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Thema: nicht schreiben

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Richard
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    nicht schreiben

    meine tür ist zu, kein schlüssel in sicht.
    ich furche in der erde meiner pflanzen,
    suchend. sie hätten etwas wasser nötig,
    ich gieße. im zweifel für all die zweifel,
    sagt der bauch. in dir ist nichts sage ich.
    hatten wir nicht mal solch einen hunger
    nach den schmerzstillenden buchstaben,
    den erkenntnissen, deren habseligkeiten.
    schiller hat mir in den kopf geschossen -
    hätte ich ihm doch seinen staub gelassen.
    ich trinke und rauche, schaue in das leere.
    die sonne streift mich bei ihrem tagwerk.
    ich, kronkorkenkönig, herrscher über die
    zettelberge und tausend spitzer bleistifte,
    höre da draußen fickende tauben im efeu.

  2. #2
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    AW: nicht schreiben

    Schöne Worte, aber vielleicht sind die ungeschriebenen schmerzstillenden Buchstaben diejenigen, die der Kronkorkenkönig im Zettelberg zwischen den Zeilen verlor.

    Das grausamste Wort ist immer das unausgesprochene Wort. Ob das für schmerzstillende Buchstaben gilt, weiß ich nicht. Schmerzstillende Buchstaben im Efeu?

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: nicht schreiben

    schiller ist nicht staubig. tauben ficken nicht im efeu. erkenntnisse sind nicht schmerzstillend.

    trotz dieser drei inhaltlichen inkontinenzien ist der text irgendwie rund. das bedeutet: auch aus dem (semantisch scheinbar) falschen kann ein poetisches gefühl vermittelt werden. und das, genossen und brieftauben, kann jedem von uns mut machen.

    willkommen im wolkenstein-forum!

  4. #4
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    AW: nicht schreiben

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    schiller ist nicht staubig. tauben ficken nicht im efeu. erkenntnisse sind nicht schmerzstillend.

    trotz dieser drei inhaltlichen inkontinenzien ist der text irgendwie rund. das bedeutet: auch aus dem (semantisch scheinbar) falschen kann ein poetisches gefühl vermittelt werden. und das, genossen und brieftauben, kann jedem von uns mut machen.

    willkommen im wolkenstein-forum!
    Ganz sicher gibt es schmerzstillende Erkenntnisse. Zu wissen, nichts zu wissen, ist mehr als ein poetisches Gefühl. In Genossen von Bossen, Brieftauben und Briefen, Efeu und Heu nicht nach Schmerzlinderung suchen zu müssen - bedeutet die Anwendung des GE-dankens. Eine dauerhafte Anwendung, auch solch an sich verstaubter Gedanken, lässt sich mit nährender Kohärenzwirkung, destruktiver Ablehnungsinterferenz oder Ambivalenz kombinieren. Zu wissen, nichts zu wissen, macht das Urteil unnötig. Wenn ich weiß, dass ich nichts weiß, kann ich nämlich gar nicht urteilen. Ohne begründbares Urteil wäre dann das Recht-Haben-Wollen völlig absurd. UN-OD: Damit wäre jede Aufregung sinnlos. Ohne JEDE Form von Aufregung könnten wir etwas sehen, was wir vorher nicht gesehen haben.

    Eine schmerzstillende Erkenntnis, im Efeu gefunden:
    Die Herzen heilen des Verstandes Wunden,
    ist es nicht an Schmerz im Hirn gebunden.
    So führt manch spitzer Stift zum Runden.

    Sprach Wallenstein aus staubig Buche,
    nicht von der Tat, die ihn verfluchte?
    Was ist es nur, was Mensch in Büchern suche,
    ist´s nur, was uns´re Seele blindlings buchte?

  5. #5
    Horst Globert
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    AW: nicht schreiben

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen

    ... trotz dieser drei inhaltlichen inkontinenzien ist der text irgendwie rund. das bedeutet: auch aus dem (semantisch scheinbar) falschen kann ein poetisches gefühl vermittelt werden ...

    Wieso kam das Gefühl aus dem ... "falschen"? Wieso falsch?

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    was ist falsch?

    Gefühle sind selten etwas Falsches. Mancher spielt sich oder anderen etwas vor, aber auch aus diesem Vorspielen können sich ächte Gefühle ableiten. Menschen haben eine mitunter komplexe Gefühlslage und aus dem Vorgemachten entwickelt eine Gefühlswelt, die schon durch die stäte Nutzung so in Fleisch und Blut übergeht, daß der Körper zwischen Kern- und Oberflächengefühl nicht mehr unterscheidet. Das Falsche wird zu einem Gemenge und bewirkt das, was reinere Naturen als Substanzgefälschtes wahrnehmen: das falsche Lachen, der verschlagene Gesichtsausdruck...

    Ähnlich, aber doch auch anders verhält es sich im SEMANTISCHEN, also in der Verwendung der Wortbedeutungen in einem Text. Wenn der Verstand Begriffe verwendet, die er eben nicht anderes kennt (aus Unkenntnis, Halbwissen oder schlichtweg falscher Wissensvermittlung) oder wenn er verwirren will (was ja auch vorkömmt), so können dennoch falsche (semantische) Voraussetzungen dazu führen, daß sich dem Leser das Grundgefühl, das des Meinenden, mitteilt, weil dieses Grundgefühl ehrlich war.
    Das ist bei diesem Text mein Eindruck.

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Richard
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    AW: was ist falsch?

    Hallo Leute,
    hm, "hätte ich den staubigen Schiller-Band lieber im Regal gelassen" - So die Übersetzung. Ich dachte, das wäre ersichtlich (Autorenperspektive). Das mit den Tauben ist gar nicht so abwegig, das kann ich euch sagen. Ach ja, ich schrieb über schmerzstillende Buchstaben, nicht über schmerzstillende Erkenntnisse - die Interpunktion gibt das vor, kann aber auch irreführend sein, ja. Danke für die Eindrücke!

  8. #8
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: nicht schreiben

    Zitat Zitat von Schwarzer Krauser Beitrag anzeigen
    hatten wir nicht mal solch einen hunger
    nach den schmerzstillenden buchstaben,
    den erkenntnissen, deren habseligkeiten.
    Eigentlich ein Fragesatz, aber gut, nehmen wir dies als rhetorische Frage, die, in einem lyrischen Text sowieso nicht, kein Fragezeichen benötigt, um als Tatsache des Vorwurfs verstanden zu werden.
    Allerdings aber sind bei Dir Erkenntnisse ein den Buchstaben nachgeordnetes, bestenfalls gleichgewichtetes Ereignis. Die Interpunktion stellt genau das klar.

  9. #9
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    AW: nicht sprechendes (Unterbewusst)sein

    Das Unbewusste spricht nicht in Buchstaben, daher gar nicht in den Worten des Verstandes. Es jedoch in der Lyrik unbewusst anzusprechen, ist dem obigen Gedicht gelungen. Durch die Überforderung, die Inhalte in für Neo Kortex verständliche Beta-Wellen zu übertragen, drehen wir am Rad und stellen auf Theta, Gamma und gleichzeitig entspannten Alpha-Modus um.

    Die Anspannung, verstehen zu wollen, entfällt beim "runden Gedicht", so hofft mein Wellengesamtmuster immerhin. Buchstaben sind Wellen im Beta-Modus, die mit Symbolen im unbewussten Theta-Modus verknüpft werden, die den Raum bestimmen, den Sprache aufzuspannen in der Lage ist. Ob wir den angespannten Alpha-Modus wählen oder den Entspannten, entscheidet der jeweilige Gehirnbenutzer.

    Ist Lyrik am Ende die Sprache des Unbewussten, die im Bewussten als Unterton mitklingt? Im Dreiklang kämen noch die Gamma-Wellen dazu. Funkfrequenzen und ihre Resonanzschwingung auf mehreren Ebenen der Existenz von Präsenz. Eine andere Saite anschlagen, sagt der Volksmund. Wobei der Ton die Musik, und viele Töne das Lied ergeben.

    Beschwingt durchs Leben gehen ist von einem Gesamtresonanzsystem abhängig, die Wahl der Buchstaben bewirkt Klangmuster bestimmter Bedeutung. Zwischen den Worten ist immer auch ein Text an das Unbewusste, wie ein Text an ein Gesamtbewusstsein.

    Wieviel Oktaven ein Instrument umfasst, bestimmt die Verwendungsbreite möglicher Frequenzübertragungen. In Bildern, Tönen oder sprachlichen Mehrdimensionalitäten "zu denken" schaltet die Theta-Wellen mit dazu. Soviel ist wohl bisher klar. Gedichte sind dann vielleicht so etwas wie "Stimmgabeln" in einem Resonanzsystem interkultureller Bedeutungsentfaltung von Buchstabenverknüpfungen.

    Sich alle Instrumente eines Orchesters "auszumalen" und vor dem inneren Ohr "ablaufen" zu lassen, schaltet eine "erweiterte Sinnesleitung" dazu. Jede Dimension hat bestimmte Sinnverknüpfungen. Zwischen den Zeilen von Buchstabenzellen stehen bestimmte Schwingungen und Töne, die immer alle Ebenen ansprechen, jedoch nicht immer (sofort) Resonanz im Bewusstsein finden. Wobei das nicht sprechende Unbewusste immer alles "hört".

    Gesamttthese: Jeder Buchstabe ist Schwingung, jedes Wort eine Schwingungsfolge in einem individuellen Resonanzsystem. Die Kombination heilsamer Buchstaben könnte heilsame Worte ergeben. A und O ist dabei das M. Symbol für das M ist das Meer, also ein "Wasserbuchstabe"...

  10. #10
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Richard
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    AW: nicht sprechendes (Unterbewusst)sein

    Ja Chef, so kann man das stehenlassen.

    WSIB: Wow..!? So habe ich das mit Sicherheit noch nie gesehen/gehört. Dankeschön.

  11. #11
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: nicht sprechendes (Unterbewusst)sein

    krame gern mal in den tiefen des forums... stolperte eben über WSIBs bemerkung, "das Unbewußte spricht nicht in Buchstaben".

    weiß nicht genau, deshalb stelle ich folgendes anheim: wie teilt es sich mit? meiner kenntnis nach baut sich UNBEWUßTES wie eine sprache auf.

  12. #12
    kls
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    AW: nicht schreiben

    Ja, so steht es auch in der philosophica. Aber der Aufbau des Unbewussten muss nicht sprachähnlich sein. Warum sollte es mit Symbolen operieren, wenn ihm doch die Empfindungen zur Verfügung steht? Ich habe doch keine verborgenen Ängste, die grammatikalischen Regeln folgen. Vielleicht ist an der Grenze zwischen Unbewusst- und Bewusstsein Begrifflichkeit vonnöten, aber m.E. nicht in den Tiefen des Mentalen. Und wir können noch nicht einmal nachgucken.

  13. #13
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: nicht schreiben

    damit wirfst du ein nächstes, sicherlich damit zusammenhängendes problem auf, karlchen, nämlich das der begrifflichkeit. benötigt sprache begriffe? auch darauf kann ich dir keine antwort geben. mein gefühl sagt mir, eher nein. sprache muß sich NICHT in begriffen bewegen, auch nicht in begrifflichkeit. begriffe sind abstrahierte sprache, aber sprache geht über dieses abstraktum hinaus. wäre es anders, besäßen stumme keine sprache. die sprache der liebenden kennt eher KEINE begrifflichkeit.

  14. #14
    kls
    Laufkundschaft

    AW: nicht schreiben

    Braucht eine Biene Worte um ihren Artgenossen per Schwänzeltanz die Flugroute zum Happa-Happa mitzuteilen? Muss man das Wort 'Liebe' kennen, bevor man liebt?

    Also, wenn ich meinen Gedankenursprüngen hinterher recherchiere, komme ich zu erstaunlichen Ergebnissen, welche kaum mitteilbar sind. Der Ursprung meiner Gedanken liegt weit hinter den Worten, mit denen ich versuche herauszufinden, wer oder was oder wie. Nach dem 'Warum' frage ich inzwischen schon gar nicht mehr.

    Blicke brauchen auch keine Worte und sind dennoch oft Mitteilungen.

    Das Denken KANN nicht wortgebunden sein. Und das, was an Geheimnisvollem VOR dem Denken passiert entzieht sich der exakten Beobachtung, nur eines ist sicher: Worte braucht es nicht.

    Ich denke nicht: Beethovenstraße Nr. 6, sondern sehe Bilder, werde von Erinnerungsfetzen besucht und innerhalb einer 10'tel Sek. mit mehr Informationen von innen versorgt, als Worte zulassen würden - das 'Geschriebene' erst recht.

  15. #15
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: nicht schreiben

    Begriff/Begrifflichkeit/Begreifen/Greifen. Der Volksmund sagt: "Du bist schwer von Begriff" -Du hörst meine Worte, aber du verstehst sie nicht - bezieht sich allerdings nicht nur auf Worte, sondern auch auf Gesten. Wir reden auch vom Inbegriff. Diese Blüte ist der Inbegriff von Schönheit. Hier ist der Inbegriff ein Synonym für die Vollkommenheit, während der Begriff die Essenz mehrerer Worte ist. Der Begriff fasst die Wort ganzer Gedankengänge zusammen, weshalb uns das Begreifen auch manchmal so sprachlos macht.

  16. #16
    andere/dimension
    Laufkundschaft

    AW: nicht schreiben

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    die sprache der liebenden kennt eher KEINE begrifflichkeit.
    hm, geht man nach dem Duden (Begriff), liest sich das wie folgt:

    Begriff Worttrennung: Be|griff Beispiel: im Begriff sein Gesamtheit wesentlicher Merkmale in einer gedanklichen Einheit; geistiger, abstrakter Gehalt von etwas


    zeichnet nicht gerade das die "Sprache" der Liebe aus?!? Beginnt die Liebe nicht dort, wo Worte enden?

  17. #17
    kls
    Laufkundschaft

    AW: nicht schreiben

    Und endet Liebe nicht oft dort, wo Worte beginnen. Mir kam es jedenfalls immer so vor. Je mehr geredet wurde, um so mehr Missverständnisse entstanden.

  18. #18
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: nicht schreiben

    Und endet Liebe nicht oft dort, wo Worte beginnen. Mir kam es jedenfalls immer so vor. Je mehr geredet wurde, um so mehr Missverständnisse entstanden.
    Ja, das ist als Umkehrschluss ebenso richtig.

    Die Liebe überbrückt den Abgrund zwischen Wunsch und Wirklichkeit und jedes missverständliche Wort entnimmt der Brücke eine Planke, bis man letztendlich ins Wasser fällt. Ist aber, wenn man schwimmen kann, auch nicht wirklich ein Problem.

  19. #19
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    AW: nicht sprechendes (Unterbewusst)sein

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    krame gern mal in den tiefen des forums... stolperte eben über WSIBs bemerkung, "das Unbewußte spricht nicht in Buchstaben".

    weiß nicht genau, deshalb stelle ich folgendes anheim: wie teilt es sich mit? meiner kenntnis nach baut sich UNBEWUßTES wie eine sprache auf.


    Was unter dem Link darüber steht, beschreibt es vom Verstand. Ein Aspekt scheint mir eine Verbindung zu öffnen, die eine greifbare Analogie bereitstellt:

    "dem instinktiven Trieb der Spiele und der Suche nach Befriedigung des Lustprinzips unterworfen"

    C.G. Jung formte den Begriff des "Inneren Kindes" weiter aus. Im Grunde wird dieser Aspekt schon von Jesus Christus eingeflochten, wenn er sagt:

    "So ihr nicht wieder werdet wie die Kinder..."

    Daher möchte ich die Sichtweise auf das Unbewusste um den Aspekt der Archetypen ergänzen. Statt einer freudlosen freudianischen Tiefenanalyse der unbewussten Aspekte wird dem Inneren Kind in "Spiel- und Traumzeiten" die Hand zur Kommunikation gereicht. Der kreative und schöpferische Ausdruck in der Kunst ist ein Fenster zum Unbewussten.

    Wo ist die Lebensfreude, die wir als Kind empfunden haben, nur geblieben?

    Kondensat des Inneren Kindes ist die Sehnsucht. Goethe hat diese Erneuerung durch das Wiederentdecken des Staunens und der Lebensfreude in dem Gedicht "Selige Sehnsucht" als Wesenszug beschrieben:

    Sagt es niemand, nur den Weisen
    Weil die Menge gleich verhöhnet
    Das Lebendige will ich preisen
    Das nach Flammentod sich sehnt

    Und so lang du das nicht hast,
    Dieses Stirb und werde
    Bist du nur ein trüber Gast
    Auf der dunklen Erde

    (Sagt es allen durch das Helle
    Weil das Ego sich verzehret hat
    Vergebung ist Erlösungs Schnelle
    wendet sich das goldne Zifferblatt)

    Wenn wir uns diesem Erneuerungsprozess stellen, können wir die kreativen Möglichkeiten, die Bilder des Inneren Kindes ausdrücken zu lernen, als innere Ganzheit erleben. Gerade wenn etwas vergeht, erscheint das Innere Kind als Möglichkeit und erfüllt uns mit ursprünglicher Lebendigkeit. Das Alte vergeht, um dem Neuen Platz zu machen. Das kollektive Ego hat sich aufgerieben, es bleibt Selbst-Zerstörung und Tod oder die Auferstehung und die Wiedergeburt in das Leben. Kooperationsabsciht ist die Grundlage dieser Entscheidung.

    Jung sprach sogar von bestimmten Initiationsritualen, die den Inneren Kind einer Gemeinschaft Raum zur Entfaltung bieten. In den Buchstaben der Sprache sehen wir nur Symbole von Symbolen.

  20. #20
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Richard
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    AW: nicht schreiben

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    schiller ist nicht staubig. tauben ficken nicht im efeu. erkenntnisse sind nicht schmerzstillend.


    Hinter unserem Haus steht eine uralte Kastanie, die massivst mit Efeu umwuchert ist und mittlerweile die unteren Astreihen förmlich in Beschlag nimmt. In diesem, ich nenne es jetzt mal Dickicht, halten sich gerne Tauben auf, ficken, und bauen ihre Nester usw. Ich kann das jedes Jahr beobachten bzw. hören.

    Ich bedanke mich herzlich für die damalige Diskussion. Mir war sie irgendwann einfach zu weit weg vom eigentlichen Text, daher klinkte ich mich aus. Ich bitte um Entschuldigung.

    MfG

  21. #21
    pjesma
    Laufkundschaft

    AW: nicht schreiben

    Traenen gelacht wegen Tauben, ich duerft nicht wagen zu sagen warum. Ich wuerd, waere ich den fickenden tauben neidige oder sogar grimmige lyrische ich a) warten auf bessere Zeiten, b) die Tauben zu anderen Tauben verscheuchen. Hab gelesen Efeu ist nicht so das bestes.
    LG

  22. #22
    pjesma
    Laufkundschaft

    AW: nicht schreiben

    Wsib, kannst du denn nicht ein bisschen runterreiten von so viel paella? Iss doch mal eine Frigadelle. Oder ein Krapfen. Oder ein Klos. Ich empfehle mit Marillen. Vorsicht, hat kein Loch und ist heiss. Schnute brennt, aber dann weisste bist ja noch da.

  23. #23
    pjesma
    Laufkundschaft

    AW: nicht schreiben

    Vermutlich fettnaepfchen gewesen. Dennoch, wie war das kolleginenwort: logorhõe oder so.

  24. #24
    Frank Rept
    Laufkundschaft

    Logorrhoe

    Sprechdurchfall ... als angebotene Erklärung. Das hört sich wertend an, ich lehne das ab.

  25. #25
    pjesma
    Laufkundschaft

    AW: nicht schreiben

    Ach werter Frank, seien sie nicht so ablehnend. Lehnen sie sich an. Das Schweigen, wenn sie preferieren.

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