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Deutscher Geist im Vergleich zu dem seiner Nachbarn (II)

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  • #16
    Gefragt nach dem Wesen deutscher Philosophie antwortete einer: "Ich glaube, es gibt zwei Herangehensweisen an die Welt. Die eine fragt nach dem Nutzen des Erkennbaren, die andere nach dem Wesen, den Prinzipien. Die Deutschen haben beides versucht - und sind damit gescheitert."

    Das war nicht sehr befriedigend.

    Ich befürchte vielmehr, daß wir nach wie vor zu denjenigen gehören, die Prinzipien hinter den Ereignissen suchen oder, wie es die Politik derzeit betreibt, die Ereignisse initiiert, um das Wesen der Welt zu verändern, weil sie selber an die Macht des Prinzips über die Realität glaubt. Deshalb konfrontiert sie die Wirklichkeit mit ihrem Prinzip. Das ist deutsch und sehr sympathisch. Merkwürdig genug, daß diese Leute von denjenigen, die sich selber für deutsch halten, gescholten wird. Die westliche Art des Pragmatismus konfrontiert die Deutschen mit ihrer Art, Politik zu treiben. Mit einer Art.

    Anders gesagt: Die GRÜNEN sind die Deutschen, weil sie ein Prinzip über die Wirklichkeit setzen; die AfD gehört zu den Wessiehs, den Pragmatikern, d.s. diejenigen, die ihre Verstandestätigkeit zum Konstitutiv machen und damit der westlichen Lehre des reinen Pragmatismus entsprechen.

    Ist das nicht eine Ironie?

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    • #17
      Gefragt, warum man mit deutschen Philosophen und Lyrikern die Straßen pflastern könne, dagegen Amerikaner oder Römer in ihren politischen Glanzzeiten keine eigene Philosophie zustande gebracht hätten, antwortete ich: "Weil wir mal den Drang besaßen, Dingen auf den Grund zu gehen und nicht nach Nutzen oder Sinnhaftigkeit fragten." Politisch mächtige Völker fragen immer zuerst nach dem positiven Sinn ihres Tuns und verlieren darüber den Blick fürs Wesentliche, das nicht im Nutzen liegt.

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      • #18
        Es ist zur Zeit verpönt, DIE Deutschen oder DIE Fußballer oder DIE Blondinen zu sagen, wenn man einen Typus meint. Das Argument ist immer die Anführung einer sogenannten Individualität, die es unmöglich machen soll, Verallgemeinerungen mit einem DIE zu beginnen. Dieses Argument ist westlichen Ursprungs, aber es ist nicht deutsch, es ist auch nicht wissenschaftlich.

        Will man etwas Allgemeines aussagen, muß man den Menschen als statistische Einheit beschreiben, sonst kann über ihn überhaupt nichts ausgesagt werden. Die statistische Einheit basiert auf dem Grundgedanken, eben die individuellen Besonderheiten zu vernachlässigen, die statistisch irrelevant sind. Erst dann sind allgemeingültige Aussagen möglich; ob sie einer Prüfung standhalten, ist eine andere Frage.

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