+ Antworten
Ergebnis 1 bis 9 von 9

Thema: novemberblut

  1. #1
    Mitgestalter
    Registriert seit
    8.December 1998
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    1.015
    Renommee-Modifikator
    22

    novemberblut

    der himmel hängt klar
    wie hechtsuppe -
    als dümpelten herbstfische oben.

    ein regen hier,
    ein regen da.

    man kann jetzt auch schon kerzen am tage.
    wenn einer wagt.

    krähen zum trutz herrscht einkehr vor.
    die felder sind doch lange schon brach.

    ein keckern noch.
    ein krakelen.

    dann ruh.

    sanft breitet sich november wie ein laken.

  2. #2
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    9.September 2004
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    39
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: novemberblut

    lieber paul, was ist "trutz"? ich kenne dieses wort nicht... da kann ich ja noch was lernen...

    mir gefällt das bild mit der hechtsuppe, das habe ich noch nie in einem gedicht gelesen, es ist so schön unumschmeichelt


    lou

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.366
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    10

    AW: novemberblut

    Es fehlen die Wildgänse, die jetzt immer noch ziehen und dem Himmel mit ihrem Geschrei eine krächzend-lebendige Tonart verpassen. Wenn mich nicht alles täuscht, so fliegen diese Vögel immer an der Elbe lang, quasi von Nordwesten nach Südosten und weiter. Ich seh sie zur Zeit jeden Morgen über Tangermünde/Elbe, etwa 50 Kilometer nördlich von Magdeburg. Sie landen dann im Überflutungsland der Elbe und warten auf etwas, auf andere Gänse. Dann geht's weiter in der Formation, nach Süden, nach Süden.



    Und sind sie weg, dann ist immer noch keine Ruhe, dann grummelt's und brummelt's, Winter will, darf aber noch nicht.

    TRUTZ heißt Schutz, quasi. Ein Trutzbündnis ist ein Schutzbündnis. Aber ich habe Krähen noch nie so empfunden. Vielleicht mag Paulchen einfach manchmal den Klang mehr als das Semantische. Das ist eh zumeist Ballast.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    27.July 2000
    Ort
    Freiburg im Breisgau
    Beiträge
    446
    Renommee-Modifikator
    20

    AW: novemberblut

    Gefällt mir. Sehr. Erinnert mich an meine Zeit im Norden. Hier zwitschern die Spatzen bis in den November, dann wird es arschkalt und sie pumpen sich auf, schweigend und beleidigt. Bis zum Februar, dann geht es wieder los, das Zwitschern.

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    5.June 2002
    Ort
    München
    Beiträge
    764
    Renommee-Modifikator
    18

    AW: novemberblut

    wo ist denn das blut?
    "sanft breitet sich november wie weißes blut"
    titel sollen ihr versprechen auch einhalten :wasgeht?: da bin ich kinderstur.

  6. #6
    Mitgestalter
    Registriert seit
    8.December 1998
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    1.015
    Renommee-Modifikator
    22

    AW: novemberblut

    ach ja, hier wollt ich lange schon reworten.
    mais oui, madame, kindersturheit hat hier ein recht.
    hoffe ihr dahingehend zu genügen, daß ich mit einem weißen laken immer einen blutfleck verbinde...

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    4.May 2000
    Beiträge
    108
    Renommee-Modifikator
    20

    paßt alles

    den november sehr schön getroffen.
    und passt zum heutigen tage.
    als abschluss.
    das laken drüber gedeckt.

    Tigerlilie

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    7.May 2001
    Ort
    St. Gallen
    Beiträge
    502
    Renommee-Modifikator
    19
    "wenn einer wagt."
    dürft raus, meinetwegen.
    ansonsten: nix zu mäkeln. im gegenteil. und auch hier gibts eine, und vielleicht eine der schönsten verszeilen überhaupt drin, die allein für sich schon ein gedicht ist: die letzte: der november als laken. wunderbar.

  9. #9
    Mitgestalter
    Registriert seit
    8.December 1998
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    1.015
    Renommee-Modifikator
    22
    verbeug ich mich mal dankend.

    wenn einer wagt wech?
    dann stehtse aber gar so einsam da, die zeil zuvor.

    man könnt ja am schluß noch spielen und dem scheff damit gar genüge tun, weil ich mal wieder ein verb verschluckte - bzw. einen teil dessen -
    nämlich aus.

    sanft breitet sich november wie ein laken.

    aus.

+ Antworten

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •