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Thema: Das Laken

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Das Laken

    Hallo, ich bin Lou und stelle euch erstmals einen Text von mir vor... ich wäre froh um anregungen... vielen dank

    Das Laken

    Dein Laken liegt da
    wie ein toter Hund,
    das Rückgrat gebrochen
    -kalt
    und plötzlich rau...
    Das, was mal rein war,
    erschreckt in seinem weiss...
    Das Licht zu grell,
    die Farben zu blass,
    deine Haare verklebt im Nacken...

    Der Weg nach vorne ist versperrt-
    ein verkrusteter BLutfleck erinnert an die Nacht...

    danke fürs lesen...

    lou

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Das Laken

    das ist ja gräulich!

    später...

    wenn ein laken kein rückgrat hat! ansonsten empfehle ich o.b. davor und kochwäsche bei 80 grad danach.

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Das Laken

    Liebe lou! Schnoberles kurze Bemerkung bringt die Qualität dieses Textes auf den Punkt: Für einen Menschen, der Relationen (Bezugssysteme innerhalb kurzer und verknappter, überstrukturierter Sprachsysteme) in Deinem Text sucht, kann das Urteil nur GRAUSAM oder ähnlich lauten.

    Du hast ein Laken, einen Hund, einen Menschen, einen Fleck, nasses Haar und eine Nacht in ein Bezugssystem zu bringen. Na dann. Versuch es noch einmal!

  4. #4
    Kurzvormabschussiger
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    danke für die ehrlichkeit

    hallo ihr...
    bin zwar ein bisschen pikiert (schreibt man das so? ), aber bin froh über die ehrliche meinung. aber könnt ihr mir nicht etwas genauer sagen, was euch an diesem text nicht gefällt? ich schreibe eben ziemlich abstrakt und mir haben die bilder dieses gedichtchens bisher gefallen... bin aber offen für kritik, will ja weiterkommen...

    danke...

    lou

  5. #5
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    ich finde nicht, daß du abstrakt schreibst, sondern ganz konkrete bilder einsetzst. was hältst du hier von dem titel "aufbruch"?
    mir gefällt dein genauer blick sehr. mit dem "du" im "ich"-losen gedicht bleibt nur immer die frage offen, ob das lyrische ich nun sich selbst anspricht oder ein gegenüber? danach entscheidet und unterscheidet sich hier denkich maßgeblich der fühlraum.

    schön, daß du da bist

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    also genauen blick sehe ich da nicht.

    habe noch nie ein laken mit einem gebrochenen rückgrat gesehen und für einen felgeaufschwung auf eine metaebene fehlt mir die power.

    abstrakte" gedichte schön und gut, aber die bilder sollten ineinanderfließen, so ist alles viel zu unbestimmt. ich dacht mir: wird das jetzt eine waschmittel- oder schummriglichtwerbung?

    sicher gibt es ein du, dein laken, dein haar, aber man weiß nicht, ob dieses du das laken tranchiert und/oder superkleber im haar hat.

    außerdem blut in einem gedicht ist mir immer zu heftig. außer es kommen mörderzungen drinnen vor.

    blut steht einfach für zu vieles. schreib ein gedicht, wo ein menschliches handeln durch das mahlen einer kaffeemaschine zum ausdruck gebracht wird.

    ist bloß eine kleine schule der geläufigkeit, bringt dich aber möglicherweise weiter.


    schnobs

  7. #7
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    ist klar. fehlt ja am genauen blick. sonst hättest schon tausende laken mit gebrochenem rückgrat gesehen. das ist geradezu lakentypisch, wenn auch meines wissens noch nicht so gut benannt. schau mal genau hin.

    das (un?)menschliche handeln wird hier durch ein laken zum ausdruck gebracht. eine kaffemaschine wäre hier kein genaues bild gewesen.

    auch liegt nichts unbestimmtes in dem gedicht. es ist ein sehr genaues gewebe von bezügen - aber ich wiederhole mich.

  8. #8
    schreibt hier hin und wieder
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    stimmt!

    stimmt suz, du wiederholst dich. wie wäre es anstelle dessen mit stimmigen begründungen?

  9. #9
    schreibt hier hin und wieder
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    So ganz übel ist das nicht. Das Bild jedenfalls, das vom Laken mit dem gebrochenen Rückgrat, ist neu. Was (mir) nicht gefällt, sind die letzen beiden Zeilen, du liebe Zeit: das Wort "Blut" in einem Gedicht ist schlimmer als Herz/Schmerz, dann die 4. Zeile, weil unverständlich, und die Endungen mit den Pünktchen '...', da fehltem dem Schreiber wohl die Worte (das passiert oft, muß man aber nicht so deutlich zeigen).

  10. #10
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    ich werde Lou hier nicht interpretieren.
    im unterschied zu herz/schmerz/blut ist das blut hier ein konkreter indikator, nicht eine koketterie eines als-ob-dichters. es hier zu verbannen, hieße die aussage zu streichen, was bei blut in anderen gedichtlein ohne verlust geht.

  11. #11
    Kurzvormabschussiger
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    danke, susanna

    zuerst mal danke euch allen, bringt mich weiter... mein bild vom gebrochenen rückgrat deutet auf eine verletzung hin, einen zusammensturz, oder wie susanna den vorschlag gebracht hat: aufbruch... ich probiere in meinen texten, vieles frei zu lassen, so dass sich jeder sein bild machen kann... und das bin ich...<br><br>liebe susanna, ich danke dir von ganzem herzen für deine liebe kritik, das gibt mir gleich wieder mut... vielleicht werde ich am letzten satz noch arbeiten, vonwegen blut, werde es euch dann reinstellen... ich kann es nachvollziehen, dass euch vielleicht mein bild vom rückgrat nicht gefällt, das hingegen bin ich und werde dies wohl nicht verändern....<br><br>euch allen vielen dank, werde eure texte lesen und daraus lernen....schön, dass ihr da seid<br><br><br><br>nochmals zu dem blut in der letzten zeile... ich danke dir, du hast recht, zumindest für mich... dieser blutfleck zeigt die verletzung, es ist ein sinnbild, oder auch ein rinnbild, wie man es sehen will... es geht nicht um das eigentliche blut, sondern um die verletzung, das gefühl nicht an einen punkt hingehen zu können, da die angst einfach zu gross ist... es hat auch mit selbstzweifeln zu tun... dieser text sagt sehr viel zu mir, ist somit authentisch und das blut wird bleiben wo es ist, zumindest im text <br><br>

  12. #12
    Tochter aus gutem Hause
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    das ist aber schade, wenn es nicht um das konkrete blut geht, denn dieses "erzählt" ja die begebenheit so wie ich sie verstehe.<br>es ist aber unschädlich, weil das gedicht für sich allein steht und auch vom autor nicht mehr vereinnahmt werden kann

  13. #13
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Das Laken

    Auch 2017 bleibt dieser Text eine grausam-unlyrische Unentspanntheit, die trotz alas therapeutischer Sendung kaum weniger unlustbefreit lesbar wird.

    Merke: 2004 wurde in diesem Forum über schlechte Texte geredet.

  14. #14
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    AW: Das Laken

    Dein Laken liegt da
    wie ein toter Hund,
    das Rückgrat gebrochen
    -kalt
    und plötzlich rau...
    Das, was mal rein war,
    erschreckt in seinem weiss...
    Das Licht zu grell,
    die Farben zu blass,
    deine Haare verklebt im Nacken...

    Der Weg nach vorne ist versperrt-
    ein verkrusteter BLutfleck erinnert an die Nacht...
    So schlecht ist das gar nicht

    Die markierten Wörter sollte man streichen...bzw durch andere Begriffe ersetzen

    Beispiel:

    Das, was mal rein war
    was einst rein
    erschreckt in.....


    Dein Laken liegt da
    wie ein toter Hund,

    wie ein toter hund
    liegt das laken

    ...ohne "da" auszu -sprechen/schreiben


    ich drücke es mal so aus: es handelt sich um "Bilderfetzen"...um Fragmente - also würde ich auch meine Sätze nicht ausformulieren - so bekommt das Unausgesprochene...bzw das, das mitgedacht wird/werden muss...mehr Gewicht.


    Der Weg nach vorne ist versperrt-
    ein verkrusteter BLutfleck erinnert an die Nacht..
    hat den Charakter einer Auf-Zählung....

    Der Weg nach vorne versperrt
    und einzig ein roter Fleck
    erinnert an die Nacht

    ...hier dann gerne ausformulieren



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