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Thema: erst gestern

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    erst gestern

    zur traumzeit war ich deine frau
    erst gestern in einem lager
    gefahren dunkelten jenseits des flusses

    ungünstig standen die sterne
    ein sicherer späher mußte gehn
    ins feindeslager. ich ging

    mit deinen füßen in deinen schuhen
    ich hab dich von fern noch gesehn
    die ganze zeit hast du mich getragen
    und wind war mir deine brust
    bis wir kugeldurchsät fielen und lagen
    da küsstest du mir wie in trennungstagen
    noch im sterben die brust

  2. #2
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    perspektivitis

    brachial-romantisch, aber nicht nur


    ich gestehe, daß ich dir folgen konnte, aber ich gebe zu bedenken, daß mein Blickwinkel eher der der Kugel war als der des Empfangenden oder gar der des lyrischen Ichs; Perspektivenprobleme also

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: perspektivitis?

    im gedicht ist doch gar kein perspektivenwechsel drin, auch kein irgendetwas empfangender und mit der frau wirst dich kaum identifizieren - lyrische ich masken kenn ich eh nicht.

    mit der kugel wärest du brachial gesehen arm dran, weil die erst am schluß überhaupt vorkommt - oder willst du mich gar erschießen?
    also bist du natürlich der empfangende als leser, obs dir jetzt gefällt oder nicht. ich seh da keine perspektivenprobleme, ehrlich nicht.

    was hats eigentlich mit deinem neuen lieblingswort "brachial" auf sich??? kommt halt vom arm, aber das ist ja noch nix schlimmes, oder? subtil wäre wohl der gegensatz, aber welchem -til unter? ist halt anderes sentiment, das leidenschaftliche der seele - mit andeutungen arbeitet der traum nicht, sondern mit klaren bildern, die aber ihrerseits für surreales stehen. zumindest seh ich das so.

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    perspektivitis!

    Keinen Perspektivenwechsel meine ich, ein Perspektivenproblem habe ich. Freilich wirst Du keine Probleme sehen, sonst hättest Du den Text ja auch kaum eingestellt. Ich spreche auch nur für mich; vielleicht aber hat auch ein anderer noch etwas auszusetzen.

    Ich setze hier aus, daß im ersten Abschnitt ein Traum, ein Lager, eine Frau, ein Du und Gefahren gibt, wo hinzu Du es dunkeln läßt. Ein Fluß ist da auch noch. Das läßt sehr viele Referenzen, Redundanzen und Interferenzen und was für (räumlich-akustischen) Beziehungskram Du eben willst, zu. Doch Du erzählst eher gemütlich, als ob da gar nichts anderes stattfinden käönnte als eben das, was da auf einer gedachten Linie geschieht. Und diese Tendenz behältst Du bei, sogar noch breiter. Eben deshalb steht der Text auch unter Lyrsa.

    Also, am Anfang eine verwirrende Vielzahl von Bezugssystemen, die dann aber nicht auserzählt, sondern durch eine neue Erzählhaltung ergänzt werden, will ich es einmal so nennen. Doch am Anfang herrscht zwischen den vielen Topographien kein klares Bezugsfeld, nur eben viele.

    Ich sehe hier zwei Möglichkeiten:

    a) Du bleibst in der Verwirrung aus dem Abschnitt eins.
    b) Du setzt an den Anfang eine klare Disposition, aus der heraus Du die Abschnitte zwei und drei ableiten kannst.

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    Zur Traumzeit war ich deine Frau,
    erst gestern im Lager;
    Gefahren dunkelten jenseits des Flusses.
    jenseits = diesseits?

    Und: Bei all der Lautmalerei, können Gefahren dunkeln?

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause
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    ja, die erzählsituation im ersten abschnitt ist wirklich verfehlt. guter rat ist teuer: also nehm ich b). komm aber in nächster zeit nimmer dazu, was zu schreiben, möcht so wie klammer etwas kürzer treten. hab irgendwo ne schreibblockkade.

    nö - jenseits ist jenseits, wieso? gallia cis- ist nicht transalpina. sollte Arminius wissen
    also wenn dunkeln net lautmalerisch für gefahr: huhu,

    danke für die kommentierung


  7. #7
    Kurzvormabschussiger
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    jenseits = diesseits?

    Naja, ich meinte ja nur: Hatte mir vorgestellt, auf welcher Seite des Flusses nun wer ist, wenn Du schon beide kennst ...

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause
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    deine hartnäckigkeit freut mich, Arminius, auch wenn du die lager nicht überblickst, stellst du dich mir zur seite - das ist mir ein wundervoller solidar! danke.

    wer auf meiner seite steht und wer der feind ist, weiß ich doch. aber wer weiß noch den namen des großartigen strategen, der von sich behauptet(e), er habe alle feinde vernichtet? wie? er machte sie zu freunden. (hab ich aus sonem buch, das heißt: power, und sammelte alle geschichtlich vorgekommenen strategien. dann gabs noch ein interessantes werk aus der ernst-zwingli-stiftung in der schweiz: 1001 problemlösungsmethoden, die nahmen sogar den örtlichen bewegungssinn des regenwurms mit auf: immer dem licht nach! ist das nicht cool?)

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