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Thema: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von 1889 bis heute

  1. #51
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Stalin und die Antikomintern

    Nach Abschluß des deutsch-russischen Nichtangriffspaktes 1939 kursierte in Bärlin das Gerücht, Stalin werde nun bald dem Antikominternpakt beitreten.

  2. #52
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    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte (II)

    Die emotionale Verbundenheit zwischen Deutschen und Ungarn zeigte sich um 1925 u.a. darin, daß es für die Ungarn zum schönen Ritual wurde, nach dem Zeigen eines Films über Zeppeline in Amerika das Deutschlandlied anzustimmen. Man stelle sich das vor! Heute unvorstellbar.
    Zeitgleich führte die Presse der Weimarer Republik von links bis rechts einen Feldzug gegen Horthy-Ungarn, das nicht bereit war, einen der nach Ungarn geflüchteten Erzberger-Mörder auszuliefern.

  3. #53
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    Hermanns-Verhältnis

    Der russische Attache des Volkskommissars für auswärtige Angelegenheiten, Litwinow, bezeichnete in einem Gespräch mit dem deutschen Botschafter in Moskau, Brockdorff-Rantzau, das Verhältnis des Reiches zu Sowjet-Rußland als Hermanns-Verhältnis (Anspielung auf die Nibelungentreue, aber zugleich auf den Verrrat, dem Hermann der Cherusker durch eigene Leute ausgesetzt gewesen war), das durch die Absichten des Reiches, dem Völkerbund beizutreten, beendet zu werden drohe. Man sei dann zwar noch freundschaftlich miteinander verbunden, aber die Herzlichkeit müsse dahin sein.

    Das war 1925.

    Rapallo hatte eine gemeinsame Basis geschaffen, von der noch Hitler profitierte, als er den Nichtangriffspakt auf den Weg brachte. Die gemeinsame Basis war der Widerwille gegenüber dem Versailler Diktat, dessen Kampf beiden galt. Der Beitritt des Reiches in den Völkerbund erfolgte aus Absichten, die Ausländer aus dem Reich zu bekommen (Rheinlandbesetzung), wurde in Rußland aber so verstanden, daß die Westgrenzen des Reiches fortan als fest, die Ostgrenzen aber als ephemere Gebilde aufgefaßt werden müßten. Das Zweischneidige der deutschen Außenpolitik jener Tage wird hier besonders deutlich.

  4. #54
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    Kriege der USA

    In den letzten zweihundert Jahren haben die USA über zweihundert Kriege geführt, Deutschland (nimmt man Östreich mit dazu) ca. fünfundzwanzig. Davon haben die Amerikaner nur zwei Kriege nicht als Angriffskrieg geführt.

    Ich frage mich gerade, ob der Krieg gegen die Japaner (1941-45) nicht vielleicht auch initiiert war, summa summarum: Das waren doch nicht alles notwendige bzw. gerechte Verteidigungskriege! (prophylaktischer Angriffskrieg = vorweggenommener Verteidigungskrieg zur Selbstbehauptung)

    Ich denk da noch ein bißchen drüber nach.

  5. #55
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    europäische Zusammenarbeit

    Wie der Diplomat Carl von Schubert (Staatssekretär im AA) 1926 aus Genf berichtete, schlug er bei Gesprächen über eine sich annähernde deutsch-polnische Zusammenarbeit schlichtweg vor, daß man Europa wirtschaftlich zu einem Block zusammenbauen müsse, um künftig in der Weltwirtschaft gute Chancen zu haben. Sein polnischer Kollege Jackowski stimmte dem zu. Eigentlich hatte er ein Lamento seines deutschen Kollegen erwartet, das die polnische Entdeutschungspolitik in Polen thematisiert hätte gehabt haben dürfen.

    Verkannte Wahrheit? Das Reich wollte eine EU, lange vor 1945. Wohlgemerkt: Es war hier nicht die Rede von bilateralen Wirtschaftsvereinbarungen, sondern von der Konstituierung eines europäischen Wirtschaftsraumes. Das darf dann doch mal betont werden. Es gab eine Alternative zu den Ereignissen um 1939/45. Stellt sich nur die Frage, warum dieser deutsche Wunsch scheitern mußte? Wer stand dagegen? Wen vertrat von Schubert in diesem Gespräch? Er war Offizieller. Überlebte als Diplomat mehrere Regierungen, ein enger Vertrauter Stresemanns, also Schwerindustrie. Zugleich eng mit den preußischen Junkern verbandelt. Ein brückenschlagender Mann.

    Kam es so, weil es so kommen mußte oder, weil es so kommen sollte? Steckt in der Geschichte ein von Menscheninteressen unabhängiger Sinn oder ist sie ein Kräftespiel, bei dem einzelne Menschen, gar Interessengruppen, weitaus mehr Bedeutung besitzen, als man das heute wahrhaben will? Lassen sich Gesetze formulieren, die Geschichte vorhersehrbar machen? Oder ist sie letztlich eine Projektionsfläche für dato Herrschende, die sich ein Geschichtsbild nach ihrem gusto modeln und daraus auch die Zukunft entstehen lassen können?

  6. #56
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    Nazi-Gold, Pleitegeier und Manns Judenphobie

    erstellt von Achtpanther:

    Die Erz-über zeugungen des Aerolith, ein wahrlich weites Feld. Vielleicht erzählst Du uns ja mal, wie Du Dir das mit der Herkunft des Nazigoldes vorstellst - unter Berücksichtigung der Tatsache, daß Deutschland am Vorabend des Krieges faktisch bankrott war.



    Hier noch etwas Lesestoff, zu Mann & den Juden



    und zu Herkunft und Verbleib des Goldes


    Antwort
    der schweizer Regierung 1998 auf eine Anfrage, wieso die Schweiz im Auftrage der tschechoslowakischen Regierung Gold, 12,5 t, ans Reich auslieferte:

    Der Zwischenbericht der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz - Zweiter Weltkrieg (UEK) über die Goldtransaktionen geht an mehreren Stellen auf die Umstände der Auflösung des Golddepots ein, das die tschechoslowakische Zentralbank Anfang 1939 bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) unterhielt. Gemäss dem Bericht bestand das tschechoslowakische Depot bei der SNB aus 1013 Goldbarren (d. h. rund 12,5 Tonnen) im damaligen Wert von 61,4 Millionen Schweizerfranken. Das Depot wurde am 8. März 1939 vollumfänglich auf das Depot der Reichsbank transferiert. Das Gold wurde anschliessend in drei Lieferungen - am 15., 20. und 21. März 1939 - nach Deutschland gebracht.

    Eine sorgfältige Prüfung der Umstände dieser Operationen zeigt, dass sich die SNB strikt an die damals üblichen Gepflogenheiten hielt. Als Verwalterin von Depots mehrerer Zentralbanken war sie, nicht gehalten, die Gründe zu überprüfen, welche den Transaktionen, um deren Ausführung diese Banken sie ersuchten, zu Grunde lagen.
    Was den Transfer des tschechoslowakischen Goldes auf das Depot der Reichsbank betrifft, so muss man wissen, dass die tschechoslowakische Nationalbank diesen Transfer am 7. März 1939, also eine Woche vor dem deutschen Einmarsch in die Tschechoslowakei, selber angeordnet hat. Es hat sich herausgestellt, dass dieser Transfer im Zusammenhang mit Verhandlungen stand, die Deutschland und die Tschechoslowakei in letzter Minute führten, um gewisse Modalitäten des Münchener Abkommens vom 29. September 1938 zu regeln.
    Ebensowenig konnte sich die SNB dem Transport des tschechoslowakischen Goldes nach Deutschland widersetzen, denn dieses lag seit dem 8. März auf dem Golddepot der Reichsbank und die Schweiz hatte keine Massnahme zur Sperrung deutscher Guthaben ergriffen. In dieser Hinsicht verhielt sich unser Land keineswegs anders als die übrige Welt: Kein einziges Land ergriff im Anschluss an die Besetzung der Tschechoslowakei derartige Massnahmen.
    Es ist ferner darauf hinzuweisen, dass die Zentralbanken anderer Länder bezüglich des tschechoslowakischen Goldes ähnliche Entscheide trafen wie die SNB. Auf Anordnung der tschechoslowakischen Zentralbank transferierte die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) am 8. März 1939 580 kg Gold, die in Brüssel lagerten, an die Deutsche Reichsbank. Eine ähnliche Transaktion wurde am 20. März, d. h. fünf Tage nach der Besetzung der Tschechoslowakei, von London aus getätigt und verschaffte der Reichsbank weitere 23 Tonnen tschechoslowakischen Goldes. Weder die belgische Nationalbank noch die Bank von England widersetzten sich diesen Transaktionen.
    Schliesslich ist zu bemerken, dass die Alliierten nach Kriegsende weder von den neutralen Ländern noch von der BIZ Rechenschaft über das von ihnen allenfalls erworbene tschechoslowakische Gold oder über die von ihnen allenfalls bewilligten Transaktionen mit solchem Gold verlangten. Trotzdem hatte die Tripartite Commission for the Restitution of Monetary Gold, welche die Alliierten eingesetzt hatte, um die von Deutschland ihrer Goldreserven beraubten Länder zu entschädigen, der Tschechoslowakei das Recht auf Entschädigung zuerkannt. Wie andere Länder auch, erhielt sie etwa 2/3 ihrer Verluste, d. h. rund 28 Tonnen Gold, gedeckt.
    Im Ergebnis ist der Bundesrat der Auffassung, dass die SNB nicht befugt war, die Ausführung des Überweisungsauftrags zu verweigern, den ihr die tschechoslowakische Zentralbank am 7. März 1939, eine Woche vor dem deutschen Einmarsch, übermittelt hatte. Da die Schweiz keine Massnahmen zur Sperrung deutscher Guthaben in unserem Land ergriffen hatte, konnte sich die SNB auch nicht dem Verlangen der Reichsbank widersetzen, das auf ihrem Depot in Bern lagernde Gold nach Deutschland zu schaffen.

    Kommentar: Das ist eine weitverbreitete Mär von der deutschen Zahlungsunfähigkeit kurz vor dem Weltkrieg. Die Wirklichkeit dürfte anders ausgesehen haben. Ich lese derzeit Quellen des AA, in denen neben viel Langeweile auch manch interessantes Detail steht. So werden Wirtschaftsbeziehungen mit den Russen in aller Detailliertheit besprochen, u.a. haben die Russen Jahr für Jahr Millionen Schulden gegenüber dem Reich angehäuft, die sie opftmals mit Gold bezahlten. Mit südamerikanischen Staaten blühten die Handelsbeziehungen, die aber auch diese zu Säumern werden ließ. Da häufen sich Milliardenrechnungen zugunsten des Reiches. Bereits 1934. Wie dann erst 1939 bei deutscher Hochkunjunktur und sich verbessernden weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In dieses Bild paßt auch die Zahlung der Tschechoslowakei, die VOR dem Einmarsch erfolgte. 12,5 t sind nun kein großes Geld, verglichen mit den 10000 t, die Patton in Merkers gefunden haben soll.
    Da aber die meisten Handelsbeziehungen des Reiches auf Ware-Ware-Kontrakten lagen, dürften kaum nennenswerte Minusbeträge in den Büchern gestanden haben, zudem hatte ein Führerbefehl es deutschen Unternehmen verboten, Geschäfte auf Kredit zu machen. Die Mär von einer deutschen Verschuldung im Ausland ist also alles andere als glaubhaft. Wahr allerdings ist, daß aufgrund der Mißachtung des als "jüdisch" verschrienen Goldes (jedenfalls offiziös) eher geringe Goldbestände in der Reichsbank zu vermuten sind. Dagegen spricht die hier angezeigte Quelle. - Es bleibt verwirrend.

    Zur zweiten Aufforderung, ich möge doch einmal entsprechende wissenschaftliche Beiträge zu Thomas Manns Verhältnis zum Judentum zur Kenntnis nehmen, um meinen Standpunkt zu revidieren.
    ich habe etliche Beiträge gelesen, eines aber kam in diesen Beiträgen nicht vor: die Herstellung eines Zusammenhangs zwischen Judentum und Kapitalismus. Genau diesen Zusammenhang hat Thomas Mann aber stets hergestellt, 1918 in seinen Betrachtungen und auch in seiner Joseph-Triologie. Wie ernst kann ich also diverse Darstellungen nehmen, dioe sich zwar lang und breit über Thomas Manns ambivalente Beziehung zum Judentum äußern, aber nirgends auch nur das Wort "Kapitalismus" benutzen? - Nicht sehr ernst, will mir scheinen.

  7. #57
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    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von 1889 bis heute

    Das Militär entwickelte zahlreiche Ideen für seine Zwecke, doch auch nichtmilitärische Lebensbereiche nutzten diese umgesetzten Ideen.

    Beispiele: Die Beutematerialien des Kriegsgeräts, was v.a. die Briten aus Deutschland mit nach England nahmen, gaben der Entwicklung der britischen Musikindustrie entscheidende (technische) Impulse. Sie brachten die Mehrspurtechnik (audielle Aufnahmen) von der deutschen Spionage; das Hi-Fi wurde entwickelt, um U-Boote besser verorten zu können. Klangwelten kamen zuerst aus der Militärtechnik.

    P.S. Trump will einen Rüstungsetat von 700 Milliarden $. Ob da irgendwas für den R'n'R abfällt?

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