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Thema: in anlehnung opheliens

  1. #1
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    in anlehnung opheliens

    (wenn es erlaubt ist)

    frost

    nackt watet er über den splitternden acker.
    blut dampft unter seinen schritten,
    schmerzt und taut den boden.

    watet weiter und verstört schrecken krähen auf.
    kreisen noch lugend, wissend.
    ziehen dann ins unsichtbare hinfort.

    er watet weiter, stolpert zuweilen über schollen.
    da hinten, schwarz im hintergrund die silhouette -
    der alte baum!

    die letzten meter kriecht er.
    ah, der baum, er strahlt wärme.
    dort legt er sich ihm zur ruh.

    schon kreisen wieder die krähen.
    lassen sich auf dem baum nieder und warten.
    sie keckern nervös.

    jetzt ist ihre zeit.
    als es dunkelt lassen sie sich nieder.
    dann ist er ihrer.

    nächtens kommt noch ein fuchs.
    und ein paar mäuse.
    den rest erledigt die natur.

    der baum wird im frühling wieder blühen...

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: in anlehnung opheliens

    Eine poetische Stimmung ist hier sicherlich erreicht, aber sie wurde nicht verdichtet, sie besitzt nur Einzelbestandteile, die auf der Bühne herumliegen. Es mag an diesem ER liegen, an IST und an DER, an solchen Distanz aufbauenden Worten, die zwar im Kontrast zur poetischen Grundstimmung stehen, aber den Spagat zwischen Du und ICH nicht bewältigen, sie stehen starr und darben. Würden sie vergehen, wäre hier auch viel erreicht.

  3. #3
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    AW: in anlehnung opheliens

    Der poetischen Stimmung möchte ich mich anschließen, mir gefällt außerordentlich, wozu meine Zeilen inspirierten...

    Was mich ein wenig irritiert, ist folgendes:

    Watend, so bewegen sich für mich Störche u.ä., aber Frost? Das klingt ein wenig seltsam, schwer vorstellbar.

    Dann, warum gleich drei Strophen watend beginnen? Denke, dass die erste völlig reicht. Einzig für die dritte bräuchtest du dann einen passenden Ersatz, um den Bogen zu Nr. 1 wieder zu kriegen.

    Und die vorletzte Strophe klingt mir irgendwie zu aufgesetzt, sie scheint mir aus dem Bild zu fallen, aber das mag mein persönlicher Eindruck sein.

    Lieber Gruß

    Ophelia

  4. #4
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    a. und o.

    lieber a,
    einer muß doch, oder? also insofern ein er, der und ist.
    wer sonst?
    oder was?

    liebe o,
    oui, waten mag zu viel, zu oft und zu geschritten wirken.
    man könnte ruhig noch ein stolpern einpflügen.
    krabbeln, hecheln, beinahe wundwaid, ähm, waidwund...?
    (ein-geh-weide bömmeln hinterher...)
    die vorletzte soll so bleiben, wenns beliebt.
    das ist so wie es ist.
    hier keine beschönigung.
    aber auch keine weg-lassung.

    die letzte ist eher eine übertönung.
    sie könnte weg bleiben... -
    aber a sagte ja bereits, daß man nit zu früh schlafen gehen solle...
    so steht sie da.
    nun ham wa den salat.
    wie gehts weiter?

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    Oh, ich glaube, da hab ich mich falsch ausgedrückt, Mißverständnis. Ich meinte die Strophe mit dem Fuchs und den Mäusen. Die andere ist völlig o.k. - ein sehr schönes Bild.

    Und das andere, laß ihn ruhig kriechen und hecheln und stolpern, aber warum waidwund? Wer hat ihn verletzt, die Krähen?

    Lieber Gruß

    Ophelia

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