Nach Heinrichs V. Tod sank die Bedeutung des deutschen Königtums im Laufe nur einer Generation darnieder. Bürgerkriege brachten keinen Sieger hervor. Die Macht der Gegner (Papst, Fürsten, Grafen, Bischöfe) zentraler Machtpolitik stieg, was nicht unbedingt nachteilig für die kulturelle und politische, selbst die Wirtschaftsentwicklung sein muß. Die unklaren politischen Machtverhältnisse, ein gestörtes Gleichgewicht zwischen Fürstentum und Königtum lassen oberflächlich den Schluß zu, daß es mit der Entwicklung Deutschlands hätte besser kommen können. Tatsächlich? In welchem Sinne besser? Haben die starke Königsmacht von Ottonen und mit Abstrichen Saliern Kunst und Wissenschaften befördert, neue geistige Erkenntnisse gebracht, die Menschen glücklicher gemacht, als sie es vorher waren? Kaum. Das hohe Mittelalter prägte Armut. Das umherziehende Königtum war eine Plage fürs Land und nicht in der Lage, gestalterisch in die infrastrukturelle Entwicklung des Reiches einzugreifen. Rittertum statt Bürgertum, Machtspielchen statt Gebietsförderung. Die Zeit politischer Stabilität zwischen 960 und 1130 war gut im Sinne einer überhaupt nur so möglichen Entstehung eines deutschen Reiches, aber sie war schlecht für alles andere, sei es geistig, kulturell oder zivilisatorisch.
Die Reichsfürsten konnten spätestens am Ende dieser Zeit die Erblichkeit der Lehen durchsetzen, was sie nicht nur selbständiger, sondern auch selbstbewußter machte. Kluge Heiratspolitik, mitunter auch Fehden oder Krieg akkumulierten ein riesiges Gebiet in einer Familie. Gelegentlich.
Der 1152 zum König gewählte Schwabe Friedrich von Staufen (aufgrund seines rötlichen Bartes auch Friedrich I. Barbarossa genannt) erkannte, daß er sich mit dem mächtigen Welfen Heinrich dem Löwen, der zudem auch noch Barbarossas Vetter war, verständigen mußte, um das Reich und seine Krone auf stabile Füße zu stellen. Verständigung bedeutete hier, daß Barbarossa die Erblichkeit der Lehen anerkannte und somit Besitzstände akzeptierte, die seiner Macht hätten subsumiert werden müssen [1]. Barbarossa setzte allerdings auf den guten Willen der einzelnen Fürsten, auf eine Zweckgemeinschaft zum Wohle des Reiches, in dem einzelne Gebietsfürsten ihre Machtpositionen ausbauen durften und etwaige Gegner durch Reichsexekution besiegen ließen. Die Fürsten akzeptierten Barbarossas Politik, die sie in die Lage versetzte, Gegner in ihren Machtbezirken mit Hilfe des Kaisers auszuschalten, wofür sie dem Kaiser bei dessen außenpolitischen Zielen Kontingente zur Verfügung zu stellen gedachten. So in etwa muß man das Ritterwort verstehen, das hier zwischen Barbarossa und den Fürsten abgeschlossen wurde. Barbarossa hatte Heinrich versprochen, daß er ihm Bayern wieder verschaffen würde, wenn er ihn zum König wähle. Das Königswort. Im Mittelalter war das ausschlaggebend. Wir sehen, daß in England dem König eine magna charta abgepreßt wurde; in Deutschland reichte zu dieser Zeit das mündlich gegebene Wort, um Entscheidungen von großer Tragweite zu treffen.

„...wenn keine der im frühen Mittelalter entstandenen Nationen beanspruchen konnte, der Erbe Roms zu sein, die Deutschen konnten es am Ende doch noch weniger als unsere lateinisch redenden Nachbarn in Westen und Süden, und nie hat Europa uns die römische Organisationsmission anvertraut. Das Reich war Deutschlands westliches Gesicht. Es war die Form, welche Deutschland den Beziehungen zu seinen westlichen und südlichen Nachbarn zu geben versuchte; die Niederlande, Lothringen, Burgund, Italien sollten in der einen oder anderen Weise Teile des Reiches sein. Es war statisch gemeint: eine bestehende rechte Ordnung. Die Italienzüge der deutschen Kaiser sollten nicht das Reich mehren, sondern eine gültige Ordnung wiederherstellen, die verwilderte Wirklichkeit unter die Idee [des Reiches] zwingen.“ (Golo Mann: Deutsche Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Frankfurt/Main 1991. S. 23)

Barbarossa hielt sich an sein Wort und erhöhte durch Heiratspolitik und Kleinkriege die Hausmacht der Staufer und Welfen. Die Fürsten rückten von ihrer Verbindung zur Kirche ab und gesellten sich wieder ihrem Kaiser zu. Nicht wenig half bei dieser Entscheidung der Mißerfolg [2] des zweiten Kreuzzuges (um 1150), der dem Papsttum immens geschadet hatte. Wir müssen hier wissen, daß jeder Mißerfolg im Mittelalter als gottgewollt verstanden und nicht mit fehlendem Organisationstalent verbunden wurde. Gut organisiert dagegen waren Barbarossas Italienzüge. [3] Im Unterschied zu den Gepflogenheiten im deutschen Teil des Reiches hielten es die italienischen Bischöfe mit dem Kaiser, da er ihnen gegen den Allmachtsanspruch des Bischofs von Rom und die Selbständigkeitsbewegungen in den norditalienischen Städten meist half. Diese Italien- und Bischofspolitik stand gegen basisdemokratische Reformpolitik in der Kirche, die sich mit dem meist reichen Bürgertum in den norditalienischen Städten verband, gab sich aber irritierenderweise den Namen Patarener, z.dt. Lumpengesindelbewegung. Diese Bewegung orientierte auf städtische Selbstverwaltung, Räte, und wollte gegen Kaiser und Kurie politische und wirtschaftliche Selbständigkeit erreichen. In Deutschland stand es meist andersherum, da verband sich der Kaiser oft mit der Bürgerschaft gegen den die Stadt beherrschenden Bischof, denn die deutschen Bischöfe hielten es sehr oft mit dem Papst, wenn nicht, orientierten sie sich auf eigene Rechtsbezirke, was früher oder später zum Konflikt mit den Bürgern führen mußte.
Der Papst bedurfte Barbarossas militärischer Hilfe gegen die Normannen, Barbarossa wollte die Krönung, zugleich aber auch die Unterordnung des Papstes. Barbarossa gab, wie dies deutsche Könige gelegentlich taten, der Form halber nach, nicht aber in der Sache und behandelte auch fortan Papstgesandte (Legaten) als ihm Unterstellte. 1156 konnte er Heinrich dem Löwen Bayern zuweisen, nachdem Barbarossa dem einstigen Lehensmann Heinrich Jasomirgott mit Gütern in der Ostmark zufriedengestellt hatte. Die Ostmark wurde ein selbständiges Herzogtum mit besonderen Privilegien im Reich:


  • der ostmärkische Herzog brauchte nur zu Hoftagen (Reichstagen) zu erscheinen, wenn sie in Bayern abgehalten wurden;
  • der ostmärkische Herzog mußte sich an Reichskriegen (Reichsexekutionen) nicht beteiligen, die nicht unmittelbar an seinen Grenzen stattfanden;
  • der ostmärkische Herzog besaß das Recht, seine Nachfolge auch auf die weibliche Erbfolge auszudehnen und durfte für den Fall des Aussterbens seines Hauses (der Babenberger) einen Nachfolger bestimmen.


Heinrich der Löwe erhielt zum Ausgleich für den Verlust der ostmärkischen Gebiete, die ihm zwar nie gehört hatten, aber sozusagen von Barbarossa zugesagt worden waren, die Investitur der niederdeutschen Bistümer Ratzeburg, Eutin, Lübeck und Mecklenburg. Damit war der Ausgleich geschaffen und Frieden im Reich. Die Großen des Reichs konnten sich nun außenpolitischen Zielen widmen. Das Reich wuchs. Heinrich der Löwe nahm die nach dem Slawenaufstand 983 ausgesetzte Ostkolonisation wieder auf und richtete sein Augenmerk auf Ostholstein (Wagrien), Rügen und Pommern, Gebiete, die polnisch und z.T. christlich waren. Östlich Magdeburgs und der Altmark konnte sich Albrecht der Bär Gebiete sichern, die er mit deutschen Bauern kolonisierte und teilweise auch christianisieren mußte. Gegenoffensiven polnischer Fürsten wurden zurückgeschlagen. Das Reich gewann innerhalb einer Generation von den expansiven deutschen Fürsten die Gebiete zwischen Elbe und Oder. Die Oder sollte nicht das Ende der deutschen Expansion bilden.
Das polnische Königshaus, die Piasten, waren zerstritten. Ein Zweig dieses Königshauses rief Barbarossas Hilfe an. Der kam 1157 mit einem großen Heer und konnte vom polnischen König die Zusicherung erhalten, daß seine Klienten in Schlesien mit Land abgefunden werden sollten, damit in der polnischen Königsfamilie wieder Ruhe einkehre. Nach dem Sieg Barbarossas wurde Schlesien mit deutschen Siedlern bevölkert, die bis 1945 blieben und das Land kultivierten.
Neben dieser Ostexpansion griff Barbarossa im Süden aus. Er hatte begriffen, daß das mündlich gegebene Wort keine Kontinuität versprach und berief eine Kommission aus Rechtsgelehrten ins Leben, die schriftlich fixieren sollten, was er als Kaiser alles dürfe. Er durfte alles, wie die vier Doktoren der Bologneser Rechtsschule in den sogenannten ronkalischen Beschlüssen beschrieben. So ausgerüstet betonte Barbarossa, sich fortan an Gesetze halten zu wollen, was auch die Einnahmen des Kaisers, die Regalien, betraf. Regalien sind Sonderrechte des Königs, hier für bestimmte Gebiete, die nur dafür ausgebaut wurden, damit sie für die Haushaltung des Königs etwas abwarfen, v.a. für die Ausrüstung des Heeres. Weiters ließ Barbarossa fixieren, daß er in Italien Stadtoberherrn (Bürgermeister) einsetzte. Das deutet auf den Ausbau des Reiches zu einem absolutistischen Staat hin, bei dem das ganz ähnlich funktioniert, und verschärfte die Konfliktsituation zwischen dem Kaiser und den italienischen Städten, deren politische und administrative Bewegungsfreiheit dadurch eingeschränkt wurde, und die sich vollends in die Arme des Papsttums hätten werfen müssen. Es kam auch so, natürlich, aber erst kam es anders: Barbarossa war bei den Italienern beliebt. Sie erkannten ihn als ihren König und Kaiser an und respektierten ihn als Ordnungsmacht, die sie davor bewahrte, übereinander herzufallen, wie sie es seit Jahr und Tag leidvoll erfahren hatten. Viele kleinere Städte werden sich auch gesagt haben, daß es besser sei, dem meist weit weg seienden Kaiser zu dienen als einer konkurrierenden nahen Nachbarstadt, die jederzeit Forderungen stellen konnte. Und so argumentiert, müssen wir eine Übereinstimmung der Entwicklung des Verhältnisses zwischen Stadt und Kaiser feststellen. Das wanderfreudige deutsche Königtum war für die Städte angenehmer zu ertragen, als es ein örtlich fixiertes gewesen wäre. Wie anders dagegen die Entwicklung in Westeuropa! Daß es dennoch Empörungen gegen die Investitur der Stadtoberen durch den Kaiser gab, der das mit Belagerungen und Schleifungen beantwortete, soll erwähnt sein, ändert aber nichts daran, daß sich Barbarossa hier durchsetzte, spätestens nach dem Sieg über das in Norditalien weithin verhaßte Mailand 1162.

Barbarossa kehrte nach Deutschland zurück und ließ seinen vierjährigen Sohn Heinrich auf dem Hoftag zu Mainz 1169 zum Nachfolger bestimmen.
Währenddessen hatte Heinrich der Löwe seine Machtposition im Norden Deutschlands ausgebaut und forderte immer mehr für seine Dienste. Als er die Reichsstadt Goslar samt deren Silbergruben überschrieben haben wollte, lehnte Barbarossa ab. Es formierte sich Widerstand aus Sachsen und Bayern gegen die Kaiserlichen. Der brauchte deren Unterstützung gegen das erneut aufbegehrende Mailand, das in einem lombardischen Bund die Führerschaft inne hatte und die norditalienischen Städte gegen den Kaiser aufgewiegelt hatte. Bei Mailand kam es 1176 zu einem Treffen 3500 kaiserlicher Ritter gegen ein vielfach stärkeres italienisches Heer. Die Niederlage führte zu einer Versöhnung Barbarossas mit dem Papsttum und einer Verschiebung des politischen Selbstverständnisses. Barbarossa erkannte die vom Kaiser unabhängige Kirche an und verzichtete auf die Einsetzung des Stadtoberherrn in den norditalienischen Städten, die ihm aber untertan blieben und das auch aus den oben genannten Gründen bleiben wollten; gleichermaßen konnte er für sich die Investitur für alle deutschen Bischöfe behaupten.
So behauptet wandte sich Barbarossa dem innerdeutschen Problem zu, seinem Vetter Heinrich dem Löwen. Die bis dahin außen vor stehenden Fürsten trieben den Kaiser zur Entscheidung, den Blick auf das Land des Löwen. Man lud Heinrich zum Fürstentag nach Magdeburg. Heinrich erschien nicht. Der Markgraf von Landsberg aus Ostfalen erhob Anklage wegen Landesverrats gegen Heinrich und wollte durch einen Zweikampf das Urteil erwirken. Heinrich erschien nicht zum Zweikampf. Der Kaiser traf sich mit seinem Vetter zu einem Vier-Augen-Gespräch. Ohne Ergebnis. Da wurde er in die Acht befohlen. Ein Reichsheer sollte das Urteil vollstrecken und zog nach Sachsen, Heinrich zur Schlacht zu stellen. Aber Heinrich stellte sich nicht. Da traf man sich in Erfurt und beschloß die Verteilung der Güter des Löwen:


  • herzogliche Rechte in Westfalen fallen an den Erzbischof von Köln;
  • das Kernherzogtum Sachsen fällt an Bernhard, den jüngsten Sohn Albrechts des Bären (von Brandenburg);
  • die Lehnshoheit über Pommern fällt an Otto von Brandenburg;
  • Bayern fällt an Otto von Wittelsbach.


Heinrich der Löwe durfte zweierlei behalten:


  1. Lüneburg, das Heinrich geerbt hatte, ein Hausgut;
  2. Braunschweig, das Heinrich als Verwandter des Kaisers Lothar von Süpplinburg geerbt hatte, das andere Hausgut.


Der Reichstag zu Erfurt 1181 schickte Heinrich in die Verbannung, aus der er zurückkehren durfte, wenn der Kaiser es gestattete. Heinrich ging nach England zu seinem Schwiegersohn, der ihn aufnahm und wie einen König behandelte.
1184 konnte Barbarossa auf dem prachtvollen Hoftag zu Mainz behaupten, mit allen Gegnern fertig geworden zu sein. Er verheiratete seinen Sohn Heinrich mit der letzten Normannen-Königstochter Konstanze, die die Herrschaftsrechte im Normannen-Staat Süditaliens namens Sizilien-Apulien besaß, zwar elf Jahre älter war als sein Sohn, ihm aber dann doch den Thronfolger Friedrich schenkte.
Die Zukunft sah für Barbarossa rosig aus. Da passierte am anderen Ende der Welt etwas: Jerusalem fiel in die Hände Saladins. 1187. Barbarossa mußte, 65jährig, auf Kreuzzug, zum zweiten Male, um der Christenheit die heilige Stadt zurückzuholen. Er ließ ausrufen, daß jeder Ritter willkommen sei, der ein Pferd besäße und sich auf zwei Jahre verpflegen könne. Seine Diplomatie ließ er Vorsorge treffen, daß auf dem Wege nach Jerusalem Verpflegungsstellen eingerichtet würden, Unterkünfte und Ruhestätten. Balkan-Fürsten traten an Barbarossa heran und baten ihn, ihr Herr zu sein: Serben, Rumänen und Bulgaren. Sie wollten nicht länger unter der Herrschaft des Kaisers von Konstantinopel stehen. Wieder Vorsicht bei Barbarossa, der diesbezügliche Anfragen verneinte. Man ist versucht, Barbarossa den großen Zauderer zu nennen. Er hatte die Möglichkeit, aber er nahm sie nicht wahr.
Barbarossa überwand alle muslimischen Heere, die sich ihm entgegenstellten und marschierte bis nach Kilikien vor, der Heimat Homers. Es war nicht mehr weit bis nach Jerusalem. Aber er erreichte den Ort seiner Sehnsucht nicht und ertrank beim Baden in einem kalten Gebirgsbach, dem Saleph, 68jährig, am 10. Juni 1190. Sein Sohn, Heinrich VI., konnte die Politik seines Vaters nicht erfolgreich fortsetzen und starb bereits 32jährig 1197 an den Folgen einer verschleppten Erkältung.


Aufgaben:


  1. Vermute Gründe für die Neuverteilung der eingezogenen Lehen des Löwen an Reichsfürsten! Warum hat Barbarossa diese Lehen nicht einfach behalten und so, wie es in England oder Frankreich geschah, einen zentralistischen Staat geschaffen? (II)
  2. Nenne drei historische Figuren aus dem Textabschnitt und ihre politischen Ziele! (I)
  3. Nenne Gebiete, die durch die Fürsten im 12. Jahrhundert für Deutschland gewonnen wurden? (I)
  4. Erkläre den Paradigmenwechsel in der Politik des Kaisers und erörtere eine dazu passende These! (III)
  5. Nenne die Schritte zur Entmachtung des Löwen! (I)




[1] Barbarossa argumentierte in juristischen Auseinandersetzungen gewohnheitsrechtlich und begründete so seine Ansprüche gegenüber Widersachern, meist kirchlichen Würdenträgern.

[2]
„Nicht die Kreuzzüge schufen eine neue Zeit, sondern sie wurden von einer neuen Zeit erschaffen, deren Flügelschlag schon aus dem Raunen und Rauschen der vorhergegangenen Tage vernehmbar war, jener Tag voll chiliastischen Wahns im Glauben vom Untergang der Welt um das Jahr Tausend. Zweifellos hat das Papsttum, das damals auf der Höhe seiner Macht stand, die Kreuzzüge geschaffen, die fast zwei Jahrhunderte währten, Millionen von Menschenleben kosteten und erfolglos waren.“ (Helbing: Die Tortur. Groß Lichterfelde Ost. 1910. S. 93.)

[3] Die Bewegungen zu einzelnen Nationalstaaten nach 1450 war ein Rückschritt. Weniger Ordnung, mehr Zerfaserung, weniger Sicherheit, weniger Konzilianz im Umgang miteinander, dafür vermehrt Kriege und Imponiergehabe, geringere wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung, dafür mehr Eigensinn und Dünkel. Das Reich besaß Ordnungssinn, es wirkte durch ein Gleichgewicht in seinen Teilen; es wirkte länger als jeder Nationalstaat in Europa.

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