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Thema: Pantheon

  1. #1
    Chefchen Avatar von aerolith
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    Pantheon

    Das ist der Ordner, in dem Probleme in bezug auf den griechischen Götterhimmel diskutiert werden sollen. Für nicht griechische Mythologeme werden Ordner folgen.

    1. NIKE

    Soll Hederich (dem folgten Goethe und Schiller in ihrer Auffassung des Pantheons) beispielsweise nach nur ein Prinzip sein, keine Gottheit. Das hinderte dieses Prinzip jedoch nicht, im Kampf Zeusens gegen die Titanen mit ihren (seinen) Geschwistern Zeus zu Hilfe zu kommen. nach dem Sieg erhielt Nike ewiges Wohnrecht in der Nähe Zeusens. Eltern hatte Nike auch noch, Styx und Pallas.

    Wer kann mir das erklären?

    Wenn die Sterblichen am Ende ihres Weges angekommen, wird ihnen das Licht gezeigt. Der Eingeweihte erkennt etwas, der Tölpel wendet sich geblendet ab. Schweiß, Bestürzung, Furcht, Hoffnung und Erwartung, Gebet, das Numinose schlechthinniger Abhängigkeit. Es ist dies der Augenblick, in dem Mensch sich entscheidet, er kann hier das Paradoxon der Philosophie überwinden und zum Teil des bislang Unsichtbaren werden, kann Teil von Schönheit, Gerechtigkeit, Gedanke und Tugend werden, wovon er bislang nur Ahnungen, aber keine FORM hatte.

    Ja, es geht hier um die Überwindung der Abstraktheit hin zum Konkreten. Wie aus Ideen Wirklichkeit wird. Am Ende des vorgeschriebenen Kreises. Die Götter warten schon, leicht erhöht, aber erhöht. Die fehlen, werden von der Kreisbahn gestoßen und fallen als hungrige Seelen auf die Erde zurück, wo sie sich neue Wirte suchen und eine neue Kreisbahn beschreiten, die sie irgendwann ans Ende bringt, wo wieder die Entscheidung steht, sich blenden oder einfinden zu lassen.

    Auch das sind nur Ideen, aber sie beruhigen.

  2. #2
    Wolkensteiner
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    AW: Pantheon

    noch beruhigender ist die idee des tarot, daß der von dir beschriebene kreis sich auch in nur einem menschenleben des öfteren wiederholt. das meint auch das bild von den "tausend toden, die wir schon in einem leben gestorben sind".

    immer wieder beginnt man als narr, wenn man dabei auch in wechselnden ringen (hesse) immer weiter wächst und steigt wie der baum.

  3. #3
    Chefchen Avatar von aerolith
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    Der sterbende Gott

    Es gab bei den Schöpfern unserer Kultur, den Griechen, keine Tendenz hin zum Monotheismus, wie dies seit hundert oder zweihundert Jahren Paradigma ist, weil sich so leichter ein dialektischer Entwicklungsprozeß aufzeigen läßt, sondern eher das Gegenteil ist der Fall. Der griechische Pantheon nahm immer mehr zu, es wurden Gottheiten geboren, wobei dem Griechen der sterbende Gott nicht bekannt war, was aufgrund seines innewohnenden Pantheismus auch gar nicht möglich gewest. Im Orient gab es den sterbenden Gott, bei den Griechen nicht.

  4. #4
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    AW: Pantheon

    Die Haupt-Gottheit des griechischen Pantheons war Zeus, dessen Entwicklung von einem Wettergott, der auf Berggipfeln verehrt wurde, zur obersten Gottheit unter Einflüssen aus Anatolien stattfand. Doch erreichte Zeus in Griechenland nie die gleiche Position wie Jupiter Capitolinus in Rom: Seine Feste waren kaum wichtig, und nur wenige Städte nannten Monate nach ihm. Statt dessen wurde er der Schutzherr der sozialen und moralischen Ordnung. Zeus' erste Gattin war Dione, aber sie wurde schon in mykenischer Zeit durch Hera ersetzt, deren Name wahrscheinlich Herrin bedeutet. Hera war die Göttin, welche die Schlüssel der Ehe hält, und in dieser Funktion war ihr Kult tatsächlich in ganz Griechenland üblich, wenn auch nicht prominent. Auf Samos bekam sie Gaben in Form von Schiffen, daraus entstand später die Schiffstaufe, meist mit einer Gallionsfigur, die irgendwie immer Hera ähnelte.
    Wenn Zeus auch der Chef des Pantheons war, so hatten doch Athene und Apollon die größte Zahl von Hauptheiligtümern. Athenes Tempel ist auf vielen Akropolen, Stadtburgen, bezeugt; ihr Bild, das sogenannte Palladion, fungierte als ein Stadt-Talisman. Als eine Stadtgöttin beschützte sie auch die junge Generation. In Athen etwa wurden während ihres Festes Jugendliche in die Phratrien aufgenommen und somit mündig. Ein Initiationsritus, zugleich ein politischer Akt, den die Griechen ans Blut banden.
    Phratien nannten die Griechen ihre Wahlbezirke. Entsprechend beendeten während der Arrhephoria junge Mädchen, die sogenannten Arrhephoroi, ihre Teilnahme am Weben des neuen Peplos-Gewandes für die Panathenäen mit einem geheimen Ritual, das sie mit der Sexualität konfrontierte und insofern eine Vorbereitung für ihr Erwachsenenleben darstellte. Das geheime Ritual würden wir heute als lesbische Liebesspiele bezeichnen.
    Athenes Schutzfunktion spiegelte sich in ihrer bewaffneten Erscheinung wider, die wohl von den beliebten bewaffneten Gottheiten des Orients beeinflußt war. Im Krieg fungierte Athene insbesondere als Beraterin der Krieger, was etwa ihre enge Beziehung zu Achilleus und Odysseus belegt. Sie wies dabei die gleiche Klugheit auf wie in ihrer Eigenschaft als Schirmherrin des Spinnens und Webens, also zweier Hauptaufgaben griechischer Frauen. Viele Athene-Heiligtümer enthalten Weihegaben von Spinnwirteln und Webgewichten. Doch verband Athenes Intelligenz sie nicht nur mit Frauenarbeiten, sondern auch mit Handwerkern (und daher mit Hephaistos), mit den Zimmerleuten beim Bau des Schiffes Argo und des Trojanischen Pferdes und mit den Reitern durch ihre Beherrschung der Pferde. In all diesen Fällen vertritt Athene Kultur und Klugheit gegen Natur und rohe Gewalt.

    Apollon, der andere Stadtgott von zentraler Bedeutung, leitet seinen Namen von den alljährlichen Versammlungen der Dorer her, den sogenannten apellai, bei denen die Jugendlichen in die Gemeinde der Erwachsenen aufgenommen wurden. Folglich wurde er zwischen Jugend und Erwachsenenalter gestellt, und es ist dieser Gesichtspunkt des Apollon, der ihn zum Schutzherrn von Initiations-Riten, aber auch zum Zentrum politischer Institutionen der Stadt machte, besonders dann, wenn er mit dem Beinamen Delphinios verehrt wurde. Aus dieser Funktion wird es auch verständlich, weshalb Apollon eng mit Musik und Tanz verbunden war, denn griechische Jugendliche mußten singen und tanzen können; zugleich erklärt sich, weshalb Apollon der Gott der griechischen Kolonisation war: die Position der Siedlergruppen ähnelte ja oft der des Initianden außerhalb des Kulturlands. Die Aufnahme der Jugendlichen, Epheben genannt, bedeutete zugleich auch einen Neubeginn für die Gesellschaft. Apollon verkörpert diesen Aspekt der Erneuerung dadurch, daß er eng mit der Reinigung verbunden wird, die häufig das Neue vom Alten trennt, Kultur von Natur und Rein von Unrein. Dieser reinigende Aspekt erklärt vielleicht auch seine vorhersehende Funktion als Gott der Seher und als Eigner des Orakels von Delphi. So nämlich, wie er das Reine vom Unreinen schied, trennte er auch das Sichere vom Unsicheren in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft - auch wenn die Äußerungen seiner Priesterinnen beim Orakel von Delphi, der Pythien, für die Fragenden oft undurchsichtig blieben.

    Apollons Schwester Artemis geht auf ein Zeitalter zurück, in dem die Jagd noch von größter Wichtigkeit war, was ihr Titel Herrin der Tiere und die entsprechende Ikonographie belegen. Erkenntnisse aus der Völkerkunde zeigen, daß solche Herrinnen oder Herren der Tiere oft Initiations-Gottheiten sind, und dies mag erklären, warum Artemis die Schirmherrin für den Übergang der Mädchen zum Frauenleben war, ja in einigen Städten sogar für die Initiation der Knaben. Diese Rolle spiegelte sich im Mythos, der oft Artemis und ihre Nymphen vorstellt, wie sie in der Wildnis jagen. Ein solcher Aufenthalt außerhalb des Kulturlandes erklärt auch andere Gesichtspunkte: Artemis vertritt das Eindringen der Unordnung in Feiern der Umkehr oder kennzeichnet die Grenzen der Normalität durch Opfer vor und nach einer Schlacht. Wie Apollon spielte auch Artemis eine Rolle im öffentlichen Leben in ihren Manifestationen als Phosphoros, Licht-Botin und Soteira, Erlöserin.
    Licht bedeutet im Griechischen oft Leben oder Erlösung, und viele Legenden bezogen sich auf die Intervention der Artemis in einer schwierigen Situation für die Gemeinde: Ein von dieser Göttin geschickter Lichtstrahl zeigte dem Thrasybulos und seinen Leuten den Weg bei ihrem erfolgreichen Versuch im Jahr 403 v.Chr., die Demokratie in Athen wiederherzustellen, und die Bewohner von Byzantion wurden vor Alexander des Großen Vater, Philipp II., und seinen tunnelgrabenden Kämpfern durch Feuerwolken gerettet, die Artemis Phosphoros geschickt hatte. Wie beim reinigenden Apollon läßt sich dieser rettende Aspekt der Artemis, durch den die Gemeinde vor dem Aussterben durch den Erhalt vorhandener oder auch Zuwachs neuer Mitglieder gerettet wurde, aus ihrer Initiations-Rolle verstehen.
    Auch bei Goethe und seiner Darstellung der Iphigenie war es die Priesterin eines Artemis-Tempels, die die Rettung mit Hilfe der Göttin bewerkstelligte. Und Goethes letzte Worte "Mehr Licht!" bezeugen anschaulich, mit welcher Gottheit er sich am besten verstand, der jungfräulichen Artemis, die mit ihrem Bogen immer trifft. (Gleichwohl dürfte dieses Goethe-Wort ein moderner Mythos sein.)

    Poseidon wurde mit dem Meer, mit Erdbeben, Pferden und Männerbünden verbunden. Schon Homer stellt ihn dar, wie er in seinem Wagen über die Wellen führt, während die Ungeheuer der Tiefe unter ihm spielen. Poseidon beherrscht auch die Gewalten der Erde: Seinem Zorn schrieb man Erdbeben zu, und in vielen Städten, besonders an der erdbebengewohnten Westküste Kleinasiens, verehrte man ihn. Zusätzlich zur Beherrschung der Naturgewalten wurde der Gott vielfach mit Pferderennen und -zucht in Verbindung gebracht, was auch sein Beiname Hippios (Pferde-Gott) illustriert. Schließlich war Poseidon der Urvater verschiedener Stämme (etwa der Boioter und Aioler), der Gott von Bündnissen zwischen Städten (etwa des panionischen Bundes) und der Schirmherr des Heranreifens der Knaben. Es ist daher nicht überraschend, daß Frauen der Zugang zu einigen Heiligtümern dieses Macho-Gottes untersagt war - kurz: Poseidon war der Gott des Chaos in der Natur und der rohen Gewalt bei Männern und Tieren.
    Als Athene und Poseidon um die Vorherrschaft in Attika (das Gebiet um Athen) kämpften, brachte er ein Salzmeer hervor, von dem, wie man sagte, noch Spuren auf der Akropolis von Athen zu sehen waren; sie aber pflanzte den ersten Ölbaum - und in dem folgenden Streit setzte sich Athene, die Tochter des Zeus, durch. Die Ordnung, Athene, besiegt das Chaos, Poseidon!
    In vielen Orten wurde Poseidon eng mit Demeter verbunden. Demeter wurde als eine Göttin wahrgenommen, deren Beziehung zur Ordnung der Gesellschaft problematisch war. Dieser Eindruck wird durch die Lage ihrer Heiligtümer außerhalb der Stadt bestätigt, ebenso davon, daß ihr Lieblingsopfertier das für diesen Zweck ganz ungewöhnliche Schwein war. Homer erzählt die bewegende Geschichte, daß Demeter ihre entführte Tochter Persephone suchte und bei ihrer Rückkehr die Eleusinischen Mysterien einführte und den Menschen die Technik brachte, wie sie dem Boden, den dunklen Mächten, Fruchtbares entringen konnten. Jedoch ging im Lauf der Zeit die Bedeutung von Demeters politischer Rolle zurück; der positive Aspekt der Fruchtbarkeit wurde allmählich von einer anderen Seite der Göttin überschattet.
    Demeters Fest, das der Thesmophoria, war das große Frauenfest schlechthin, bei dem Männer vom Geschlechtsverkehr und manchmal zumindest symbolisch von der Macht ausgeschlossen wurden.

    Schließlich Dionysos. Er ist der Gott aller, zugleich männlich und weiblich, jung und alt, nahe und fern. Dies ist vor dem Hintergrund der Initiation zu sehen, bei der Knaben zeitweise als Mädchen gekleidet wurden. Obwohl Dionysos' Feste voll von Frohsinn aller Art waren, wiesen sie auch Merkmale einer Aufhebung der Gesellschaftsordnung auf, etwa durch die Spaltung der Gesellschaft in ihre zwei Geschlechter-Hälften während der weitverbreiteten Agrionia, durch die Gleichheit von Sklaven und Freien während der Anthesteria oder durch die Bedeutung des Phallus während der Dionysia. Gelegentlich konnte sich dieser ordnungswidrige Aspekt in unangenehmer Doppeldeutigkeit bemerkbar machen: Auf Chios etwa besetzten Ordnungskräfte die Straßen, die zur Agora, dem Marktplatz, führten, auf der vermutlich das Opfer für Dionysos während der Dionysia stattfand. Auch auf einigen Nachbarinseln war die gefährliche Seite des Dionysos deutlich, hier in einigen seiner Beinamen: Auf Chios selbst hieß er Omadios, der Rohe, auf Lesbos Omestes, der Roh-Fleisch-Esser, und auf Tenedos Anthroporrhaistes, der Menschen-Zerreißer.
    Ähnliche Doppeldeutigkeiten gerieten unter den Satyrn und Mänaden, seinen mythischen Anhängern, ins Blickfeld. Satyrspiele auf Vasen zeigen uns häufig die glückliche Seite der dionysischen Welt durch die Satyrn: Possenreißerei, Trinken und sexuelle Aktivitäten aller Art. Dabei waren zweifellos einige von letzteren, etwa das Onanieren oder der Geschlechtsverkehr mit Tieren, gesellschaftlich nicht annehmbar, auch wenn der Gott selbst gelegentlich mit dem Maulesel, einem für seine Geilheit bekannten Tier, in Verbindung gebracht wurde. Auch zeigt die Tragödie die weiblichen Anhänger des Dionysos, die Mänaden, einerseits in heiterem Frieden ruhend, anderseits aber auch als in ihrer Ekstase zu den grausigsten Morden fähig, was Euripides' Bakchen so deutlieh machen; ja, Dionysos erhielt häufig den Beinamen Bakchos (oder eine der Varianten dieses Wortes), also den griechischen Ausdruck für Ekstase und Wahnsinn. Auch Dionysos' göttliche Verbindungen legen diese Spannung zwischen Ordnung und Anti-Ordnung an den Tag. Manchmal war er verständlicherweise mit Aphrodite verbunden: Auch im Altertum gehörten Wein und Liebe zusammen. überraschender ist hingegen, daß Dionysos auch mit Apollon verbunden wurde - dies ganz eindeutig in Delphi, wo ersterer drei Monate lang im Winter herrschte, letzterer für den Rest des Jahres. Doch faßt diese Beziehung Dionysos' Position in der griechischen Gesellschaft vielleicht am besten zusammen: Reine Gesellschaft kann ohne eine zeitweilige Lockerung der sozialen Ordnung leben, doch muß diese Ordnung eben wiederhergestellt werden.

    Es fehlen in dieser Liste etliche: Hermes, Hades, Hephaistos, Aphrodite und Ares und Personifikationen wie Eirene (Frieden) und Thanatos (Tod).

    Das Pantheon war keine feste Einheit, vielmehr konnte man sogar versuchen, die Position eines Gottes aufzuwerten: So gewannen Pan und die Nymphen im Verlauf der klassischen Zeit stark an Bedeutung. Dichtung, Kunst und Kult prägten den Griechen ununterbrochen eine persönliche Beziehung zu ihren Göttern ein. Macht und Person sind zwei Seiten der griechischen Götter, die zu verschiedenen Zeiten jeweils verschieden stark ins Blickfeld treten konnten. Die Dichter betonten die persönlichen Seiten, während Philosophen anfingen, die Macht-Aspekte der Gottheiten zu fördern. Beide Möglichkeiten des Zugangs bestanden lange neben- und miteinander, und die Spannung zwischen beiden reflektiert eine wesentliche Qualität der griechischen Götter.

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Pantheon

    Bezüglich der "Götter des Olymp" solltest du nicht ausblenden, daß die allesamt eine Entwicklung durchgemacht haben, manche wurden auch durch "Neuankömmlinge" ersetzt oder bekamen neue Zuständigkeiten... so gab es mehrere Sonnengötter, mehrere Kriegsgottheiten etc. wobei auffällig ist, daß von den "alten" Gottheiten gerade die "Weiber" doch sehr entmachtet wurden. Artemis nur ein Schatten ihrer Selbst, Athene zumindest mit starkem Bedeutungswandel usw.usw.

  6. #6
    Chefchen Avatar von aerolith
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    AW: Pantheon

    Das ist ein alter Streit, alter Freund, ob Gottheiten sich wandeln oder eben, weil es Gottheiten sind, ein Unveränderliches sind. Man denke nur an die Eleaten oder den jüdischen Jahwe! Die einen (Eleaten) definierten Gott resp. jeden ihrer Götter als ein unveränderliches Prinzip, eben deshalb seien sie ja Götter, weil sie vollkommen sind. Die anderen, wohl die meisten Griechen, verstanden ihre Götter als Abbilder ihrer selbst, zugleich aber doch auch als etwas Höheres, jedenfalls in dem Sinne, wie Du das "eben" anmahntest.

    Ich tendiere auch zu der Vorstellung eines sich entwickelnden Gottes und kann mir nicht vorstellen, daß ein starrer Gottesbegriff der Virulenz griechischer Lebenswahrnehmung auch nur hätte entsprechen können. Aber die Eleaten! Sie dachten eben die Unveränderlichkeit aller Dinge - dem Wesen nach. Und da dürfte dann doch etwas dran sein.

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