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Thema: Dschingis Khan - der Ferne Osten

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Überfluß schafft Gier

    Die Mongolen unter Dschingis Khan trieb nicht der Hunger nach Westen, sondern der Überfluß. Zahlreiche milde Winter und feuchte Sommer ließen um 1210 die Weiden in Nordostasien sehr üppig wachsen und erhöhten die Zahl der Pferde beträchtlich. Der Überfluß führte zur Gier, dem Wunsch nach mehr, zudem konnten wegen der Mehrzahl an Pferden auch mehr Krieger ausgerüstet werden.

  2. #2
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    Post Dschingis Khan - der Ferne Osten

    Die Mongolen bevölkern bis heute die Hügel und Weidesteppenlandschaften Mittelasiens. Dort herrschte keiner, dünn besiedelt war das Land, wenig fruchtbar zumeist, wenig ergiebig. Im Süden und Südosten lebten die Chinesen, der Westen war ihnen unbekannt, der Norden unwirtlich und bewaldet, also nichts für diese Reitervölker, die das weite Feld benötigten, um auszuschreiten. Sie handelten nicht, sie eroberten und beuteten aus. Herrenmenschen auf Pferden, schnell schießend. Sie waren nicht besonders groß, nicht kräftiger als die Menschen, denen sie begegneten, aber sie hatten eine Kampftaktik entwickelt, die sie beinahe unbesiegbar werden ließ: schnell im Verbund schießend, unbarmherzig. Im Unterschied zu anderen Welterobern trug die Mongolen kein Glauben. Sie ließen es ohne Bedenken oder Widerstand zu, daß sich buddhistische, manichäische und christliche Aspekte in ihren Schamanismus mischten, nahmen auch Aspekte des Islam auf, ohne selbst ein Glaubenssystem auszubilden. Das bedeutet, daß die Mongolen kamen, um zu erobern und zu herrschen, aber kein Konzept besaßen, ihre Herrschaft nachhaltig zu sichern. Ihr bedeutendster Herrscher, Dshingis Khan, drang um 1200 [1], von der inneren Mongolei kommend, zuerst nach Süden vor und zwang die Chinesen zum Bau der Chinesischen Mauer, die er nicht überwinden konnte. Dschingis Khan wandte sich nach Westen und überrannte seine Gegner, die er abschlachtete oder versklavte. Er konnte die russischen Herren zu Tributen zwingen, schlug die Polen und zog weiter und weiter Richtung Westen. 1227 starb er. Sein Sohn Ogotai übernahm die Herrschaft der Goldenen Horde, wie die Mongolen auch genannt wurden. 1241 schlug sein Enkel Batu ein deutsches Ritterheer in Schlesien und stand nunmehr auch in Mitteleuropa. Aber Ogotai starb überraschend und Batu kehrte nach Asien zurück, um seine Ansprüche auf den Thron zu sichern. Damit war die Gefahr für Mitteleuropa gebannt. Rußland aber zahlte zweihundert Jahre lang Tribut an die Goldene Horde und war nicht in der Lage, die Mongolen zurückzudrängen. Das hatte große Auswirkungen auf die russische Seele, die dadurch einen überstarken Hang zur Demut und Gewalt erhielt. Die inneren Kräfte, die fremde Herrschaft abzuschütteln, waren nicht stark genug. Man zahlte den Tribut und fand nicht zusammen gegen den gemeinsamen Feind.

    Noch weiter im Südosten, im Pazifik, existierte ab etwa 1300 ein Großreich, Tonga. Jüngste Ausgrabungen auf Tongatapu brachten ein 50 ha großes Areal zutage, auf dem sich die Könige dieses Imperiums auf Kalksteinblöcken verewigten. Sie ließen Kanuhäfen, Badebrunnen, Handelsstraßen und ähnliche auf eine Hochkultur schließende Infrastrukturmaßnahmen bauen, wozu sie Kalksteinblöcke aus dem 2500 km entfernten Tahiti heranschaffen ließen.

    Aufgabe: Diskutiere die Auswirkungen der mongolischen Herrschaft auf Rußland! (II)



    [1] Bereits um 1200, also zehn Jahre vor dem Einsetzen einer sehr milden Wetterperiode im nordöstlichen Asien, griff Dschingis Khan seine Gegner an. Vielleicht wäre er nie der große Eroberer geworden, wenn nicht zwischen 1211 und 25 eine Wetterperiode mit milden Wintern und feuchten Sommer, wie der Amerikaner Neil Pederson vermutet, die Weiden sattgrün werden ließ und zu mehr Pferden, mehr Menschen und mehr Lust auf Eroberungen geführt hätte.

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