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Thema: im ICE

  1. #1
    Mitgestalter
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    8.December 1998
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    1.032
    Renommee-Modifikator
    22

    im ICE

    keine gnade,
    ich schaue birken hinterher,
    weiß und dürftig,
    ein lauer sommermantel weilt... -

    keine gnade,
    ich esse (lat.:sein...) fisch
    im überfüllten ICE,
    angewiederte blicke,
    dosenbier dazu und gewaltige wolken... -

    keine gnade,
    handys piepsen um die wette,
    ich lese das feuillton der ZEIT,
    höre hardcore-musik... -

    keine gnade,
    der dichter sollte nie ich sein,
    doch übersinn ihm alles:
    fuck you!

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    10.July 2000
    Ort
    Duisburg
    Beiträge
    670
    Renommee-Modifikator
    20

    AW: im ICE

    Beim Strophenbau bist Du nicht konsequent genug. Entweder gleichmäßig oder nicht. Warum also der zusätzliche Vers in der zweiten Strophe? Dass Du so gnadenlos bist, na gut, eine neue Seite, aber die ständige Wiederholung kann einem auf den Geist gehen, will sagen: redundant. Hättest Du es einmal gesagt, gesetzt, es wirkte wie ein Schuss aus Djangos Revolver, aber so verblasst es im Meer der vielen Worte, die Du um das Nichts machst. Drei Strophen lang Gedankenfetzen, einigermaßen sortiert, ums Essen gruppiert, na schön, aber dann auch noch den Dichter reinbringen, ich weiß nicht...
    Nein Paul, ich finde Dein reiselyrisches Werk nicht gerade gelungen, da ist der Wille zur Form, zugegeben, aber ein solcher Inhalt verträgt kaum die Strenge, oder lag's am Fisch? War der alt? Löse Dich hier mal ausnahmsweise von dieser formalen Gebundenheit, passt nicht zu den Gedanken, mach es fetziger, fetzender, abgerissener. Außerdem: "Fuck you" ist Modesprache, benutzt in USA jede Katze an der Ecke. Trau Dich, es auf Deutsch zu sagen, dann fetzt es entweder oder es erstirbt und Du erkennst den wahren Wert des Gedichts.
    herzlichst uis

  3. #3
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: im ICE

    ÜBERSINN ist okay, die Strophen paddeln im Seichten, die Katze ist eben grau. Auswürfe und Momente des Einfangens. Das machen Katzen so. Fuck you!
    Lyrik ist es, wenn man die Regeln der vergangenen Jahrhunderte außen vor läßt; eben dieses Außenvor nennt man postpostmodern. Amen.

  4. #4
    Tino
    Laufkundschaft

    AW: im ICE

    Du schreibst "angewiedert". Was meinst Du damit, Paul?

    Die Wiederholung in den Strophenanfängen würde ich nicht so machen. Wenn ich das so machen würde, dann würde ich auch die gleichen Verszahl einhalten. Warum hast Du Deine Verszahl geändert?

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