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Thema: Rekonstruktion des Hauses Usher

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Rekonstruktion des Hauses Usher

    rekonstruktion des hauses usher



    das poehouse ist schon oft zerfallen
    denn in ihm wüten sichselbstlebend die dämonen
    die unsichtbaren, die sich setzen in die steine
    und dort zersetzen malmend innen sein vom scheine
    sie singen dort und heulen in den mauern
    und quälen weiche seelen mörsernd in ein auseinanderfallen

    es ist kein kartenhaus - vielmehr ein haus aus büchern
    mit leben eingedruckt, insignien, inkunabeln
    so wie die liebenden, wenn sie sich nicht mehr haben
    auf ihren stirnen ihre seelen gegenseitig tragen
    so tragen diese bücher auf den seiten male
    des hauses usher. - regale um regale.

    und just die alten, abgegriffnen bücher, jene wohl vertrauten
    sind es, um deretwillen die erbauer wände bauten
    damit der reine geist um dieses zweitich bruderschwester
    heim fände, heimat, adel, strafloses geläster
    bis in den tod, den untergang hinein...
    um eben daraus neu und wieder selbst: und ohne falschen schein: zu sein...

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Rekonstruktion des Hauses Usher

    Schön geschwungen, dabei wuchtig und doch gräziös. Ich stolperte an zwei Stellen, die meine Leseeifrigkeit jäh unterbanden: in der letzten Zeile der zweiten Strophe und ein Stück drunter noch mit heim fände. Sonst gelungen.

    Schöner Eingangstext für unser Lyrik-Forum.

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    egale

    suz, weiches wird nicht gemörsert, nur hartes!*streng*

    und regale um regale

    das war nicht
    was das house usher
    zum untergehen
    gebracht hat

    es war schlicht

    egale in
    der vaginale

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    @ Aerolith:
    stimmt: regale fordern eine zäsur zuvor, sonst passts mit der metrik nicht. ist meine problemstelle, aber was reimte sich besser auf "male"? hier bin ich für vorschläge dankbar.
    "heim fände" ist astreiner daktylus, der sich wegen dummer kleinschreibung nicht erschließt: ein Heim fände, eine Heimat neu, nicht ein zurück nach hause: heim.

    @ schnobs:
    das ist ja eben das dämonische, daß mit den steinen zugleich die weichen seelen voneinander getrennt und mit zermanscht werden.
    die regale sind hier nicht als grund genannt. lies die schmidtsche übersetzung, wahnsinn und tod führen zum aussterben dort. mein asher-haus aber ersteht immer wieder neu, ein poe-haus ohne die beschränkung, die dir vorschwebt.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    kein schmidt

    nö, suz, ein untergang ohne untergang macht keinen sinn.

    das offenbar intendierte: "stirb und werde!" kommt auch nicht besser, wenn man weiches zermörsert.

    da bin ich heute strenger als robert.

    und die schmidtsche übersetzung lese ich nicht. weil ich nicht weiß, warum ich sie lesen sollte.

    schnobs

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause
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    dann laß es, schnob! sei streng, seid beide streng - ich habe heute von elfriede j. gelesen: der größte luxus ist zu schreiben, wie man will.
    dafür kriegt sie meinen asher-preis.
    ich hab ne weiche seele und ich weiß haargenau, wie sich das anfühlt, wenn sie gemörsert wird: nach mörsern!
    und dorthin, wo du mich haben willst, kriegst mich nicht - nönönönönö-nö

  7. #7
    Tochter aus gutem Hause
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    streicherkenntnis

    ich könnte tatsächlich das zu in der letzten zeile streichen

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