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Thema: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von den Anfängen bis 1888

  1. #51
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Ludwig XIV. war eigentlich ein Habsburger

    Hem behauptet in seiner Geschichte des Hauses Habsburg, Ludwig XIV. sei "als ein Glied der Familie Habsburg zu bezeichnen", da die von Mazarin gestiftete Ehe seiner Eltern Abkömmlinge des Hauses Habsburg vereinigte. Ein Inzuchtprodukt.

    Das würde Ludwigs vehementes Drängen nach elsässischem Besitz erklären, den Stammlanden der Habsburger. Vielleicht kann der Streit ums Elsaß als Familienzwist im hause Habsburg gelesen werden?

  2. #52
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    Question Frauen und ihr Schmuck

    Bis heute hielt sich die merkwürdige Affinität der Frauen zu Schmuck. Sie ist die Folge einer tiefenpsychologischen Grundierung im Mittelalter. So war es Kriegern in einer Fehde, im Krieg, verboten, Frauen ihren Schmuck zu nehmen. Ihr Geld, ja, Ihre Unschuld - sofern gegeben -, ja, nicht aber ihren Schmuck.

    Vielleicht aber liegt es schlichtweg daran, daß Frauen im Schmuck ihr kindliches Gemüt in konzentrierter Formung wiederfinden.

  3. #53
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    Post Die Union Schottlands mit England 1707

    Die gegenwärtige Diskussion um die Zukunft Großbritanniens kürt folgende verkannte Wahrheit der Weltgeschichte zu einem bemerkenswerten Detail:

    Die Vereinigung Schottlands mit England war nicht das Produkt englischen Imperialismus, sondern Ergebnis eines schottischen Antrags. Die Kaufmannsinnung Schottlands wollte die Union, weil sie von den Geschäften in den englischen Kolonien ausgeschlossen blieb und die Geschäfte mit den natürlichen Partnern Frankreich und Holland aufgrund der Kriegssituation extrem eingeschränkt liefen. Kurzum sollte die seit 1603 (Personalunion über Jakob I.) avisierte politische Vereinigung mit England zu einem Dauerzustand gemacht werden, der es den schottischen und meist anglikanischen Kaufleuten ermöglichen würde, an den Geschäften ihrer englischen Kollegen zu partizipieren.
    Widerstand kam aus den schottischen Hochlanden. Nach der Schlacht von Culloden 1746 wurden diese Widerstände endgültig gebrochen, nachdem der letzte Stuart besiegt, die freien Hochländer ihres Gemeindebesitzes (Kollektiv) beraubt und dieser staatstreuen Kapitalisten (Clanhäuptlingen, aber auch neuem Adel) übereignet wurde, die als Landadlige die Ländereien verpachteten. Kapitalismus.

  4. #54
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    Reichsgründung

    Ein Grundirrtum der materialistischen Geschichtsschreibung von sozialistisch bis liberal: die Reichsgründung 1870/71 sei "ein klassisches Beispiel für den staatlich-wirtschaftlichen Vergrößerungsdrang" (Friedrich Naumann 1915).

    Der Grundirrtum liegt darin, daß die wirtschaftlichen Kräfte in Deutschland bereits vor der Reichsgründung im Fahrwasser der industriellen Revolution fuhren und daß, einmal abgesehen von den (französischen) Milliarden der Gründerzeit, 1873 Schluß mit lustig war: Gründerkrach. Es gab wegen der Reichsgründung keine wirtschaftlichen Vorteile, die nicht auch andere staatliche Organisationsformen hätten bewirken können. Man muß nur die Wachstumsraten dieser Tage betrachten, um diese These bestätigt zu finden. Entscheidend für wirtschaftliche Entwicklung sind nicht staatliche Organisationsformen, sondern Rechtssicherheit, innere Sicherheit und der Wille der (jeweiligen) Inhämischen, der Wille zur Leistung. Die Reichsgründung erfolgte nicht vorrangig aus wirtschaftlichen Gründen, sondern aus politisch-mentalen. Die Elite in Deutschland wollte das Reich, das Frieden und Sicherheit gewährleisten würde, jedenfalls mehr als die politischen Umstände ohne Reich. Im Schatten dieses politischen Willens wudelten die Bürgerlichen mit ihren Schornsteinen und ihrem Erwerbstrieb. Aber die waren nur Akzidenz dieser Zeit, auch wenn sie das jetzt, im nachhinein, gern umdeuten wollen. Der große wirtschaftliche Aufschwung in den deutschen Landen begann ab etwa 1850, besonders intensiv ab etwa 1894 mit der zweiten industriellen Revolution, die Amerika und das Reich an die Spitze der Welt brachten, wo sie heute noch stehen.

  5. #55
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: europäische Zusammenarbeit

    Ob es Gesetze gibt, die Geschichte berechnbar oder vorhersehbar machen, ist eine nicht ganz leichte Fragestellung. Ich möchte kurz darauf antworten. Der Gegenstand der Degeneration beispielsweise als Formel für die Geschichte, und ich belaße sie nicht mathematisch, weil das andere beherrschen als ich, erscheint mir heute tatsächlich persönlich in Gedanken als plausibel. Beispiele heute: mein aktueller Beitrag im Ordner "der allwissende Erzähler"; Beispiel aus der Geschichte: Die Vernichtung der Etruska.
    Meine Formel/Thesis/Anschauung/Schlussfolgerung: Es setzen sich nicht die Hochkulturen durch, sondern die Aggressiven, kampfwilligen, Cannibalistizistischen. Anderes Beispiel ist eine Vermutung von mir, die in die Anfänge der Menschheit zurückreicht, die Menschen vor zwei und einer Million Jahren: Die Stämme und Rassen, die vor Hunger und Tod geflohen sind, trafen entweder auf höher kultivierte oder aggressivere Stämme. Ich schätze, daß der zweitere Schlag überwog, und sich schließlich somit stets fortpflanzelte. Die Folge ist Degeneration.

    Gruß,

    Saul

  6. #56
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    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von den Anfängen bis 1888

    Friedrich der Große hatte zur Durchsetzung seiner Steuerpolitik (Gebühren und Stempelsteuern, Wechsel, Obligationen und Spielkarten, Umsatzsteuern, Zölle, Realsteuern...) französische Beamte nach Preußen geholt. Das Konvolut von 67 Tarifen, um 2775 Artikel durch Akzisen zu erfassen, erforderte einen großen Beamtenapparat, etwa 8000. Es gab zu wenige Deutsche, die die Arbeit hätten leisten können. Also holte der Preußenkönig Franzosen. Die deutsche Bevölkerung in Preußen war empört. Friedrich gab nach etwa zwei Jahrzehnten hartnäckigen Widerstands derselben entnervt auf und schickte die Franzosen wieder nach Hause.

  7. #57
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    Der Nichterwerb Kaliforniens

    Preußen spielte um 1842 mit dem Gedanken, sich auf dem amerikanischen Kontinent eine Kolonie anzulegen: Kalifornien. Der junge preußische König hatte erkannt, daß der Verzicht auf eine Kriegsflotte auf Dauer für den Handel unabdingbar sei; er ließ ein (!) Kriegsschiff namens "Amazone" bauen. Eine Korvette. Wow!
    In diesem Kontext kam auch die Erwerbung einer preußischen Kolonie ins Gespräch. Der preußische König ließ in England anfragen, ob Britannien eine Idee hätte, welches Eiland sich gut eignen würde, der absehbaren Überbevölkerung Deutschlands abzuhelfen. Der britische Minister Peel nannte Puerto Rico. Das war natürlich Spott, denn PR gehörte seinerzeit zu Spanien, konnte von Britannien also nicht einfach so vergeben werden; zudem war PR für eine Ansiedlung deutscher Auswanderer nicht geeignet: zu klein, zu heiß, zu wenig fruchtbarer Boden. Die Suche nach einem mutmaßlich geeigneten Gebiet führte zum Kandidaten Kalifornien/Oregon. Das gehörte seinerzeit zu Mexiko. Doch die Republik Mexiko war bankrott. Es bestünde also die Möglichkeit, das sehr dünn besiedelte Gebiet käuflich zu erwerben. Zwei Dinge sprachen dagegen: zum einen besaß Preußen keine Flotte, um die Erwerbung zu schützen, und zum anderen gab es die Monroe-Doktrin, die es Nichtamerikanern untersagte, auf dem amerikanischen Kontinent eine Kolonie zu erwerben. Der preußische König gedachte beide Probleme aus der Welt zu schaffen, indem er mit Dänemark kooperieren wollte, bis Preußen eine eigene schlagkräftige Flotte besitzen würde.
    Doch der Plan scheiterte innert der Ministerialbürokratie, die das Projekt prüfte, zahlreiche Fragen aufwarf, und letztlich die Umsetzung verzögerte, bis die aggressive Außenpolitik der USA, der Anschluß Texas' 1845 und Goldfunde in Kalifornien 1848 (was man in Washington dazu nutzte, gegen Mexiko einen Krieg um den heutigen Südwesten der USA zu führen) das Objekt der Begierde in weiter Ferne beließ.

  8. #58
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    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von den Anfängen bis 1888

    Das Korsett, dieses von (meist taillelosen) Feministen als Ausdruck männlichen Dominanzverhaltens angefeindete Kleidungsstück, gehörte im 19. Jahrhundert zur Uniform der männlichsten Form der Unterdrückung: dem preußischen Gardeoffizier.

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