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Thema: den himmel unter mir

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    den himmel unter mir


    den himmel unter mir

    so lebe ich hin
    an zwanzigsten jännertagen wie diesen
    gehe ich verloren auf dem kopf

    die strassen rauf und runter
    blättert letzter herbstwind
    in den zeitungen von gestern
    treibt er wie gewöhnlich
    der wind
    das neue aus den zeilen

    während eine alte katze
    über den dächern der stadt
    noch die krallen wetzt
    hängt der mond tiefer ins zimmer
    bis ans bett reicht er schon
    der mond

    dass ich ihn für die lampe
    auf dem nachttischchen halte
    und versehentlich

    ausknipse.

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: den himmel unter mir

    der erste absatz scheint mir net ganz dazu zu passen, aber mit dem titel und der letzten strophe ein wundervolles eigengedicht zu sein:

    den himmel unter mir

    so lebe ich hin
    an zwanzigsten jännertagen wie diesen
    gehe ich verloren auf dem kopf

    daß ich den mond für die lampe
    auf dem nachttischchen halte,
    ihn versehentlich

    ausknipse.


    die zwei mittleren strophen sind eine harte "t" attacke, denn dieser laut tönt massiv heraus. warum, erschließt sich mir nicht, möcht aber am liebst "mont" zum mond sagen. es ist wohl eine abwehr einer unsinnigkeit, dieser mont.

    mir geht auch der sinn für die doppelpronomen: er, der mond; er, der wind nicht ganz auf: beide er können hier ausnahmsweise mit melodischem gewinn entfallen.
    finde diesen mittelteil auch schwächer. beide rilke-linien: herbstspaziergang und menschen bei nacht assoziiere ich. das kopfstandbild des obigen gedichts finde ich hier im mittelteil nicht, wenn es zusammenbleiben muß nach deinem willen, so sollte hier auch diese perspektive sein.

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: den himmel unter mir



    den himmel unter mir

    so lebe ich hin
    an zwanzigsten jännertagen wie diesen
    gehe ich verloren
    auf dem kopf
    hängt der mond verkehrt herum ins zimmer
    bis ans bett reicht er schon

    dass ich ihn für die lampe
    auf dem nachttischchen halte
    &
    ausknipse.

  4. #4
    Moderator
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    AW: den himmel unter mir

    oh ja, mr. jones, susanna hat einen blick, wie soll ichs sagen? genau diese zeilen sind mir ins auge gefallen, aber ich wäre nie auf die idee gekommen, alles andere zu streichen um diese wunderbaren zeilen zu erhalten...

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: den himmel unter mir

    yepp, so ist sie, die susanna. ein teufelsweib.
    hab ich übrigens schon danke gesagt und so? danke. dir susanna, für den vorschlag selbstverständlich. dir, Layla, für die "wunderbaren zeilen".
    und gutnacht allerseits.

  6. #6
    rodbertus
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    AW: den himmel unter mir

    das geht nicht. der mond dringt bis in unsere herzen und trifft dort unsere sehnsucht, pöppelt sie und verlässet uns. das ist er! oder, wie paul es hier richtig sagen würde, sie. denn genau das macht die sehnsucht mit uns, november, januar, märz oder mai, sie schleicht sich ins herz, hirn und in den hoden und verläßt uns dann. aber ausknipsen? wie soll das gehn? bin ich dann tot?

  7. #7
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: den himmel unter mir

    ...20.Jänner, auf dem Kopf gehen: war das nicht Lenz? Aber warum nicht, wenn es so schön eingepackt ist

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: den himmel unter mir

    versehentlich

    den himmel unter mir
    leb ich hin & her
    geh auf dem kopf oder
    sitz auf verrückten stühlen
    und verkehrt herum
    kippt der mond ins zimmer
    bis ans bett reicht er schon

    dass ich ihn für die lampe
    auf dem nachttischchen halte
    & ausknipse.

    ---

    so siehts aus heute. aber schön, das alte dings mal wieder in seinen ursprünglichen fassungen zu erblicken...

    und klar geht das, aero; traurig aber wahr.
    lenz, ja. nicht nur, aber auch und vor allem.

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