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Thema: Das präkolumbianische Amerika

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Opferung als Lebensziel

    Die Menschenopfer der Maya:

    Für das Volk in Präkolumbia war es ein Lebensziel, von den Priestern als Opfer zur Besänftigung der Götter erkoren zu werden. Wer den Göttern geopfert wurde, der war am Ziel seines Lebens angekommen.
    Am anschaulichsten wird das durch das bei den Maya gepflegte Fußballspiel. Nicht der Verlierer des Spiels zu Ehren der Götter wurde geopfert, sondern der Sieger.

  2. #2
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    Opferspiel der Kulturen

    Beim Opferspiel der Maya, einer Art Hüftball, durfte der Ball noch nicht mit dem Fuß gespielt werden. Es war eine symbolische Darstellung für den siderischen Sonnenumlauf über 25920 Jahre. Auch als Zodiakus, den Umlauf durch die zwölf Sternzeichen bekannt. Ein Tor hatten sie ebenso, aber eben nur eins. Ein kleines rundes Loch, ziemlich weit oben am seitlichen Spielfeldrand, stellte das Tor dar. So war das Spiel mit einem Tor gewonnen. Ein ganz bestimmter Zeitpunkt im Verlauf von 25920 Jahren, an dem das große Getriebe des Kosmos den Minutenzeiger der Uhr weiterdreht. Wir drehen folgerichtig am Rad.

    Erkennbar am Hype um das Datum 2012. Ein ganz bestimmter Punkt im Verlauf des Äons, symbolisiert durch das steinerne Nichts, dem schwarzen Loch als Symbol des Zentrums der galaktischen Spiralbewegung. Es wird gesagt, dies sei der Beginn einer Auswertungsphase. Zur Legende vom Ende der Zeit wurde es durch ein Buch, das von den Gegnern einer Veränderung allzu gern benutzt wurde, den eigentlichen Wesensgehalt der Information zu verschleiern.

    Wen das Thema Maya interessiert, der könnte in dem Buch von J.F. Blumrich "Kasskara und die sieben Welten" (Econ Verlag) nicht nur die Hopi - Überlieferungen zur Besiedelung Südamerikas kennenlernen. Der gesamte Erdmythos wird vom Weißen Bären in Teil 1 geschildert. Aus den Quellen der spanischen Chronisten könnten wir in Teil 2 entnehmen, dass es der Kirche nicht vorrangig um das Gold ging.

    Ein Zitat möchte ich hier einwerfen, das in obigem Buch auf Seite 22/23 nachzulesen wäre: "> Wir können das alles in zwei Sätzen zusammenfassen: Der göttliche Schöpfer hat zu uns gesagt: "Wenn ihr meine Kinder sein wollt, dürft ihr euer Wissen nicht benutzten, um zu unterwerfen, zu zerstören, zu töten oder bösen Gebrauch von irgend etwas zu machen, was ich euch gegeben habe. Wenn ihr dieses Gesetz nicht einhaltet, seid ihr nicht meine Kinder."

    Gegen Ende der dritten Welt hatten sie eine Frau als oberste Führerin in Atlantis. In unserer Sprache könnten wir sie eine Kickmongwuity nennen, eine Hohepriesterin, nach euren Begriffen einfach eine Königin. Sie hatte ihre Macht und die Schönheit ihres Körpers benutzt, um sich die Anführer des Volkes untertan zu machen. Sie bekam so viel Schmuck von ihnen, dass wir sie die Türkisfrau nennen. Unter diesen Persönlichkeiten waren sogar sehr sehr gelehrte Männer, aber wir würden sie als fragwürdige Anführer bezeichenen; ein hochgelehrter Mann ist nämlich nicht automatisch auch ein guter Mensch. So hatte sie also großen Erfolg bei diesen Männern, und so wurde sie Herrscherin über den ganzen Kontinent. Atlantis weiterte seinen Einfluß aus und unterwarf Völker in den Ländern, die weiter östlich lagen, die wir jetzt Europa und Afrika nennen. Du kannst es mit England vergleichen. Das ist ein kleines Land, aber welchen Einfluß hat es gehabt?

    Die Atlanter hatten auch die Geheimnisse des Schöpfers erforscht, die sie nicht kennen durften, wie ich die gerade sagte. Sie erfuhren zu früh davon, denn sie waren geistig noch nicht weit genug; sie gebrauchten ihr Wissen, um andere Völker zu unterwerfen. Damit verletzten sie die göttliche Ordnung. Manche verloren dabei sogar ihr Leben. Außerdem erforschten sie auch die Planeten. Sie flogen zu ihnen hinauf, konnten aber dort nicht wohnen, weil alles tote Planeten waren. So mussten sie auf der alten Erde bleiben."<<

    Dann wird erzählt, wie sich die Atlanter gegen Kasskara wandten und eine lange Zeit der Gespräche folgte. ">>Die Gruppe der wissenschaftlich gesinnten war weit stärker, und sie kamen, um mein Volk mit den PRodukten ihrer Macht, mit ihren Erfindungenanzugreifen.<<"

    ">>Von hoch oben in der Luft richteten sie ihre magnetische Kraft auf unsere ungaren Städte. Aber diejenigen aus unserem Volk, die den wahren Weg des Schöpfers nicht verlassen hatten, wurden in einer bestimmten Gegend zusammengerufen, um gerettet zu werden."<<

    Auf Seite 25 wird die Ursache der Zerstörung der Dritten Welt zusammengefasst: "Unsere Menschen hatten Kenntnisse, die man mit denen der Atlanter vergleichen kann, aber sie gebrauchten sie nur für gute Zwecke. Wie ich dir sagte, hatten wir die Geheimnisse der Natur erforscht, die Macht des Schöpfers in den lebenden Dingen. Sie verteidigten sich nicht, als sie angegriffen wurden. Und sie hatten recht!"

    "Und dann hat - wie meine Großmutter sagte - jemand auf den falschen Knopf gedrückt und beide Kontinente versanken. Es war keine große Flut, nicht die ganze Erde wurde zerstört und nicht alle Menschen getötet. Atlantis versank sehr schnell im Ozean, unsere Dritte Welt ging sehr langsam unter."

    Sich nicht zu wehren, bedeutete, das Opferspiel zu verlieren. Daher könnte der zweite Platz den Sieger hervorbringen. Es bedeutet, auf genau den Moment im Verlauf des Äons in aller Seelenruhe warten zu können, der mit der Unfähigkeit zur Erkenntnis einhergeht. Die vier Gesichter Gottes, die sich nicht umwenden, sondern zu bestimmten Konstellationen einen heilenden Blick auf die Dinge werfen. Das Paradoxe meistern bedeutet, Verständnis für die Evolution des Bewusstseins und der Ideen zu entwickeln. Wir gewinnen, wenn wir verlieren. Und wir verlieren, wenn wir gewinnen. Wählen wir den zweiten Platz, gewinnen wir den Ersten.

    Das Opferspiel wurde einmal am spanischen Hof gespielt, als der französische Hof zu Besuch war. Die Damen sollen beim Geräusch der brechenden Knochen reihenweise in Ohnmacht gefallen sein. Es wurde daraus gelernt, seitdem dürfen wir Fußball mit den Füßen spielen. Allein mit der Hüfte volley zu spielen, bedeutet ziemlichen Kampfsport. Berührt der Ball den Boden ist es ein Foul. Aufgrund dieser Erinnerung sind die Gehälter für spanische Profis im internationalen Vergleich sehr hoch.
    Was mich bei der WM an das Opferspiel erinnert hat, war die Art der Fouls der südamerikanischen Mannschaften. Aber in weiser Voraussicht hat man rote Blutwannen aus den regionalen Schlachtereien (?), statt der bisher üblichen Tragen bereitgestellt. Erstens fällt das Blut in roten Wannen kaum auf. Zweitens kann ganz schnell der Deckel draufgemacht werden, gehen die Bisswunden der blutrünstigen Spieler doch einmal tödlich aus. Transsylvanien scheint die Qualifikation offensichtlich verpasst zu haben, wollte aber auf Werbung für den neuen Fußball nicht verzichten, so wurde der kolumbianische Spieler per Drohne und Joystick ferngesteuert. Schon in Russland sollen dann vom DRK Blutspenden an den transsylvanischen Fanblock ausgegeben werden. In Katar können wir uns auf die ersten Kreislauftoten beim Opferspiel freuen. Die Vorfreude beginnt bei den toten Bauarbeitern in das menschliche Bewusstsein gestreut zu werden.

    Den Deckel auf den "Cirkus Maximus" der menschlichen Entwicklungsgeschichte gemacht zu haben, ist die Ursache, dass sich die früheren Symptome erneut ausbreiten. Es wäre sogar noch weiter auszuholen. Es wird in der Hopi-Überlieferung von einem geistigen Verbund, einem eng zusammen arbeitenden "Bund der zwölf Planeten" gesprochen. Eine These, die in "Tränen der Götter - Die Prophezeiung der 13 Kristallschädel" durchaus Vertiefung finden könnte.

    Zitat von Seite 376: Es liegt an den Menschen, wieder eine neue Zeit zu schaffen, und dafür braucht man eine neue Art von Verständnis. Nach dem heiligen Maya - Kalender brauchen wir ein neues Bewusstsein, damit der Planet den nächsten Großen Zyklus, die nächsten 13 Baktun, die nächsten 5126 Jahre übersteht. Und da kommen die Kristallschädel ins Spiel. Sie können uns dabei helfen, das richtige Bewusstsein aufzuwecken."

    "Und wenn dann die richtige Zeit gekommen ist, wird das ganze große Wissen wieder an die Menschen zurückgegeben und ein integraler Bestandteil der Menschheit, nachdem es eine Zeitlang nicht da war. Denn in der dazwischenliegenden Zeit war die menschliche Rasse einfach nicht fähig, mit diesem Wissen zu arbeiten und es zu bewahren. In der Zeit, die die Maya die neun Hüllen nennen, reichte unser menschliches Bewusstsein, unser moralischer Charakter, wenn sie so wollen, einfach nicht aus, um mit diesem hochentwickelten Wissen unzugehen. Darum haben die Wesen, die dieses Wissen mitgebracht haben, es überhaupt in diesen Schädeln untergebracht. Darum speicherten sie es in der besonderen Form der Kristallschädel, damit die Informationen zur richtigen Zeit würden abgerufen werden können und nicht vorher."

    Daher finde ich Anno 2078 von KLS einen schönen Ausdruck dafür, wie sich dieses Innere Wissen entfaltet. Selbstentfaltend ist die Seelenkraft, den neun Hüllen haben wir selbst zugestimmt: Ein Papst, der von 200 000 Smartphones gefilmt wird und vor dem übermäßigen Gebrauch selbiger Kontrollküsten warnt. Das Paradoxe meistern, bedeutet auch, die Polarität zu kennen. Dieser Nutzen ohne Handeln, diese Philosophie ohne Worte, selten, dass dieses Einssein in der Verkettung universaler Phänomene, in dieser Welt erlangt wird. Der Druck der Situation ist die Aufarbeitung unserer Kulturgeschichte im Kleinen, wie auch im Großen. Daher die exponentielle Beschleunigung der abzuarbeitenden Erkenntnisse und die grundsätzliche Korrektur der Grundprämisse, die sich abschließend auf die Maya bezieht: "Die Menschen werden die Tatsache erkennen, daß auch wir sterben, wenn die Erde stirbt. Aber es geht auch um die Art und Weise, wie wir zueinander stehen. Den alten Maya-Priestern zufolge wird schon bald eine Zeit kommen, in der die Menschen bereit sind für das Wissen, das von den Schädeln kommt. Die Maya wissen, wann die richtige Zeit gekommen ist.... Wissen Sie, die Kristallschädel sind komplette Wissensspeicher, und jeder Schädel enthält Informationen zu einem bestimmten Bereich, wie eine Bibliothek." (S.377)

    Seite 379 beschreibt, wie eine 13 - tägige Zusammenkunft der Maya-Ältesten vom Militär Guatemals umstellt und mit Gewehren bedroht wurde. Anwesend auch der Militärchef und Vizepräsident. Einer der Ältesten, Don Alejandro, breitete die Arme aus und begann zu sprechen: ">>Wir wollen den Individualismus und den Groll vergessen, der uns auseinadergebracht und vernichtet hat. Eine neue Ära des Erwachens steht bevor. Ich fordere eine neue Zeit, in der wir zusammengehen können wie Brüder und Schwestern. Die Prophezeiung sagt, das es eine Zeit geben wird, in der die Menschen wieder zusammenkommen und einander lieben. Diese Zeit ist jetzt gekommen."<<

    Um alle Konflikte gleichzeitig zu beenden, müssten wir wählen, zu verlieren, um zu gewinnen. Eine alte Hülle taugt nicht für einen frisch geschlüpften Schmetterling. Es sei denn, jener glaubt noch, im Raupendasein festzuhängen. Es ist eine freie Entscheidung. Der 13. Kristallschädel stellt das Ergebnis der zusammengetragenen Entwicklungsinformationen aus 12 verbundenen menschlichen Bruderplaneten dar. Eine Art kosmischer Genetik, die sich selbst entfaltet. 2012 ist als Beginn der Auswertungsphase beschrieben. Betrachte Mensch es als kovalente Evolution. Schließlich hat die Natur auch sieben Arten von Augen angelegt. Erhöht die Entwicklungsgeschwindigkeit. Könnte so sein, sind aber nur Gedanken in einer selektiven Reihenfolge.

    Daher ein letzter Gedanke nach einem etwas langen Text: Wir könnten beschließen, alle verletzenden Gedanken zu verändern. Dann hört das Opferspiel auf, ein Opferspiel zu sein. Daneben war das Opferspiel eine Art Zukunftsplanspiel der verschiedenen beteiligten Figuren auf ihren jeweiligen Ebenen in Zeit und Raum. Aus dem Gleichgewicht der Kartelle beruhte die Sozialordnung der Maya. Das Opferspiel als Ritus konnte nur durchgeführt werden, solange weibliche und männliche Priesterschaft, durch unabwendbare Zwang zur "kooperativen Zusammenarbeit", alle Komponenten und vor allem Substanzmischungen zusammenzutragen in der Lage waren. Ein Herrscherclan allein war nicht in der Lage, das Opferspiel aufzuführen. Dass dieses synergetische Kartell seine Kassenschlager bis nach Ägypten geliefert hat, beweisen die Kokainspuren in dortigen Mumien.

    Nicht zu wissen, dass der Gewinner verliert, könnte die Lehre aus dem Streben des Egos sein. Alle sitzen in einem Boot. Wahnsinn wird vom Irrtum durch die Anzahl der Wiederholungen unterschieden. Schwachsinnigkeit wurde einmal als der Verlust berechtigter Zukunftsangst bezeichnet. Nicht zu wissen, dass der Gewinner verliert, braucht es starke Drogenmixturen, deren Substanzen aus beiden Herrscherclans stammten. So wurde ein Gleichgewicht der Kartelle erreicht. Allerdings hatten sie einen Tag im Jahr, an dem das "unrein" gewordene Geschirr zerschnissen wurde. Ansonsten wären die Handwerker arbeitslos gewesen. Daher sagt der Volksmund, dass Scherben Glück bedeuten könnten. An der Konfliktlösungsfähigkeit wäre noch zu arbeiten. Ein Opferspiel für Märkte ist das Opferspiel der gegeneinander ausgespielten Volkswirtschaften im ruinösen Wettbewerb der marktkonformen Demokratie. Intelligenz wäre, das Lebenssystem als Fließgleichgewicht aufzufassen. Der Symbiont, der seinen Wirt tötet, hat aus der Geschichte nichts gelernt.

    Aber wie aus etwas lernen, das möglicherweise bewusst verschwiegen wurde?

  3. #3
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    Post Das präkolumbianische Amerika

    Die Besiedlung Amerikas vollzog sich über die Meerenge im Nordwesten, Alaska. Über die Beringstraße wanderten vor ca. 60000 Jahren in einer vorübergehenden Wärmeperiode die ersten Menschen nach Amerika. Glauben manche. Bewiesen ist dieser Zeitpunkt nicht. Der norwegische Forscher Heyerdahl dagegen glaubt, daß Amerika von Westen aus besiedelt wurde – polynesische Kanutechnik sei hierfür genutzt worden. Der genetische Beweis konnte bisher nicht erbracht werden. Bleiben wir bei dem, was sicher ist: DNA-Spuren in hart gewordenem Kot (Coprolite) belegen Besiedlung um 15000 v.Chr.. [1] Man fand Steinwerkzeuge (Western-Stemmed Tradition) aus einer Zeit, die vor der viel diskutierten Zeit von 10000 v.Chr. hergestellt worden waren, als die Beringstraße weitgehend eisfrei war und ein Übersetzen hungriger Asiaten leicht ermöglichte. Genetische Untersuchungen weisen zudem eine enge Verwandtschaft der Indianer (Amerinds und Paläoindianer) mit Stämmen aus der Himalaja-Gegend nach. Fakt ist: Bereits vor Kolumbus kamen viele Völkerschaften nach Amerika und kämpften mit den „Ureinwohnern“, die sie dort vorfanden, um Jagdgründe, Einflußgebiete und Herrschaftsbereiche.
    Um etwa 4500 v.Chr. begannen die bis dahin nur Früchte sammelnden Frauen die Körnerfrucht Mais anzubauen. Wir besitzen aus Mesoamerika (Mittelamerika) entsprechende Funde. In Nordamerika vollzog man diesen Entwicklungsschritt erst zweitausend Jahre später, sei es aus klimatischen Gründen, sei es, weil dort die Jagd immer noch die notwendigen Existenzgrundlagen erzeugte, sei es, weil andere Nahrungsmittel wichtiger waren. Der Mais lieferte den Menschen in Mittelamerika die dato beste Ernährung, womit eine Pflanzerkultur entstehen konnte, die Menschen vom beuteorientierten Nomadentum einer Jagdgesellschaft zur Seßhaftigkeit des Bauerntums werden ließ, das Kulturen ausprägen konnte. Wer längere Zeit an einem Ort verweilt, baut sich Häuser, lagert seine Vorräte, hat Zeit für kulturelle Tätigkeiten. Töpferwaren, Samenreste, Ruinen lassen Spätere dergleichen Orte markieren und durch Analyse datieren.
    Die Zuwanderung Amerikas von Asien aus erfolgte nicht kontinuierlich, sondern in Schüben, wahrscheinlich wetterabhängig. Wir wissen heute, daß ein Volksstamm namens Algonkin um 3000 v.Chr. über die Beringstraße einwanderte und sich in Nordamerika niederließ. Sie werden heute als Erste Nation bezeichnet und gelten als Ureinwohner Nordamerikas, indigen. (Heute leben noch ca. 8000 Algonkin im Süden Kanadas, v.a. in der Provinz Quebec.) Nachweisbare 3000 Jahre später kamen Athapasken über die schmale Meerenge zwischen Alaska und Rußland, einige blieben im Nordosten Kanadas, die meisten siedelten sich im Südwesten der heutigen Vereinigten Staaten an. Sie wurden Bauern und werden heute von den meisten Wissenschaftlern als Anasazi geführt, während die spanischen Eroberer sie nach der Bauart ihrer in die Berge gehauenen Behausungen als Pueblo bezeichneten. In deren Hochzeit zwischen 700 und 1300 [2] besiedelten und kultivierten sie den halben Kontinent.

    Was hatte sich wirklich in Mexiko und Peru zugetragen, ehe Kolumbus in Amerika auftauchte? Hatte sich der unwissende Steinzeitmann aus der arktischen Tundra eigenständig als der Meister betätigt, der den Keim für all das legte, was die Spanier vorfanden? Oder hatten seine Nachfahren am Strand gestanden und unbekannte Seefahrer empfangen, die ohne Rückfahrkarte über den Atlantik getrieben waren, vielleicht am Morgen der Zeiten, lange bevor sich die Zivilisation von Afrika und Kleinasien bis an die Küsten des barbarischen Europas ausgebreitet hatte?
    […] Wenn sich die alten Zivilisationen Amerikas in Mexiko oder Peru eigenständig entwickelt hätten, müßten die Archäologen die Stelle ausfindig machen können, wo die gradweise Entwicklung vonstatten gegangen war. Doch wo auch immer man in Mexiko oder Peru ein Zentrum der Zivilisation fand – bei den Ausgrabungen stellte sich heraus, daß es in voll ausgereifter Form dorthin gelangt war und sich sodann lediglich in lokalen Varianten weiterentwickelt hatte. Ein klar erkennbarer Anfang war an keiner Stelle zu finden. Also müßte die Antwort gefunden sein: Import. Ein Zufluß über das Meer. Aber nun war es leider so, daß zu der Zeit, als die großen Kulturen in der Neuen Welt zu blühen begannen – einige Jahrhunderte v.Chr. –, die entsprechenden Kulturen in der Alten Welt schon einige Jahrtausende zu existieren aufgehört hatten. Zum Beispiel in Ägypten. (Thor Heyerdahl: Expedition Ra. Berlin 1973. S. 17/18.)

    Die Besiedlung Amerikas wird nicht einmalig gewesen sein; es ist vielmehr anzunehmen, daß über die Beringstraße Asiaten und auch von Westen über Grönland kommende Indogermanen resp. Eskimos in wärmeren Zeitabschnitten immer wieder aufs amerikanische Festland übersetzten. Die berühmte Schiffsreise des griechischen Entdeckers Ekphantos aus dem 6. Jahrhundert v.Chr., der bis nach Island (Thule) gekommen sein soll, sei hier genannt. Warum soll es nicht zuvor und bei noch besserem Wetter Versuche gegeben haben, so weit wie möglich nach Westen zu reisen? Strömungsverhältnisse im Ozean lassen das zu.
    Gegen diese Besiedlungstheorie spricht allerdings die Tatsache des völligen Fehlens verschiedener europäischer Entwicklungen wie des Rades, des Wagens und des Pfluges, der Töpferscheibe, des Blasebalgs und ähnlicher Errungenschaften, die von den Westwanderern doch nicht alle vergessen worden sein können? Es scheint demnach die Annahme, daß Amerika ausschließlich von nomadischen Asiaten einmalig noch vor der Steinzeit von Nordwesten aus und nicht in Schüben mit dann im Schlepptau dieser Besiedlungswelle befindlicher verbesserter Technologie erobert worden ist, eher schlüssig zu sein. Oder?
    Schließlich existiert noch die Theorie Heyerdahls, der annahm, Amerika sei seit etwa 3000 v. Chr. auch mit Papyrus-Booten ägyptischer Bauart erkundet und besiedelt worden und das mit Hilfe von Selbstversuchen belegte, die Expeditionen Ra I und II.
    An der Peruküste sind Ansiedlungen für die Zeit um 2500 v.Chr. gefunden worden. Hier wurden kartoffelähnliche Früchte angebaut, Maniok. Brandrodung generierte Ackerland. Über Dorfkulturen kam man in diesem Gebiet vorerst nicht hinaus. Aber die Geschichte zeigt, daß jeder Lebensraum, in den der Mensch eindringt, von diesem nach der Zerstörung wieder aufgebaut wird. So entsteht Kultur. Früher oder später. In Amerika eben später. Schauen wir uns das ein wenig genauer an.


    Aufgabe: Setze dich mit dem Anspruch vieler amerikanischer Ureinwohner auseinander, als Urbevölkerung Amerikas Rechte zu besitzen, die durch die europäischen Einwanderer der Neuzeit zu respektieren seien! (III)


    [1] Die etwa 11000 v.Chr. existierende Clovis-Kultur gilt als kulturelles Exempel für nachfolgende Indianer-Kulturen. Die Erbgutanalyse des Anzick I genannten Clovianers, der im heutigen Montana lebte, ergab Verwandtschaft mit Maya und einem Amazonas-Indianervolk. Es ergab keine Gemeinsamkeit mit europäischem oder asiatischem Erbgut. (Nature, 506/2014.)

    [2] Eine Dürreperiode um 1200 zwang die Pueblo-Indianer zum Verlassen ihrer Dörfer in den Tiefebenen und Umzug in die Canyons, wo sie sich in dieselben eingruben und ihre Ernährung weitgehend auf fleischliche Nahrung umstellten. Um 1300 verließen sie ihre Wohnungen und zogen in die Ebene zurück. Ein erneuter Klimawandel ermöglichte wieder Maisanbau. (Heft I/2014, nature communications)



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