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Kriegstagebuch II

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  • #91
    Nix Personalnotstand. Das sind in den ÖRR verbreitete Mutmaßungen, die belegen sollen, wie wirksam die Politik der Bundesregierung ist. Ich habe es schon mal gesagt: Die Russen haben 3-5% ihrer Streitkräfte in der Ukraine, die anderen Soldaten sind Freiwillige (Söldner) oder Soldaten der beiden Volksrepubliken, die sich von der Ukraine lossagten. Nun wurden noch zwei reguläre Bataillone geschickt. Putin will Ergebnisse bis zum Winter. Er hat kein Interesse an einem längeren und schwelenden Konflikt. Das apostrophierte Ziel ist die "Befreiung" des Donbaß. Also keine Eroberung von Kiew und keine von Odessa, keine von Charkow und keine von Saporoshje. Anders gesagt: es fehlen den Russen zur Erringung ihrer Ziele vielleicht noch 2500 km² im Donezker Becken. Ich nehme an, daß die Landverbindung zur Krim ebenfalls (bereits erreichtes) Ziel ist, aber Cherson im Westen des von den Russen eroberten Gebietes könnte schon Verhandlungsmasse sein.
    Wenn das so stimmt, wie es Putin gestern in Samarkand von sich gab, dann besteht Hoffnung, daß der Krieg noch in diesem Jahr endet.
    Rußland ist auch keineswegs isoliert. Ich habe das Gefühl, daß sich der Westen isoliert. In Samarkand trafen sich Vertreter von mehr als drei Milliarden Menschen der Weltbevölkerung, etliche Staaten aus Afrika und Südamerika sondierten die Lage, wollen mit dem "Westen" nichts mehr zu tun haben. Der hat sie zu lange ausgebeutet und mit einem "demokratischen" System überzogen, das diese Staaten mehrheitlich nicht wollen. Andererseits ist Indien auch dabei, die größte Demokratie der Welt. Das sind alles Dinge, die da im Schatten des Krieges geschehen, die die Welt verändern, die Machtbalance verändern.

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    • #92
      Wär ja schön, wenn es so wär, Robert und der Krieg noch dieses Jahr endete. Aber, so wie es aussieht, wird sich die Ukraine nicht Gebietsverlusten abfinden, die wollen keinen m2 Boden an die Russen verlieren. So die tausendmal wiederholten Aussagen von Selenski abwärts. Und dass die russ. Armee miserabel geführt, konventionell schlecht gerüstet und völlig unmotiviert ist, das ist wohl keine Mär westlicher Geheimdienste. Dass die westl. Strategie auch dämlich ist, geschenkt. Jedenfalls hat der Konflikt noch immer Potential zur Ausweitung, Globalisierung. Und wie die EU nach diesem Winter dasteht, das finde ich auch sehr spannend. Interessante Zeiten.

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      • #93
        Neben dem Konflikt zwischen Asberbaidschan und Armenien flammt jetzt die Auseinandersetzung zwischen Kirgistan und Tadschikistan wieder auf.

        https://www.spiegel.de/ausland/tote-...b-4bb7d3bafe44
        Kirgisistan und Tadschikistan Grenzstreit zwischen Ex-Sowjetrepubliken – Mehr als 100.000 Menschen evakuiert


        Die kirgisische Seite meldet zivile Opfer, die Ausrufung des Kriegszustands sei eine Option: Nach den erneuten Kämpfen zwischen Aserbaidschan und Armenien drohen weitere blutige Gefechte zwischen Ex-Sowjetrepubliken.
        Russland ist geschwächt und kann die Rolle als Ordnungsmacht für die Ex-Sowjetrepubliken nicht mehr wahrnehmen.

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        • #94
          Putin geht all in. Teilmobilisierung in Russland und Referenden in den umkämpften Gebieten.

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          • #95
            Wie ich heute morgen lesen musste, ist neben NS2 nun auch NS1 durch ein mysteriöses Leck beschädigt. Damit kann durch beide Leitungen kein Gas mehr fließen. Im Netz kursieren bereits die wildesten Verschwörungstheorien, von Putin über Selensky, Scholz/Habeck, den Mossad bis hin zu uncle Sam himself reicht die Lister der Tatverdächtigen.

            Dass zufällig an beiden Leitungen ein Leck entsteht, halte ich für unmöglich. Sabotage ist wohl die wahrscheinlichste Hypothese. Fragt sich nur, wer war's?

            Es wird immer unterhaltsamer.​ 😒

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            • #96
              Alte Journalistenweisheit: wenn eine Sache keinen Sinn ergibt, folge dem Geld 😏

              Oder besser im Original: who‘s profit is ist? Also wer profitiert davon? Putin doch eher weniger. Wenn er nucht mehr liefern wollte, würde er einfach den hahn zudrehen. Im grund profitieren doch nur die kriegstreiber, die von dem krieg und den sanktionen gegen RUS profitieren 🤷‍♂️

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              • #97
                https://www.ndr.de/nachrichten/meckl...stream810.html
                An den beiden Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2 sind nach dänischen Behördenangaben insgesamt drei Lecks entdeckt worden. Zuvor war von den Betreibern ein Druckabfall in den Röhren gemeldet worden. Die Ursachensuche läuft. War es Sabotage? Russland zeigte sich "extrem besorgt". MV-Ministerpräsidentin Schwesig fordert vollständige Aufklärung.
                Wenn das mit den drei Lecks stimmt, dann ist die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls verschwindend gering.

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                • #98
                  Für einen Unfall sind diese Lecks zu weit auseinander. Sabotage dürfte klar sein...nur wer wars?

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                  • #99
                    Jetzt wird es langsam spannend. Putin annektiert 4 Provinzen, die Ukraine drängt in die NATO. Diese ziert sich und will stattdessen mehr Waffen, bessere Waffen, wirksamere Waffen liefern. Die 4 Löcher in NS1+2 - für jede annektierte Provinz eines - lassen nichts Gutes dräuen. Und der Winter steht vor der Haustür. Alle Zeichen stehen auf Eskalation, keine Lösungen in Sicht und zwei Gambler, die auch die Welt anzünden würden, bevor sie nachgeben.

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                    • Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen
                      Jetzt wird es langsam spannend. Putin annektiert 4 Provinzen, die Ukraine drängt in die NATO.
                      Das wäre eine Lösug: Die Ukraine überlässt die vier Provinzen plus Krim Russland und tritt in die NATO ein. Damit wäre Putin wahrscheinlich einverstanden.

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                      • Ja, wenn auf beiden Seiten Vernunft herrschte, könnte das eine Lösung sein. Die ist aber leider nicht in Sicht. Weder die Vernunft, noch die Lösung.

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                        • Zitat von Streusalzwiese Beitrag anzeigen

                          Das wäre eine Lösug: Die Ukraine überlässt die vier Provinzen plus Krim Russland und tritt in die NATO ein. Damit wäre Putin wahrscheinlich einverstanden.
                          Mmmhhh, der „Sicherheitsgürtel“ wäre mir an Putins Stelle etwas zu schmal. EU ja, NATO nein, wäre meine Entscheidung.

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                          • Wie gesagt, jetzt wird's spannend. Viele Fragen, wenig Antworten.

                            1. Wie weit und nachhaltig geht die ukrainische Gegenoffensive?
                            2. Wie steht es um die Verfassung der russischen Armee? Ist sie tatsächlich so desolat und kampfschwach, wie es ausschaut?
                            3. Wie lange kann sich Putin noch halten, welchen Rückhalt genießt er noch unter seinen Jüngern und wie stark sind seine Gegner?
                            4. Was kann und wird er tun, wenn er mit dem Rücken zu Wand keinen Ausweg mehr sieht als eine Verzweiflungstat?

                            Der Westen will einen Regimewechsel in Russland, will Russland vernichten (Zitat Bärböckin). Was kommt danach? Oder davor?

                            Als gelernter Pessimist, also Realist, halte ich alles für möglich. Aber es muß ja nicht alles kommen, was meine Träume mir voralpen.
                            Wie gesagt, jetzt wird's interessant.

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                            • Zitat Wikipedia

                              Im März 2018 erkennt die NATO offiziell an, dass die Ukraine eine NATO-Mitgliedschaft anstrebt

                              Zitat Ende

                              Spätestens ab dem Zeitpunkt musste sich Putin damit befassen, welche Konsequenzen das für Russland haben könnte.

                              Dass er dabei auch einen Überfall auf die Ukraine in Erwägung zog, das könnte mit dem Verlauf des Bürgerkrieges in Syrien zu tun haben...wo Putin schalten und walten konnte, wie er nur wollte.
                              Beweisen lässt sich das natürlich nicht, aber lässt man die letzten zehn Jahre Revue passieren...dass wir das heutige Produkt Putin einem schwachen Präsidenten Obama zu verdanken haben. Für mich nach Hoover der schlechteste US-Präsident, den Amerika und die Welt je sah.

                              Was ich eigentlich sagen möchte: ja, auf einen solchen Kompromiss (Russland behält die vier gebiete, die Ukraine kommt in die Nato) könnte es hinauslaufen, da Putin seit 2018 ohnehin die Nato-Mitgliedschaft der Ukraine eingepreist haben müsste. Das alleine wird aber wohl nicht reichen...darüber hinaus bräuchte es eine Sicherheits-eine Pufferzone. Odessa ist wohl das Faustpfand Putin...denn solange er Odessa verschont...kann die Ukraine frei handeln.

                              a.d.

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                              • Ich glaube nicht an eine Lösung Annexion gegen Natobeitritt. Sie wäre für beide Seiten ein Verlust bzw. eine Niederlage. Überdies befindet sich UKR ja im Auftrieb, mit weiteren Waffenlieferungen versehen, könnte sie die Russen aus den besetzten Gebieten sogar vertreiben. Das wiederum könnte Putin zum Einsatz von ABC-Waffen bringen, was sich wohl niemand wünscht. Die Ukrainer wurden und werden seit Kriegsbeginn mit kompromisslosen und fanatischen Durchhalte- und Siegesparolen medial zugeschüttet, dass die Abtretung der Ostprovinzen denkunmöglich scheint. Was ich mir vorstellen kann, dass man zugunsten eines Waffenstillstands vorerst keine Rückgabe der Krim fordert - offiziell aufgeben wird man auch die nicht.

                                Putin und seine Camarilla scheinen auf der Verliererstraße zu tuckern, die russ. Generalität scheint an Unfähigkeit und Selbstüberschätzung unübertrefflich, die Moral der Truppe am Boden, Ausrüstung und Ausbildung gar nicht vorhanden. Wozu sollte sich UKR und Nato mit der Aufgabe der Provinzen abfinden? Sie können früher oder später wieder zurückerobert werden. Das letzte verbliebene Ass im Ärmel Putins sind seine Drohungen mit ABC-Waffen. Und niemand, nicht mal er selbst vllt., kann abschätzen, ob er diese Drohungen wahr machen wird.

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