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Thema: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von den Anfängen bis 1888

  1. #1

    Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von den Anfängen bis 1888

    1. Die Sintflut war keine Bestrafung für das sündhafte Leben der Menschen, keine Sündflut, sondern nur die Erinnerung überlebender Menschen an die Entstehung des Schwarzen Meeres. Ein Naturereignis.
    2. Das Gilgamesch-Epos ist nicht das älteste Schriftstück der Menschheit. Menschen, Staatsgedanke, Liebe, Tod und Teufel, Gesetze beherrschen das Denken der Menschen seit je, mindestens seit 40000 Jahren.
    3. Es gibt außerirdisches Leben auf der Erde, aber in Roswell oder bei Irkutsk landete niemand aus dem All.
    4. Hitler besaß die Atombombe, setzte sie aber nicht ein.
    5. 1 + 1 ist nur durch ein Axiom 2.
    6. Die Erde war eine Scheibe und wird wieder eine Scheibe sein.
    7. Synchronschwimmen ist keine Sportart.
    8. Rasputin war kein deutscher Spion, aber er hätte einer sein können.
    9. Es gibt schon längst Konzepte für eine Zeit nach dem Erdöl. Wir brauchen es eigentlich nicht.
    10. Die Französische Revolution war die größte soziologische Katastrophe der Weltgeschichte.

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von den Anfängen bis 1888

    1. die nächste eiszeit kommt!
    beweis: heute früh hatte es draussen nur 4 grad celsius. und für heute nacht sind schneefälle bis in die niederungen vorhergesagt. damit sind alle klimaerwärmungshystheorien kaltblütig widerlegt.

    2. 7 ist keine primzahl!
    sensationell! der beweis wird noch geheimgehalten.

    3. die quadratur des kreises ist gelungen! unglaublich aber wahr! der beweis liegt auf eis, um ihn vor dem verderben zu schützen. der verein zum schutz bedrohter zahlen hat eine initiative zur rettung der zahl pi (3,14...; die zahl steht für das verhältnis von durchmesser zu umfang des kreises) gestartet und beschwerde beim europäischen gerichtshof eingereicht.

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von den Anfängen bis 1888

    1. Die ägyptische Sphinx soll - neuesten Untersuchungen zufolge - an die 12.000 Jahre alt sein, was bedeutet, daß selbst die Pyramidenerbauer (gut 8.000 Jahre später) nicht mehr wußten, wer dieses Ding eigentlich in die Wüste gepflanzt hat.

    2. Die Tolteken haben in Mexiko Skulpturen mit eindeutig europäischen und afrikanischen Gesichtszügen hinterlassen - gut 1.500 Jahre vor Kolumbus.

    3. Ein türkischer Admiral (Reis Piri) aus dem 15. Jahrhundert besaß eine Weltkarte, auf der unter anderem die Antarktis deutlich zu erkennen ist - gut 300 Jahre vor ihrer (offiziellen) Entdeckung. (weiterführender Link)


    Ja ja, die Welt ist schon eine..

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von den Anfängen bis 1888

    Noch heute wird den Kindern in der Schule erzählt, daß man im Mittelalter glaubte, die Erde sei eine Scheibe. Erst ruhmreiche Klugscheißer wie Galileo oder Bruno hätten die mittelalterliche Welt vom Dogma erlöst: DIE ERDE IST EINE SCHEIBE.

    Diese Auffassung des Mittelalters ist falsch und dumm.

    Man denke nur an den Reichsapfel. Seit Karl dem Großen ist er ein Sinnbild wofür? Ein Apfel! Der ist irgendiwe rund - na ja, beinahe. Wie die Erde. Das Kreuz drauf repräsentiert zudem, daß der fränkisch-deutsche König Kaisermacht anstrebt, also Herrschaft über Welt und Geist - als quasi Stellvertreter des christlichen Gottes auf Erden.

    Wie sollte dieses Symbol verständlich sein, wenn die Menschen nicht bereits im 8. Jahrhundert geglaubt/gewußt hätten, da? die Erde rund ist?

    P.S. Von griech. Geographen wie Ekphantos (5.Jhd. vor Christus) will ich gar nicht erst reden.

  5. #5
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Jesus und die Juden

    Der eigentliche Grund für die Ermordung Jesu durch die Juden - denn wir sind uns doch im klaren, daß die Römer hier nur Handlanger waren! Jesus war das, was man in heutiger politisch-korrekter Sprache einen Antisemiten nennen würde. Matthäus (von den Evangelisten nur er!) überliefert in 21, 43-44 folgende Sentenz, die hinsichtlich ihrer Übertragung durch die Bibel-Gesellschaft noch geprüft werden muß: "Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem anderen Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte hervorbringt."

    Der vollständige Urtext dazu soll sich im Archiv der Societas Templi Marcioni befinden. Jesus spricht dieser Schrift nach dort in Jerusalem zu Germanen (was geprüft werden muß), die in einer römischen Legion Dienst tun. Logiker um THULE mutmaßten um 1918 nun, daß Jesus die Germanen mit dem kommenden (anderen) Volk gemeint habe, was aber nicht explizit Ausdruck in der zitierbaren Stelle findet. Oder liest jemand in diesen kurzen Ausschnitt hinein, daß Jesus die vor ihm Versammelten meint? Ich jedenfalls nicht. Er sagt nur nein zum Bisherigen, aber behauptet nichts Konkretes übers Künftige. Abgesehen besteht Jesu Lehre gerade darin, daß es KEIN spezielles Volk geben soll, sondern fortan Menschen jeder Hautfarbe zum Volk Gottes gehören können, sofern sie glauben.

    Fakt jedenfalls ist, daß Jesus den Juden ihre Erwähltheit, die sie bis dato wenigstens 1500 Jahre (2155 Jahre? - ein kosmischer Monat) getragen hatten, als Lizenz für moralisches Saubermanntum entzog. Wenn diese Stelle aus dem Neuen Testament stimmt.

    Das würde vieles erklären, was danach mit Jesus geschah.

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Jesus und die Juden

    Der eigentliche Grund für die Ermordung Jesu durch die Juden - denn wir sind uns doch im klaren, daß die Römer hier nur Handlanger waren! Jesus war das, was man in heutiger politisch-korrekter Sprache einen Antisemiten nennen würde. Matthäus (von den Evangelisten nur er!) überliefert in 21, 43-44 folgende Sentenz, die hinsichtlich ihrer Übertragung durch die Bibel-Gesellschaft noch geprüft werden muß: "Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem anderen Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte hervorbringt."

    Der vollständige Urtext dazu soll sich im Archiv der Societas Templi Marcioni befinden. Jesus spricht dieser Schrift nach dort in Jerusalem zu Germanen (was geprüft werden muß), die in einer römischen Legion Dienst tun. Logiker um THULE mutmaßten um 1918 nun, daß Jesus die Germanen mit dem kommenden (anderen) Volk gemeint habe, was aber nicht explizit Ausdruck in der zitierbaren Stelle findet. Oder liest jemand in diesen kurzen Ausschnitt hinein, daß Jesus die vor ihm Versammelten meint? Ich jedenfalls nicht. Er sagt nur nein zum Bisherigen, aber behauptet nichts Konkretes übers Künftige. Abgesehen besteht Jesu Lehre gerade darin, daß es KEIN spezielles Volk geben soll, sondern fortan Menschen jeder Hautfarbe zum Volk Gottes gehören können, sofern sie glauben.

    Fakt jedenfalls ist, daß Jesus den Juden ihre Erwähltheit, die sie bis dato wenigstens 1500 Jahre (2155 Jahre? - ein kosmischer Monat) getragen hatten, als Lizenz für moralisches Saubermanntum entzog. Wenn diese Stelle aus dem Neuen Testament stimmt.

    Das würde vieles erklären, was danach mit Jesus geschah.

    P.S. Nach Prüfung durch einen der Lektoren aus dem disk-plus-buch Verlag, der sich mit biblischer Exegese befaßt, kommt für die betreffende Stelle ff. Übersetzung heraus:
    [Mt.21,43] "Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und den Heiden gegeben werden, die seine Früchte bringen."

    Das ist in der Tat eine Bestätigung, daß die Juden nunmehr nicht länger mehr das erwählte Volk sind und stellt die Beziehung Jesu zu den Juden in einen neuen Kontext.

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Juden sind meist KEINE Semiten

    Die meisten der heute lebenden Juden sind keine Semiten, sondern Nachfahren von Türken (Chasaren) und entstammen einem turksprachigen Volk, das sich im neunten Jahrhundert das Judentum annahm, um zwischen den aggressiven Muslimen und der Ostkirche nicht zerdrückt zu werden. (wichtiges Indiz für die Ghettoisierung)

    - weiteres Indiz: später Annahme deutscher Namen, die auch angenommen wurden, um so äußerlich einen Schutz des Kaisers anzuzeigen

  8. #8
    The Golden Sun
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    übergebenes Heil

    Hallo,

    ich möchte auf die Frage nach dem übergebenen Heil Folgendes antworten:

    Diese Sachen muß man geistig erfassen, der Intellekt ist dafür ungeeignet!
    Die Antwort lautet: Ja und nein !!!
    Er meinte nicht die alten Germanen, sondern ein Volk der Zukunft! Dieses neue Volk sollte im Zentrum Europas, im Herzen Europas entstehen. Dieses neue Volk sollte aus Gold geboren werden. (wer das jetzt versteht, der wird selig)
    Dieses neue Volk sollte sein Erbe in Zukunft antreten und verbreiten als führende spirituelle Nation, der Wahrheit verpflichtet!!!
    Es sollte im letzten Jahrhundert vorbereitet werden. Es ging un das Goldene Zeitalter. Diese Sache mit dem Goldenen Zeitalter ist und war vielen Kreisen bekannt.(Ich gehöre nicht dazu) Nun glaubten einige Gutgesinnte (z.B. STM Wien) in den 20/30 er Jahren die Zeit wäre gekommen und wurden aktiv. Was sie aber nicht beachtet haben (und das soll allen eine Lehre sein), dass die destruktiven Kräfte; erstens darüber Bescheid wissen und zeitens alle Aktivitäten gut beobachten! Also wurden alle Akivitäten unterwandert, schließlich die Sache übernommen, die Katastrophe war nicht mehr aufzuhalten. (man konnte nichts mehr machen, hat man ja gesehen) Das konnte passiern, weil der Zeitpunkt falsch war! Die richtigen "Leute", sprituell hochstehende Wesen waren noch nicht da! (Ich sage nur das alte Ägypten!)

    Die göttlichen Kräfte (gemeint sind die wenigen goldenen) haben aber nicht aufgegeben und begannen aus dem Scherbenhaufen wieder etwas neues aufzubauen um doch noch den willen des Schöpfergottes auszufühern. Aber sie waren wenige. Andre meinten das "gelobte Land" wäre in Westen!
    Trotzdem begannen sie sich hier zu inkarnieren um das göttliche Licht auszubreiten. Sie dienen als Kanäle. Diese unsichtbare Licht wird in Kreiswellen ausgebreitet, über die höchste Bewustseinsebene, es kann Millionen Menschen erreichen. Es ist ein goldenes Licht. Und trotzdem wurde es massiv behindert. Wegen der massiven Gegenoffensive der Dunkelheit(wie jetzt z.B.). Und auch wegen dem Eigensinn anderer Kräfte. Nun richtet sich die ganze Hoffnung auf den Schöpfergott und auf die Hilfe ihres alten Volkes/Völker.

    The Golden Sun

  9. #9
    Resurrector Avatar von aerolith
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    übergebenes Heil

    Das mit den Kreisen und der Frage, ob die Menschheit aszendiere oder deszendiere, ist längst beantwortet: sie aszendiert. Keine Frage. Vielleicht aber bewegen wir uns auch nur in Spiralen (eine Vorstellung, die den alten Griechen nicht unbekannt war...) Weltgeschichtsforschung hätte dann den unweigerlichen Auftrag, ja, sie besäße die selbstgewisse Sicherheit in ihren Prämissen, daß alles wiederkömmt. In diesem Sinne ist Geschichtsstudium Zukunftsstudium.
    Darüber könnte man sich unterhalten, Sonnenmund.

  10. #10
    The Golden Sun
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    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von den Anfängen bis 1888

    Kreiswellen haben nichts mit Spiralen zu tun.
    Mentale Kreiswellen arbeiten nach dem Skalarwellenprinzip, sind Raum und Zeit nicht unterworfen
    Spiralentwicklung unterliegt dem Raum und der Zeit, ist aber nicht konstant.
    Tatsächlich wiederholt sich alles hier auf der Erde, bis es abgeschlossen wird. Aber immer auf einem höheren Level.
    Der Kosmische Kalender ist hingegen eine Kreisspirale, die kontant ist.

    The Golden Sun

  11. #11
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    noch Mal Jesus

    Keine eigentliche UNGEHEUERLICHE WAHRHEIT DER WELTGESCHICHTE, sondern etwas weit darüber Hinausgehendes: Jesus war ganz anders.

    Wir müssen unterscheiden zwischen der christlichen Urliteratur, die das Wort Jesu wiedergab aus (mutmaßlich) eigenem Erleben. Diese Literatur endete ca. 170, als auch wirklich der allerletzte Zeuge und bezeugende Zeuge eines Zeugen gestorben war.

    Und dann gibt es die patristische Literatur, die etwa 130 einsetzt und mit Klemens von Alexandria den Durchbruch schaffte. Darin soll dem Christentum die Form gegeben werden, womit es die Welt erobern könnte. Man nennt diese Form auch Kirche. Und das Wort des HErrn wurde zum Evangelium.

    Und ich besitze jetzt nicht das doktrinäre Vorurteil vorurteilsfreier Kritikfähigkeit, ich sage, daß wir, wenn wir weiterwollen, zum Kern zurückmüssen. Der Kern ist Jesus und nicht das mitgeteilte Wort vieler. Das Wort ist also zu suchen. Es liegt aber in uns. Nur, wer hat die Wegbeschreibung?

  12. #12
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    noch Mal Jesus

    Keine eigentliche UNGEHEUERLICHE WAHRHEIT DER WELTGESCHICHTE, sondern etwas weit darüber Hinausgehendes: Jesus war ganz anders.

    Wir müssen unterscheiden zwischen der christlichen Urliteratur, die das Wort Jesu wiedergab aus (mutmaßlich) eigenem Erleben. Diese Literatur endete ca. 170, als auch wirklich der allerletzte Zeuge und bezeugende Zeuge eines Zeugen gestorben war.

    Und dann gibt es die patristische Literatur, die etwa 130 einsetzt und mit Klemens von Alexandria den Durchbruch schaffte. Darin soll dem Christentum die Form gegeben werden, womit es die Welt erobern könnte. Man nennt diese Form auch Kirche. Und das Wort des HErrn wurde zum Evangelium.

    Und ich besitze jetzt nicht das doktrinäre Vorurteil vorurteilsfreier Kritikfähigkeit, ich sage, daß wir, wenn wir weiterwollen, zum Kern zurückmüssen. Der Kern ist Jesus und nicht das mitgeteilte Wort vieler. Das Wort ist also zu suchen. Es liegt aber in uns. Nur, wer hat die Wegbeschreibung?

    Äußerlich war Jesus häßlich und hatte nur die Schönheit der Seele, als Schönheit des Leibes nur dessen Unsterblichkeit.

    Was für die Rezeption des Christentums von nicht unerheblicher Bedeutung ist, denn mal ehrlich: Wer denkt sich Jesus nicht als blühenden schönen Mann? Und, wem haben wir das Bild in uns zu "verdanken"?

  13. #13
    rodbertus
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    Freimaurer für Arme

    Sonnenmund, freimaurerische Attitüde für Arme, Kreiswellen haben allerdings etwas mit Spiralen zu tun. Ungefähr so, wie Sokrates mit Trendelenburg. Die Metapher der Kreiswellen beschreibt eine Auffassung, wie Geschichte sich ausbreitet, ist ein Bild für den Ausgang des Ganzen aus einem Erst(ent)wurf; die Spirale dagegen setzt auf einen Gedanken namens Fortschritt. Beides zusammen ist inkompatibel.
    Was Du da von Physik schwätzt, hat mit dem Thema dieses Ordners nichts zu tun.
    Die sogenannten Inhaltsparanoiker hab ich ein Lebtag gefressen. Gegen eine gepflegte Beleidigung habe ich nichts einzuwenden.
    Das von Dir Genannte aus dem Bereich der Physik hält einer Prüfung nicht stand. Ein Kalender kann nicht konstant sein. Jede Welle ist in Raum und Zeit, also davon abhängig. Hältst Du die Zeit an, muß die Welle zwangsläufig aussetzen... usw. Was Du meinst, das wage ich zu behaupten, aber geschrieben hast Du es nicht.
    Der Unterschied zwischen einem Kosmischen Kalender und einem kosmischen Kalender liegt darin, daß ich einen Kosmischen Kalender mir selbst konstruieren kann, einen kosmischen dagegen nicht. In diesem Sinne wäre ein Kosmischer Kalender in der Tat konstant, weil ich ihn mir so denken kann. (Ich kann mir auch ein fliegendes Huhn vorstellen oder einen Drachen mit Hundeschnauze...)

    Und jetzt hab ich mich mit Deiner Rotzsprache und Deiner Oberflächlichkeit genug befaßt: Entweder nimmst Du Grundregeln des Denkens und Schreibens an oder Du ziehst eben Leine. Klar?

  14. #14
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    Mönche, wandernd

    Die Wanderbewegung der Mönche seit dem 2./3. Jahrhundert hatte nur die eine Aufgabe: Darstellungsformen und manifestierte Wortung (Gebäude, Inschriften...) zu zerstören. Die Mönche und Pilger im Namen Jesu (nur in seinem Namen, versteht sich, nicht durch ihn begründbar oder legitimiert) zogen vor allem im Mittelmeerraum umher und zerstörten das, was wir heute Kulturträger nennten.

    Darüber nachgedacht: Welches Bild wir vom Vergangenen auch immer haben mögen: Man verkenne niemals die Allmacht der Bilder.

  15. #15
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    Satans Macht

    Nach der Inkarnation Christi und der Geburt der Kirche Christi geschah etwas Paradoxes: Satan hat seine Macht in der Welt gesteigert. Der göttlichen Dreifaltigkeit (Trinität) setzte er eine parodierende Trinität entgegen. Man lese die Offenbarung und verstehe diese Perfidie. Die Stadt Babylon als Hort des Bösen (die Hure), das Tier, der Antichrist.
    Das ist die Imitation des Guten. Groteskes Gemälde. Spiegelverkehrte Dreifaltigkeit des Bösen.

    Die empfundene Wahrheit der Weltgeschichte, die einst Heilsgeschichte gewest, durch Jahrhunderte am Leben geblieben und in uns Heutigen nachklingend, unterbewußt oder bewußt wie bei Bush.

  16. #16
    Resurrector Avatar von aerolith
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    protestantische Erwerbsethik und Teufeleien

    Der ursächliche Zusammenhang zwischen protestantischer Erwerbsethik und dem Kapitalismus, wie Max Weber ihn zu konzedieren glaubte, hat einen entscheidenen, einschneidenden prämordialen Fehler: Für die (lutherischen) Protestanten ist die Gnade keine Tochter der Zeit, kann also nicht durch Leistung errungen werden. Gnade (als Zielpunkt des Strebens wie für die Calvinisten auszumachen) wird demnach nicht erworben. Sie ist gewährt. Allen Menschen. Wirtschaftliches Streben als Akt der Drängnis zur Anerkennung in gesellschaftlicher wie auch Vorbereitung für den Tag der Wiederkunft Christi (Parusie) mit nachfolgendem Jüngstem Gericht sind demnach überflüssig wie ein Kropf.


    Till, die Sache mit dem Teufel hat, wie ich schon sagte, gute Argumente für sich als auch gegen sich. Ich werde jetzt den Teufel tun und die verdammen, die NICHT an den Teufel glauben wollen, genauso wie ich jetzt keine Lanze für diejenigen brechen werden, die an seine Existenz glauben. Ich halte mich hier vielmehr an ein altes Traditional, good old religion: It's good enough for my grandpa, it's good enough for me.



    Das Kausalitätsprinzip verdient jedenfalls die Beiordnung "teuflisch". Jedes in sich geschlossene Prinzip hat diesen Beinamen verdient. Das muß noch nicht das Letzturteil darüber sein, ich betrachte das vielmehr dialektisch. Wir Menschen haben meiner Meinung nach die Aufgabe, zeitlebens, alle unsere Seiten auszuleben und zu entwickeln. Dazu gehört auch das Studium und das Anerkennen des Kausalen, allerdings nicht eine unbedingt Unterordnung. Es ist eben unsere Gnade (gegenüber Tieren beispielsweise), daß wir auch nein sagen können, wir uns dem Kausalitätsprinzip einfach nicht immer aussetzen, sondern den Anfang einer neuen Reihe durch den Akt unseres Willens begründen, wie Kant das nannte.

  17. #17
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Protest als Rechtsbruch?

    Es gab 1526 einen Reichsabschied in Speyer, der die Religion in das Gewissen des einzelnen Reichsstandes verschob und somit eine einheitliche Religion fürs Reich fortan unmöglich machte.

    Altem germanischem Recht zufolge wurde auf Reichstagen nicht mittels Mehrheit politisch entschieden, jedenfalls nicht in solchen Fragen, sondern solange diskutiert, bis man eine Regelung fand, die dann eben verabschiedet werden konnte. Hier wohl doch nicht. Denn 1529 erfolgte bekanntermaßen die Protestation der evangelischen Reichsstände. Oder war die Protestation das, was die Katholen noch jahrhundertelang behaupteten, ein Rechtsbruch?

  18. #18
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    Revolutionsarmut in Deutschland

    In Deutschland fand bei ähnlichem sozialem Konfliktpotential um 1790 keine Revolution statt, weil die Deutschen mit Konflikten anders umgingen als Franzosen oder Engländer - um hier vergleichbare Völker zu nennen. In Deutschland bestand seinerzeit ein Rechtsstaat, der es jedem Untertanen verstattete, seine Herrschaft vor den Kadi zu ziehen. So wurden bereits seit dem Ende des Bauernkrieges im Reich soziale Spannungen rechtlich gelöst.

    Revolutionen gab es in Deutschland auch später nicht. Die von 1848 ist nicht als solche zu bezeichnen, die von 1918 auch nicht, die von 1933 wohl auch nicht, die von 1990 auch nicht. Diese scheinbar fixierbaren Veränderungen gesellschaftlicher Verhältnisse entstanden allesamt aus Konflikten, sicherlich, wurden aber zu keinen Revolutionen, will heißen zu keinen grundsätzlichen Umstürzen bestehender Macht- oder Rechtsverhältnisse. NACH der "Revolution" ging alles seinen gewohnten Gang, mehr oder weniger.

    Veränderungen vollziehen sich in Deutschland vielmehr schleichend, sehr sehr langsam, aber stetig.

  19. #19
    Wolkensteiner
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    ausformungen der gerechtigkeit

    eine verkannte wahrheit der weltgeschichte ist auch, daß das postulat der gleichheit aller menschen alle menschen widernatürlich und künstlich gleich mache.

    das ist aber nicht gemeint. gemeint ist, daß keiner einen anderen über sich habe. nur dann machen auch brüderlichkeit und freiheit überhaupt sinn. nur darin liegen die drei ausformungen der gerechtigkeit begründet:


    1. die zuteilende,

    2. die teilhabende und

    3. die vor dem gesetz.


    (anders ausgedrückt: jedem das gleiche; jedem das seine; ohne ansehen der person) daß diese differenzierungen nicht mit dumpfem bauchgefühl zu entscheiden sind, sondern eine genaue einzelfallbetrachtung erfordern, die nachvollziehbar begründet werden muß, versteht sich von selbst. es wird hier gerade nicht über einen kamm geschoren. dies widersprüche der würde jedes einzelnen menschen. die menschen würde aber ist die quelle der gleichheit: gleich an würde. uneingeschränkt jeder.

  20. #20
    Kurzvormabschussiger
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    Välsi

    Im nördlichen Norwegen stand in abgelegener Gegend ein Bauernhof, bewohnt vom Bauern mit seiner Frau, mit Sohn und Tochter, Knecht und Magd; zu diesen war der neue Glaube noch nicht gedrungen. Einmal starb der fette Lasthengst, und als man ihn ausbälgte, um nach der Sitte der Heiden sein Fleisch zu genießen, da schnitt ihm der Knecht das Zeugungsglied ab und wollte es wegwerfen; der Bauernsohn aber nahm es und wies diesen 'Välsi' [=Pferdepenis, wörtlich: Sohn der Pferdevulva] unter Gelächter den drei Frauenspersonen vor. Die Mutter nahm den Välsi an sich, trocknete ihn, wickelte ihn in ein Tuch und legte Kräuter dazu, damit er nicht faule. Durch die Kraft des Teufels wuchs der Välsi und erstarkte. Die Bäuerin wendete ihm all ihren Glauben zu und hielt ihn als ihren Gott; auch die Hausgenossen verleitete sie zu diesem Irrglauben. Jeden Abend wurde der Välsi hereingetragen, von dem einen zum anderen gereicht, und jedes sprach eine Strophe über ihn. Das erfuhr der fromme König Olaf [Olaf Haraldsson der Heilige, 995? - 1030], er ging verkleidet zu diesem Bauern und warf schließlich den Välsi dem Haushund vor, zum Entsetzen der Bäuerin.

    in: Zeitschrift für Völkerkunde 13/1903, cf. Bächthold-Stäubli 3/733

    Das klingt fast wie aus einem Roman von Hans Henny Jahnn oder so, hat aber einen missionsgeschichtlichen Hintergrund: Vülsi war einer der Beinamen des Odin, erinnert sei hier an die Wälsungensaga, die eigentlich Välsungasaga heißt. Wer die entsprechende interpretative Bearbeitung Richard Wagners kennt, oder etwa die meines bescheidenen Erachtens nach träge Erzählung Thomas Manns, die ein unstatthaft verliebtes Geschwisterpaar beim Opernbesuch porträtiert, wird wissen, daß die altnordischen Mythen ähnlich sexuell aufgeladen sind, wie es aus warmblütigeren Klimaten hinlänglich bekannt ist. Bei Wagner etwa geht ein Wiedersehen unter Geschwistern so vonstatten:

    SIEGLINDE (reißt sich in höchster Trunkenheit von ihm los und stellt sich ihm gegenüber)
    Bist du Siegmund, den ich hier sehe,
    Sieglinde bin ich, die dich ersehnt:
    die eigne Schwester
    gewannst du zu eins mit dem Schwert!

    SIEGMUND Braut und Schwester bist du dem Bruder -
    so blühe denn, Wälsungen-Blut!

    (Er zieht sie mit wütender Glut an sich; sie sinkt mit einem Schrei an seine Brust. Der Vorhang fällt schnell)

    [Die Walküre, Erster Aufzug, Schluß]

    Natürlich war die Missionierung im elften Jahrhundert längst nicht abgeschlossen, auch König Olafs Erzrivalen, der schwedische Olaf II. Schoßkönig (sic) und dessen Sohn Jakob konnten sich erst nach erfolgreicher Bekriegung Norwegens dem noch recht ungebrochenen Heidentum widmen. Anekdoten wie die obige Geschichte von Välsi, dem Familienbenutzer, stellen also eine Art Deckerinnerung dar: Der heilige Olaf rottet den Odinsglauben und das moralisch verwerfliche Leben der Bevölkerung aus - mitsamt der Sagatradition, wie sie der Satz 'jedes sprach eine Strophe über ihn' durchschimmern lässt. Wenn man sich allerdings anschaut, was sich in den letzten hundert Jahren unter irgendwelchen Odinsstandarten versammelt hat, vielleicht keine so schlechte Idee.

  21. #21
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    Exodus

    Der Verfasser eines Artikels in der Zeitschrift "Archäologie" behauptet, daß es keinen Auszug der Juden aus Ägypten gab.

    Das will ich dann doch genauer prüfen, schließlich hat einer meiner Lieblingsschriftsteller, Elias Canetti, nicht umsonst behauptet, daß dieser Auszug quasi das nationale Symbol der Juden sei, so wie die Franzosen ihre Revolution, die Deutschen ihren Wald, die Holländer ihre Deiche und die Briten ihr Meer hätten. Aber vielleicht gibt es das ja alles nicht wirklich. Wie gesagt, es wird zu prüfen sein, ob diese Meinung vielelicht der April-Nummer entstammt, ob der Autor im Tee war oder ob das zumindest streitbar sein kann.

    später...

    Nach Meinung des Religionswissenschaftlers Bimson (Abenteuer Archäologie, Heft 4/2004, S. 23) halten 90% der Bibelforscher die in der Bibel gemachten Angaben für selektive Wahrheiten, was soviel bedeutet wie anhand eines Dogmas erklärbar. Der Auszug der Juden aus Ägypten unter Ramses II. um 967 vor Christus (Tempelbau in Jerusalem plus 480 Jahre mystische Multiplikation aus 48 und 12 nicht stattfand. Wohl aber existiert ein Briefkontakt um 1450 vc. zwischen Thutmosis III. (ägyptischer Herrscher) und etwelchen Israeliten im Norden, in Kanaan. Allerdings wird das Verständnis dieses Billetts erschwert, weil es zwischen 1550 und 1200 vc. keine archäologischen Nachweise aus dem kanaaitischen Raum gibt. Allerdings fand man im Nildelta Bronzewaffen, die stilistisch zu den Kanaaiten gezählt werden dürfen.

    Die Juden waren also zur rechten Zeit am falschen Ort? Zudem sollen sie nach Meinung des Ausgrabungsleiters Bietak bereits seit 1800 vc. dort gesiedelt haben. Diese wurden u.a. als Sklaven in manchem thebanischen Haushalt geführt, gelistet, wie das die Ägypter halt so machten. Da stehen dann semitische Namen als Fächelwedler zur Linken...

    Der ägyptologe Assmann kommt deshalb zu dem Schluß, daß der Exodus bloß ein Reflex der Geschichte sei, eine Interpolation der Nachkommen, die sich ihr Herkommen erklären wollten und ihr Anderssein gegenüber dem Polytheismus der Ägypter, die ihrerseits den Monotheismus der Juden als atheistisch ablehnten.

    [am 3.7.2005 verändert]

  22. #22
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    rot-weiß-rot

    Richard I., besser bekannt als König Löwenherz, wurde 1194 von Leopold von Österreich vor Wien gefangengenommen. Das war kein Akt des Raubrittertums, sondern zum einen eine großartige militärische Leistung, denn Richard war von ca. 10000 Mann begleitet. Zum anderen jedoch ging es bei der bekannten Lösegeldzahlung von 150000 Mark Silber nicht eigentlich ums Geld. Leopold sah davon reichlich wenig. Das meiste Geld verschwand in den Schatullen des Kaisers. Löwenherz mußte durch diese Zahlung die Reichsoberhoheit anerkennen und erhielt England quasi als Reichslehen. Gleichzeitig erkaufte er sich dadurch die Unterstützung des Reiches gegen seinen renitenten Halbbruder Johann (John), der sich die Krone in England in absente Ricardi usurpiert hatte.
    Der tiefere Hintergrund aber lag in etwas anderem: Leopold hätte Richard wahrscheinlich durch seinen Herrschaftsbereich um Wien ziehen lassen, aber es gab da eine kleine Episode bei der Erstürmung von Akkon im Dritten Kreuzzug. Richard nahm nämlich die rot-weiß-roten Farben (die des Heiligen Georgs) den Östreichern einfach weg und pflanzte sie als seine auf die Zinnen der eroberten Stadt im Heiligen Land. Leopold hatte aber vom abwesenden Kaiser die Erlaubnis, selbst über dieses rot-weiß-rote Fähnlein zu gebieten.

  23. #23
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    Erst- und Spätergeborene

    Las heute einen interessanten Beitrag zum Thema "Rebellentum" bei buecher.de, den ich als Auszug hier wiedergebe:

    "Der Verfasser wendet sein Instrumentarium auf zwei konkrete historische Vorgänge an: auf die Reformation und auf die Französische Revolution. Sieht man sich diese beiden Abschnitte genauer an, finden sich 27 Seiten über die Reformation und knappe zwanzig Seiten über die Französische Revolution. Die Analyse verblüfft zunächst durch die Behauptung, die Ausbreitung der Reformation gehöre in das Gebiet mikrohistorischer Forschung. Für Luther und Melanchthon ergibt sich freilich der unbefriedigende Status des Erstgeborenen. Für die Bereitschaft, den neuen Glauben anzunehmen, hätten die Reformationshistoriker acht Merkmale ermittelt, die vom Alter und sozialen Status der Beteiligten über die Städte, die Fürsten, die politische Macht, die humanistische Bildung und die Schichtzugehörigkeit bis zum Einfluß der Region reichen. Dies sei freilich zu schwierig zu integrieren; daher will der Autor statt dessen eine Gruppe von 718 Persönlichkeiten der Reformationsepoche aller Bekenntnisse und aus allen Schichten untersuchen. Das Ergebnis wird nicht mehr verblüffen: signifikant höhere Anteile für Spätergeborene unter den Anhängern der Reformation.

    Auch die Analyse der Reformationstheologen und der "Märtyrer der Reformation" bestätigt die Grundthese. Aus Luther macht unser Spezialist jetzt einen virtuellen Erstgeborenen, der solche besonderen biographischen Voraussetzungen mit sich bringe, daß die Wahrscheinlichkeit zur Unterstützung der Reformation bei ihm signifikant höher werde als bei anderen Erstgeborenen. Das ist gut zu wissen. Auch die Tatsache, daß Kaiser Ferdinand I. (ein Viertgeborener) wegen seiner spanischen Kindheit zu einem "funktional Erstgeborenen" gemacht wird, soll das Vertrauen in die gebotene Theorie stärken.

    Aber just hier liegt die Schwäche der Argumentation Sulloways. Er beginnt sein Reformationskapitel mit den in der Historie üblichen komplizierten Fragen nach den Bedingungen für die Ausbreitung der Reformation, bemerkt dann, daß diese Fragen zu schwierig seien, und stellt folglich seine einfachen Fragen an ein Sample von kreuz und quer zusammengesuchten Personen, die freilich die schwierigsten Fragen nicht beantworten. Natürlich ist die Durchmusterung der 718 Persönlichkeiten der Reformationsepoche gewiß nicht falsch und als solche durchaus interessant, nur ist es leider nicht die Antwort auf die Frage, die die Forschung interessiert.

    Dieses Verfahren scheint auch die Seiten über die Französische Revolution zu durchziehen. Natürlich kann hier der Verfasser nicht das gesamte Personal durchmustern. Er konzentriert sich deshalb auf die Auseinandersetzung mit der marxistischen Historiographie und kommt wieder zu dem Ergebnis, daß nicht Klassenzugehörigkeit zu den politischen Differenzierungsprozessen vor allem seit August 1792 geführt habe, sondern die Geschwisterdifferenz. Kurz zusammengefaßt, nimmt Sulloway an, daß immer mehr "Liberale" und Spätergeborene in die Nationalversammlungen gekommen seien. Die Feuillantiner, die sich im Sommer 1791 von den Jakobinern abspalteten, bestünden zu einem hohen Anteil aus Spätergeborenen, ebenso wie die meisten Gemäßigten der "plaine" im Nationalkonvent. Der Sieg der Bergpartei habe dann wieder die Erstgeborenen an die Macht gebracht, auch der Wohlfahrtsausschuß sei von Erstgeborenen dominiert gewesen. 'Mit dem Fortschreiten der Revolution spaltete sich Fraktion um Fraktion ab, und zwar jeweils entlang den Linien der Geburtenfolge.'

    Es liegt auf der Hand, daß damit eine gänzlich neue Theorie der Französischen Revolution in ihrer radikalen Phase formuliert ist. Natürlich hat auch die bisherige Forschung Familienkonflikte und Differenzen von Brüderpaaren berücksichtigt, aber Sulloways Modell geht weit darüber hinaus. Seine eindrucksvolle Theorie hat nur einen Nachteil: Sie existiert hinter dem Rücken der Akteure, sie wird niemals als Konfliktpunkt genannt, an keiner Stelle ist sie Gegenstand einer Strategiedebatte. Würde Sulloway - um die Sache überspitzend zu verdeutlichen - mit Zahlen belegen können, daß sich die Parteibildung der Revolution nach Links- oder Rechtshändern vollzöge, so hätte er gewiß formal recht, nur würde es wenig erklären, da die Quellen nichts über den Streit über die Schreibhand aussagen."
    ich fasse kurz zusammen:
    1. Die Reformation ist zwar von Erstgeborenen inaiguriert, dann aber zunehmend von Spätergeborenen durchgeführt und verbreitet worden.
    2. Die franz. Revolution in ihrer radikalen Phase ist ein Ergebnis des Differenzierungsprozesses der Erstgeborenen, die den Spätergeborenen vorstehen wollten. Die Spätergeborenen waren die Gemäßigteren, die Erstgeborenen die Radikaleren.

  24. #24
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Fälschungen

    Mein Mittelalter-Professor (Knefelkamp) hatte 1990 behauptet, daß 50% aller mittelalterlichen Urkunden gefälscht seien.

    Das ist eine ungeheuerliche Zahl.

  25. #25
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von den Anfängen bis 1888

    Friedrich II. von Preußen war Freimaurer, wendete sich aber am Ende seines Lebens von ihnen ab.
    Napoleon Bonaparte war Freimaurer, wurde durch diese an die Macht gebracht und auch wieder gestürzt.

    Das sind Behauptungen Wichtls in seinem Buch über "Weltfreimaurerei, Weltrevolution und Weltrepublik" von 1919.

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