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Intel kömmt nach Magdeburg (II)

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  • Intel kömmt nach Magdeburg (II)

    Die EU trant mit einer entsprechenden Gesetzvorlage, um in Europa Chipherstellung gut vorzubereiten. Der GRÜNE Habeck unterbindet Vorschüsse. Klar, er braucht das Geld für seine GRÜNE Transformation. Also steht die Vorbereitung? Mitnichten. Die Magdeburger, die bereiten alles vor. Sie investieren ein paar Milliönchen in die Infrastruktur.

    Allerdings bin ich selber betroffen, wenngleich nur akzidentiell. Die von mir morgens befahrene Wanzleber Chaussee war kürzlich gesperrt. Sie wurde erneuert. Ich mußte einen Umweg fahren, zehn Kilometer mehr. Nicht schön. Eben lese ich, daß die Chaussee noch einmal verbreitert wird und endlich der lang ersehnte Fahrradweg parallel verläuft. Gut so.
    Am Eulenberg, ein Gebiet unmittelbar an der A 14/Abfahrt Wanzleben, fanden Archäologen ein altes Siedlungsgebiet aus der Jungsteinzeit, 6000 Jahre alt. Das wundert mich nicht. Der "Berg" liegt hoch genug, um Feinde von weither zu sehen, andererseits ist das Gebiet sehr fruchtbar und doch nicht bergig, also ideal für eine Siedlung. Der MDR verfolgt die Grabungen. Ich auch:

    Link: https://www.mdr.de/nachrichten/sachs...ipzig-100.html

  • #2
    Fortsetzung des Ordners aus dem alten Forum


    Will meiner Chronisten-Pflicht genügen. Die Bauflächen dienen in diesem Jahr noch als Ackerboden. Vier etwa gleich große Felder a 80 ha wurden mit Kartoffeln und Weizen bepflanzt, verkreuzt.
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Name: Intelgelände_Weizenfeld_120622.jpg
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Name: Intelgelände_Autobahnbrückenblick_Kartoffelfeld_120622.jpg
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    Rechts sieht man ein Kartoffelfeld, das auf dem Gelände des künftigen Intel-Werks angelegt wurde. Insgesamt wurden vier Felder angelegt, jedes etwa 80 ha groß: zwei Kartoffel- und zwei Weizenfelder, verkreuzt angelegt. Der Boden soll bei Baubeginn um einen Meter abgetragen und verkauft werden Bördeboden ist der beste der Welt, Index 100. Grob geschätzt spült dieser Boden 350 Millionen in die Kriegskasse. Ich werde mal ein Photo von der Autobahn aus schießen; das Werk wird so liegen, daß man quasi auf es zufährt, ein wenig erhöht gegenüber der Autobahn. Eulenberg.

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Name: Intelgelände_Autobahnblick_120622.jpg
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ID: 383Man kann hier von der Autobahnbrücke (Sonntagnachmittag) aus zwei Grenzwege erkennen, einen in etwa einem Kilometer Entfernung, den nächsten dort, wo die Strommasten die Autobahn queren.Das Intel-Werk wird bis dahin gebaut werden, insgesamt 320 ha.

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    • #3
      So sehr ich euch die wirtschaftlichen Segnungen (Arbeitsplätze, Kaufkraft etc.) gönne, so sehr hadere ich damit, dass weitere 100 ha fruchtbares Grün zubetoniert und versiegelt werden. Gibts bei euch keine Brachflächen, ungenutzte Industrie/Gewerberuinen, die man dafür nutzen könnte. Dieses blindwütige Zukleistern unseres Grünlands wird uns noch teuer zu stehen kommen. Hier herrscht der gleiche wahnsinnige Erschließungsfuror. Recht geschieht uns, wenn wir bald verdorren!

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      • #4
        Ich würde Dir zustimmen, Till, wenn auf der anderen Seite seit 1989 nicht eine Deindustrialisierung stattgefunden hätte, die weit mehr als 320 ha Industriebauten der Natur zurückgab. Diese Anlagen stehen ein paar Jahre leer, dann werden sie abgerissen und denaturalisiert, wie es so schön heißt. Allein in Magdeburg sind zig km² deindustrialisiert worden. Da wachsen heute Bäume, wo früher Walzwerkstraßen die Luft vibrieren ließen. Insofern macht man mit einer eher sauberen Chipbude doch einen guten Tausch.

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        • #5
          Ich will meiner Chronistenpflicht genügen, also zwei neue Bilder. Das eine zeigt einen Vermesser. Das Feld ist abgeerntet, nun wird es ausgemessen. Das zweite Bild zeigt die Straße, neu asphaltiert. Diese Straße verbindet Magdeburg und Wanzleben, eine Nebenstraße. Sie genügt gerade so den Ansprüchen. Nun werden 3,24 Millionen m³ Bördeboden abtransportiert werden. Ich bin sehr gespannt, ob zwei Spuren genug dafür sind.

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Name: neue L50_260822.jpg
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          • #6
            Die Inflation und die hohen Energiepreise bremsen den Enthusiaismus bei Intel, sich in Magdeburg anzusiedeln. Sie fordern 50% höhere Subventionen. In Zahlen: 10 Mrd. Das ist sehr viel Holz. Der Bund will das nicht, andererseits muß er, will er in Ostfalen wenigstens den Hauch einer Chance im nächsten Wahl-Jahr haben, damit wir hier nicht zum AfD-Land werden. Also 10 Mrd. für die Heuschrecken aus USA.

            Die NZZ sieht das so:

            erstellt von NZZ:
            Das ist passiert: Die Bundesregierung will eine Ansiedlung des amerikanischen Chipherstellers Intel in Magdeburg mit 9,9 Milliarden Euro unterstützen. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, investiert Intel einschliesslich staatlicher Hilfen damit insgesamt mehr als 30 Milliarden Euro. Intel hatte ursprünglich geplant, die zwei Werke mit 6,8 Milliarden Euro Staatshilfe zu errichten, den Baubeginn aber wegen wirtschaftlichen Gegenwinds verschoben. Die Aufstockung der staatlichen Hilfen muss von der EU-Kommission noch genehmigt werden. Zum Bericht
            Darum ist es wichtig: Für Deutschland ist die Ansiedlung der Fabriken von strategischer Bedeutung. Bei Halbleitern sei das Land in der Vergangenheit in einseitige Abhängigkeiten geraten, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz. Intels Produktion in Magdeburg sei nun die grösste ausländische Direktinvestition in der deutschen Geschichte. Mit den Fabriken sollten Lieferketten diversifiziert werden, zudem könnten deutsche und europäische Unternehmen die von ihnen benötigten Chips in der EU kaufen.
            Das sind die Details: Im März 2022 hatte Intel bekanntgegeben, dass in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt ab 2027 Chips produziert werden sollen. In einer ersten Ausbaustufe sollen zwei Halbleiterwerke gebaut werden, Tausende von Arbeitsplätzen könnten entstehen. Zudem ist ein Hightech-Park für die Ansiedlung von Zulieferern geplant.

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            • #7
              Es sollte mich skeptisch machen, wenn der Wirtschaftsminister Habeck die Investitionen für intel begrüßt und unterstützt. Der Mann hat ja nun alles andere als einen Vorteil für Deutschland im Sinn.

              Bei den Nachdenkseiten finde ich kein gutes Wort für das Projekt:
              erstellt von NDS:
              Dass der US-Chipgigant Intel im strukturschwachen Magdeburg eine riesige Chipfabrik bauen will, ist sicherlich vor allem für die Region eine gute Nachricht. Dass die Bundesregierung diese Ansiedlung jedoch mit unglaublichen 9,8 Milliarden Euro subventioniert, ist ein regelrechter Skandal. Kurios und nicht weniger skandalös ist dabei, dass dieses Geld nicht etwa aus dem regulären Bundeshaushalt kommt, sondern über Tricksereien mit den Einnahmen aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten querfinanziert wird. So geht künftig ein Teil auch ihrer Heiz-, Strom- oder Benzinkosten in die Taschen eines US-Großkonzerns, der in den letzten fünf Jahren fast 100 Milliarden Dollar Nettogewinn erwirtschaften konnte. Mehr noch: Da aus den Einnahmen aus den Emissionszertifikaten eigentlich Energiesparprojekte kleinerer Firmen finanziert werden sollten, werden künftig dank Intel einige von ihnen in die Röhre gucken. Die Begründung für die außergewöhnlichen Subventionen ist dabei hanebüchen.
              [..]
              Und last but least – wenn es um die Abhängigkeit von Asien im Segment der Hochleistungschips geht, sollte man sogar die gigantischen Investitionen von Intel ruhig mal ins Verhältnis setzen. Das Werk in Magdeburg – technisch gesehen sind es übrigens zwei Werke – soll die Fläche von drei Fußballfeldern haben. Das klingt viel. Der südkoreanische Chipgigant Samsung erweitert sein Werk in Pyeontaek jedoch gerade um 25 Fußballfelder. Und das ist nur ein Samsung-Werk. Intel plant, 80 Milliarden Dollar im nächsten Jahrzehnt zu investieren. Auch das klingt viel. Samsung investiert jedoch jedes Jahr 25 Milliarden Dollar und der Branchenprimus TSMC aus Taiwan hat alleine in den letzten beiden Jahren grob so viel investiert, wie Intel es im kommenden Jahrzehnt plant.​
              Nun ja, da weiß man bei den NDS, die ich sonst schätze, nicht wirklich etwas mit Zahlen anzufangen und bleibt im Denken doch recht statisch. Das Naheliegende: Das Werk in MD wird 11 km² groß. Ein Fußballfeld umfaßt etwa 0,6 ha, anders gesagt, es sind keine DREI Fußballfelder, sondern etwa 2000. Kleiner Unterschied. Hinsichtlich der geplanten Produktion wäre intel schlecht beraten, gleich am Anfang die komplexesten und schwierigsten Teile in MD zu produzieren. Das macht nur ein Anfänger, der glaubt, daß baugleiche Fabriken in Mexiko, China oder Deutschland auch ähnliche Ergebnisse erwirtschaften. Das ist eben nicht so. Der Unterschied liegt bei etwa 30-40%. Ich sage itzt nicht, wo die Effizienz höher ist. Hinsichtlich der Investition ist gar nicht abzusehen, was das für eine Wirkung auf Ostfalen haben wird. Es ist anzunehmen, daß wir hier erneut dem nachgehen, was wir am besten können: aus Scheiße Gold machen. Die Sogwirkung Magdeburgs dürfte immens sein. Man beginnt mit wenigem, am Ende baut man völlig Neues.
              Zur Zeit gibt es Streit zwischen den umliegenden Dörfern und Magdeburg. Das Gelände, das anfangs etwa 350 ha, also 3,5 km² umfassen sollte (blau eingezeichnet), ist gewachsen (rot in Richtung Sülzetal; grau in Richtung Wanzleben). Offenbar ist es eben nicht damit getan, nur eine Produktionshalle hinzustellen; man will einen Industriepark errichten. Der reicht nur weiter in die Gemeinden im Bördekreis hinein. Die wollen, daß die Stadt ihnen Investitionen abnimmt. Sie behaupten, sie hätten kein Geld. Klar. Ich glaube, ich kenne in der Börde schon zehn Millionäre, meist Großbauern, die Geld genug haben, um in der (korrupten) Ukraine Land zu erwerben, nicht eben wenig. Aber unsere Bürgermeisterin, Frau Borries (parteilos), ist clever. Sie finanziert eine GmbH mit etwa 40 Millionen aus dem Stadtsäckel vor, über die die steuerlichen Angelegenheiten organisiert werden. Sieben bis acht Jahre hat sie so allein das Sagen. Da werden die Weichen gestellt, für alle Arten von Geldeinkünften und Zahlungen. Die ersten Infrastrukturmaßnahmen sind schon erledigt: eine neue Straße nach Wanzleben verkürzt meine Fahrzeit zur Arbeit jeden Tag um fünf Minuten, die archäologischen Arbeiten sind abgeschlossen (man fand Siedlungen aus der Steinzeit) und ein Bebauungsplan liegt auch vor. Fehlt nur noch das Okay aus Brüssel.
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: intelgelände.jpg Ansichten: 0 Größe: 16,5 KB ID: 2123

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              • #8
                Ein Ingenieursbüro siedelt sich in MD an. Die holländische Firma "Sioux" will 300 Ingenieursstellen in MD schaffen. Mal abgesehen davon, daß es Holländer sind, von denen ich aus historischen Gründen nicht viel halte, ist diese Nachricht doch zu begrüßen.
                Der Wirtschaftsminister Habeck verteidigt derweil in Dresden die Investitionszulage der Bundesregierung.

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                • #9
                  Es wird weitergearbeitet. Man kann in der Mitte des nördlichen Abschnitts einen Bauwagen ewrkennen. Dort wird ein Teilstück eingeebnet. Das Bild wurde von der Verbindungsstraße zwischen MD und Wanzleben (L 50) geschossen, links unten sieht man ein Stück A 14. Die Blickrichtung ist Südsüdwest. Links ist eine Stromtrasse zu erkennen, ganz hinten, etwa 4 Kilometer entfernt, sind Teile des Industriegebietes an der Autobahn zu sehen. Bis dahin wird das Intel-Werk reichen. Die Baumreihe rechtshinten markiert die westlichen Grenze zu Wanzleben hin. Man hat eine Vorstellung von der Größe des Projekts.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: intel_stand_0823.jpg Ansichten: 0 Größe: 155,0 KB ID: 2278

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                  • #10
                    Ich werde demnächst mal wieder ein paar Photos schießen. Der Baubeginn verschiebt sich von Monat zu MOnat. Erst hieß es, ab 2027 solle produziert werden, nun wird von 2028 oder gar 2029 gesprochen. Aber in diesem Jahr soll auf jeden Fall begonnen werden. Wahrscheinlich bauen sie den alten Feldweg (Photo folgt) zur asphaltierten Straße aus udn verkaufen das als Baubeginn. DAs Areal ist archäologisch interessant. Klarerweise, denn der Eulenberg liegt unmittelbar beim höchsten Punkt Magdeburgs, dem Thauberg, der 201 m über NN liegt und von dem aus man weit Richtung Dom und damit Elbe blicken kann (Photo folgt). Also ein trigonometrischer Punkt.

                    Die Archäologen auf dem zukünftigen Intel-Gelände spachteln und kehren, graben und pinseln. Schicht für Schicht, fast sogar Sandkorn für Sandkorn, tragen sie den Boden ab. Nun haben sie, kurz vor Abschluß der Grabungen, einen einmaligen Fund gemacht.

                    Direkt auf der Kuppe des Eulenbergs, der dem Gelände seinen Namen gibt, liegt eine „einmalige Begräbnislandschaft“, wie Susanne Friederich vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt schildert. Mittendrin: zwei Rinderpaare, die vor etwa 5.000 Jahren begraben wurden. Eines davon wird ergänzt durch ein menschliches Skelett – wie ein Kutscher auf seinem Gespann.

                    „Rinder waren damals sehr wertvoll. In der Not brachten die Menschen ein großes Opfer, den Garant für ihre Ernährung niederzulegen“, erklärt Friederich. Die Theorie: Das Wetter wurde damals immer schlechter und die Menschen versuchten, mit den Opfern den Göttern zu huldigen. Sie gehörten zur „Kugelamphorenkultur“, die sich aus Pommern bis ins Wendland zog und Viehhaltung betrieb.

                    Ähnliche Rindergespanne fanden sich auch im Tagebau Profen, aber die Archäologen vom Eulenberg haben noch etwas anderes entdeckt: Die Tierskelette liegen genau mittig zwischen zwei Totenhütten. Diese waren bis zu 30 Meter lang und bargen mehrere menschliche Gräber. Die hölzernen Hütten waren meterhoch mit Erde bedeckt – so daß die Kuppe des Eulenbergs noch höher wurde. „Wären sie nicht überhügelt gewesen, dann wären sie nicht mehr erhalten“, so Friederich.

                    Bei manchen Skeletten finden sich Beigaben wie Gefäße. „Sie waren gefüllt mit Speis und Trank für den Weg ins Jenseits“, erläutert die Leiterin der Abteilung Bodendenkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie.

                    Die Totenhütten sind noch einmal 1.000 Jahre älter als die Rindergespanne und wurden vor etwa 6.000 Jahren errichtet. Sie sind der „Baalberger Kultur“ zuzuordnen, deren Zeugnisse erstmals in Baalberge im Salzlandkreis gefunden wurden. Ähnliche Hütten wurden 2023 auf der Baustelle für das Logistikzentrum von Daimler Truck in Halberstadt entdeckt.

                    Ein weiterer Fund von der Kuppe des Eulenbergs bei Magdeburg zeigt, dass auch noch 500 Jahre nach den Rindergespannen ein Palisadenweg oder eine Bepflanzung angelegt wurde. Worauf genau der dunkle Streifen im Boden hindeutet, müssen die Archäologen noch herausfinden. Insgesamt überspannt der Begräbnisort auf dem Eulenberg also eine Zeitspanne von mindestens 1.500 Jahren. „Das war über Jahrtausende ein riesiger heiliger Hain, wo immer wieder neu bestattet wurde“, fasst Friederich zusammen. In der Kombination der Begräbnisformen sei der Ort einzigartig.

                    Seit Januar 2023 haben bis zu 50 Mitarbeiter das 300 Hektar große Gelände bei Magdeburg unter die Lupe genommen. Das regenreiche Jahr hat es den Archäologen nicht leicht gemacht. „Vor vier Wochen standen wir hier noch knietief im Wasser“, sagt Susanne Friederich.

                    Mitte April sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Intel will noch in diesem Jahr anfangen zu bauen. 2028 oder 2029 könnten die Chipfabriken fertig sein.

                    Quelle

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                    • #11
                      Es gibt auch ganz andere Stimmen zur Niederlassungsabsicht Intels in Ostfalen. Die überraschende Zustimmung Habecks zu diesem Projekt erklärt sich demnach auch aus dessen Verflechtung mit der amerikanischen Industrie resp. der Durchsetzung der atlantischen Charta. Eine Ausweitung amerikanischer Industrie in Deutschland verhindert nämlich auch die Entwicklung eigener deutscher Produkte.
                      Ich hatte vor nun beinahe zwanzig Jahren die Bekanntschaft eines offenbar genialen Programmierers gemacht. Der junge Mann flog des öfteren nach Hongkong, um dort für eine mir wohlbekannte Insitution an dem zu arbeiten, was ein eigenes Internet und eine eigene Komputerindustrie erst ermöglicht. Das alles war so geheim und problematisch, daß er sich zwischen dieser Arbeit und unserer Freundschaft entscheiden mußte. Nun ja, er ging den Weg des Geldes. Der Punkt ist, wir Deutschen versuchen so etwas erst gar nicht. Eine künftige Regierung sollte das aber unbedingt auf den Weg bringen. Freiheit und Souveränität sind nur dann möglich, wenn man auch Herr über die Dinge ist, die im eigenen Haushalt so herumstehen: die Frau, die Kinder, der Staubsauger und die Küchenwaage... (Von anderen Dingen will ich erst gar nicht reden.) Wer darüber keine Macht besitzt, sollte sich davon trennen und es noch einmal versuchen. (passendes Lied)

                      Neuere Bilder vom Bauplatz am Eulenberg:

                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Intelgelände_am Eulenberg_0624.jpg Ansichten: 0 Größe: 188,3 KB ID: 3897

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                      • #12
                        Intel kömmt nun doch nicht. Mein Sohn hatte recht, als er vor etwa drei Jahren behauptete, daß Intel von seinen Konkurrenten technisch abgehängt worden sei. Ich kann das itzt leider nicht wiederholen, was er mir damals zu erklären versuchte, ich aber nicht glaubte. (vielleicht reiche ich die technische Erklärung noch nach) Jedenfalls hat Intel im letzten Jahr einen Milliardenverlust verzeichnen müssen und für dieses Jahr sieht es auch nicht besser aus. Der Konzernchef glaubt, indem 15% der Belegschaft gekündigt wird, daß dann die Zahlen wieder schwarz werden. Wenn aber schon das Produkt in seiner Strukturbeschaffenheit nicht konkurrenzfähig ist, dann helfen auch keine supermodernen Produktionsprozesse und auch keine Reduzierung der Beschäftigtenzahl.
                        Allerdings ist bei Firmen dieser Größe hinsichtlich ihrer Investitionen schon Jahre vor der Inbetriebnahme eines neuen Werkes ein Punkt erreicht, von dem aus es kein Zurück geben soll. Der Punkt sei bei Intel überschritten, erklärte man mir. Also kömmt das Werk doch!
                        Nein. Die Anzeichen sprechen dagegen. Die Baugenehmigung läuft in zwei Jahren ab. Intel hat zwar das Grundstück gekauft, aber wohl noch nicht bezahlt. In zwei Jahren will sich Intel wieder mal melden, bis dahin sollten unsere langsam agierenden Infrastrukturspezialisten das Wasser- und Energieproblem wohl gelöst haben. Oder kann das nicht gelöst werden? Die Elbe ist weit, der Grundwasserspiegel niedrig und die Sülze kann das benötigte Wasser nicht liefern. Wußte man alles nicht, als man sich für den hoch liegenden Eulenberg entschieden hatte.

                        Ich war ja dafür, daß dieses Werk gebaut würde, weil das immer gut ist, wenn sich Großindustrie ansiedelt. (Die läßt sich dann enteignen und zum Nutzen des Volkes modeln. ?) Andererseits sind 10 Mrd. Subventionen zu viel. Das Geld sollte in den Ausbau der Infrastruktur und für wissenschaftliche Zwecke eingesetzt werden. Wir brauchen eigene Werke, die Elektronik produzieren.

                        erstellt von Volksstimme Magdeburg:

                        Der AfD-Politiker Ulrich Siegmund kritisierte, Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) habe den Mittelstand ignoriert und den Fokus auf Subventionen für Intel gelegt. „Was hätten wir erreichen können, wenn wir die gleiche Unterstützung für deutsche Unternehmen aufgebracht hätten“, so der Co-Fraktionschef.

                        Die Linke in Sachsen-Anhalt hält die Ansiedlung für gescheitert. „Die Verschiebung ist eine Absage: Die Europastrategie von Intel hat sich erledigt“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher Wulf Gallert.

                        Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat den verschobenen Baustart der Intel-Fabrik in Magdeburg als eine rein unternehmerische Entscheidung bezeichnet.

                        Diese habe mit der Konzernpolitik und „Geldbedarfen“ zu tun, sagte Habeck am Rande eines Start-up-Gipfels in Berlin. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ Die beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission stehe kurz bevor.

                        Nach der Verzögerung der Intel-Chipfabrik in Magdeburg fordert die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht, die dafür eingeplanten Subventionen für „wirklich innovative Kleinunternehmen“ und Neugründungen einzusetzen.

                        Das Geld solle zudem in Infrastruktur fließen, sagte Wagenknecht in Berlin.


                        Intel steht unter Druck. Allein im vergangenen Quartal fuhr der Konzern einen Milliardenverlust ein - und Analysten rechnen noch mit weiteren roten Zahlen. Konzernchef Pat Gelsinger steuert gegen und kündigte Anfang August den Abbau von rund 15.000 Arbeitsplätzen an.

                        Das sind etwa 15 Prozent der Belegschaft. Insgesamt will er zum kommenden Jahr mehr als zehn Milliarden Dollar einsparen.

                        Auch die Pläne in Polen werden für diese Zeit ausgesetzt. Zugleich bekräftigte Intel Investitionen in neue Werke im Heimatmarkt USA und entwickelt neue Chips mit der Cloud-Sparte von Amazon.

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                        • #13
                          Intel kam vor allem deshalb in Schwierigkeiten, weil der Konzern die Entwicklung der KI verschlief. Im Ranking der Chiphersteller ist man nur noch auf Rang vier. Ob Intel den Bock noch umstoßen kann...das wird man sehen.

                          Mal zwei Beispiele...was die KI im Alltag leisten kann:

                          1. Mein Sohn meldete einen Versicherungsschaden an, den die Versicherung ablehnte. Die Antwort der Versicherung gab er bei ChatGPT ein...verbunden mit der Frage...wie er darauf antworten sollte...um doch noch an sein Geld zu kommen. Die KI setzte einen Brief auf, den mein Sohn an die Versicherung schickte. Drei Tage später hatte er das Geld auf seinem Konto.

                          2. Ein Freund wollte ein neues I-Phone...hätte bei seinem damaligen und jetzigen Tarifanbieter aber Euro 1000 für das Smartphone draufzahlen müssen. Das wollte er nicht akzeptieren...rief dort öfter an...tauschte mit dem Tarifanbieter Mails aus usw...alles ohne Erfolg. Also fragte auch er bei ChatGPT nach...was man da tun könnte. ChatGPT gab ihm eine sehr ausführliche und recht kompliziert anmutende Anleitung an die Hand...wie er vorgehen sollte...mit dem Hinweis...dass er das genau so...und kein bisschen anders machen sollte. Also machte er das genau so...und bekam das Smartphone für Euro 200. Ersparnis Euro 800....bei meinem Sohn waren es Euro 1,5 TSD, die er überwiesen bekam. Zeitaufwand jeweils ein paar Sekunden...maximal Minuten.

                          In beiden Fällen war es die kostenlose Version von ChatGPT...die das leistete.

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                          • #14
                            Ja, das ist in diesen Lebensbereichen wohl so, denn auch die Versicherer und i-phone-Anbieter arbeiten sicherlich nicht selten mit KI - die erkennen einander und geben dann lieber klein bei, bevor sich das hochschaukelt.

                            Ich nehme den letzten Beitrag mal als Hinweis darauf, daß intel offenbar die KI-Technologie vernachlässigte. Das macht dann in dieser Branche schon schnell mal ein paar hundert Milliarden plus/minus aus. Aber ab einer bestimmten Größe und einem bestimmten Planungszustand lassen sich Großprojekte dann nicht mehr absagen. Da gibt es oft Lösungen aus unerwarteter Richtung. Es ist ja beispielsweise nicht unbedingt zwangsläufig gegeben, daß intel in MD Chips ohne KI-Technologie-Bezug herstellen muß. Da hat sich ein neuer "player" gemeldet, qualcomm. Qualcomm will Anteile von intel erwerben, die ausreichen, um den Platz intels in MD einzunehmen. Qualcomm setzt auf KI, baut aber auch Prozessoren und so einen Quark. Sollte mich nicht wundern, wenn die sich nun ins gemachte Nest setzen.

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                            • #15
                              Will meiner Chronistenpflicht nachkommen: Bilder von itzigen Zustand des geplanten Intel-Werkes am Eulenberg... Im Hintergrund läßt sich erkennen, daß die Straße abgetragen wird, vorn sieht man die neue Breite der Straße. Nach links wird eine Abzweigung zum Intel-Werk geplant. Hinter der Kamera liegt die Auf- bzw. Abfahrt zur A 14. Es ist weit vorn auch zu erkennen, daß die Birnenbäume nicht gefällt werden, sondern die Straßenverbreiterung Richtung Intelwerk vorgenommen wird.

                              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: intel_baustelle_300924.jpg
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