!
    ich kann nämlich gut pupillaln auf die schlupflider aufmalen, die schaun ganz echt aus..

    he, du vogel, du schwarzer, laß mich in ruhe restaurieren an der antiquität!

    ah soo- du übernimmst das zupfen der lockerl! gutes totenvogerl!
    schaun mer mal...

    (machen sich an der sidonie zu schaffen...)

    sidonie:

    (stöhnt): ja, bin ich denn jetzt schon gestorben?
    ohne die vier letzten dinge?
    ist das jetzt die letzte Ölung?

    anatol:

    ohne die vier letzten dinge schon, aber mit allen sieben todsünden.
    nein, das ist jetzt die letzte verschönerung, kampftauberl. unser herrgott mags fein.
    jetzt haltens doch amal ruhig, krachtascherl, wie soll ich denn sonst die nasenflügalen stabilisiern...

    rabe:

    es spricht das mensch
    so lang es lebt
    sich immer nur
    in fragen aus
    krahkrah!?

  12. #137
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das fräulein schüttelt sich nochmals die verwirrung aus dem kopfe, sortiert ihr haar und setzt sich zu sidonie an den tisch und schaut zu, wie sie von antatol geschminkt wird

    klinggut zieht zufrieden an seiner pfeife, rauch steigt auf, das kätzchen verschwindet in einer nische.

    fräulein: während wir hier nun beisammen sitzen, laßt uns doch über einige dinge nachdenken. oft stelle ich mir fragen, die ich nicht zu beantworten weiß und manchmal fange ich an zu grübeln und dann wieder vergess ich die frage im nächsten augenblick...

    was ist das wichtigste im leben?

    ...fragt das fräulein mit leiser stimme in den raum und senkt bescheiden den kopf, um niemanden in zugzwang zu bringen und die gedanken schweifen zu lassen...

  13. #138
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie:g..
    anatol: haltens still!
    sidonie: ge...ge...
    anatol: wie soll man denn da aus ihren lipperl etwas zaubern, wenns dauernd plappern? und wissens schon, neben dem schönen fräulein könnens doch nicht so ramponiert hier herumsitzen, ohne daß man schnell eingreifen tut!also schön mit der ruhe, sidoonjerin!

    sidonie (schubst seine hand zur seite und rappelt sich wieder zu voller sitzgröße): jetzt hören sie doch auf, sie.., sie... frisör!
    ich wollte dem fräulein nur antworten, denn wie jeder im haus weiß,kann ich keine einzige frage unbeantwortet liegen lassen, also wollte ich kurz einfügen: gesundheit ist das wichtigste. (sidonie schaut grauenvoll aus, so halb geschminkt und halb nicht, selbst der rabe schüttelt sein gefieder)
    so, jetzt dürfens ihr werk zu ende bringen... (versinkt wieder in ihrem sessel, hält brav den mund offen wie beim zahnarzt und läßt den anatol irgendein conditionerlifting einspritzen)

    anatol: ach was, gesundheit! heute hat man schnupfen und morgen hat man aids, und übermorgen ist man schon tot. ich denk mir, das wichtigste im leben ist dasleben selbst, egal wie sichs anfühlt. aber unverzichtbar scheint mir doch die schönheit (poliert etwas über sidonies zähne)! selbst wenn man so vor sich hinmorbidet, dekadent im plüschsesserl hingegossen, malade und melancholisch - ich sag immer: das haar muß sitzen! die pose muß stimmen! die schuhe müssen geputzt sein! und der lichteinfall ist wichtig, also die schatten, die das bisserl leben, dasnoch in einem ist, gut zur geltung bringen.
    sehns, fräulein, so wie sie jetzt sitzen, so von natur aus schön und lebensprall, das kann man später nur mit großer konzentration und stiller vorbereitungnoch imitieren... wundervoll! anbetungswürdig!
    mein gott, und hier die fregatte, ja wer hat denn so was geschaffen!

    sidonie: sie, beleidigens meine eltern nicht! auauauauau...
    anatol: ja, jetzt bin ich mit dem spritzerl abgerutschtvon ihrem trockengebiet... rabe! komm mach mir mal das messerbrückchen! ja, so ists gut, sehr schön! ich glaub, ich bin fertig mit ihnen! jetzt schauns mir in die augen, kunstweiberl, da könnens in meinen pupillen das doppelte sidonerl glänzen sehn!

    sidonie (schaut angestrengt in die pupillen, ganz nah, mit angehaltenem atem): also...sind sie sich ihnen sicher?...ich sehe doch genauso aus wie vorher?

    anatol: meine herren, a brille braucht sie auch noch... naja, der herrgott hat das gut eingerichtet, daß man die schwindende schönheit mit schwindendem sehvermögen selbst nicht schwinden sieht...
    jaja, gnädigste, mögen sie sich immer nurin unseren freundlichen gesichtern sehen!

    rabe, klingtgut, anatol selbst, die fernen schatten von ritter, flügelmann und augenring verziehen das gesicht, das kätzchen kommt aus der nische, springt auf den tisch und betrachtet sidonie ganz nah im ganzen gesicht, tippst mal mit der linken, dann der rechten pfotedarin herum und hüpft dann dem fräulein in den schoß, wo es wohlig anfängt zu schnurren. das fräulein guckt nachdenklich und ernst...

  14. #139
    Kurzvormabschussiger
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    julia (haucht durch die tür herein und sinkt auf die chaiselongue, wo sie sich die stirn mit einem mitgebrachten, angefeuchtetem tüchlein kühlt):

    ich bin ihnen allen entkommen...

    ach, daß die liebe, deren augen blind,
    um an ihr ziel zu kommen,
    immer wieder wege find't!

  15. #140
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    anatol:

    fräulein julia!

    daß meine augen so etwas schönes noch einmal sehen dürfen!

    in diesen stillen hallen
    muß schönheit widerschallen
    und vornehm muß die welt zugrundegehn!

    sidonie:

    da hab ich etwas übersehn!
    für die armen und entrechteten auf der welt ists zu spät für schönheit, Sie dekadent!
    kampf dem proletariat!
    geld dem prekariat!
    mir ein notariat!

    anatol:

    waswollen denn Sie mit einem notariat, dewwinskaja?


    sidonie:

    na, da könntie ch notieren, wie der kampf voranschreitet!
    ich hab da so eine vision...
    (träumerisch):

    also, wir sein in einem internetforum.
    sieben sockenpuppen treten auf.

    es ist ein stilleres forum, eigentlich spielen nur zwei hände, aber der zweiten fehlen drei finger.


    anatol (macht sichs in einem der ohrensessel gemütlich und entzündet eine weiße lange damenpfeife. sidonie hustet etwas vorwurfsvoll, steckt sich dann aber ihre zigarettenspitze an. die übrigen harren regungslos).


    sidonie:
    vorhang auf!

  16. #141
    Kurzvormabschussiger
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    kls:
    Schnarcht uns dieses Forum weg?

    Ja, das ist eine Frage, die ich mir seit längerem stelle. Irgendwie sind wir anscheinend doch nur noch eine kleine, inzestuöse Gruppe der Ewigtreuen von 5 - 10 Stammschreibern, die allerdings tagelang keine nennenswerteren Beiträge hinpappen. Da werden Eingangstexte wie: 'Mein Istanbul' gekürt, ein Text, den kls innerhalb von 30 Min. hinschrieb. Was ist hier los? Soll ich mich auch schon mal anderweitig umgucken, neu orientieren? Hier hängt doch mein Herz. Hier schreibe ich, in keinem anderen Forum. Hier habe ich mich mit Robert gefetzt, bis zum 'Geht nicht mehr', bis wir eine gegenseitige, widerwillige Achtung vor einander hinnahmen. Ich will diesem Wegdämmern nicht länger zugucken. Ich will Texte lesen, die mich vom Hocker reißen. Ich will hier etwas mehr Leben...

    Was ist los?

    Schnucki:
    Welcher Art Texte reißen Dich denn so vom Hocker?

    kls:
    ..der jedenfalls nicht...

    Schnucki:
    Harrrharrrrrrrrrrrrrr
    Das war eine ernstgemeinte Frage, min Herre!

    kls:
    Was sind gute Texte.

    Gute Texte beklatscht man nicht aus Verlegenheit, sondern weil sie uns mitreißen. Gute Texte lassen uns unsere Identität in Frage stellen, rütteln uns auf, aus lieb gewonnen, bequemen Denkroutinen. Gute Texte werfen uns zurück auf den Kern, meinetwegen auch auf die Schale, jedenfalls sind gute Texte selbstreflektiv, selbststehend, selbstselbig. Man liest sie und fühlt sich wie frisch geduscht, oder in eine Suhle geworfen, bestimmt aber etwas anders als vorher.

    Mine Maid (ich hoffe jedenfalls, dass sich hinter diesem Pseudonym 'Schnucki' eine Frau verbirgt und kein schwuler Frisör), woher soll ich von davon wissen? Ich bin nur etwas traurig, weil dieses Forum so langsam aber sicher wegdämmert und das hat es nicht verdient. Diese Arbeit, dieses Geld, die Zeit, die Leichen (Kyra, Hannemann etc.), alles was hier hineingesteckt wurde, das soll wirklich für die Katz gewesen sein? Zähle doch mal nach. Wer ist denn noch aktiv? Hier haben schon mal über 300 Leute gleichzeitig mitgelesen. Heute sind es in Höchstfall 20. Und davon sind 6 Pornomaschinen, die ihren Müll in 'Lyrik' abladen wollen.

    Ich kann es nicht besser formulieren, ich bin Poet und kein Analytiker. Ich habe keine Literaturwissenschaften, Germanistik oder ähnliches studiert. Ich bin hier nur schon seit 7 Jahre dabei und nirgendwo anders.

    So, in der Hoffnung, Dir mit diesen Angaben bei einer Meinungsfindung behilflich gewesen zu sein, verbleibe ich bis zur Ausnüchterung



    susanna:
    du könntest dich hier umgucken, karlchen. der wolkenstein ist keine eintagsfliege, sondern archäologisches gelände
    es ruhen in den weiten des archivs unendlich viele gute texte, die kaum beachtung fanden, weil aerolith nicht alles allein machen kann.

    im übrigen besteht hier offenbar auch von den mitgliedern wenig interesse an austausch. bei einem neuen text melden sich ein, zwei leute, wenns hochkommt, der autor meist nicht mehr, etwas lebendiger wirds noch beim reinen chat und der anmache.
    mir persönlich gehts auf die nerven, für meinen fleiß hier gelobt zu werden oder wenn anmerkungen nicht mehr weiter diskutiert werden. ich habe deshalb mein eingehen auf jeden neuen text sehr eingeschränkt, brauche auch auf keine anmerkungen zu meinen texten zu antworten, die außer mich selbst keinen vom stuhl reißen und deshalb so gut wie nicht vorhanden sind
    die wenigsten wolkensteiner machen bei den abstimmungen mit oder bei sonstigen gemeinschaftsprojekten, das gilt scheints als uncool. da kann man nichts machen. ist zeitgeist, sich ja für nichts zu begeistern. nimm nur den crane: englisch kann fast jeder, aber mittun tut auch keiner...

    ich kann auch gerne persönlicher werden - dann gibts vermutlich streit. aber nichtmal da bin ich mir sicher

    machen wir halt, was wir immer machen: weiter! die anderen können wir nicht zwingen. immerhin sind wir zu einer lesegrube geworden - vielleicht ist das wertvoller als eine gruppe von täglichschreibern zu sein, die nicht gelesen werden.

    kls:
    Sei mal konkret. Weniger nebulös. Persönlich! Hochdeutsch. Nun ist es auch egal geworden, ob Du und ich uns in die Flicken kriegen. Hier riecht etwas modderich. Stinkt sozusagen.

    susanna:
    um gute oder schlechte texte gehts hier gar überhaupt nicht!

    es geht ums mittun, das hat weite angriffsflächen auch bei schlechten texten...

    und es ist keine einzelerscheinung. wir sind sehr viel weniger vom forensterben betroffen als andere. fast wir alle haben das jetzt zehn jahre gemacht. man merkt, wie zeitintensiv forentätigkeit ist. manche wollen unbedingt veröffentlicht werden und keine netzhäppchen mehr schreiben. manche kündigen großartig texte an, es folgen aber keine. den meisten aber ist zu wenig reaktion - sie shoppen möglichst viele foren, um nur für die eigenen texte abzusahnen. ich schreibe grundsätzlich auch nur hier. sadis hat mir die möglichkeit eines gesamtarchivs angeboten (ich bin jetzt in dem alter, in dem mich das freut, alles verstreute zusammenzusammeln und einen gesamteindruck zu bekommen)
    in matthis forum geriet ich aus loyalität nach bestimmten auseinandersetzungen.schließlich sind in den zehn jahren auch freundschaften entstanden. aber ich liebe den wolkenstein wie du. da kommt kein anderesforum mit. das sind vielleicht zeitweilige erscheinungen, aber das wesen liegt hier

    kls:
    Blah, Bier trink, Blah. Blah-blah. Mir ist, als ob ich mein Erstgeborenes beerdige. Vielleicht hat Suz Recht, das kann ich in der Beschränktheit meines besoffenen Bewustseins nicht mehr beurteilen, aber ich weiß auch, dass ich nicht Unrecht habe.

    Ich will hier wieder Texte lesen, die mich neidisch machen, nicht so ausgegurkte Scheiße, wie in den letzten Wochen. Gute Nacht!

    susanna:
    wir zwei getreuen urgesteine kriegen uns doch nicht in die wolle, wir ziehen hier am selben strang
    robert schuftet wie ein pferd und leistet textarbeit, wo er kann.
    wenn dann aber nichtmal was zurückkommt, vergeht ihm vermutlich auch die lust.
    paulchen schreibt und sagt kurz was zu denen, die er schon lange kennt.
    paula hat seltenheitswert.
    schreibe ich etwas zu sandra, wirds sofort gelöscht. sie mags auch glaube ich nicht, wenn ich das tu.
    schnobs schreibt noch, seltener, aber auch ohne auseinandersetzung mit fremden.
    lester kommt nur noch so, keine ahnung, vielleicht fürpns.
    niels machte sich so eine arbeit mit der zusammenstellung im crane und keiner hat ihm geantwortet.
    michael hat die unverfrorenheit, hier nie mitzumachen, aber dann unterstützung zu wollen. ja wieso denn?
    xray belebt durch chat. pjesma kümmert sich um andere wenig. um fremde kümmert sich robert, aber sonst fast niemand.
    viele mitglieder schreiben nichts. viele nichtmehrmitglieder finden den weg nicht zurück. manchem troll ists zu langweilig.

    trotzdem stinkts hier nicht. es sind normale erscheinungen wie der wechsel der jahreszeiten. im persönlichen leben der mitglieder mags ja auch stürmen oder schnein - das wissen wir nicht.

    susanna:
    karlchen, manchmal bist du wie ein trotziges kleinkind: ich will die welt anders haben, als sie ist!

    kriegst du aber nicht. du kannst nur selber weiter texte schreiben.
    ich tus auch

    Paul:
    ach, bevor dieses forum hier wegschnarcht... - es dümpelt zuweilen, oder eher glüht, es glüht manchmal nur vor sich hin und glostet, bis dann wieder ein frischer wind, ein luftzug und zack, schon brennt das feuer wieder. aus geht es nie.
    ein harter kern bleibt und hat bestand und ist nun familie. der rest sind gäste. ein kommen und gehen. manchmal gibt es familienzuwachs - aber das dauert wie man weiß, mind. 9 monate. oder so... und im vorfeld gibt es den akt, das ist oft mit heftigen aufs und abs verbunden (und gängen zu spielplätzen...), aber irgendwann fruchtet das schon...- oder eben nicht. dann war's ein gast.
    ich für meinen teil stehe so im leben, dass mir die weitläufigen erörterungen und diskussionen zu sehr - hm - zeitraubend sind. ich sitz einfach nicht gerne studenlang am pc! ich muß ja stundenlang auf wiesen liegen, mit dem schmetterlingsnetz wolken jagen, flanieren, schiffe entern, urklängen lauschen, musenzaubern erliegen, schwäne füttern etc...deswegen halte ich mich z.bsp. aus politischen themen komplett raus. oder sonstigen ausschweifenden themen. auch crane - ich versuche eben prioritäten zu setzen. da steht ganz oben die lyrik. die zeitgenösische. die hier so auftaucht. und da schreib ich nicht nur zu denen kommentare, die ich kenne, sondern zu denen, die mich wallend machen...immerhin(!) einmal im monat acker ich die poesie durch und wähle oft genug zaungäste, wenn sie denn mich schwingend machendes schrieben. ausufernde kommentare dauern mich schon wieder. ich werde mich mühen.
    lange prosa-texte lese ich auch nicht gerne am pc. es gibt ja glücklicherweise noch bücher...wobei zur wahl schaue ich auch die prosa durch. überfliege zumindest.
    fremd gehen tu ich in dem sinne nur, dass ich zuweilen einen text, den ich hier veröffentlichte, auch in der leselupe oder im text-fuer-textforum veröffentliche. letztendlich nur, um präsenz zu zeigen bei der leselupe (da schreib ich keine kommentare) und beim text-fuer-text-forum, weil ich da auch ein paar schreiberlinge kenne (auch persönlich) und schätze.
    wie dem auch sei, ich bleibe hier bis zum bitteren ende. egal. ich bin ein mann, ich kann nur eine sache auf einmal, die aber richtig. ich brauche keine 1000 von lesern oder was, das verwirrt mich. ein kreis er-leserner ist mir lieber. das steigert die qualität des dialogs. ich konzentriere mich.
    hier kann ich vertrauen. auch wenns mal scheppert.
    zum einen.

    zum anderen ist da robert.
    und seine idee.
    sein idee-al.
    sollte es das forum nicht mehr geben, schicke ich ihm meine texte mit der post.
    oder bring sie persönlich in die sternstraße.

    so, kinners, runter vom sofa,
    nicht zaudern, sondern machen!
    weitermachen.


    Unregistriert:
    mich lässt du in zukunft bitte aus dem spiel aus, susanna.

    ich kommentiere jetzt hier nochmal nicht um nachzutreten, ist nicht meine art.ich bedanke mich für die gute zeiten, ich nahm die schlechten auch mit, und nun ist es gut.
    es stinkt mir aber dass man mich zu karakterisieren versucht ohne mich zu kennen. "pjesma kümmert sich um andere wenig" ist anmasende bemerkung. wie auch die andeutungen ich wäre hinterlistig, manipulativ, darüber hinaus bis zu ungebeteten erzieherischen ratschlägen...und eben jetzt auch oben egoismus. einer der grunde das der forum für mich am charme verlohren hat war diese omnipresenz deiner meinungsmache,meinugsmachversuche, susanna. da fehlte mir dieser feiner abstand den ich hier jahrelang genossen hatte und der mir erlaubt hat das langsames antasten an die anderen, in dem man mich nicht als person zu analisieren versuchte und mir nicht versuchte eine etikette anzukleben um mein anderssein zu begreifen und mit eigenem anderssein anzugleichen und vergleichen und mich in eine schublade zu sperren.
    und natürlich, fehlt der robert. das ist nur der netz, und wir, in gutem fall, haben alle viel zu tun auch außerhalb. aber seine hb-menschen- reaktionen erfreuten die lange zeit, und oft auch die fundierte kommetare zu beiträgen. es sah nicht immer so dass er die sachen abackert weil sich es gehört, es sah aus: es machte ihm freude. davon ist wenig geblieben. warum das so ist, kann ich gar nicht kommentieren, kenne den mensch nicht und seine situationen. ich kenn nur den forenrobert, und der besucht die fore selten, wohl anderswertig beschäftigt, was nicht zu verübeln sein darf. es ist bloß bemerkbar.

    verübeln kann man aber, und das hatte ich, wie dem robert so auch dir, sonstimmerkommentarbereitdennochindemfallseltsamsc hweigsame susanna, nicht reagieren oder verharmlosrektion auf die verse "fremde kinder sind unser untergang". pfuiteufel, und weg.

    und ein hoch auf paul, xray und ...kls ist eine geschichte für sich

    und karlchen, wenn es tröstet, es scheint ein trend zu sein diese forenabsterben. nicht nachweinen. vielleicht gibt es ein rückkehr zu guten alten briefen? wer weiß. man stelle sich vor einen celan der vor der glotze sitzt und auf die reaktionen wartet...einen komentator der dann schreibt: "nuuuuu, ich seh das nicht so wie sie, sehr geehrter herr celan...außerdem haben s' deminutiv falsch angewendet...und es ist allesinallem alles nicht so stimmig und ausgegoren..." für wem schriebe er dann eigentlich, und vor allem : AUS WEM?
    natürlich sind wir nicht celan. werden wir aber auch nie in die nähe der nähe kommen, würden wir so an foren hängen. leben geht weiter, und entwicklung auch, auch wenn mancher nicht daran glauben mag.
    pjesma

    susanna:
    wir sind hier fast alle zehn jahre dabei. die euphorie, welt-oder zumindest deutschsprachigweit zeitgenössische mitdichter zu finden und mit ihnen kommunizieren zu können, war zu beginn gigantisch.
    dann kamen die schreibertypischen kriege, die trollerfahrungen - alles hatte noch irgendwie eine neue facette.
    mittlerweilekann uns nichts überraschen - jeder punkt ist schon zigmal durchgekaut worden.
    bei den nachkommenden schreibern ist leider erst recht kein neuer ton vorhanden, sondern seltsames retro. zugleich wecken uralte dada oder purismo experimente einen aus völliger unkenntnis vergangener perioden geborenen widerwillen.
    viele veröffentlichen mit scheinzufriedenheit bods und blogs. dem ego tut es doch besser, sich nicht mit anderen meinungen auseinandersetzenzu müssen.

    auf der anderen seite hat sich über die jahre des bestehens von internetforen ein eigener vorurteilskanon ihnen gegenüber gebildet:

    netzliteratur sei minderwertig
    gute autoren schrieben dort niemals, sondern stille bis zur buchveröffentlichung
    verlage nähmen im netz vorveröffentlichtes nicht an
    netzveröffentlichungen würden nur geklaut
    einstellen von texten und posten von kritiken dienten nur der selbstdarstellung, seien also ibähä
    schweigen sei die wahre kultur-

    ja, das wäre dann der todesstoß.

    tatsächlich wird im netz fast nix geklaut, die ernsthaften auseinandersetzungen bringen viele neue schreibanregungen und impulse, man lernt eine kritikresistenz, die man nur empfehlen kann für sämtliche lebenssituationen, man wird von mehr menschen gelesen, als die maximal pro jahr verkauften 400 exemplare eines gedichtbandes, man hat wertvolles feedback und man hat durchs netz eine sensationelle chance, in der gruppe zu arbeiten: fortsetzungsgedichte, kollektivromane, hyperlinktexte, theaterstücke. leider sehen die schreiberegos diese wirklich neuen ansätze nicht. das selbstbild braucht den geschundenen einzelpoeten, mehr oder weniger autistisch, sich für die menschheit aufopfernd. manche sehen es aber auch sachlicher: wir nennen es arbeit.

    ich finde das netz großartig! ich will gar nicht mehr veröffentlichen - wozu denn die buchform? was bleiben wird, wird bleiben. hauptsache, die gedanken finden hinaus in die welt! je mehr geklaut würde, umso besser ich kann mich auch nicht um alle meine plagiatoren kümmern, aber mich freuts, wenn die saat aufgeht! ich persönlich glaube, man muß vom copyright weg. dieses egotum stimmt erstens nicht, wir sind alle erben, zweitens behindert es größere aufgaben und drittens führt's zu diesen sinnlosen schutzkreisen, die jeder um seine häufchen zieht. sie werden davon nicht besser, es fehlt ihnen die auseinandersetzung und die reibung, die sich in foren wenigstens im ansatz ergibt.

    susanna:
    bravo, pauli!
    tja, pjesma...
    dafür hast du jetzt einen text geschrieben, der karlchen sicher begeistern wird...warum geht das denn nicht ohne provokation, hm?
    jaja, daß ich hier am forensterben schuld bin, dachte ich ja auch schon mal. habe aber herausgefunden, daß das hybris ist: wenn ich nix schreibe, schreiben trotzdem nicht mehr leute, siehst du ja
    ich konnte nie dich analysieren pjesma, nur die ansichten, die du hier zu gute gabst. ich habe die nicht geschrieben. meinungsmache geht nur, wenn sich keine gegenmeinungen artikulieren. da setze ich aber unter schreibern voraus, daß sie dazu in derlage sind, meine meinungen zu zerfetzen. da hätte auch ich den gewinn, mir neue zu bilden
    irgendwie gibt es keine kultur des ringens um verschiedene meinungen. dabei macht doch grade das spaß. wenn man natürlich immer nur meine stehen läßt und in den keller geht, um sich dort zu ärgern über mich blödmann, dann wird das nix...
    vielleicht sollten wir mal ne umfrage machen, aber bitte namentlich, wer mich weghaben will. ich weiß schon, daß robert hier seine liebe not hat, mich gegen die "die oder ich!" menschen zu halten. aber ich hab mich nun mal dem wolkenstein angeschworen. den schwur brecheich von mir aus nicht, da müßt ihr mich rauswerfen oder tot hinaustragen.
    der forenrobert ist nicht lustlos, sondernhat viel anderes um die ohren.

    also, fazit des gejammers: wer schreibt, der bleibt!

    schnobs:
    also was susanne anbelangt, sehe ich das so: wo viel schatten ist, ist meist auch nur wenig licht, aber immerhin. wir wollen ihr die unerschrockenheit zugute halten, mit der sie ihre falschen weisheiten von sich gibt, ihre berüchtigten ferndiagnosen stellt und mit der sie uns versucht, die welt zu erklären.

    mir ist es komplett powidel, ob sie bleibt oder geht, solange mir sie meine threads nicht versaut. ihren senf kann sie gerne in anderen threads abliefern. was ich von ihr halte, weiß sie. ich möchte auch nicht mit ihr um meinungen ringen. da suche ich mir die leute schon lieber selber aus. ich bin ja nicht der feind meiner eigenen zeit!

    es entspricht übrigens nicht meiner wahrnehmung, pjesma, dass du nicht zu fremden texten schreibst. das tust du wohl.

    meine beobachtung ist die, dass eben auch nicht alle mögen, dass jeder etwas zu deren texten schreibt. ich schreibe zuim beispiel nicht mehr zu patinas texten, obwohl es da doch immer etwas zu loben, aber auch zu mäkeln gäbe. auch bei ihrem neuen text, bei welchem man auch susanne wieder eine hausaufgabe geben könnte, warum der text genau gar nichts mit cruisen zu tun hat. paulchen mag es nicht, wenn seinem rehlein die dämmerung vom himmel gezogen wird. und karlchen argwohnt und unterstellt wieder gerne, dass man ihn aufbauen möchte.

    letztendlich ist das wolkenstein ein ziemlich zerstrittener haufen. soll schlimmeres passieren. ich schreibe aber trotzdem gerne hier, weil ich die eine oder andere verständige seele hier weiß.

    mir ist jedenfalls ein schnarchendes forum lieber als schwitzende meinungsringerInnen.

    und dann poste ich hier auch aus datensicherungsgründen. habe vorgestern erfahren, dass sämtliche daten von meinem früheren forum unwiderruflich den bach runter sind. ich depp habe nie sicherungskopien angelegt. der amerikanische schweinehoster hat sich für den crash nicht einmal entschuldigt. der nächste hoster ist ein russe. soviel ist sicher.

    und: wer lebensschwüre abgibt, hält sie entweder nicht oder ist ein freund seiner eigenen unfreiheit. komplett uninteressant.

    kls:
    Jaaah! Streitet Euch nicht, sondern kloppt Euch! Ich will Blut sehen!

    Ich glaube, diesen Monat werde ich alle Punkte an diesen Thread vergeben. Alles was alle allen schon immer mal sagen wollten.

    übr. Schnobbi, Karlchen kokketiert doch hauptsächlich aus Verlegenheit wenn er gelobt wird, getreu seinem Motto: Tiefstapler können sich in den Augen der anderen nur verbessern, Hochstapler bloß verschlechtern

    Mal sehen, was Robert zu erzählen hat, wenn hier jeder seinen Dampf abgelassen hat.

    Ich persönlich liebe Euch alle. Suz., Pj., Pat., Schnobbs, Paul, Robert, Xray... Uns allen ist die Liebe zum geschriebenen Wort gemeinsam, das sollte uns doch zu einer großen, glücklichen Familie machen...



    Ein Tiger im Dschungelllll:
    das ist doch hier ein ganz besonderer, weil, eigener haufen.
    wer was sagen will, sagt was. wer nix will.
    sagt nix. dann. und wann.
    wozu der stress?
    sicher, mal gibts öde stecken unter der sonne.
    aber eigentlich kann man sich verlassen.
    auf dies und das. und lächeln.
    wo kann man das schon?
    karlchen, geht schon vorüber, das Magenknurren.
    wie wärs mit bisschen Socken stricken?
    hä,hi. glucks.

    und: hier sind alle Kinder willkommen.
    egal ob schwarz, grün, blau, rot, gelbgestreift.
    pjesma, smile, sag ich jetzt einfach mal so.
    wölki muss man manchmal an die Hand nehmen.
    und. mit halbblinden werden wir schon fertig.
    ha. wär doch gelacht!

    Susanna steckt noch in den Kinderschuhen.
    Und sonst? Ha! Es gibt doch auch noch Pauli + Schnobsi.
    Und all die anderen halben Brötchen.
    Und: Paula!
    Und: mich!


    kls:
    Gerade nachgezählt. Man kann die Suchmaschinen nämlich daran erkennen, dass sie Fehlermeldungen verursachen, wenn sie die graphische Sicherheitsprüfung zu umgehen versuchen. 7 Stck...

    Tigerli:
    Upps! da hat sich doch der Karlemann dazwischen gedrängelt.
    Und mich liebste nicht?!
    tsss...

    Tigerrrrrrrrrr:
    schon wieder, der karlemann...

    kls:
    Doch. Dich liebe ich auch. Du warst der zweite von den drei Punkten. (Suz., Pj., Pat., Schnobbs, Paul, Robert, Xray...) Natürlich habe ich nicht alle aufgezählt.

    Taiga:
    naguuut... ich mach mich ja auch schon mal ganz gern klein...
    unsichtbar... streiche um die Beine... schnurre...
    aber... Vorsicht!... ich kann auch anders...

    hihih...

    kls:
    Mich vorsichtig dem Kätzchen nähernd, Blechbüchsen und eine Schnur auf dem Rücken versteckt haltend. Komm Miezi, komm...

    schnobs:
    nö tigerchen, so geht es aber wirklich nicht!

    die schlacht hat kaum begonnen und du rufst schon den weihnachtsfrieden aus! dafür ist es eindeutig zu früh!

    wiewohl ich der festen überzeugung bin, dass susanne eine falsche, ungebildete, wichtigtuerische schlampe ist, sollte es das gebot der fairness gebieten die meinungsringerin der nation noch einmal auf die matte zu lassen. für mich ist das der wichtigste ethische satz in diesem jahrtausend!

    auch sollte man ihrem wunsch nach widerrede nach- und auch die anderen zu wort kommen lassen.

    und nun zu dir karlchen: koketterien haben ab sofort hier lokalverbot. sie werden ohne gnade verfolgt geköpft und gevierteilt. so siehst nämlich aus! wäre ja noch schöner!

    aerolith:
    was soll das gejammer, ihr jammerseelen? am teutschesten ist pjesma, die hier treublöd alles niedermacht und aus ihrem jammern nicht mal ne poetische kraft schöpfen kann, obwohl sie viel schrieb. und, verwehrteste, ist das jetzt dein zwölfter oder dreizehnter abschied?

    ich schreibe zur zeit nicht sehr viel und mache auch wenig textarbeit. das hat seinen grund darin, da? ich mit arbeit überlastet bin: ENDLICH, nach zehen jahren kann ich endlich in ein datenbankformat meine geliebten und in jahrelanger kleinarbeit zusammengetragenen daten einfügen. wer die freude eines vaters an einem langerwarteten kind kennenlernte, der wird mich verstehen. nebst schreibe ich so viel wie nie, einmal an meinem kursbuch geschichte und zwotens im fcm-forum, denn ich habe dort eine mission zu erfüllen: ein akzeptables spielsystem soll meinen lieblingsfußballverein in die erfolgsspur bringen. und es wird dort langsam.
    und schließlich, ihr triefnasen: der WOLKENSTEIN ist das inzwischen älteste deutsche literaturforum, seit jahren totgesagt und dennoch immer wieder mit neuen zugriffsrekorden. die zahl der schreibenden bleibt in etwa konstant, die der neuanmeldungen übersichtlich. ich habe inzwischen über dreihundert leute rausgeschmissen. darauf einen dujardin!
    es wird hier auch wieder mehr textarbeit gemacht und mehr publiziert. für dieses jahr plane ich noch sechs publikationen, die erste wird in den herbstferien in angriff genommen: crane. dann haben wir die erste deutsche gesamtausgabe der lyrik. ist das was?
    seit jahren warte ich auf karlchen einwegliteraturwurf. kömmt nicht. pappnase. warte ich eben. pjesma versprach mir schon vor jahren ein paar texte zur publikation. wo sind sie? jetzt kömmt sie mit nem dämlichen xenophobiepubertätselaborat eines siebzehnjährigen und macht ihre weitere mitarbeit von der verteufelung dieses zugegebenerma?en schlechten (aber nicht faschistoiden) textes abhängig. was ist das denn for eene? wenn ich jeden xenophobiker verteufelte, dürfte ich keinen griechischen klassiker, keinen shakespeare und keinen dostojewski lesen. also bekommt euch mal ein.
    und was susanna betrifft: sie ist dominant. na und? das bin ich auch. dann muß man eben gegenhalten und nicht rumjammern, wenn einem das nicht paßt.

    anatol:

    donnergranatapfelkielwasser nochmal!
    und das habt ihr alles in einer vision gesehen, vierkanthölzchen?

    sidonie:

    nein, tuntchen. das habe ich dem leben abgelauscht.

    anatol:

    hihi, handtaschenweitwurfbeste! wo kommt ihr bloß im leben so rum...

    sidonie:

    man muß nehmen, was kommt.
    später dann, in so einer stillen stunde wie jetzt mit Ihnen, herr anatol, da vertreibts doch ganz gut die zeit.

    julia:

    das erinnerte mich eben so sehr an zu hause. mein land, wo die zitronen blühen...
    ach - wo mein herz ist, dort will ich sein...

    anatol:

    ach, mein herrliches kind! diese verfeindeten familien waren schon immer die würze aller auseinandersetzung. und bei so manchen freunden braucht man um einen feind nicht bange sein.

    das finstere digitale zeitalter liegt zum glück auch schon wieder so weit zurück. in der neuen archaik tut man sich doch gut, nach der dritten abschaffung des kapitals und der aufwertung der piraterie. man unterhält sich im kleinen kreis, nichts wird gespeichert, alles abhörmaterial ist vernichtet. ja womit sollte man sich denn sonst vergnügen als mit der lüge? der tag bekommt viele viele tage, die eine liebe viele lieben, der eine feind viele feinde.
    seit man auch die schrift abgeschafft hat, was ja mit dem verschwinden des sinns unausweichbar wurde, lebt der mensch doch erst richtig gefangen und ohne andere erinnerungen als an die lügen des gestrigen tags.

    sidonie:

    ach - gestern! dieser große heulkübel, in den sich alle erbrechen!
    den schwanz einziehen, wenn es spannend wird.

    julia:

    ach - gestern! da lag ich noch unter dem quittenbaum und illud erzählte mir von seiner hochzeit in drei tagen... (weint ein bisschen)

    anatol:

    (fährt sich über die augen) ich liebe mädchentränen! die werde ich weinen, wenn wieder einmal ein schwuler friseur vorkommt, der mit mir zur christopher's street week führt oder ins nächste goa-jahr!...
    aber noch einmal zu ihrer vision - waren das echte menschen?

    sidonie:

    ja, das waren sie. man möchte es nicht glauben, nicht wahr? so dynastisch düster - eben opfer der schrift. ich habe damals mit unterschrieben, als die scheinumfrage zur abschaffung der schrift auflag. nach eingehendem studium der krankheitsbilder konnte man sich der erkenntnis nicht länger verschließen, daß mensch und schrift einer dualen steuerung unterlagen. man hatte kurzfristig überlegt, den menschen abzuschaffen, um die schrift zu erhalten, auch wenn die texte allgemein sehr schlecht waren und die guten immer zensiert, aber auf lange sicht hing man dann doch den menschen an. passable lösung, würde ich das nennen.

    julia:

    die auflösung des paares, ach - ich will es nicht benennen...

  17. #142
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    die letzte szene blieb über einige monate eingefrostet stehen.
    sie ist es auch nun, alle sind in der bewegung erstarrt und haben noch den mund offen. (bei einer realaufführung dieses unspielbaren theaters mag die einfrostungsszene ausnahmsweise auf eine halbe stunde beschränkt sein; darunter ist aber verboten)

    die bühne ist nun etwas abgedunkelt. hinter der bühne schreit jemand: HELAU! HELAU!

    nun reitet auf einer kuh der rosenmontagsnarr ein, steigt ab und sagt, während die hinteren figuren eingerostet bleiben, als



    rosenmontagsnarr:



    ein rosenmontagsnarr tut euch wohl not -
    nehmt mich! ein feindbild, dem gewünscht schontot
    im quasimodo-hink vom letzten steinewerfen
    lasst mich als narr, reformatorisch: dogmen! "grins" entschärfen!
    bis aschermittwoch will ich hier mein wesen treiben
    zu einen euch - was sonst soll von mir bleiben?
    den hochgeschätzten sündenbock geb ich, ganz klar
    chapeau! die kardinäle! euer: rosenmontagsnahrr ~~

    ich habe gesät
    und ich habe geerntet
    im guten wie im schlechten:
    war es gut, denn es war.
    der narr ist sämann.
    aus seiner bunten schürze
    streut er für den
    der nach ihm kommt
    der samen geht auf.
    der samen geht nicht auf.
    der welten lauf


    der weltenlauf lässt sich nicht halten.
    nichts ist es wert, was wert nicht wäre seines untergangs
    doch will die dreizehn: moira! narr des schellenklangs,
    was sie dem fatum schuldet, auch gelegentlich erhalten

    es naht das ende nun der fünften jahreszeit
    sie ist gar nicht - ist nur ein zwischenschnitt
    ein zwischenblick, ein zwischenwort, ein zwischentritt
    ein zeitensprung in narrenendlichkeit
    was hier zu halten, was zu lassen? -
    kann nicht ein narr in narrenworte fassen.
    er sieht sich in den hohen hallen um : - : -
    die bunten masken fort. die heißen herzen stumm.
    da legt er seine schellen ab.
    das lachen. haar. und roten mund.
    schminkt sich die weißen wangen ab.
    steht da als mensch. - . geht auf und ab.


    was war das?
    eine stimme?
    der mensch blickt um >>||||?
    ein andrer mensch?
    die menschlich stimme möcht es wohl so weisen -
    auch ists der widerspruch
    (ein typisch menschlich umeinander kreisen...)
    je nun - so will ich über-legen
    d e r stimme: meine.
    dankend. denkend gehn entgegen.
    solange meines ursprungs grund
    mich trägt. nach gegenseitigem be-
    fund


    es träumt der narr seit anno schnee
    nichts anderes als nicht-parolen
    und wie die vögel sich das wasser holen
    das allem leben, nicht nur euch, ganz un-verhohlen
    unter der sonne glitzert
    wie der vogel zwitschert
    sieht ihm der dichter als begönnter neidisch zu.
    denkt: gottseidank. bin nicht so gönnerhaft wie du!
    dies denken ist dem vogel fremd.
    er singt ganz einfach. ungehemmt.
    so tuts der narr. wenn man ihn lässt.
    wenn nicht ists gleichgut. dann vergesst!


    wohlan - es sei:
    für mich oder gegen mich?
    sprich frei!
    so will ich bleiben oder gehn.
    von deinem narr
    warm oder kalt ins aug gesehn.
    so friedlich, leise wie du sprichst
    bist du nach deinen vielen worten nicht.
    die zeiten sind nicht so entseelt ...
    wenn durch das wort "entseeltes" nicht herbeigequält.
    dem paria, mir, deine hand zu reichen
    zeugt nicht vom springen - welchem,
    alle schatten übersprungen, diese weichen.
    um alles elend - welches? - abzutragen
    brauchts keine rüstung, sondern herzensfrohes wagen
    aus tiefster kinderseele vor und nicht zurück -
    so! siehts der hans im glück


    es war zu spüren schon: dein aug blickt kalt.
    du sprichst nicht frei. versteckst gewalt
    in ein "adieu". und zeihst mich, ohne mich zu kennen
    oder auch: kennst mich, ohne dich zu nennen -
    der selbstsucht. dich dagegen: selbstlos engagiert
    in kleinen siegen.
    dank für dein ver-urteil!- die dinge liegen
    klar auf der hand.
    die einer großmut harrte, die dir unbekannt.
    ich bin gesprungen. trotz des bannfluchs hier zurück.
    nun spring ich wieder. lasse meine hand mit rosen hier
    und wünsch euch: glück




    es naht das ende nun der fünften jahreszeit.
    sie ist gar nicht - ist nur ein zwischenschnitt:
    ein zwischenblick ~ ein zwischenwort ~ ein zwischentritt ~
    ein zeitensprung in narrenendlichkeit

    was hier zu halten, was zu lassen? -
    kann nicht ein narr in narrenworte fassen.
    er sieht sich in den hohen hallen um : ? - : ? -
    die bunten masken fort. die heißen herzen stumm.

    da legt er seine schellen ab.
    das lachen. haar. und roten mund.
    schminkt sich die wei?en wangen ab.
    nur mensch. ... [geht ab]

    susanna tritt auf, die übrige szenerie ist noch eingefrostet, sie und die kuh sind die einzig agierenden. sie schiebt die kuh an den hinterbacken an und von der bühne:


    susanna:

    jetzt komm schon, mulle. kühe haben auf deutschen bühnen nun wirklich nichts verloren.

    kuh:
    ich trug immerhin den narren moo

    susanna:
    also weißt du, wenn ich schon als autor mein eigenes stück betrete...
    hast du den anfang gesehen?

    kuh:
    rülps

    susanna:
    ich finde die idee von mir immer noch genial, endlich einmal die sidonie als ein behindertes wesen auf die bühne zu bringen, sprechstörung mit x.
    das kam damals neu auf und hat doch mehr aussage über die ganze welt des modernen theaters - naja gut, kaspar von handke vielleicht ausgenommen - aber ähnlich autistisch sind diese beiden figuren doch.
    später dann habe ich die sidonie doch wieder sprechen lassen...

    kuh:
    warum eigentlich?

    susanna:
    das zeigt doch die heilende kraft eines jeden theaters, also, das sollte es zumindest zeigen, wie da ein mensch, wenn er doch erst nur einmal aufgetreten ist, auch das sprechen lernen kann...

    kuh (hoffnungsvoll):
    sie meinen, wie ich?

    susanna:
    ja natürlich meine ich dich. du kannst es zwar nicht wissen, aber ganz früher bist eigentlich nur du aufgetreten in einem schönen goldenen kleid!

    kuh:
    wirklich?
    (lange pause)
    ...
    ...
    ich möchte ein goldenes kleid!

    susanna (müht sich und schiebt und schiebt, wischt sich den schweiß von der stirn, tritt schließlich an alle figuren im hintergrund nah heran, schnippt jeweils vor ihren augen, da werden sie warm und wach und können sich wieder bewegen):

    (zur kuh): nein! du mußt von der bühne!
    (zu den anderen): helft mir mal, die kuh vom eis zu kriegen!

    (alle schieben jetzt, auch katze und rabe, bis die kuh mit lautem gepolter hinter der bühne von der rampe gefallen ist. man hört aber schon das brünstige brüllen eines stieres, der im saft steht, und schweres doppelgetrappel in eine ungewisse, aber sichere freiheit)

    susanna:
    das wäre geschafft! taurin für alle!

  18. #143
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    taurin für alle?

    kauriemen für alle kühe!

  19. #144
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie (reibt sich die augen, gähnt):

    ein tollhaus hier!

    der bauer aus dem off
    die kuh knocked out
    der autor sieht beseelt
    wie fast aus geisterhand
    die alte tändelei
    erneutes leben fand

    dafür sei dank dir!
    liebes altes haus
    so viel an langeweile, ekel,
    schlechter laune hieltst du
    in deinen wohligen wänden
    schon aus!

    kommt, katze, rabe, wolln mal sehn
    wie es wohl weiter mag bestehn!

    frühling hüllt sich noch in schnee
    schwer war der winter und lange
    manch abende bange
    mancher morgen trüb
    doch des winters stille verschwiegene lieb
    wird nun zum frühlingsklange!

    krokusläuten
    duftballs rosenrot
    osterglocken und märzenbot?
    schneewittchens blume im tarnkappenweiß
    alle flüstern leis...

  20. #145
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    susanna:

    sidonie, schweig still!
    wir haben nun ernsthafte probleme.

    wie ihr alle wisst, führt die regierung gegen uns krieg. die zeit, sich in dekadentem ekel zu suhlen, ist vorüber. ein deutschland, in dem es keine arbeit mehr gibt, muß sich verändern. die finanzkrise ist gesteuert und hausgemacht. was können wir hier tun, daß es zum besseren wird?

    anatol:
    einen guten eindruck!

    sidonie (ist in den garten getreten):
    endlich sommer!
    wie die natur, die verschwenderische,
    sich ausstülpt!
    wie das klima sich wandelte
    und nun die zitronen
    in mitteldeutschen tornados schimmern!
    wir sind uns eine insel - mehr vermögen wir nicht...

    anatol:
    die bleibt ein schmetterling!

    rabe:
    wir brauchen ein konzept!

    termiten:
    knirsch, knirsch, knirsch, mümmelmümmelmümmel, tufftufftuff

    haus:
    ächz!

    susanna:
    gut, rabe. was schlägst du vor?
    sollen wir eine unabhängige aristokratie ausrufen? aber da gott keine mehrheiten mehr findet - w o r a u f sollen wir das monarchische stützen und w o m i t es legitimieren?
    welche familie hat am meisten für dieses land geleistet?
    die beckers?
    die grafs?
    die beckenbauers?

    julia:
    ich bin - wenn ihr verzeiht -
    zu keinem dienst bereit.
    was mir versagt geblieben
    muß die erinnerung nun ewig lieben
    das wird dereinst ein romeo-komplex genannt
    ich steh dafür! steht ihr mir bei!
    mag auch d i e blüte blühn in diesem land...

    sidonie (seufzend):
    ja, liebes kind - das ist uns wohlbekannt...

    anatol:
    so kommen wir nicht weiter.
    es fehlt uns etwas männliches
    ...
    ...

    uns fehlt ein krisenreiter!

    rabe:
    ein gescheiter!

    haus:
    der hat uns grade noch gefehlt!
    ich fühle mich genug beseelt...

    termiten:
    knirsch, knirsch, knirsch
    bröselbrösel - wo ist meine sonnenbrille? -
    knirschknirschknurschknursch
    knirschknirschknirsch...

    haus:
    das kitzelt!

  21. #146
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    susanna:

    es gibt nur sehr weniges, daß nicht durch einige stunden am ozean geheilt werden kann!
    wir müssen einen ozean bauen! hier habt ihr die silbernen löffelchen meiner großmutter: wir graben die erde um das grundstück herum aus, bis sie sich mit den zum ozean geweinten tränen auffällt. eine kreisförmige stadt wird bleiben:

    das neue atlantis...

    termiten:
    wir sind dabei! das können wir gut! aber wir müssen unter dem haus eine trockene bleibe behalten...

    haus:
    ächz! ächz! ächz!

    sidonie:
    eine insel. ja! ja!

    rabe:
    das hat nicht flügel und schnabel...
    da wird mein dialekt mit mir aussterben. kein weg zurück.

    anatol:
    da führt kein weg dran vorbei. nur über den ozean kann ein krisenreiter kommen. ahhhhh - hmmmmmmmh - die surferklamotten noch triefend über den festen muskeln, der körperdunst über dem neopren, die wettergegerbten züge...

    julia:
    so komm geliebter,
    weiß ich doch,
    dort draußen weit,
    hinter den sieben meeren
    bei den siebenundzwanzig myrtenzweigen
    bebt die heiße brust,
    darin julia schläft...

    susanna:
    gut so, träumer!
    noch ist der ozean nicht -
    doch bereits in den herzen vollendet
    und weg dem, der da kommen soll...

    atlantis, gestalten wir deinen ersten tag!

    alle:
    atlantis, es gilt!

  22. #147
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    (auftritt atlantis, eine scheibe mit zwei drehbrücken als armen und panzerradantrieb. wo sie durchläuft, schneidet sie die decke des hauses mit großem kreischen ebendieses auf):

    atalä! atalä!
    atahualpi dschupangi!

    anatol ins off: wieso..? was kommt daran aus argentinien?

  23. #148
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    krisenreiter (wikinger mit blauangemalten wangen, sprengt auf blauem skateboard heran):

    halt ein, atlantis!

    laß das haus stehn!

    wo ist die nächste krise, diese miese!, die ich löse?


    julia: romeo!

    sidonie: der auserwählte!

    haus: juchuchz! juchuchz!

    termiten: knabbaklappadu! grohommgrohomm barrattatata!

    rabe: kräkrick! ...
    kricketikricketikuckurruz!

    susanna: diesem krisenreiter folgt kein zweiter! und wo er auftritt, flieht die krise weiter!
    seid mir willkommen, hoffnungsträger. säg' er das dumme atlantis schräger und schicke es der krise hinterhör! wir sind die gewinner, immer, hünterher!

    anatol: diese surfbrettfüße! zum abbusseln! ich war ja schon immer für die nor(d)mannen! die haben was, da bin ich aufgeflasht! da fahrn mir donars blitzchen ins gestylte hair! da mag es auch gar keine krise geben - so ein typ - und leben wird zum leben!

    kuh: mir wird das euter blass!

    bauer hans: daß mich der feine herrgot das erleben lass'!

    klingtgut: härrärrläsärr!

    katze: schnurrdiburrstaunstaunstaun krallenausfahr!

  24. #149
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    krisenreiter:

    ihr habt eine feine welle hier!

    wenn ihr mich braucht, aber nicht wollt
    so muss ich bleiben.
    wenn ihr mich nicht mehr braucht, aber wollt
    so muss ich gehen.

    ich habe die maat getan
    und ich habe die maat gesagt
    ich bin ein grabherr
    und meine kinder handeln für mich
    da ich ein handelnder war
    ich habe ein gestern
    und ich habe ein morgen
    ich gebe, weil man mir gab
    ich wurde gelobt von meinem vater
    und meine mutter liebte mich
    liebe erweckte ich in den anderen
    meinem tun folgte gutes ergehen

    ich bin kein dichter mit worten
    ich schreibe poietische gesten
    in das leben, das kostet
    was worte nicht kosten

    haus, werde festung!
    termiten, tragt den widerstand!
    julia, pfl?ge die schar!
    meer, werde furt!
    sidonie, lass los!
    kuh, werde stier!
    anatol, werde stirnschlange!
    rabe, werde wegöffner!
    susanna, werde bad!
    katze, werde waage!
    bauer hans, werde modul!
    klingtgut, werde die eine stimme!

    (packt sein surfbrett und zischt mit der nächsten welle ab. der krisenreiter lässt ein benommenes haus und verblüffte bewohner zurück. alsbald aber erhebt sich unter ihnen gemurmel.

  25. #150
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie:

    in diesem haus schläft man nur ein einziges mal und schon ist ein ganzes jahr vorbei!!

    termiten:

    ächz, knusperknusperknusper, ritscheritsche, sägesummsesägesummse, brabbeltärabrabbeltiara, rubbeltschakra, tschackatschacka, ichzäj?, ichzäj?,
    eineseineseinesglubschiddi, zuggidieiseneisen, kettacoat kettacoat, lappilippilappilippi, drunsebumsti drunsebumsti drunsebumsti, weißawuschelweißhaarsuxlsuxlsuxl

    (krisenreiter nicht, er ist ja schon bei der geringsten schwierigkeit abgehaun, nein, es spricht: anatol!) anatol:

    ICH - zünde mal den offenen kamin an...

    julia:

    nun ist ein andrer winter kommen
    in eine liebe blind und stark
    auf daß die liebe nimmer findt
    was sie am herzen sie sich barg

    mein romeo! in kräftigen, reichen händen
    willst du ganz ohne aufbegehren enden?
    zwar ist kein krieg, der dich angstreifen ließe
    und auch kein schiff mit hohem aussichtsmast
    ist nur ein weibesschoß, der dich verschliefe -
    wisse bis übernächstes jahr: i c h lass dich los!

    emily (jaha! s i e tritt einfach so auf, sie ist die wolke, die sich morgens von den anderen dezemberwolken löst, über den himmel kugelt und verschiedene gestalten dort annimmt, und die schließlich den weg für die sonne freigibt, bevor sie am abend dunkelblau wiederkehrt und der nacht beim ankleiden behilflich ist):

    ach julia, red nicht so geschwollen
    der hat noch nie jemanden richtig wollen
    steht tagelang am spiegel: oh ich bin so wundervoll
    auch triffts mich gut, mich finden alle toll -

    doch nachts in seinem einzelbette
    da legt ihn seine alma an die kette

    (bei diesem stichwort auftritt mara) mara: OH! (ein laut..laut des entzückens)

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