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Thema: langeweile, ekel, schlechte laune

  1. #126
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    so schlimm quält sie dich, kg?

  2. #127
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das fräulein beobachtet bewegt und unruhig die beiden am tisch (falls der narr anwesend ist, soll dieser nicht ausgeschlossen sein, nehme an, er sitz noch immer dort)

    "so, ihr wollt nun also die frage hören?! doch bevor ich sie stelle, muß ich vielleicht noch etwas erklären, auch wenn ich noch nicht wei?, was das sein wird"

    erwartungsvoll sieht das fräulein von sidonie zu klingtgut und wieder zurück.
    sie rückt ein wenig auf dem stuhl hin und her, findet dann eine aufrechte sitzhaltung und beginnt:

    "nun ja, vielleicht sollte ich mich zunächst einmal entschuldigen, für meine reaktion euch beiden gegenüber. ich wußte nicht, was eigentlich passiert war und war doch so enttäuscht, daß hier, in diesem schönem haus, in dem wir uns dank sidonie eingefunden haben, so eine unschöne stimmung aufkam. wie ich vorhin schon sagte, wünschte ich mir an einem anderen ort, daß wir und hier wieder einfinden könnten und sidonie hat uns wieder in ihr haus eingeladen.
    nun war ich durch des baiuwarischen herrn ein wenig verwundert und vielleicht auch verstimmt von seiner art, seiner rede und seinem gemüt, obwohl er doch ganz lustig war... nun ja, so plötzlich und unerwartet wie er kam, so schnell war er nun verschwunden. ich denk, er wird in einem schönen wirtshaus eine heitere gesellschaft finden..."

    das fräulein verharrt kurz sinnverloren...

    "dieses haus, der garten, seine gäste, die tiere - all dies ist eine märchenhafte insel, auf die nicht jeder kommen kann, nur die, deren gedanken frei, denen der sinn nach andächtigkeit, harmonie und leben steht, der freunde sucht, auch weggefährten, der eine pause einlegt, vielleicht von einer langen reise, um sich auszuruhen, um ein bisschen frieden und ruhe zu finden, seines gleichen zu hören oder mit worten zu beglücken..."

    wieder eine pause...das fräulein schaut sich schüchtern auf die finger...

    "vielleicht ist das auch nur mein traum, mein wunsch, den ich so gern erfüllt sehen würd, aber nichts ist schlimm daran, ihn zu äußern, etwas dafür zu tun, ihn wahr werden zu lassen, und das tu ich ja, indem ich euch das auch erzähle. da draußen, hinter dem see, hinter dem meer, das gibt es millionen menschen, doch die rennen tag für tag aneinander vorbei und hier, hier kann man die zeit still stehen lassen, hier ticken keine uhren

    in diesem moment springt das türchen einer kuckucksuhr auf und ein gockel springt hervor und schreit dreimal ganz laut kickerieki kickerikie kickeriki


    das fräulein erschrickt mit einem leisen pieps...sie schüttelt verwirrt ihre braunen locken, sucht sich zu sammeln, stammelt und fasst sich dann wieder...

    "ihr lieben, versteht doch, ach, es ist zuviel für heut" seufzt...

    "Ihr sollt eure frage schon bekommen, doch muß ich nocheinmal in mich gehen, worte suchen, die helfen können...vielleicht singt ihr beide ein duett, ein bisschen harfe oder zitter wär fein, ein bisschen träumen möcht ich..."

    das fräulein erhebt sich, geht zum kamin hinüber, wo sich die katze auf einem fell zusammengerollt hat, und schürt das feuer. dann legt sie noch 2 holzscheite nach und verharrt mit ihrem blick in den lodernen flammen

  3. #128
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    nun - fräulein, bis vor und nach der kuckucksuhr bin ich geneigt, euch glauben zu schenken. dieses indiz erhält jedoch den stillen zweifel.
    dennoch: ehrliche rede verdient eine ehrliche antwort. sie ist immer der beginn, sich neu anzusehen und vergangenes zu vergessen.

    der bajuware war mein bruder. in meinem haus lasse ich ihn nicht verächtlich machen an äußerlichkeiten oder seiner sprache. eher ziehe ich aus.
    ihr konntet das nicht wissen - werdet ihr mir einwenden. doch gilt dieser einwand nicht - denn man weiß es nie, wessen bruder ein durchreisender ist. oder ob er es nicht selbst ist.

    ihr habt den geist dieses hauses gut beschrieben, sehr gut sogar, so, daß es mir das verärgerte herz bewegt hat. dieser geist ist mein geist, der freundschaft und der freiheit. hier darf jeder so sein, wie es ihm gegeben ist, die luft ist für alle, die sonne, der regen, das land und seine früchte. hier wächst jedem der mut, sich ungeschützt zu legen und zu schlafen, zu träumen, zu singen wie ihm der schnabel gewachsen ist, und zu sein. ein ort des stillen wachstums ist das. es gibt keine hierarchie.
    dieser geist aber verfliegt bei verachtung. da fällt das haus in sich zusammen. meinem bruder begegnest du immer noch mit dem wirtshaus. als habe er nicht durch den inhalt seiner worte anderes geteilt. dies schn?rt die luft, verdunkelt die decke, versenkt die insel ins meer.

    ich hüte mein haus. bin hirtin. öffne es jedem. nicht aber dem kuckuck.
    entscheide dich. ein kuckucksheim zu eröffnen steht euch frei.

  4. #129
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    "lieb sidonie, danke für deine worte, und recht hast du, doch in einem ganz großes unrecht. das wort "verachtung" ist viel mehr, wiegt viel mehr, beschuldigt und straft. ich habe ihn nicht verachtet, nur war ich ihm gegenüber zunächst nicht offen. ja, ich gebe zu, ich habe ihm nicht das entgegengebracht, was ich hätte tun sollen, mit allen, die hier ankommen...

    und hier habe ich wieder etwas über mich gelernt, hier war ich oberflächlich, zu argwöhnisch dem fremden gegenüber, wollte ihn nicht so recht anerkennen, das war mein fehler, das habe ich nun gelernt, aber verachtet klingt mir zu hart, ein zu hartes urteil, aber den sinn habe ich nun verstanden und so recht hast du.

    vielleicht habe ich auch in meiner freude, euch hier wieder zu sehen, nicht das neue, fremde akzeptieren wollen, vielleicht war ich zu sehr auf das alte, bekannte fixiert, ja, das glaub ich wohl.

    so bitte ich dich um verzeihung, lieb sidonie, gib mir die chance aus meinen fehlern zu lernen, wir sind nun mal "nur" menschen, nicht perfekt, sondern mit macken, mit fehlern, mit träumen, stimmungen, artungen und meer...ich hab mir selbst widersprochen..."


    das fräulein senkt beschämt den kopft und kauert sich ein wenig zusammen...

  5. #130
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    erneut klopft es an der tür, ein mann in einer leicht angerosteten Rüstung tritt ein:

    "verzeiht mein spätes erscheinen, liebe freunde, doch ich weilte noch im wetterlaunigen harz nahe der altehrwürdigen stadt wernigerode und konnte nicht eher bei euch sein!"

    sein blick schweift durch den raum und mit freude stellt er fest, daß sich neben dem fräulein, sidonie, klingtgut und dem narren auch die katze und der rabe eingefunden haben. er setzt sich zu den anderen an den tisch, kratzt sich am hinterkopf und verzieht leicht den mund, so als hätte er gerade auf etwas saures gebissen:

    "um ehrlich zu sein, so habe ich schon einige zeit an der tür gelauscht (wird rot als er dies sagt) um zu ergründen, wie die stimmung in diesem hause ist und wußte nach dem, was meine ohren vernahmen, nicht so recht, ob ich eintreten sollte. die möglichkeit, euch alle wiederzusehen, hat meine bedenken jedoch zerstreut und nun bin ich froh hier zu sein."

    don quichotte nimmt sich eine tasse tee, tut bedächtig zwei stücken zucker hinein. er geht dann hinüber zum kamin, wo das fräulein immer noch in die flammen blickt und spricht sie leise, für die anderen kaum hörbar an:

    "eure frage, liebes fräulein interessiert mich übrigens brennend aber ich weiß auch sehrwohl, daß es nicht gut ist euch zu drängen. so nehmt euch die zeit, die ihr braucht und träumt, denn träume und wünsche brauchen und haben wir doch hoffentlich alle..."

    "...genauso übrigens, wie wir alle unsere macken und fehler, ecken und kanten haben, die jeden menschen aber auch erst so einzigartig machen und zu unserem leben einfach dazugehören, also grämt euch nicht zu sehr. ihr seid nach alldem, was ich über euch weiß, ein guter mensch und eine einzelne unbedachte äußerung ändert daran nichts..."

    wendet sich wieder ab und läßt sich in einer ecke des raumes auf einer alten buntgemusterten wolldecke, die ihn schon über etliche jahre begleitet, nieder und genießt mit geschlossenen augen den tee. die katze schaut kurz auf, rollt sich nach ein paar sekunden jedoch wieder zusammen und versinkt erneut in süßem schlummer...

  6. #131
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie setzt sich neben das fräulein, nimmt ihre hand, hält sie zur eigenen, so daß beide in die innenflächen ihrer jeweils linken hände dicht nebeneinander schauen können.



    so seht, fräulein, das sind eine junge und eine alte frauenhand. sie sind ganz verschieden und ganz gleich zugleich. sie tun gutes und dummes, schlechtes und kluges. sie geben liebe und berühren, sie verschließen sich oder ballen sich zusammen. sie sind keine männerhände. sie gehören nicht zusammen. aber sie sind sich ähnlicher als viele andere dinge hier. sie gehören uns.
    sie tragen das frauenzeichen. wollen wir uns in zukunft erinnern an diesen moment. verzeiht mir die härte. es ist das längere leben und das wissen um die kostbarkeit eines ortes ohne verachtung. laßt uns die scham aussperren von diesem ort. fehler sind wachstum und suche. kein grund also.

    nehmt ihr von mir eine zigarette? (schaut ihr offen und herzlich in die augen)



    herr ritter! eine freude ists, euch hier zu sehen!

  7. #132
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das fräulein drückt ganz fest die hand der sidonie, umarmt sie schnell und schüchtern, flüstert ihr dabei ganz still ins ohr "danke" und steht im selben moment auf, mit sidonie an der hand und sagt schwer erleichtert:

    "ja , ich nehm gern eine zigarette, laßt uns rauchen, zum zeichen des friedens."

    das fräulein strahlt, ob der gelösten situation, noch immer läßt sie sidonies hand nicht los. erst als sie sich am tisch versammeln und die zigaretten anmachen.

    "ach, don qu., reichlich spät, aber besser spät als nie, nicht wahr, fein das alles, laßt uns fröhlich sein, heute wird ein guter tag, mit einem kleinen neuen anfang....

    don qu., erzähl doch wie es dir so ergangen, in der letzten zeit!"

    aufgeregt und noch immer ganz aufgewühlt und verwirrt rutscht das fräulein auf dem stuhl hin und her und weiß vor lauter glück nicht, was es zuerst machen soll...

  8. #133
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie lächelt ihr herzlich zu, nimmt das noch am boden liegende cello, faßt es an hals und oberer backe und tanzt mit ihm einen langsamen tango.

    "zwei anarchanten tanzen tango
    mitten in der nacht
    warum auch nicht, sie hätten sonst die nacht
    nur schlaflos zugebracht.
    wie diese bengeln
    sich nur schlängeln
    und schmiegen bein an bein (dabei zieht sidi ihr rechtes bein und den cello-stachel weit nach außen) -

    jeder schritt muß
    bei dem rhythmus
    ein vergnügen sein..."
    (nach georg kreisler, aber das dachte ich weiß eh jeder)

    stumm gehts noch drei minuten, dann schließt sie das cello am steg auf, holt einige gewehre und armbrüster heraus, schließt zu und versteckt die waffen im schrank.

    "eine alte frau gibt einen jungen krieger." das sagt sie nicht so laut.

  9. #134
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    Nach langem schweigen, knisternden feuer, einem mauzen der katze, weil sie hunger bekommen hatte und unzähligen tassen tee, kam das fräulein wieder zu sich und stellte mit entsetzen fest, daß sie ja ihre frage ganz vergessen hatte.
    sie biß nervös auf der unterllippe herum, dann stand sie auf, streckte sich und machte es sich wieder am großen tisch bequem.

    und holt tief luft...

    ff.

  10. #135
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    kg verwundert.
    nicht verwundet.
    eher angetan ob des cellos.

    scheint, daß er hier schweigen müßte.

    raucht eine und räuspert sich.
    hier ist ob8 gewalten.

    so sagt man nicht, aber egal.

    hält die schnurrkatz im arm.
    frägt sie: tango?

    das feuer prasselt lichterloh.

    singt von sieben himmeln.

    er versteht nicht.

    und doch.

    er riecht...

  11. #136
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    Es ist die Ungewißheit des Lebens, dieses warum-tut-man-etwas-und-wird-es-das-richtige-sein, diese Frage, ob nun auf herz oder Verstand zu hören sei, ob man das Richtige tut, obwohl man nicht weiß, ob es das Richtige ist, weil man es vorher eh nicht wissen kann.

    Es ist nicht die Frage nach dem Sinn, nein, das Leben an sich, Glück finden, Liebe, all das "geistliche", seelische ist nicht das Problem. Vielmehr die Aufgabe für die Gesellschaft, in der wir integriert sind und einen Platz finden müssen, dabei aber eine Waage finden zwischen Nutzen und Eigennutzen, Eigennutzen im Sinne von Glück, innerem Glück oder Zufriedenheit, aber nicht diese abgetane Zufriedenheit, sondern eine Wirklich.

    Angst ist ein Gefühl von vielen, die der Mensch hat, mit der er leben kan, sie verdrängen, die ihn leiten oder gar bestimmen kann, so er es zuläßt. Woher zur Hölle weiß man, was man richtig macht? Woher weiß man, daß man in 40 Jahren nicht wieder da steht, wo man vor diesen 40 Jahren stand, genau vor der gleichen Frage nämlich? Was ist, wenn man 40 Jahre lang rennt und macht und ackert, immer 2 Schritte vor und einen zurück. Kommt man so jemals an sein Ziel? Geschwiege denn, man kennt das Ziel!

    Wer ein Ziel hat kann und, ich glaube, muß auf dieses Ziel hinarbeiten, sonst wird man es nie erreichen, aber was ist wenn man kurz vor der Ziellinie feststellt, das man dort doch garnicht hin wollte, was ist, wenn man unterwegs etwas entdeckt, was viel interessanter ist als das gesetzte Ziel???

    Wie ist das mit dem Bereuen? Finger hoch! Wer hat einen Schritt oder einen, den er nicht gemacht hat, später in seinem Leben bereut?

    ff.

  12. #137
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    "Der Weg ist das Ziel ..."

    Lao-Tse

    "Wei wu wei." (Handle ohne zu handeln)

    Konfuzius

  13. #138
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das ist zu einfach...

  14. #139
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    Wenn man all die tollen Sprüch von Sokrates über Plato, Konfuzius usw. usw. im Einzelnen betrachtet schon. Aber versuch mal nach Narziß und Goldmund zu leben, den Alchemisten und Siddharta inbegriffe, während du nicht gegen Knigge verstößt. Ich sag dir das waren alles Illuminaten, die sich auf ein philosophisch autokratisches Sklavenwerk eingeschworen haben.

  15. #140
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    raus hier mit den illuminaten, hier ist eine ganz andere welt als die da draußen, also wenn ihr mitspielen wollt, kommt gefälligst zur tür rein...
    und dank euch beiden...

  16. #141
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    ... ist es eben nicht und genau da liegt der okzidentale Hund begraben. Wir alle hier sollten verstärkt lernen, dass die althergebrachte Weise sich Wegetappen zu stecken, die einem einen vermeintlichen Ziel näher bringen, eine fadenscheinige Inganghaltung unserer Leistungsmotivation darstellt. Immer wenn man dem Horizont entgegen rennt, stellt man fest, dass man ihn doch nie erreichen kann. Das daoistische "Wei wu wei" sagt eben gerade nicht aus, nichts zu tun, sondern das, was zu tun ist, einfach zu tun, unabhängig von sich gern eingeredeten Beschränkungen geistiger oder physischer Natur und die Dinge, die unbeeinflusst von einem ablaufen, einfach geschehen zu lassen. Kennst Du die alte chinesische Parabel "Yü Gung versetzt Berge"? Yü Gung heisst soviel wie alberner/närrischer Greis.
    Den Weg, der von seiner Haustür nach Süden führte, versperrten zwei große Berge: der Taihang und der Wangwu. Yü Gung fasste den Entschluss, zusammen mit seinen Söhnen diese Berge mit Hacken abzutragen. Ein anderer Greis namens Dschi Sou (weiser alter Mann) lachte, als er sie sah, und meinte: "Ihr treibt aber wirklich Unfug, ihr paar Leute könnt doch unmöglich zwei solche riesigen Berge abtragen!" Yü Gung antwortete ihm: "Sterbe ich, bleiben meine Kinder; sterben die Kinder, bleiben die Enkelkinder, und so werden sich die Generationen in einer endlosen Reihe ablösen. Diese Berge sind zwar hoch, aber sie können nicht mehr höher werden; um das, was wir abtragen, werden sie niedriger. Warum sollten wir sie da nicht abtragen können?" Nachdem Yü Gung die falsche Auffassung Dschi Sous widerlegt hatte, machte er sich, ohne auch nur im geringsten zu schwanken, daran, Tag für Tag die Berge abzutragen. Das rührte den Himmelskaiser und er schickte zwei seiner Götter auf die Erde, die beide Berge auf den Rücken davontrugen.

    Hier sehen wir wieder, dass Beharrlichkeit und Wissen eher "zum Ziel" f?hren, was immer das auch sein mag. Es ist jedoch kein wirkliches Ziel wirtschaftliche und/oder soziale Absicherung zu erstreben. Es kann nur ein Ziel sein, auf dem Weg "zum Ziel" die Landschaften rechts und links des Weges nicht zu ignorieren. Tut man dies doch, kehrt man in 40 Jahren wieder an den Punkt zurück, den man vor 40 Jahren eigentlich verlassen wollte. Du hast Dir die Antwort selbst gegeben. Jetzt gilt es, sie zu leben.

  17. #142
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    Das Fräulein stand noch immer leicht verdutzt und ein wenig verärgert vor den 2 Herren, die soeben, wie aus dem nichts im Haus erschienen waren. Der Eine hatte eien Flügelähnliche Konstruktion auf dem Rücken, schien jedoch, trotz seines zerzausten Äußeren, sehr wachsam und schlau zu sein. Und auch seine Worte zeugten von Wohlbedacht und Tiefe. Das Fräulein seufzte schwer.

    Dann sprach der andere, der sich durch dunkle Augenringe auszeichnete. Mit seinem dunklen Haar und der leichten Blässe wirkte er eher unauff?llig aber doch markant. Und seine Worte lie?en das traurige Fräulein nachdenklich werden. Sie konnte sich noch nicht recht vorstellen, wie sie all das umsetzen sollte, was der nette Her Augenring [Das Gift] so altklug von sich gab. Aber sie wußte, daß er recht hatte.

    "Ihr Herren, ihr ähnelt einander sehr, so habt ihr nicht nur Gemeinsamkeiten in eurem bisherigen Lebenswegen, ihr habt sogar ähnliche Gedanken und ich verstehe euch. Habt vielen Dank für eure Worte, ich muß sie noch ein wenig wirken lassen. Derweil setzt euch gern zu uns, ich nehme an Frau Sidonie, klingtgut, Kätzchen und Rabe werden nichts dagegen einzuwenden haben."

    Die beiden Gestalten setzen sich, das Fräulein besorgt Tee und Tabak, schaut nach dem Feuer und macht es sich dann mit den anderen gemütlich.

    .
    .
    .

  18. #143
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    Ikarus in die Runde blickend. Etwas verstört, dann aber beinahe heroische Haltung annehmend.
    "Gestattet, dass ich mich vorstelle, Ikarus - Götterbote zu ehren des höchsten Amtes."
    Der Begleiter räuspert sich vernehmlich, die Augen richten sich neugierig auf ihn. "Nun gut, wenn sie schon jedermann hier darauf aufmerksam machen müssen; ähem Götterbote seit dem Hermes gefeuert wurden ist. Und nur auf der Durchreise, sobald die Pläne des DaVinchi gefunden sind, wird Ikarus in neuer Pracht erstrahlen die güldenen Botenschuhe werden mein sein und..." Die Augen des Ikarus leuchten und funkeln in einem wahnsinnigen Stakkato, während in den höchsten Tönen sein Nirvana beschreibt. Der Begleiter schüttelt kaum vernehmlich den Kopf in jener Manier mit der man Dinge quittiert, die man gewohnheitsgemäß durchmacht.

  19. #144
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie "iwe vom blitz getroffen, erwacht aus ihrer steifigkeit":

    fräulein! gut, da? ihr noch da seid? was war denn dieses? eine vorapokalypse? das jüngste gericht?
    und gottseidank! dem kätzchen ist nichts passiert.. (nimmt das kätzchen auf den arm und schlendert mit dem schnurrenden tierlein zu klingtgut):

    hier, hast du feuer .. (bläst einen tiefen atemstoß in seine pfeife, daß der tabak aufglimmt)

    kommt schnell, fräulein, der spuk ist vorbei (lächelt, wirft einige scheite in den kamin und bläst hinein, daß die flammen nur so tanzen)

    hallo, rabe, komm nur (rabe sitzt am fensterbrett des geöffneten), wir haben unseren eigenen tod überlebt. mein gott - ein spiegel! schnell!

  20. #145
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    anatol:

    no was macht man denn, wenn man als frischling in ein theaterstück tritt, in dem keiner mehr mitspielt?
    man stelle Sich vor:

    langweilig ists mir oft
    ekel, aber schon so viel! vor der welt und ihren bakterien
    schlechte laune? mein zweiter vorname ist malhumeur!

    ah - die frau sidoonihje! huch - hab ich mich jetzt erschrocken!
    bemühens keinen spiegel, hutschachterl, heute sehns mitgenommen aus.

    darf ich sie ein wenig schminken?
    ist ja ganz verknittert, das stirnderl,
    und das goscherl hängt
    ja eigentlich hängt ja alles bei ihnen
    aber der anatol wirds schon richten. wissens, der geht da mal mit seinem hobel drüber.
    und die augerl, das sind ja geschlossene kometen mit solchenen schwänzen an den seitn dran! no daraus mach ich ihnen einen feurigen drachenblick!
    ich kann nämlich gut pupillaln auf die schlupflider aufmalen, die schaun ganz echt aus..

    he, du vogel, du schwarzer, laß mich in ruhe restaurieren an der antiquität!

    ah soo- du übernimmst das zupfen der lockerl! gutes totenvogerl!
    schaun mer mal...

    (machen sich an der sidonie zu schaffen...)

    sidonie:

    (stöhnt): ja, bin ich denn jetzt schon gestorben?
    ohne die vier letzten dinge?
    ist das jetzt die letzte Ölung?

    anatol:

    ohne die vier letzten dinge schon, aber mit allen sieben todsünden.
    nein, das ist jetzt die letzte verschönerung, kampftauberl. unser herrgott mags fein.
    jetzt haltens doch amal ruhig, krachtascherl, wie soll ich denn sonst die nasenflügalen stabilisiern...

    rabe:

    es spricht das mensch
    so lang es lebt
    sich immer nur
    in fragen aus
    krahkrah!?

  21. #146
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    das fräulein schüttelt sich nochmals die verwirrung aus dem kopfe, sortiert ihr haar und setzt sich zu sidonie an den tisch und schaut zu, wie sie von antatol geschminkt wird

    klinggut zieht zufrieden an seiner pfeife, rauch steigt auf, das kätzchen verschwindet in einer nische.

    fräulein: während wir hier nun beisammen sitzen, laßt uns doch über einige dinge nachdenken. oft stelle ich mir fragen, die ich nicht zu beantworten weiß und manchmal fange ich an zu grübeln und dann wieder vergess ich die frage im nächsten augenblick...

    was ist das wichtigste im leben?

    ...fragt das fräulein mit leiser stimme in den raum und senkt bescheiden den kopf, um niemanden in zugzwang zu bringen und die gedanken schweifen zu lassen...

  22. #147
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    sidonie:g..
    anatol: haltens still!
    sidonie: ge...ge...
    anatol: wie soll man denn da aus ihren lipperl etwas zaubern, wenns dauernd plappern? und wissens schon, neben dem schönen fräulein könnens doch nicht so ramponiert hier herumsitzen, ohne daß man schnell eingreifen tut!also schön mit der ruhe, sidoonjerin!

    sidonie (schubst seine hand zur seite und rappelt sich wieder zu voller sitzgröße): jetzt hören sie doch auf, sie.., sie... frisör!
    ich wollte dem fräulein nur antworten, denn wie jeder im haus weiß,kann ich keine einzige frage unbeantwortet liegen lassen, also wollte ich kurz einfügen: gesundheit ist das wichtigste. (sidonie schaut grauenvoll aus, so halb geschminkt und halb nicht, selbst der rabe schüttelt sein gefieder)
    so, jetzt dürfens ihr werk zu ende bringen... (versinkt wieder in ihrem sessel, hält brav den mund offen wie beim zahnarzt und läßt den anatol irgendein conditionerlifting einspritzen)

    anatol: ach was, gesundheit! heute hat man schnupfen und morgen hat man aids, und übermorgen ist man schon tot. ich denk mir, das wichtigste im leben ist dasleben selbst, egal wie sichs anfühlt. aber unverzichtbar scheint mir doch die schönheit (poliert etwas über sidonies zähne)! selbst wenn man so vor sich hinmorbidet, dekadent im plüschsesserl hingegossen, malade und melancholisch - ich sag immer: das haar muß sitzen! die pose muß stimmen! die schuhe müssen geputzt sein! und der lichteinfall ist wichtig, also die schatten, die das bisserl leben, dasnoch in einem ist, gut zur geltung bringen.
    sehns, fräulein, so wie sie jetzt sitzen, so von natur aus schön und lebensprall, das kann man später nur mit großer konzentration und stiller vorbereitungnoch imitieren... wundervoll! anbetungswürdig!
    mein gott, und hier die fregatte, ja wer hat denn so was geschaffen!

    sidonie: sie, beleidigens meine eltern nicht! auauauauau...
    anatol: ja, jetzt bin ich mit dem spritzerl abgerutschtvon ihrem trockengebiet... rabe! komm mach mir mal das messerbrückchen! ja, so ists gut, sehr schön! ich glaub, ich bin fertig mit ihnen! jetzt schauns mir in die augen, kunstweiberl, da könnens in meinen pupillen das doppelte sidonerl glänzen sehn!

    sidonie (schaut angestrengt in die pupillen, ganz nah, mit angehaltenem atem): also...sind sie sich ihnen sicher?...ich sehe doch genauso aus wie vorher?

    anatol: meine herren, a brille braucht sie auch noch... naja, der herrgott hat das gut eingerichtet, daß man die schwindende schönheit mit schwindendem sehvermögen selbst nicht schwinden sieht...
    jaja, gnädigste, mögen sie sich immer nurin unseren freundlichen gesichtern sehen!

    rabe, klingtgut, anatol selbst, die fernen schatten von ritter, flügelmann und augenring verziehen das gesicht, das kätzchen kommt aus der nische, springt auf den tisch und betrachtet sidonie ganz nah im ganzen gesicht, tippst mal mit der linken, dann der rechten pfotedarin herum und hüpft dann dem fräulein in den schoß, wo es wohlig anfängt zu schnurren. das fräulein guckt nachdenklich und ernst...

  23. #148
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    julia (haucht durch die tür herein und sinkt auf die chaiselongue, wo sie sich die stirn mit einem mitgebrachten, angefeuchtetem tüchlein kühlt):

    ich bin ihnen allen entkommen...

    ach, daß die liebe, deren augen blind,
    um an ihr ziel zu kommen,
    immer wieder wege find't!

  24. #149
    Kurzvormabschussiger
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    anatol:

    fräulein julia!

    daß meine augen so etwas schönes noch einmal sehen dürfen!

    in diesen stillen hallen
    muß schönheit widerschallen
    und vornehm muß die welt zugrundegehn!

    sidonie:

    da hab ich etwas übersehn!
    für die armen und entrechteten auf der welt ists zu spät für schönheit, Sie dekadent!
    kampf dem proletariat!
    geld dem prekariat!
    mir ein notariat!

    anatol:

    waswollen denn Sie mit einem notariat, dewwinskaja?


    sidonie:

    na, da könntie ch notieren, wie der kampf voranschreitet!
    ich hab da so eine vision...
    (träumerisch):

    also, wir sein in einem internetforum.
    sieben sockenpuppen treten auf.

    es ist ein stilleres forum, eigentlich spielen nur zwei hände, aber der zweiten fehlen drei finger.


    anatol (macht sichs in einem der ohrensessel gemütlich und entzündet eine weiße lange damenpfeife. sidonie hustet etwas vorwurfsvoll, steckt sich dann aber ihre zigarettenspitze an. die übrigen harren regungslos).


    sidonie:
    vorhang auf!

  25. #150
    Kurzvormabschussiger
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    AW: langeweile, ekel, schlechte laune

    kls:
    Schnarcht uns dieses Forum weg?

    Ja, das ist eine Frage, die ich mir seit längerem stelle. Irgendwie sind wir anscheinend doch nur noch eine kleine, inzestuöse Gruppe der Ewigtreuen von 5 - 10 Stammschreibern, die allerdings tagelang keine nennenswerteren Beiträge hinpappen. Da werden Eingangstexte wie: 'Mein Istanbul' gekürt, ein Text, den kls innerhalb von 30 Min. hinschrieb. Was ist hier los? Soll ich mich auch schon mal anderweitig umgucken, neu orientieren? Hier hängt doch mein Herz. Hier schreibe ich, in keinem anderen Forum. Hier habe ich mich mit Robert gefetzt, bis zum 'Geht nicht mehr', bis wir eine gegenseitige, widerwillige Achtung vor einander hinnahmen. Ich will diesem Wegdämmern nicht länger zugucken. Ich will Texte lesen, die mich vom Hocker reißen. Ich will hier etwas mehr Leben...

    Was ist los?

    Schnucki:
    Welcher Art Texte reißen Dich denn so vom Hocker?

    kls:
    ..der jedenfalls nicht...

    Schnucki:
    Harrrharrrrrrrrrrrrrr
    Das war eine ernstgemeinte Frage, min Herre!

    kls:
    Was sind gute Texte.

    Gute Texte beklatscht man nicht aus Verlegenheit, sondern weil sie uns mitreißen. Gute Texte lassen uns unsere Identität in Frage stellen, rütteln uns auf, aus lieb gewonnen, bequemen Denkroutinen. Gute Texte werfen uns zurück auf den Kern, meinetwegen auch auf die Schale, jedenfalls sind gute Texte selbstreflektiv, selbststehend, selbstselbig. Man liest sie und fühlt sich wie frisch geduscht, oder in eine Suhle geworfen, bestimmt aber etwas anders als vorher.

    Mine Maid (ich hoffe jedenfalls, dass sich hinter diesem Pseudonym 'Schnucki' eine Frau verbirgt und kein schwuler Frisör), woher soll ich von davon wissen? Ich bin nur etwas traurig, weil dieses Forum so langsam aber sicher wegdämmert und das hat es nicht verdient. Diese Arbeit, dieses Geld, die Zeit, die Leichen (Kyra, Hannemann etc.), alles was hier hineingesteckt wurde, das soll wirklich für die Katz gewesen sein? Zähle doch mal nach. Wer ist denn noch aktiv? Hier haben schon mal über 300 Leute gleichzeitig mitgelesen. Heute sind es in Höchstfall 20. Und davon sind 6 Pornomaschinen, die ihren Müll in 'Lyrik' abladen wollen.

    Ich kann es nicht besser formulieren, ich bin Poet und kein Analytiker. Ich habe keine Literaturwissenschaften, Germanistik oder ähnliches studiert. Ich bin hier nur schon seit 7 Jahre dabei und nirgendwo anders.

    So, in der Hoffnung, Dir mit diesen Angaben bei einer Meinungsfindung behilflich gewesen zu sein, verbleibe ich bis zur Ausnüchterung



    susanna:
    du könntest dich hier umgucken, karlchen. der wolkenstein ist keine eintagsfliege, sondern archäologisches gelände
    es ruhen in den weiten des archivs unendlich viele gute texte, die kaum beachtung fanden, weil aerolith nicht alles allein machen kann.

    im übrigen besteht hier offenbar auch von den mitgliedern wenig interesse an austausch. bei einem neuen text melden sich ein, zwei leute, wenns hochkommt, der autor meist nicht mehr, etwas lebendiger wirds noch beim reinen chat und der anmache.
    mir persönlich gehts auf die nerven, für meinen fleiß hier gelobt zu werden oder wenn anmerkungen nicht mehr weiter diskutiert werden. ich habe deshalb mein eingehen auf jeden neuen text sehr eingeschränkt, brauche auch auf keine anmerkungen zu meinen texten zu antworten, die außer mich selbst keinen vom stuhl reißen und deshalb so gut wie nicht vorhanden sind
    die wenigsten wolkensteiner machen bei den abstimmungen mit oder bei sonstigen gemeinschaftsprojekten, das gilt scheints als uncool. da kann man nichts machen. ist zeitgeist, sich ja für nichts zu begeistern. nimm nur den crane: englisch kann fast jeder, aber mittun tut auch keiner...

    ich kann auch gerne persönlicher werden - dann gibts vermutlich streit. aber nichtmal da bin ich mir sicher

    machen wir halt, was wir immer machen: weiter! die anderen können wir nicht zwingen. immerhin sind wir zu einer lesegrube geworden - vielleicht ist das wertvoller als eine gruppe von täglichschreibern zu sein, die nicht gelesen werden.

    kls:
    Sei mal konkret. Weniger nebulös. Persönlich! Hochdeutsch. Nun ist es auch egal geworden, ob Du und ich uns in die Flicken kriegen. Hier riecht etwas modderich. Stinkt sozusagen.

    susanna:
    um gute oder schlechte texte gehts hier gar überhaupt nicht!

    es geht ums mittun, das hat weite angriffsflächen auch bei schlechten texten...

    und es ist keine einzelerscheinung. wir sind sehr viel weniger vom forensterben betroffen als andere. fast wir alle haben das jetzt zehn jahre gemacht. man merkt, wie zeitintensiv forentätigkeit ist. manche wollen unbedingt veröffentlicht werden und keine netzhäppchen mehr schreiben. manche kündigen großartig texte an, es folgen aber keine. den meisten aber ist zu wenig reaktion - sie shoppen möglichst viele foren, um nur für die eigenen texte abzusahnen. ich schreibe grundsätzlich auch nur hier. sadis hat mir die möglichkeit eines gesamtarchivs angeboten (ich bin jetzt in dem alter, in dem mich das freut, alles verstreute zusammenzusammeln und einen gesamteindruck zu bekommen)
    in matthis forum geriet ich aus loyalität nach bestimmten auseinandersetzungen.schließlich sind in den zehn jahren auch freundschaften entstanden. aber ich liebe den wolkenstein wie du. da kommt kein anderesforum mit. das sind vielleicht zeitweilige erscheinungen, aber das wesen liegt hier

    kls:
    Blah, Bier trink, Blah. Blah-blah. Mir ist, als ob ich mein Erstgeborenes beerdige. Vielleicht hat Suz Recht, das kann ich in der Beschränktheit meines besoffenen Bewustseins nicht mehr beurteilen, aber ich weiß auch, dass ich nicht Unrecht habe.

    Ich will hier wieder Texte lesen, die mich neidisch machen, nicht so ausgegurkte Scheiße, wie in den letzten Wochen. Gute Nacht!

    susanna:
    wir zwei getreuen urgesteine kriegen uns doch nicht in die wolle, wir ziehen hier am selben strang
    robert schuftet wie ein pferd und leistet textarbeit, wo er kann.
    wenn dann aber nichtmal was zurückkommt, vergeht ihm vermutlich auch die lust.
    paulchen schreibt und sagt kurz was zu denen, die er schon lange kennt.
    paula hat seltenheitswert.
    schreibe ich etwas zu sandra, wirds sofort gelöscht. sie mags auch glaube ich nicht, wenn ich das tu.
    schnobs schreibt noch, seltener, aber auch ohne auseinandersetzung mit fremden.
    lester kommt nur noch so, keine ahnung, vielleicht fürpns.
    niels machte sich so eine arbeit mit der zusammenstellung im crane und keiner hat ihm geantwortet.
    michael hat die unverfrorenheit, hier nie mitzumachen, aber dann unterstützung zu wollen. ja wieso denn?
    xray belebt durch chat. pjesma kümmert sich um andere wenig. um fremde kümmert sich robert, aber sonst fast niemand.
    viele mitglieder schreiben nichts. viele nichtmehrmitglieder finden den weg nicht zurück. manchem troll ists zu langweilig.

    trotzdem stinkts hier nicht. es sind normale erscheinungen wie der wechsel der jahreszeiten. im persönlichen leben der mitglieder mags ja auch stürmen oder schnein - das wissen wir nicht.

    susanna:
    karlchen, manchmal bist du wie ein trotziges kleinkind: ich will die welt anders haben, als sie ist!

    kriegst du aber nicht. du kannst nur selber weiter texte schreiben.
    ich tus auch

    Paul:
    ach, bevor dieses forum hier wegschnarcht... - es dümpelt zuweilen, oder eher glüht, es glüht manchmal nur vor sich hin und glostet, bis dann wieder ein frischer wind, ein luftzug und zack, schon brennt das feuer wieder. aus geht es nie.
    ein harter kern bleibt und hat bestand und ist nun familie. der rest sind gäste. ein kommen und gehen. manchmal gibt es familienzuwachs - aber das dauert wie man weiß, mind. 9 monate. oder so... und im vorfeld gibt es den akt, das ist oft mit heftigen aufs und abs verbunden (und gängen zu spielplätzen...), aber irgendwann fruchtet das schon...- oder eben nicht. dann war's ein gast.
    ich für meinen teil stehe so im leben, dass mir die weitläufigen erörterungen und diskussionen zu sehr - hm - zeitraubend sind. ich sitz einfach nicht gerne studenlang am pc! ich muß ja stundenlang auf wiesen liegen, mit dem schmetterlingsnetz wolken jagen, flanieren, schiffe entern, urklängen lauschen, musenzaubern erliegen, schwäne füttern etc...deswegen halte ich mich z.bsp. aus politischen themen komplett raus. oder sonstigen ausschweifenden themen. auch crane - ich versuche eben prioritäten zu setzen. da steht ganz oben die lyrik. die zeitgenösische. die hier so auftaucht. und da schreib ich nicht nur zu denen kommentare, die ich kenne, sondern zu denen, die mich wallend machen...immerhin(!) einmal im monat acker ich die poesie durch und wähle oft genug zaungäste, wenn sie denn mich schwingend machendes schrieben. ausufernde kommentare dauern mich schon wieder. ich werde mich mühen.
    lange prosa-texte lese ich auch nicht gerne am pc. es gibt ja glücklicherweise noch bücher...wobei zur wahl schaue ich auch die prosa durch. überfliege zumindest.
    fremd gehen tu ich in dem sinne nur, dass ich zuweilen einen text, den ich hier veröffentlichte, auch in der leselupe oder im text-fuer-textforum veröffentliche. letztendlich nur, um präsenz zu zeigen bei der leselupe (da schreib ich keine kommentare) und beim text-fuer-text-forum, weil ich da auch ein paar schreiberlinge kenne (auch persönlich) und schätze.
    wie dem auch sei, ich bleibe hier bis zum bitteren ende. egal. ich bin ein mann, ich kann nur eine sache auf einmal, die aber richtig. ich brauche keine 1000 von lesern oder was, das verwirrt mich. ein kreis er-leserner ist mir lieber. das steigert die qualität des dialogs. ich konzentriere mich.
    hier kann ich vertrauen. auch wenns mal scheppert.
    zum einen.

    zum anderen ist da robert.
    und seine idee.
    sein idee-al.
    sollte es das forum nicht mehr geben, schicke ich ihm meine texte mit der post.
    oder bring sie persönlich in die sternstraße.

    so, kinners, runter vom sofa,
    nicht zaudern, sondern machen!
    weitermachen.


    Unregistriert:
    mich lässt du in zukunft bitte aus dem spiel aus, susanna.

    ich kommentiere jetzt hier nochmal nicht um nachzutreten, ist nicht meine art.ich bedanke mich für die gute zeiten, ich nahm die schlechten auch mit, und nun ist es gut.
    es stinkt mir aber dass man mich zu karakterisieren versucht ohne mich zu kennen. "pjesma kümmert sich um andere wenig" ist anmasende bemerkung. wie auch die andeutungen ich wäre hinterlistig, manipulativ, darüber hinaus bis zu ungebeteten erzieherischen ratschlägen...und eben jetzt auch oben egoismus. einer der grunde das der forum für mich am charme verlohren hat war diese omnipresenz deiner meinungsmache,meinugsmachversuche, susanna. da fehlte mir dieser feiner abstand den ich hier jahrelang genossen hatte und der mir erlaubt hat das langsames antasten an die anderen, in dem man mich nicht als person zu analisieren versuchte und mir nicht versuchte eine etikette anzukleben um mein anderssein zu begreifen und mit eigenem anderssein anzugleichen und vergleichen und mich in eine schublade zu sperren.
    und natürlich, fehlt der robert. das ist nur der netz, und wir, in gutem fall, haben alle viel zu tun auch außerhalb. aber seine hb-menschen- reaktionen erfreuten die lange zeit, und oft auch die fundierte kommetare zu beiträgen. es sah nicht immer so dass er die sachen abackert weil sich es gehört, es sah aus: es machte ihm freude. davon ist wenig geblieben. warum das so ist, kann ich gar nicht kommentieren, kenne den mensch nicht und seine situationen. ich kenn nur den forenrobert, und der besucht die fore selten, wohl anderswertig beschäftigt, was nicht zu verübeln sein darf. es ist bloß bemerkbar.

    verübeln kann man aber, und das hatte ich, wie dem robert so auch dir, sonstimmerkommentarbereitdennochindemfallseltsamsc hweigsame susanna, nicht reagieren oder verharmlosrektion auf die verse "fremde kinder sind unser untergang". pfuiteufel, und weg.

    und ein hoch auf paul, xray und ...kls ist eine geschichte für sich

    und karlchen, wenn es tröstet, es scheint ein trend zu sein diese forenabsterben. nicht nachweinen. vielleicht gibt es ein rückkehr zu guten alten briefen? wer weiß. man stelle sich vor einen celan der vor der glotze sitzt und auf die reaktionen wartet...einen komentator der dann schreibt: "nuuuuu, ich seh das nicht so wie sie, sehr geehrter herr celan...außerdem haben s' deminutiv falsch angewendet...und es ist allesinallem alles nicht so stimmig und ausgegoren..." für wem schriebe er dann eigentlich, und vor allem : AUS WEM?
    natürlich sind wir nicht celan. werden wir aber auch nie in die nähe der nähe kommen, würden wir so an foren hängen. leben geht weiter, und entwicklung auch, auch wenn mancher nicht daran glauben mag.
    pjesma

    susanna:
    wir sind hier fast alle zehn jahre dabei. die euphorie, welt-oder zumindest deutschsprachigweit zeitgenössische mitdichter zu finden und mit ihnen kommunizieren zu können, war zu beginn gigantisch.
    dann kamen die schreibertypischen kriege, die trollerfahrungen - alles hatte noch irgendwie eine neue facette.
    mittlerweilekann uns nichts überraschen - jeder punkt ist schon zigmal durchgekaut worden.
    bei den nachkommenden schreibern ist leider erst recht kein neuer ton vorhanden, sondern seltsames retro. zugleich wecken uralte dada oder purismo experimente einen aus völliger unkenntnis vergangener perioden geborenen widerwillen.
    viele veröffentlichen mit scheinzufriedenheit bods und blogs. dem ego tut es doch besser, sich nicht mit anderen meinungen auseinandersetzenzu müssen.

    auf der anderen seite hat sich über die jahre des bestehens von internetforen ein eigener vorurteilskanon ihnen gegenüber gebildet:

    netzliteratur sei minderwertig
    gute autoren schrieben dort niemals, sondern stille bis zur buchveröffentlichung
    verlage nähmen im netz vorveröffentlichtes nicht an
    netzveröffentlichungen würden nur geklaut
    einstellen von texten und posten von kritiken dienten nur der selbstdarstellung, seien also ibähä
    schweigen sei die wahre kultur-

    ja, das wäre dann der todesstoß.

    tatsächlich wird im netz fast nix geklaut, die ernsthaften auseinandersetzungen bringen viele neue schreibanregungen und impulse, man lernt eine kritikresistenz, die man nur empfehlen kann für sämtliche lebenssituationen, man wird von mehr menschen gelesen, als die maximal pro jahr verkauften 400 exemplare eines gedichtbandes, man hat wertvolles feedback und man hat durchs netz eine sensationelle chance, in der gruppe zu arbeiten: fortsetzungsgedichte, kollektivromane, hyperlinktexte, theaterstücke. leider sehen die schreiberegos diese wirklich neuen ansätze nicht. das selbstbild braucht den geschundenen einzelpoeten, mehr oder weniger autistisch, sich für die menschheit aufopfernd. manche sehen es aber auch sachlicher: wir nennen es arbeit.

    ich finde das netz großartig! ich will gar nicht mehr veröffentlichen - wozu denn die buchform? was bleiben wird, wird bleiben. hauptsache, die gedanken finden hinaus in die welt! je mehr geklaut würde, umso besser ich kann mich auch nicht um alle meine plagiatoren kümmern, aber mich freuts, wenn die saat aufgeht! ich persönlich glaube, man muß vom copyright weg. dieses egotum stimmt erstens nicht, wir sind alle erben, zweitens behindert es größere aufgaben und drittens führt's zu diesen sinnlosen schutzkreisen, die jeder um seine häufchen zieht. sie werden davon nicht besser, es fehlt ihnen die auseinandersetzung und die reibung, die sich in foren wenigstens im ansatz ergibt.

    susanna:
    bravo, pauli!
    tja, pjesma...
    dafür hast du jetzt einen text geschrieben, der karlchen sicher begeistern wird...warum geht das denn nicht ohne provokation, hm?
    jaja, daß ich hier am forensterben schuld bin, dachte ich ja auch schon mal. habe aber herausgefunden, daß das hybris ist: wenn ich nix schreibe, schreiben trotzdem nicht mehr leute, siehst du ja
    ich konnte nie dich analysieren pjesma, nur die ansichten, die du hier zu gute gabst. ich habe die nicht geschrieben. meinungsmache geht nur, wenn sich keine gegenmeinungen artikulieren. da setze ich aber unter schreibern voraus, daß sie dazu in derlage sind, meine meinungen zu zerfetzen. da hätte auch ich den gewinn, mir neue zu bilden
    irgendwie gibt es keine kultur des ringens um verschiedene meinungen. dabei macht doch grade das spaß. wenn man natürlich immer nur meine stehen läßt und in den keller geht, um sich dort zu ärgern über mich blödmann, dann wird das nix...
    vielleicht sollten wir mal ne umfrage machen, aber bitte namentlich, wer mich weghaben will. ich weiß schon, daß robert hier seine liebe not hat, mich gegen die "die oder ich!" menschen zu halten. aber ich hab mich nun mal dem wolkenstein angeschworen. den schwur brecheich von mir aus nicht, da müßt ihr mich rauswerfen oder tot hinaustragen.
    der forenrobert ist nicht lustlos, sondernhat viel anderes um die ohren.

    also, fazit des gejammers: wer schreibt, der bleibt!

    schnobs:
    also was susanne anbelangt, sehe ich das so: wo viel schatten ist, ist meist auch nur wenig licht, aber immerhin. wir wollen ihr die unerschrockenheit zugute halten, mit der sie ihre falschen weisheiten von sich gibt, ihre berüchtigten ferndiagnosen stellt und mit der sie uns versucht, die welt zu erklären.

    mir ist es komplett powidel, ob sie bleibt oder geht, solange mir sie meine threads nicht versaut. ihren senf kann sie gerne in anderen threads abliefern. was ich von ihr halte, weiß sie. ich möchte auch nicht mit ihr um meinungen ringen. da suche ich mir die leute schon lieber selber aus. ich bin ja nicht der feind meiner eigenen zeit!

    es entspricht übrigens nicht meiner wahrnehmung, pjesma, dass du nicht zu fremden texten schreibst. das tust du wohl.

    meine beobachtung ist die, dass eben auch nicht alle mögen, dass jeder etwas zu deren texten schreibt. ich schreibe zuim beispiel nicht mehr zu patinas texten, obwohl es da doch immer etwas zu loben, aber auch zu mäkeln gäbe. auch bei ihrem neuen text, bei welchem man auch susanne wieder eine hausaufgabe geben könnte, warum der text genau gar nichts mit cruisen zu tun hat. paulchen mag es nicht, wenn seinem rehlein die dämmerung vom himmel gezogen wird. und karlchen argwohnt und unterstellt wieder gerne, dass man ihn aufbauen möchte.

    letztendlich ist das wolkenstein ein ziemlich zerstrittener haufen. soll schlimmeres passieren. ich schreibe aber trotzdem gerne hier, weil ich die eine oder andere verständige seele hier weiß.

    mir ist jedenfalls ein schnarchendes forum lieber als schwitzende meinungsringerInnen.

    und dann poste ich hier auch aus datensicherungsgründen. habe vorgestern erfahren, dass sämtliche daten von meinem früheren forum unwiderruflich den bach runter sind. ich depp habe nie sicherungskopien angelegt. der amerikanische schweinehoster hat sich für den crash nicht einmal entschuldigt. der nächste hoster ist ein russe. soviel ist sicher.

    und: wer lebensschwüre abgibt, hält sie entweder nicht oder ist ein freund seiner eigenen unfreiheit. komplett uninteressant.

    kls:
    Jaaah! Streitet Euch nicht, sondern kloppt Euch! Ich will Blut sehen!

    Ich glaube, diesen Monat werde ich alle Punkte an diesen Thread vergeben. Alles was alle allen schon immer mal sagen wollten.

    übr. Schnobbi, Karlchen kokketiert doch hauptsächlich aus Verlegenheit wenn er gelobt wird, getreu seinem Motto: Tiefstapler können sich in den Augen der anderen nur verbessern, Hochstapler bloß verschlechtern

    Mal sehen, was Robert zu erzählen hat, wenn hier jeder seinen Dampf abgelassen hat.

    Ich persönlich liebe Euch alle. Suz., Pj., Pat., Schnobbs, Paul, Robert, Xray... Uns allen ist die Liebe zum geschriebenen Wort gemeinsam, das sollte uns doch zu einer großen, glücklichen Familie machen...



    Ein Tiger im Dschungelllll:
    das ist doch hier ein ganz besonderer, weil, eigener haufen.
    wer was sagen will, sagt was. wer nix will.
    sagt nix. dann. und wann.
    wozu der stress?
    sicher, mal gibts öde stecken unter der sonne.
    aber eigentlich kann man sich verlassen.
    auf dies und das. und lächeln.
    wo kann man das schon?
    karlchen, geht schon vorüber, das Magenknurren.
    wie wärs mit bisschen Socken stricken?
    hä,hi. glucks.

    und: hier sind alle Kinder willkommen.
    egal ob schwarz, grün, blau, rot, gelbgestreift.
    pjesma, smile, sag ich jetzt einfach mal so.
    wölki muss man manchmal an die Hand nehmen.
    und. mit halbblinden werden wir schon fertig.
    ha. wär doch gelacht!

    Susanna steckt noch in den Kinderschuhen.
    Und sonst? Ha! Es gibt doch auch noch Pauli + Schnobsi.
    Und all die anderen halben Brötchen.
    Und: Paula!
    Und: mich!


    kls:
    Gerade nachgezählt. Man kann die Suchmaschinen nämlich daran erkennen, dass sie Fehlermeldungen verursachen, wenn sie die graphische Sicherheitsprüfung zu umgehen versuchen. 7 Stck...

    Tigerli:
    Upps! da hat sich doch der Karlemann dazwischen gedrängelt.
    Und mich liebste nicht?!
    tsss...

    Tigerrrrrrrrrr:
    schon wieder, der karlemann...

    kls:
    Doch. Dich liebe ich auch. Du warst der zweite von den drei Punkten. (Suz., Pj., Pat., Schnobbs, Paul, Robert, Xray...) Natürlich habe ich nicht alle aufgezählt.

    Taiga:
    naguuut... ich mach mich ja auch schon mal ganz gern klein...
    unsichtbar... streiche um die Beine... schnurre...
    aber... Vorsicht!... ich kann auch anders...

    hihih...

    kls:
    Mich vorsichtig dem Kätzchen nähernd, Blechbüchsen und eine Schnur auf dem Rücken versteckt haltend. Komm Miezi, komm...

    schnobs:
    nö tigerchen, so geht es aber wirklich nicht!

    die schlacht hat kaum begonnen und du rufst schon den weihnachtsfrieden aus! dafür ist es eindeutig zu früh!

    wiewohl ich der festen überzeugung bin, dass susanne eine falsche, ungebildete, wichtigtuerische schlampe ist, sollte es das gebot der fairness gebieten die meinungsringerin der nation noch einmal auf die matte zu lassen. für mich ist das der wichtigste ethische satz in diesem jahrtausend!

    auch sollte man ihrem wunsch nach widerrede nach- und auch die anderen zu wort kommen lassen.

    und nun zu dir karlchen: koketterien haben ab sofort hier lokalverbot. sie werden ohne gnade verfolgt geköpft und gevierteilt. so siehst nämlich aus! wäre ja noch schöner!

    aerolith:
    was soll das gejammer, ihr jammerseelen? am teutschesten ist pjesma, die hier treublöd alles niedermacht und aus ihrem jammern nicht mal ne poetische kraft schöpfen kann, obwohl sie viel schrieb. und, verwehrteste, ist das jetzt dein zwölfter oder dreizehnter abschied?

    ich schreibe zur zeit nicht sehr viel und mache auch wenig textarbeit. das hat seinen grund darin, da? ich mit arbeit überlastet bin: ENDLICH, nach zehen jahren kann ich endlich in ein datenbankformat meine geliebten und in jahrelanger kleinarbeit zusammengetragenen daten einfügen. wer die freude eines vaters an einem langerwarteten kind kennenlernte, der wird mich verstehen. nebst schreibe ich so viel wie nie, einmal an meinem kursbuch geschichte und zwotens im fcm-forum, denn ich habe dort eine mission zu erfüllen: ein akzeptables spielsystem soll meinen lieblingsfußballverein in die erfolgsspur bringen. und es wird dort langsam.
    und schließlich, ihr triefnasen: der WOLKENSTEIN ist das inzwischen älteste deutsche literaturforum, seit jahren totgesagt und dennoch immer wieder mit neuen zugriffsrekorden. die zahl der schreibenden bleibt in etwa konstant, die der neuanmeldungen übersichtlich. ich habe inzwischen über dreihundert leute rausgeschmissen. darauf einen dujardin!
    es wird hier auch wieder mehr textarbeit gemacht und mehr publiziert. für dieses jahr plane ich noch sechs publikationen, die erste wird in den herbstferien in angriff genommen: crane. dann haben wir die erste deutsche gesamtausgabe der lyrik. ist das was?
    seit jahren warte ich auf karlchen einwegliteraturwurf. kömmt nicht. pappnase. warte ich eben. pjesma versprach mir schon vor jahren ein paar texte zur publikation. wo sind sie? jetzt kömmt sie mit nem dämlichen xenophobiepubertätselaborat eines siebzehnjährigen und macht ihre weitere mitarbeit von der verteufelung dieses zugegebenerma?en schlechten (aber nicht faschistoiden) textes abhängig. was ist das denn for eene? wenn ich jeden xenophobiker verteufelte, dürfte ich keinen griechischen klassiker, keinen shakespeare und keinen dostojewski lesen. also bekommt euch mal ein.
    und was susanna betrifft: sie ist dominant. na und? das bin ich auch. dann muß man eben gegenhalten und nicht rumjammern, wenn einem das nicht paßt.

    anatol:

    donnergranatapfelkielwasser nochmal!
    und das habt ihr alles in einer vision gesehen, vierkanthölzchen?

    sidonie:

    nein, tuntchen. das habe ich dem leben abgelauscht.

    anatol:

    hihi, handtaschenweitwurfbeste! wo kommt ihr bloß im leben so rum...

    sidonie:

    man muß nehmen, was kommt.
    später dann, in so einer stillen stunde wie jetzt mit Ihnen, herr anatol, da vertreibts doch ganz gut die zeit.

    julia:

    das erinnerte mich eben so sehr an zu hause. mein land, wo die zitronen blühen...
    ach - wo mein herz ist, dort will ich sein...

    anatol:

    ach, mein herrliches kind! diese verfeindeten familien waren schon immer die würze aller auseinandersetzung. und bei so manchen freunden braucht man um einen feind nicht bange sein.

    das finstere digitale zeitalter liegt zum glück auch schon wieder so weit zurück. in der neuen archaik tut man sich doch gut, nach der dritten abschaffung des kapitals und der aufwertung der piraterie. man unterhält sich im kleinen kreis, nichts wird gespeichert, alles abhörmaterial ist vernichtet. ja womit sollte man sich denn sonst vergnügen als mit der lüge? der tag bekommt viele viele tage, die eine liebe viele lieben, der eine feind viele feinde.
    seit man auch die schrift abgeschafft hat, was ja mit dem verschwinden des sinns unausweichbar wurde, lebt der mensch doch erst richtig gefangen und ohne andere erinnerungen als an die lügen des gestrigen tags.

    sidonie:

    ach - gestern! dieser große heulkübel, in den sich alle erbrechen!
    den schwanz einziehen, wenn es spannend wird.

    julia:

    ach - gestern! da lag ich noch unter dem quittenbaum und illud erzählte mir von seiner hochzeit in drei tagen... (weint ein bisschen)

    anatol:

    (fährt sich über die augen) ich liebe mädchentränen! die werde ich weinen, wenn wieder einmal ein schwuler friseur vorkommt, der mit mir zur christopher's street week führt oder ins nächste goa-jahr!...
    aber noch einmal zu ihrer vision - waren das echte menschen?

    sidonie:

    ja, das waren sie. man möchte es nicht glauben, nicht wahr? so dynastisch düster - eben opfer der schrift. ich habe damals mit unterschrieben, als die scheinumfrage zur abschaffung der schrift auflag. nach eingehendem studium der krankheitsbilder konnte man sich der erkenntnis nicht länger verschließen, daß mensch und schrift einer dualen steuerung unterlagen. man hatte kurzfristig überlegt, den menschen abzuschaffen, um die schrift zu erhalten, auch wenn die texte allgemein sehr schlecht waren und die guten immer zensiert, aber auf lange sicht hing man dann doch den menschen an. passable lösung, würde ich das nennen.

    julia:

    die auflösung des paares, ach - ich will es nicht benennen...

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