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Thema: Lehrer Molau

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Lehrer Molau

    Sah gestern zum ersten Mal seit fünfzehn Jahren PANORAMA, eine politische Sendung im Fernsehen. Die Sendung gefiel mir. Ich war überrascht. So gar nicht korrekt, sondern fundierter Journalismus, ein wenig zu sehr der Ästhetik der 70er Jahre verpflichtet, enthüllen. Aber gut. Und eine sympathische Moderatorin.

    Es ist dies die Geschichte des Lehrers Molau, der an einer Waldorf-Schule unterrichtete, bis er eine bessere Stelle fand. Das ist die Quintessenz seiner Geschichte, denke ich. Aber nein, wir sind im postnationalsozialistischen Deutschland, da DARF ein Lehrer nur bestimmte Dinge im Unterricht lehren. Manchmal auch Dinge, die dem Kenntnisstand der Wissenschaft nicht entsprechen. Ich erinnre nur an das Bohrsche Atommodell. Oder war's etwas anderes? Ach ja, die Nazis. Gut lassen wir die jetzt mal außen vor, nennen sie nur DIE BÖSEN.
    Wenn jetzt ein Lehrer den Kindern von den Bösen erzählt und sagt, daß er selbst einer dieser Bösen sei... Nein, hat er ja gar nicht. Er spielte ja jahrelang den Guten, bis er sagte, daß er eigentlich immer schon ein Böser gewesen. Und daß er nun weggehe ins Reich der Bösen, um dort zu wirken.

    Soll er doch! Sage ich.

    Dummerweise lebt der Mann nicht allein, sondern hat Kinder, acht und eilf Jahre alt. Die gingen bislang auch auf die Schule, auf der der Gute unterrichtete, bis er sich als Böser outete. Die lieben Kleinen fielen bislang nicht irgendwie auf. Sie gingen gern in die Schule. Plötzlich nicht mehr.
    Die Mamis und Papis der anderen lieben Kleinen versammelten sich und beschlossen, daß, WEIL ja der Papa nun ein Böser sein wolle (und es demnach eigentlich immer schon war) die lieben Kleinen des Bösen auch böse zu nennen seien. Und somit hätten sie ihr Lebensrecht verwirkt. Ähem. Nein, sie müßten eben von der Schule entfernt werden, denn es gelte der Grundsatz: Null Toleranz gegenüber den Bösen.
    So beschlossen es die lieben Mamis und Papis der anderen (noch) lieben Kleinen, damit sie es auch bleiben könnten.

    Ich frage nun, ob man den lieben Kleinen damit nicht einen Bärendienst erwies, ob es pädagogisch nicht höchst fragwürdig ist, gegenüber dem Bösen den Kopf in den Sand zu stecken oder gar es zu verteufeln und das Kind mit dem Bade auszuschütten? Ich frage, ob es nicht vielmehr darum gehen muß, Auseinandersetzung zu suchen?

    Ich stelle die Frage, ob es einen Unterschied macht, ob ein Böser, ein Guter oder ein Weißnichtwas sachlich unterrichtet? Macht es einen Unterschied?

    Bei den Bösen, als die an der Macht waren, da gab es diesen Unterschied, da wurde die ganze Sippe bestraft, wenn einer was Böses (will hier heißen was gegen die Bösen Gerichtetes) tat. In dieser Zeit war es so, daß selbst ein Arzt nicht untersuchen durfte, wenn er nicht das richtige Blut besaß oder ein Anwalt verteidigen durfte, wenn er zur falschen Volksgruppe gehörte.

    Sind wir da jetzt wieder?

    Ach, ich Dummerle, ich vergaß, daß eben in den genannten Fächern die Gesinnung eine große Rolle spielt und es ein Deutsch- oder Geschichtslehrer nicht unterbinden kann, seine weltanschaulichen Paradigmen irgendwie - und wenn auch nur unterschwellig - zu verbreiten. (Dann hat er das aber acht Jahre lang gut getarnt, abgesehen davon, daß er als Linker galt.)
    Ich glaube das alles nicht und möchte mich hier entsetzt zeigen.

    Für mich handelte die Elternschaft dieser Waldorf-Schule faschistoid. Dem Herrn Papa würde ich im nachhinein noch (wegen Heuchelei) eine reinwürgen, keine Frage, aber die lieben Kinderchen abzustrafen, das empfinde ich als faschistoid.

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Lehrer Molau

    ich finde jede ausgrenzung grauenvoll und den anfang vom eigenen ende. denn versagt hat ja die eigene fähigkeit zur integration. versagt hat man am opfer.

    diese unfähigkeit aber an kindern auszulassen, sie in sippenhaft zu nehmen, ist unmenschlich, weil bestraft wird ohne vorwerfbares verschulden. willkürlich.

    das schlimmste aber ist der im entstehen begriffene ansatz zur gesinnungsausforschung: die politischen oder sonstigen einstellungen der eltern in der schule über die kinder in zukunft bereits präventiv auszuspionieren.

    waldorfschulen kenne ich nur vom hören. das konzept lockt mit humanismus, soweit ich weiß. dennoch sind sie wohl geprägt von den menschen, die dort arbeiten und, so viel ich weiß, den kräftig mit einbezogenen eltern. solchen rechtlichen sonderkreisen, die sich gern selbst abgrenzen von den anderen, ist ausgrenzung vielleicht zur identitätsstiftung notwendig, gesinnungskontrolle der dort arbeitenden lehrer vermutlich selbstverständlich. von der katholischen kirche wird auch niemand erwarten, daß sie ihr unfreundlich gesinnte arbeitnehmer einstellt. daß man sich bei auseinandertriftenden anschauungen trennt, ist wohl für beide seiten normal.
    dennoch: wo der unterricht sachlich gehalten wird, ohne seinerseits zu missionieren, ist doch die innere einstellung völlig egal. auch geschichtsdaten können oder literatur ohne eigenen standpunkt unterrichtet werden. sollten nicht - aber können sehr wohl (wenige meiner ehemaligen lehrer).

    kinder aber büßen zu lassen für die anschauungen ihrer eltern ist nicht nur unmenschlich, sondern setzt auch aus der ungerechtigkeit eine revanchistische saat in ihnen. allerdings scheint auch der lehrer selbst nicht sehr an seine kinder gedacht zu haben. oder gerade wollte er ihnen mit der besser bezahlten stelle gutes. man weiß das nicht.

    das faß voll machen würde jetzt nur noch, daß die von diesem lehrer acht jahre lang unterrichteten kinder auch noch als sicherheitsrisiko angesehen würden, weil ja keiner der sog. guten beim unterricht dabei war. und sich ein walddorfabgänger auch noch als böser outen könnte. sowas nennt man dann gesinnungskontrollzwang.

    all das aber sind folgen der tabuisierung. aufklärung über die fakten ist aber die bessere immunisierung gegen das sog. böse. geifernde verdächtigung läßt nur die eigene sau raus und spricht gegen die geiferer. kinder wie immer mundlos. tjaja, der aufrechte gang. das selbstvertrauen zur angstlosen konfrontation, zur auseinandersetzung, zur integration schließlich: das wärs.

  3. #3
    rodbertus
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    AW: Lehrer Molau

    Die Frage ist nicht einfach zu beantworten, ob die Gemeinschaft richtig handelt, wenn sie sich ohne Toleranzgebahren gegen Extremisten stellt, vor allem, wie weit diese Intoleranz, die für sich nichts Schlechtes sein muß, gehen muß bzw. darf. Man muß hier viele Seiten betrachten, auch wirtschaftliche Seiten in Betracht ziehen.

  4. #4
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    AW: Lehrer Molau

    ich bin fassungslos. dass man einen npd-ler nicht an der schule als lehrer haben will, ist mir recht. jede schule soll sich ihre lehrer aussuchen können (nicht nur in bezug auf rechtsextremismus; bei uns können unfähige lehrer im beamtenstatus nicht gekündigt werden; das halte ich für einen skandal, nur nebenbei, weil diese leute unzählige biografien ruinieren können); abder dass man sippenhaftung betreibt ist für mich nicht akzeptabel; ob die eltern faschistoid handeln, das wage ich mal zu bezweifeln; sie handeln halt nach dem schema, das sie gelernt haben; in diesem punkt halte ich die abstimmung für manipulativ; denn ich bin zwar gegen die entfernung der kinder von der schule, will aber den elternbeschluss nicht faschistoid nennen.

    aber ich sag mal ganz cool in die runde: leute, die für sippenhaftung von wem auch immer - und seien es nazis - sind, sind vom selben schlag wie jene, die nichts dabei fanden, juden, zigeuner und sonstige untermenschen ins kz zu verfrachten.

    keine toleranz gegenüber intoleranz (und nazis sind nun mal intolerant), aber auch keine intoleranz gegenüber unschuldigen oder solchen, deren einziges 'vergehen' darin besteht, angehörige eines intoleranten zu sein.

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Lehrer Molau

    aber eule, du sagst es doch selbst: leute, die für sippenhaft sind, sind vom selben schlag wie die faschisten. die leute, die hier für die sippenhaft der kinder abgestimmt haben, sind die eltern der anderen kinder.

    und eben das ist der knackpunkt immer wieder aller toleranz: die hört bei allen immer genau dort auf, wo der andere uns nicht passt und seis, weil er intolerant ist. dann ists aber keine toleranz mehr. tolerant zu sein mit leuten, die einem eh passen, das ist kein kunststück und verdient den namen nicht. toleranz gegen intoleranz braucht aber stärke und selbstbewußtsein und daran fehlts halt. der intolerante aber ist doch eh in seinen engen cocon eingeschlossen und vorherseh- und berechenbar. seinem Tun klare grenzen zu setzen ist notwendig, seine ausgrenzung als person und mensch nicht, sonst lernt ers ja nie.

    tolerant ist man wie schwanger: nbißchen geht nicht.

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Lehrer Molau

    Sehe ich nicht so, Susanna, nicht ganz. Es gibt Grenzen der Toleranz. Toleranz ist kein singulare tantum, kein absolutes Abstraktum mit einem entweder-oder Inhalt wie schwanger oder tot. Es besitzt Gradationen. Und wenn ich diesen Gedanken jetzt fortführe, dann komme ich nicht umhin, hier Grenzen markieren zu müssen.

    Intoleranz ist vielleicht sogar lebensnotwendig. Manchmal. Selbstschutz. Ich sag doch, wir müssen die chose von vielen Gesichtspunkten aus betrachten. Die beschließenden Eltern beschützten ihre Kinder, indem sie ein fragwürdiges Mittel anwendeten. Aber sie hatten/haben einen guten Zweck vor Augen.

  7. #7
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    AW: Lehrer Molau

    etwas von vielen seiten betrachten ist immer gut und richtig. dabei muß man aber unterscheiden: vor was beschützen hier die eltern die kinder? vor einer nazimissionierung, wenns denn eine war, galt der lehrer doch als genehm links - ja, das würd ich auch noch als beschützen verstehen können.

    wenn sie die kinder aber von den gewachsenen freundschaften mit den nun auf einmal inkriminierten lehrerkindern "beschützen" wollen? soll das ein beschützen sein? nein - sie bringen ihnen nur nazigesinnung bei: "mit denen, mit sowas spielt man nicht, kann man keine schulbank teilen etc ...". damit erziehen sie dann erwachsene, die als problemlösungsmuster nur die ausgrenzung kennen gelernt haben. wenn das ein erziehungsziel ist ...

    alles was kinder lernen und aufnehmen, werden sie eines tages auch gegen ihre eltern benutzen. diesen backlash sehen erzieher, denen eben auch das selbstreflexive abgeht, aber meist nicht. wenden sich kinder dann im pubertätsaufstand gegen die eltern, wenden sie die gelernten muster auch dort an, andere haben sie ja nicht gezeigt bekommen. die ausgrenzung der alten ist damit vorprogrammiert. haben sie dagegen toleranz gelernt und gezeigt bekommen, so werden sie auch die den eltern vorrangig nötige toleranz aufbringen können, wenns not tut.

    und nein: für meinen begriff gibts keine bedingte toleranz, toleranz die du von bedingungen abhängig machst ist ein vertrag, ein do ut des, keine verinnerlichte charaktereigenschaft der person, sondern eine fallweise gnadengewährung in einer situation. also berechnung: wenn - dann.
    die großen vorzüge des menschen liegen aber nicht in seinen berechnenden fähigkeiten, sondern in seinen vorleistungen: dort, wo er nicht erwartet, sondern erstmal selbst gibt. dort kann etwas aufgehen, aufblühen - die rechnungen gehen nie auf, da sind lauter irrtumskonstanten drin.


    und nochmal ist zu unterscheiden:

    toleranz ist eine grundsätzliche innere haltung gegenüber allen menschen.

    das strafgesetzbuch dagegen ist die äußere haltung der gemeinschaft gegen feindliches tun, intolerant und größtenteils beschützend richtig.


    grundsätzlich zwischen Sein und Tun, zwischen dem Menschen als solchem und seinen Handlungen ist zu unterscheiden und je nachdem ist die anschauung dann einer der vielen gesichtspunkte. ich sage einem kind nicht: du bist böse. ich sage ihm: was du getan hast ist nicht gut. das letzte läßt den menschen unverletzt, das andere nicht. das denken aber ist frei. ein gesinnungsstrafgesetzbuch gibts nicht. es mag einer denken, was er will, solange er nicht verletzend handelt

    da sind wir völlig kontr?rer meinung. der selbstschutz im denken ist selbstzensur. im handeln dagegen oft sehrsehr vernünftig.
    aber das ist mir dann wirklich völlig egal, geht mich auch nix an, wie großzügig oder nicht einer mit sich selbst umgeht. er muß es ausbaden und klug ists nicht, sich selbst ein denkgefängnis zu bauen.

  8. #8
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Lehrer Molau

    ein fein feiger herr, der herr molau.

    der erst, nach dem sein hintern im trockenen ist, zu seiner überzeugung stehen kann.

    da herr molau mensch ist--> subjekt--> frage ich mich, wie er die jahre seine gesinnung so gut verstecken konnte. und wenn ich es zynisch überspitzen mag, lebte er vor, dass es egal sein könnte, welcher coleur der lehrer nun habe(?)

    aber viel.leicht bedarf es eben erst der verlautbarung und damit auch dem nach aussen getragenen recht, seine meinungen nicht nur zu denken, sondern auch transitiv enzubringen/-fordern(?)

    gut finde ich, dass er seiner berufung nun nach geht (für ihn--> ernst gemeint) und gut, dass er nicht mehr an dieser schule unterrichtet.

    schlecht finde ich, dass die nichtsahnenden sich hernach ablass erkaufen, in dem sie die kinder sanktionieren.

    würden sie eckweit weiter denken, würden sie hoffen, dass die kinder durch ihr linksliberales system chancen haben, ausgewogener aufzuwachsen.

    würden sie sich nicht selbst darob in frage stellen, da sie blind-taub-stumme äffchen waren, müssten sie solches nicht ver.richten.
    hätte sie charakter & wahrhafte werte, müssten sie nicht an schutzbefohlenen handeln, wie sie es versäumten an deren erziehungsberechtigten.

    klares NEIN

  9. #9
    rodbertus
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    AW: Lehrer Molau

    Das gefällt mir sehr gut, noel, was Du da schreibst.


    Aus eben jenem Grund würde ich als Elternteil an der besagten Schule Herrn Molau auch eins in die Fresse pfeffern. Nicht deswegen, weil er ein Nazi ist, dafür nicht, sondern weil er so ein Heuchler ist - ist! -, der erst seinen Arsch ins Trockene bewegt, sehr richtig, noel!, bevor er zu seiner Überzeugung steht. Daß er ein Nazi ist, würde ich ihm in einem Gespräch schon ausbleuen, denke ich. Aber erst gibt's was auf die Zwölf. Die Eltern selber heucheln und tun so, als ob es rechtens sei, was er unterrichtete, wenngleich es ihm doch ungemein gegen den inneren Strich-kein Strich gegangen sein muß. Die Richter über die Kinder aber sind keinen Deut besser. Vielleicht konnte Herr Molau deshalb so lange unerkannt bleiben, weil er schließlich nichts anderes... dem Naturell nach, meine ich.

  10. #10
    schreibt hier hin und wieder
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    ausbleuen

    ich halte viel von `der zweck heiligt die mittel' ,denn ghandische manier frommt mir und meiner wange nicht.

    ich bin aber strikt gegen respektloses ver.halten, gegenüber jedweden und das aus puren egozentrischen momenten.
    er hat nicht geschlagen, also würde ich mit dem 'schlagen' die auseinandersetzung auf ein niederes niveau setzen und das mit dem bigotten argument, dass ich etwas gutes ausrichten will. damit stelle ich mich wörtlich über einen menschen, aber durch die niedere handgreiflichkeit (ohne sachzwang) stelle ich mich unter ihn.

    er ist ein wicht, dafür setze ich mich nicht selbigst herab. würde er schlagen, dann wäre es probat das mittel

  11. #11
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    na, seid ihr da so sicher, daß ihr so gut in das hirn des mannes molau hineinsehen könnt? oder hat er seine heuchelei zugegeben?
    wie kriecht ihr denn in seinen schädel? in seine gesinnung?

    vielleicht ist er ein opportunist ohne jede überzeugung und wollte nur ne besser bezahlte stelle? vielleicht arbeitet er als v-mann dort für den bnd?

    schlicht: woher wollt ihr das wissen? das, was zur veurteilung berechtigt?
    die fakten liegen auf dem tisch, aber was sonst?

    (ich halts übrigens mit gandhi und dem paradoxen wangehinhalten, jaja, muß auch solche geben)

  12. #12
    schreibt hier hin und wieder
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    habe ich geschrieben, dass ich durch seine synapsen kroch?

    ich schrieb er ist ein wicht und dem ist so, ob er nun schwieg bis der hintern im trocknen sei, oder ob er ein opportunist sei, beides wichtIG.

    BND, der phantasie seien keine grenzen gesetzt

  13. #13
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    wir sind menschen der literatur. da sollte man phantasie auch mitbringen, oder? - wo kämen denn die plots sonst her?

    ich finde es nur aus erfahrung bedenklich, wenn gesinnungsurteile/verurteilungen abgegeben werden, ohne den menschen auch nur zu kennen.

    du urteilst da sehr schnell. die stellen, an denen einem zweifel kommen könnten, habt ihr doch benannt: warum sollte er ausgerechnet in der waldorfschule acht jahre arbeiten, wenns ihm so gegen den strich ging? warum seine eigenen kinder dort unterrichten lassen? wie hat er das überhaupt 8 jahre durchgehalten?
    das sind eure fragen. sie haben euch aber nicht im urteil zögern lassen. mir ist das zu schnell geschossen.

  14. #14
    schreibt hier hin und wieder
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    aha!

    stell dir vor, er unterrichtet, auch gegen seinen strich dort, aber sendet seine eigenen kinder auf eine 'normale' schule, wie hätte das ausgesehen?

    wenn er politisch so ausgelegt ist und nicht gegangen ist weil er wegrationalisiert wurde, sondern weil ihm das angebot lockte, dann gehst du davon aus, dass er ging... wieso?
    dann gehst du davon aus, dass er walldorf treu ist, aber nur mal sagt er war rechts?
    dann gehst du davon aus, dass er die ganze zeit im rechten blatt schrieb, aber neutral dachte?

    wer ist vorschnell, zumindest im relativieren von fakten, fragt sich angeheitert noel

  15. #15
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    susanna: das mit der toleranz ist so eine sache; sie setzt auch beim andern ein minimum an guten willen voraus; und die ist bei 'nazis', 'fanatikern' allgemein, nicht gegeben. und bevor ich blöd bin und mich für dumm verkaufen oder gar ans messer liefern lasse, ziehe ich es vor, meiner toleranz dort den grenzbalken vor die nase zu setzen, wo ich nur mehr der depp bin. es ist mäszig, über die motive des herrn molau zu spekulieren. mir geht es auch nicht um ihn persönlich. ich kenn ihn nicht, ich kenn die geschichte nur aus zweiter und dritter hand, was soll ich also urteilen;

    aber, gegeben die fakts, wie sie mir vorliegen, finde ich es richtig, dass solch einer aus der nämlichen schule entfernt wird (falls er nicht selber geht); was aber soll es bringen, die kinder für die dummheit des vaters zu bestrafen? das halte ich nur seinerseits für unüberbietbar dumm, kurzsichtig und unmenschlich; ausgrenzung hin oder her, sicher gibt es auch andere und bessere strategien, aber festigkeit gegenüber intoleranz und notfalls auch sanktionen, massnahmen bis im ernstfall zur gewalt (wäre für mich notwehr!), ist das einzige mittel gegen solche typen; oder glaubst du, dass ein herr milosevic und co. mit dem völkermord aufgehört hätten, wenn wir sie noch länger freundlich drum gebeten hätten? da kann toleranz sehr schnell in mittäterschaft und kumpanei mit dem verbrechen ausarten und das willst du doch auch wieder nicht, oder?

    aero: mit dem vorwurf der heuchelei wär ich nicht so schnell; es gibt genug heuchler überall, wenn man die aus ihren ämtern verjagen würde (und ich wär sofort dafür!), wären unsere parlamente, vorstandsetagen und kirchenkanzeln leergefegt!!! (und auch so manches bücherregal ;-)) ob der kleine molau ein heuchler, was solls!? vielleicht war er ja nur, wie schon gesagt, ein kleiner opportunist, ein korrupter charakter, vielleicht aber auch ein leisetreter oder nur indifferent!?!??!

    ein trottel muss er allemal sein, wenn er sich jetzt outet und an die öffentlichkeit geht; blöder gehts ja nicht, doch hält sich mein erbarmen in grenzen;

  16. #16
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    @noel:

    ich gehe von nichts aus. ich mag nur keine platten verurteilungen, schon gar nicht mit haudrauf! verbunden. wenn du dich an deinen argumenten so erheitern kannst, kannst du aber beides sehr gut, so in voller fahrt gegen das böse ist ja auch befreiend. da hat man eben keinen menschen mehr vor sich, sondern was minderes.
    heuchler - mein gott, da gibts wirklich viele. manche sagen dazu diplomatisch (oder: das Amt, joschka fischer). wenn er noch acht jahre öffentlich im rechtsblatt (was ist das?) geschrieben hat, hat er sich dann überhaupt versteckt? kann man von einem "outen" sprechen?
    und wieviel eigentlich verdient er jetzt mehr? was tun menschen alles für mehr geld heutzutage? schlagen nicht manche einen tot fürn zehner?

    und was ist genau ein nazi heute? kann mir das einer von denen erklären, die es offenbar so genau wissen?

    ich weiß das nicht. kenne das npd-programm nicht. kenne auch keinen. bin keiner. steht da drin, daß neonazis ausländer zusammenschlagen müssen? daß ein neuer völkermord ausgerufen werden soll? mit den nachbarstaaten krieg zu führen sei?

    man hat diese partei nicht verboten, wie sich das gehören würde, wenn das drinsteht. sie wird für ihre wahlkämpfe ebenso wahlkampferstattung vom staat bekommen wie alle parteien, die irgendwo einzug halten. und wenn ein volk da ist, das diese partei wählt? auch das strafgesetzbuch drückt den gemeinschaftswillen der darin lebenden aus, gebe ich zu bedenken.

    mein liebling Gysi hat den weisen satz gesagt, man könne keine gute idee gegen eine ganze gesellschaft durchsetzen, die sie nicht will.

    was also wollen die leute?



    @ Eule:

    ich habe versucht, mich oben klar auszudrücken: verbrecher müssen für ihre taten bestraft werden. diese sind im strafgesetzbuch und im völkerstrafrecht festgeschrieben (dort mit dem großen ausnahmeparagraphen: krieg und der besonderheit, daß sich die usa bis heute dem internationalen strafgerichtshof nicht unterworfen hat).

    justizia ist deswegen blind!!!, weil sie die Taten!!! wiegt, nicht aber die person sehen soll und darf.

    wer an den Taten anderer, auch durch schweigen oder unterlassen mitwirkt, macht sich der mittäterschaft durch unterlassen schuldig. bei manchen delikten aber nur, wenn er eine garantenstellung innehat, also eine gewisse schutzverpflichtung für das rechtsgut aus besonderer bindung oder nähe zum geschehen. die bush-kriege sind insofern für alle völker bedenklich. die npd-wähler heute aus eurer sicht ein fall für den strafrichter. warum sind sie dann da aber nicht?

    bestimmte taten müssen unterbunden werden, keine frage. keine toleranz da.

    für die gedanken eines menschen kann! das nicht gelten:

    die gedanken sind frei!
    kein mensch kann sie wissen
    kein jäger erschießen
    ich bleibe dabei:
    die gedanken sind frei!

  17. #17
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    da können die kinders nix für.
    is wie im krankenhaus.
    symptome bekämpfen is plumpaquatsch.
    (relativ).
    die ursache ist des pudels kern.

    drei fragen hätt ich noch:
    trug besagter lehrer ein kopftuch?
    und hing ein kruzifix im klassenzimmer?
    und trug er gar noch ein nabelfreies top?

    fragen, die die pädagogik beschäftigen.

    viele grüße aus pisa
    paule

  18. #18
    rodbertus
    Laufkundschaft
    neues von lehrer molau: http://www.welt.de/politik/article10...gszentrum.html

    ist das einer politischen partei zu verübeln, daß sie eine schule gründet, selbst wenn in dieser schule verfassungsfeindliche ansichten vertreten werden? sind wir in dieser demokratie nicht stark genug, das auszuhalten? abgesehen davon sind verfassung historische momentaufnahmen. der staat muß untergehen früh oder spät, wo das dogma der staatsräson noch jeden keim der gegnerschaft als artifiziellen staatsfeind betrachtet, femt und diffamiert.

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