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Ergebnis 1 bis 8 von 8

Thema: Hohe Zeit

  1. #1
    Tino
    Laufkundschaft

    Hohe Zeit

    Nur ein wenig Angst vielleicht,
    wenn an steilen
    rauhen Ufern
    wir unsere Blicke vereinen,
    die stillen, suchenden,
    sich dann verklären
    im Gleiten der Zeit
    und kälter werden,
    die wir doch brennen wollen,
    und verschlungen zu werden
    wie
    steile rauhe Ufer
    vom stetig nehmenden
    Rhythmus. -
    Nur ein wenig Angst vielleicht,
    vor der erfüllten Sehnsucht.

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    10.July 2000
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    Duisburg
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    284

    AW: Hohe Zeit

    Hallo Tino!

    Du hast ein Gedicht ins Forum gestellt, dessen Inhalt man nur grob erahnen kann, in dem auch syntaktisch etwas mehr Ordnung geboten wäre ab Z. 10, wenn Du nicht ganz im Unverständlichen Dahinplätschern bleiben möchtest. Es liest sich zwar, aber es gleitet nur seicht dahin, ohne eine radikale Mitte. Der Titel hilft auch nicht weiter. Bis zur vierten Zeile kann man noch folgen, dann aber wird es zunehmend entschwindender. Mit dem Wort "brennen" kann ich in diesem Zusammenhang wenig anfangen. Offensichtlich geht der Sprecher dann davon aus, dass er zusammen mit jemandem verschlungen werden soll, das kommt syntaktisch unangeschlossen daher so plötzlich. Ein Rhythmus, der nimmt? Was? Die letzten zwei Zeilen sind dann schon wieder etwas versöhnlich verständlicher.

    Mein Vorschlag: Setze deutlicher Akzente, schwimme nicht so herum im Trüben der Gedanken, seicht und uferlos. Vielleicht eine Präsentation in zwei Strophen, die das jeweils Gegensätzliche und Gemeinsame (Angst und Sehnsucht) thematisiert.
    herzlichst uis

  3. #3
    Tino
    Laufkundschaft

    AW: Hohe Zeit

    Vielen Dank für die Kritik. Mein Gedicht handelt von den Anfängen meiner Liebe, eigentlich schon mehr von der Hochzeit. Ich wollte dieses Gefühl beschreiben, dem einige Kämpfe vorangegangen sind. Wenn ich es mir recht überlege, so stehen wir heute immer noch im Kampf.

    Die nächsten Tage werde ich noch einige Gedichte vorstellen und hoffe auf einige nettere Anmerkungen.

    Seid gegrüßt, Fremde!

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    22.August 2000
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    Bärlin
    Beiträge
    106

    AW: Hohe Zeit

    Original erstellt von Tino:

    die wir doch brennen wollen,
    und verschlungen zu werden
    <, zu werden< ist hier nicht nötig?
    Oder nach <verschlungen> einen Punkt?
    fragt dich eine Spezialistin für sparsame Worte, Fremder.

    <Mein Gedicht handelt von den Anfängen meiner Liebe, eigentlich schon mehr von der Hochzeit.>
    Das ging aber schnell! Gruß von Marina

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    20.April 2000
    Beiträge
    11

    AW: Hohe Zeit

    hallo, tino. grüße dich.
    mit einem wort: zu viele adjektive. ansonsten stimmt alles, was uisgenovid vorgetragen hat. auch zu viele adverbien.
    s is mir nich wegen der worte: probe die sparsamkeit.
    wer will schon wie ein steiles rauhes ufer verschlungen werden? wie geht das überhaupt?
    big

  6. #6
    Tino
    Laufkundschaft

    AW: Hohe Zeit

    Danke, Marina, und herzlichen Dank an bigvogel.

    Den Punkt setze ich. Du hast ganz recht, erweiterte Infinitive zerstören mehr, als sie aufbauen. Es muß an ZU liegen. Dieses Wort schließt ab, wenn ich es spreche, fällt mir etwas in den Körper und bleibt dort.

    Zu viele Adjektive, meinst Du, bigvogel? Die liebe ich, vor allem die zusammengesetzten haben es mir angetan. Aber mehr noch liebe ich die Adverbien, unaussprechliche wie oft benutzte. Ich habe einen Traum: Ich will sie in neuen Sinn stellen. Ist das naiv, so will ich es sein.

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Magdeburg
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    AW: Hohe Zeit

    Mir gefiel seinerzeit dieser Text, und er gefällt mir auch heute noch. Ich spüre hier eine Demutshaltung vor dem Schicksal, die aber nicht den Saum desselben küßt. Ich spüre Ehrlichkeit, eine romantische Natur und bei aller (apostrophierten) Zuneigung auch die Bangigkeit, die unser Leben stets begleiten sollte.

    In sprachlicher Hinsicht stören mich die Partizipien, die immer aufgesetzt wirken. Aber vielleicht zeigen sie hier auch verstärkt das Prozeßhafte an, das doch jede Liebe sein sollte.

  8. #8
    saulchen
    Laufkundschaft

    AW: Hohe Zeit

    Das ist wahrlich ein gedicht, hier verschmelzen die drei zeitebenen in eine momentaufnahme. Das sprachbild des sedimemtierenden ufers als die sich erfüllende sehnsucht nach der liebe ist verständlich, weshalb mich die einwände am ordnereingang wundern, auch da das kurz zuvor noch gegenständlich funktioniert hat, also unmittelbar schon bestandteil des textes ist. Ich würde dies als diplomatische art des dichtens verstehen. Sozusagen dichtung für politiker und beamte.
    Erinnert mich ausserdem an Pablo neruda

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