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Laßt uns über Fußball reden - Saison 2022/23

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  • Laßt uns über Fußball reden - Saison 2022/23

    Es sind keine magdeburger Jungs, die da für den 1. FCM spielen. Vielleicht wird der eine oder andere mal einer werden, aber das glaube ich nicht. Es ist eine zusammengekaufte Mannschaft, die mit den geringen Mitteln meines Lieblingsvereins und vergleichsweise geringem Etat die zweite Profiligasaison im Unterhaus des deutschen Profifußballs bestehen soll. Man hat einen Trainer verpflichtet, der mit Hilfe eines zu ihm passenden Sportdirektors ein Netzwerk nutzt, das seinen Schwerpunkt im Westen Deutschlands und Europas hat. Wenn der Erfolg ausbleibt - was ich angesichts des heutigen Spiels (1:4 gegen Union) durchaus für wahrscheinlich halte -, haben wir wieder das, was wir in den letzten Jahrzehnten schon zig Mal hatten: zahlreiche Spieler, die ihrem Trainer folgen werden und für den neuen Trainer schlichtweg unbrauchbar sind/sein werden. Die Verantwortlichen lernen es einfach nicht, daß diese Art des (sportlichen) Wirtschaftens schlecht für die mittel- und langfristige Entwicklung ist. Aber sie garantiert auch finanzielle Sicherheit; diese Einbindung des Vereins in den BRD-Profifußball garantiert Auskommen auf niedrigem Niveau. Das soll es ja dann wohl sein. Bestenfalls kömmt eine Mannschaft zusammen, die im Drehrumbum des deutschen Profifußballs mitspielt, aber niemals Bäume ausreißen wird. Wie auch, wenn man nur die Resterampe abkaufen kann und aus diesen dann im besten Fall Spieler formt, die von finanzstärkeren Vereinen weggekauft werden? Wenn man nur mitspielt und konsequent die Taktik- und Wechselregeln der Profiligen befolgt, also das Trainer- und Spielerkarussell mit zig Verpflichtungen und Abgängen pro Saision bedient, ist das zwar ein relativ sicheres Geschäft (man beachte die konstante Zahl der Profivereine im bundesdeutschen Fußball in den letzten Jahrzehnten), aber es ist doch auch nur mittelmäßig spannend, ob man nur Zehnter, Siebenter oder auch mal Sechzehnter wird, absteigt, um bald darauf wieder aufzusteigen, Zehnter, Siebenter oder Sechzehnter zu werden... Langweilig! Daran ändert es auch nichts, daß der gegenwärtige Trainer sehr gute Arbeit leistet und der Mannschaft einen guten Spielstil verpaßte. Gut genug für die Dritte Liga, vielleicht klappt es auch im Unterhaus, aber spätestens dann dürfte mit dieser Philosophie und den wirtschaftlichen Möglichkeiten des FCM Schluß sein. Is so!

    Wer so plant, der verzichtet auf das Leben. Er richtet sich ein und tut das Notwendige. Ein Dreierschüler.

    Sportliches: Unser Trainerteam versucht, das in der Dritten Liga erfolgreiches Ballbesitzspiel auf Liga II zu übertragen. Das bedeutet die Verpflichtung von quirligen (meist kleinen) Spielern, die sich kaum vom Ball trennen, in den Gegner hineindrehen und auf Elfmeter hinarbeiten. Positiv gesprochen: Stürmer auf Kniehöhe. Das bedeutet Dreieckspiel und Standards, bedeutet aber auch Flügelspiel und scharfe Eingaben. Hackespitzeeinszweidrei. Zugleich wurde erkannt, daß wir von hinten heraus paßsichere Spieler benötigen, die nicht nur das aufgerückte Torwartspiel absichern müssen, sondern auch gegnerische Angriffe unterbinden sollen.
    Nun, der Einsatz des aus München nach Magdeburg gewechselten Rechtsverteidigers ging da schon mal schief. Er stand oft falsch, verdaddelte den Ball, wirkte staksig, paßte auch nicht scharf und genau genug. Und dieser RV war noch der Beste von den Neuverpflichtungen. Die anderen spulten ein Pensum herunter, das keinen Anlaß zu Hoffnungen gibt.

    Die Alternative liegt klar auf der Hand: Wenn ein Land wie Island mit weniger Einwohnern als Magdeburg und Umgebung eine Mannschaft zusammenbringen kann, die im Weltfußball mithalten kann (wobei Fußball noch nicht einmal der Lieblingssport der Isländer ist), dann sollte es uns auch möglich sein, hier gezielt eine Mannschaft aufzubauen, die nicht davon abhängig ist, wer trainiert und welche Spieler dieser Trainer in Magdeburg "nutzt", um SEIN System spielen zu lassen. Aber diesen Mut und diesen Willen besitzt man nicht. Eben DREIERSCHÜLER. Spatz in der Hand. Und so.

    Ich betrachte das noch ein bißchen, aber für mich wird das mit dem FCM zunehmend uninteressanter; ich sehe da keine Perspektive, die mich zufriedenstellt.

  • #2
    1:4 gegen die Mannschaft aus dem Fischerdorf Köpenick; 4:2 gegen einen Erstligisten aus Westwestfalen. Die kommende Saison dürfte unterhaltsam und nervenaufreibend werden. Wir spielten beide Male diese Art von Hurrafußball, die eben zu solchen Ergebnissen führt. Soll mir recht sein, solange ich taktische Entwicklung sehen kann, also die Möglichkeit, während eines Spiels die taktische Grundausrichtung zu ändern.

    Zu den neuen Köpfen im Verein: Als Demokrat kann ich wegen der Art und Weise, wie diese Posten besetzt worden sind, nur mit dem Kopf schütteln. Wie kann man nur! Kunkelei in Reinform. Der Präsident wird ins Amt gehoben, von wem, ist unklar. Wahrscheinlich in einer Art von römischer Klienteladoptionsweitergabe, abgesichert durch die Zustimmung des AR, dem man im Gegenzug Zusicherungen machen muß. Kontrolle durchs Volk? Fehlanzeige, dafür öffentliche Vorstellungen über bereits Erfolgtes - bei der nächsten MV darf das Volk dann huldigen; tut es das nicht, drohen Verwerfungen aller Form. Tolles System. Der AR-Vorsitzende wurde auch ins Amt gehoben, also von den gleichen Leuten, die sich nun für DIESEN neuen Präsidenten ausgespochen haben. Und die bestimmten dann auch gleich noch den Manager (kaufmännischen Leiter) des Vereins. Das nennt man Oligarchie.

    Das kann alles funzen, aber demokratisch ist es nicht. Nun läßt sich dagegen einwenden, daß man auf der Mitgliederversammlung ja einen Antrag stellen könne, um Personalien im AR zu bestimmen, der dann beim FCM das Präsidium beruft, das wiederum den Präsidenten aus seiner Mitte bestimmt. Genau das sind ja die oligarchischen Strukturen, die zu Karthago oder der späten römischen Republik passen, nicht aber zu einem sich als demokratisch verstehenden Verein. Da sich aber gegen dieses Verfahren nur vereinzelt Widerstand regt, ist es so, wie es in der BRD generell ist: stilles Einverständnis regiert diesen Staat. Eigentlich ist die Gruppe der Nichtwähler die größte Partei im Land, aber sie schweigt und wendet sich bloß ab. Beim FCM läuft es alles prima, aber, wie gesagt, Demokratie ist was anderes, ganz abgesegen davon, wie sympathisch die einzelnen Prätendenten sind, das WIE zu ihren Posten ist mir zu gering mandatiert. Als ich das zu ändern versuchte, bügelte man meinen Vorschlag mit dem Verweis der Angst ab: keine Experimente, wir sind einer Insolvenz erst kürzlich knapp entgangen. Sind wir nicht, aber das interessiert heute keinen mehr. Wir sind schließlich uffjestiejn, wie der Magdeburger sagt. Alles gut.

    Vorstellungsvideo der neuen Segensträger

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    • #3
      Zuschauer: 22000
      Spielergebnis: 1:2 (Tor: Krempicki)

      Auftakt in Magdeburg zur zweiten Zweitligasaison des beliebtesten ostfälischen Vereins. Der Gegner: Fortuna Düsseldorf aus der Nähe des Neanderthals. Sie traten mit sieben deutschen Spielern an und spielten auch deutsch, will heißen: aus einer kompakten und zweikampfstarken Abwehr heraus wurde schnell nach vorn gespielt. Vorn lauerten athletische Spieler, die uns am eigenen Strafraum schon zustellten, gegebenenfalls schnell zurückspurteten, um die kompakte Abwehr zu stärken. Die hohen Flanken machten uns und unseren eher kleineren IV-Spielern zu schaffen. Schlechtes Stellungsspiel von Lawrence verursachte einmal fast einen Elfer, beim zweiten Fehlversuch dann schaffte er es: Handelfer für D., der saß.

      Wir spielten mit vier deutschen und sieben nichtdeutschen Spielern eine Art von berechenbarem Ballbesitzballett aka Tikitakatravestie, das sich an der kompakten Abwehr Düsseldorfs die Zähne ausbiß. Das ist kein Fußball, den ich sehen will. Handwerker sagen zu solchem Stückwerk: Hat weder Hand noch Fuß, brotlose Kunst. Ich weiß nicht, wer diese sportliche Richtung ausgegeben hat: Statt Fußball zu arbeiten, wie das in der Arbeiterstadt MD notwendig wäre, versucht man sich an einer Art von Mallorcaballermannattitüde: Saufkumpanenfußball mit gelegentlichen Trickeinlagen, Fallsucht inbegriffen. Hybris. Im Zentrum fehlte ein stabiler Anspielpartner, statt dessen wirbelten quirlige Laufwunder rechts wie links, um sich meist zu verzetteln. Hackespitzeeinszweidrei bis in den Strafraum, um dann Schüßchen abzugeben, die Sepp Maier mit der Mütze wegfangen könnte - heute noch. (In der zweiten Halbzeit erzeugte dieser südländische Ballzauber KEINE einzige Torchance. Das Tor entstand nach einem Steilpaß.) Unser Spiel benötigt präzis stehende Außenverteidiger, schnelles Spiel im Zentrum und eigentlich einen Verwerter im Sturmzentrum. Was hatten wir heute? Einen oft falsch stehenden RV, einen zu selbstbewußten LV, selbstverliebt-hysterische OM-Spieler und Außenspieler, die sich in den Mann drehen, statt den einfachen Weg zum gegnerischen Tor zu suchen.
      Wir spielten irgendeinen Fakefußball. Daß das Stadion trotz wochenendlichem Flutlichtspiel bei nicht zu warmen Temperaturen und Saisonstart nicht ausverkauft war, dürfte an der Zusammenstellung der Mannschaft liegen. Das wird keiner offiziell zugeben, aber ich kenne schon fünfzig Leute, die das so sehen.

      Einzelkritik:

      Tormann (Reimann): an den Gegentoren machtlos; spielte das Spiel, das sein Trainer von ihm erwartet, sozusagen einen Libero (guter Querpaß in der 7'), der den Ball im eigenen Strafraum auch zuweilen mit der Hand spielen darf (2,5)
      IV (Bittroff): manch guter Paß, aber kaum gutes Spiel nach vorn, weil zu langsam; stand im Gegensatz zu seinem Pendant aber meist richtig (4) El Hankouri fiel mir nicht weiter auf, weder positiv noch negativ (4)
      LV (Bell Bell): katastrophales Spiel: zahlreiche Ballannahmefehler (31', 55', 61', 63'...), Ballverluste im Aufbauspiel (z.B. Mißverständnis mit Ito 68'), keine brauchbare Flanke, oft mit dem Kopf durch die Wand (5,5)
      RV (Lawrence): katastrophales Spiel, das vom Trainer nach ein paar Minuten unterbunden hätte werden müssen: machte die gleichen Stellungsfehler wie in den Vorbereitungsspielen, die zu Gegentoren führten: 16' Knochenbrecherpaß; 37' schlampig, steht schlecht, paßt schlecht, pomadige Spielweise; 41' Handelfer verursacht; 46' Fehlpaß, der zum Gegentor führte; 57' Ballannahmefehler; 58' Ballverlust; 87' sinnbefreite scharfe Rückgabe zum eigenen Torwort ins Aus (6)
      MF (Müller): gutes Spiel, aber nicht herausragend; erhielt für ein Allerweltsfoul eine Karte; gute Pässe, oft Ausputzer (3); Krempicki versteckte sich und bot sich zu selten an, aber seine dynamische Spielweise war heute auch kaum gefordert: einmal hellwach und gut die Situation antizipierend bei unserem Tor, das eben nicht aus Kleinklein, sondern dynamischem Angriffsspiel resultierte (3); Conde mit mehr Schatten als Licht: wie immer mit dem Kopf durch die Wand (Ballverlust 32', 48') und sehr viel Hackerei: das bleibt in seiner Position nicht aus, aber seine Spielweise zielt darauf ab und ich befürchte, daß die zweite Liga für ihn eine Liga zu hoch ist; vielleicht steigert er sich noch, müßte dann aber dazu in der Lage sein, den Takt zu wechseln, was auch nach dem 0:2 nicht erfolgte (4); Atik als Schauspieler unterwegs: greinend, sich hysterisch aufführend, aber nicht anpackend; nur am Anfang zwei gute Szenen (5', 10'), vielleicht nicht ganz fit (4,5)
      Sturm (Ito): Das Privatduell mit seinem Landsmann auf der anderen Seite schien ihm wichtig zu sein. Flankte schlecht (33'), verdribbelte sich zu oft und kam als Angreifer zu keinem Torschuß. Ein Ausfall. (5,5) Sein Pendant Ceka war da besser. Guter Steilpaß zum 1:2 (50'), auch in der ersten Halbzeit mit einer guten Chance (24'); insgesamt aber zu wenig Zählbares, später zudem nachlassend. (3)

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      • #4
        Tja da war er nun, der erste Spieltag, und wenig überraschend hat sich gezeigt, dass die 2. Liga wohl doch ein anderes Kaliber ist als die Dritte. In der ersten Hälfte hatten wir den Gegner zwar ganz gut im Griff, ohne großartig Gefahr heraufzubeschwören, aber spätestens in der 2. Hälfte zeigte sich, dass das Niveau der Düsseldorfer doch etwas höher war als erwartet. Da schlugen sie uns mit unseren eigenen Waffen: Laufbereitschaft, Angriffsdruck und Pressing! Gerade nach dem Gegentreffer nach 20s der 2.Hälfte schien die Mannschaft ziemlich ratlos und verunsichert und ohne das ganz stark herausgespielte Anschlußtor durch Ceka und Krempicki hätte das noch böse ausgehen können. So fing sich die Mannschaft aber doch wieder und Düsseldorf schaltete glücklicherweise in den Verwaltungsmodus. Wäre stattdessen den Westwestfalen das 3:0 gelungen, hätte das auch in einer Packung enden können!

        Klar, mit sowas mußte man rechnen, hat man doch - obwohl man angeblich aus den Fehlern der ersten Zweitligasaison gelernt haben wollte - überwiegend junge, entwicklungsfähige Spieler geholt und - mit Abstrichen bei #Cacutalua - auf Zweitligaerfahrung verzichtet. Das zeigte sich am Samstag gleich mal, denn nach dem Wirkungstreffer zum 0:2 wirkte das sehr unambitioniert bei unserem Team. Da war keiner, der die Mannschaft wieder hochziehen konnte. Denn in solchen Momenten fängt es dann im Spielerkopf an zu arbeiten "Na? Ist die 2.Liga vll. doch etwas zu groß für mich?" Wenn man davon zu viele Spieler im Team hat, kann das dann lähmend wirken.

        Nichtsdestotrotz bin ich noch recht zuversichtlich, dass die Mannschaft schnell daraus lernt und die weiteren Ergebnisse besser ausfallen. DüDö ist auch nicht zwingend unser Maßstab für diese Saison!

        Trotzdem kann das aber auch nach hinten losgehen, denn wenn der Lerneffekt nicht schnell genug einsetzt und man nach 4-5 Spielen schon hintendran ist, wirkt sich das gerade auf junge Spieler auch schnell negativ aus und hemmt die Entwicklung. Ich finde das also schon ein etwas gefährliches Spiel!

        Andererseits waren die beiden Gegentreffer Geschenke unsererseits, begünstigt durch 2 individuelle Fehler eines 19jährigen Zweitligadebütanten. Kann passieren, muß man akzeptieren, aber das muß er dennoch schnellstens abstellen! Ansonsten wartet mit Cacu schon ein gestandener IV auf seine Chance, der mehr Stabilität verspricht.

        Aber grundsätzlich hat die ganze Mannschaft gestern nicht an ihr Leistungsvermögen anknüpfen können. Positiv herausheben kann ich eigentlich nur #BellBell, der auf links viel Offensivgeist zeigte und ein paar gefährliche Situationen einleiten konnte (auch wenn er dafür systembedingt hinten häufig etwas zu spät kommt) und #AndreasMüller, der zwar auch nicht so stark war wie sonst, aber dennoch ein gutes Spiel machte. Befriedigend spielten mMn noch #Krempicki und #Ceka, vom Rest muß mehr kommen! #Bittroff mit ziemlich schwachem Spiel - ich sage mal sein mit Abstand schwächstes unter Titz - was sich auch auf seine Nebenleute wie #Lawrence auswirkte. Sein Stellungsspiel war Samstag unglücklich. #Atik und #Ito anfangs gut, aber nach 30 Minuten tauchten sie etwas unter, va Atik, der permanent zugestellt wurde oder mit hohen Bällen gefüttert wurde, was per se nicht klappen kann! #Conde sehr unauffällig und zurecht ausgewechselt. Man merkt aber, dass da vorne in MS drin fehlt, der immer den Abschluß sucht und nicht nur den Nebenmann wie unsere "Micky Mäuse".

        Die VAR-Entscheidungen waren nicht spielflußfördernd, aber allesamt korrekt. Auch sonst hat der Schiri gut gepfiffen, winzig die Gelbe für Andi Müller nach einem Allerweltsfoul, dass viele Schiris nicht mal gepfiffen hätten, hat mich etwas gestört.

        Im Grunde hat sich wieder gezeigt, dass der Trainer versucht, seinen Plan durchzusetzen und dem Gegner sein laufintensives Tikitaka aufzwingen zu wollen. Letzte Saison hat das in 24 von 36 Spielen zum Erfolg geführt. Diese Saison werden das weniger sein. Ich tippe mal auf 13 Siege, 8 Unentschieden und 13 Niederlagen. Wären summasummarum 47 Punkte, die zum Klassenerhalt reichen. Ich denke, mehr ist diese Saison nicht drin, mit Verstärkungen und Weiterentwicklung der Spieler werden es nächste Saison dann vll. 16-8-10 (56 Punkte). Trotzdem würde ich mir einen Plan B wünschen oder zumindest, dass wir in solchen Spielen in den letzten 10 Minuten mal die Brechstange auspacken, mal Lawrence oder Cacu in den Sturm stellen, um auf lange Bälle und Flanken umstellen zu können oder so. So kam mir das vor, als ob das Spiel noch eine halbe Stunde ginge und der Ausgleich schon fallen werde. Das habe ich allerdings auch in der letzten Saison schon beobachtet.

        Ich denke mal, in 10-15 Spielen, wenn wir die Neuen integriert haben, werden wir unser volles Potential einigermaßen ausschöpfen können. Bis dahin dürfen wir allerdings den Anschluß nicht verlieren!

        Es werden aber noch genug Mannschaften kommen, die sich gegen uns nicht hinten rein stellen (v.a. bei Auswärtsspielen unsererseits - gegen einen Aufsteiger wird zu Hause kaum einer mauern wollen) und wir damit mehr Platz für Konter bekommen. Das muß unser Trumpf werden und das müssen wir noch üben: 10 Minuten voller Druck, wenn es das Spielgeschehen hergibt, dann mal 10 Minuten hintenrein stellen und neue Kräfte sammeln, um dann wieder mehr Druck zu machen. Intervalldruck quasi 😁 Man bewegt auch keinen schweren Schrank, in dem man sich dagegen stemmt, sondern mit kurzen kräftigen Schubsern, Stück für Stück, bis er da ist, wo er hin soll. So sollten wir auswärts auftreten und dann werden wir auch die nötigen Punkte holen. Ich denke, wir werden diese Saison auswärts mindestens ähnlich viele Punkte holen wie daheim. Die ersten 3 übrigens am WE in Karlsruhe 😎

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        • #5
          Der Ausschluß des russischen Vereinsfußballs ist eine Schande für FIFA und UEFA. (ausführlicher hier) Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, ob DFB, UEFA oder FIFA für alle Zeiten das Recht haben sollten, Weltmeisterschaften, Vereinswettbewerbe oder ähnliches stattfinden zu lassen. Es sollte Alternativen geben. So was fängt klein an.

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          • #6
            Auswärtsspiel in Karlsruhe. Sommer. Ferien. 30° C. Trotzdem waren nur gut 1000 Ostfalen im Stadion. Was für das in der Nähe Karlsruhes liegende Sandhausen viel gewesen wäre, ist für uns erbärmlich, zumal einst knapp 3000 Ostfalen die 560 Kilometer bis Karlsruhe gefahren sind. Daß es heute nur umme 1000 waren, liegt wohl an der Mannschaftszusammensetzung. Wir spielten heute immerhin mit fünf deutschen Spielern, ein Ostfale war nicht darunter. Traurig genug. Statt Ito spielte Kwarteng von Anfang an, statt Lawrence Sechelmann. Wir begannen gut mit Viererkette, bauten auf die Verunsicherung der Badener, die nichts zustande brachten, aber kämpften. Hinten standen sie nulpig, löchrig zudem wie (Schweizer) Käse, griffen unsere Spieler schlichtweg nicht an, sondern warteten auf den Zweikampf. Schlecht für Karlsruhe, gut für uns. Die Angst vor dem Paß in die Tiefe, die Angst vor dem Tunnel, die Angst vor dem verlorenen Dribbling. Müller erkannte als erster die Schwäche dieser Verteidigungsstellung, schlug am gegnerischen Sechzehner einen Haken und zog zum 1:0 ab. Wenig später machte Atik das gleiche im Sechzehner. 2:0. Und dann patzte ein badischer Verteidiger, was Kwarteng klug zum 3:0 nutzte. Das Spiel schien nach einer halben Stunde entschieden. Wir schalteten einen halben Gang zurück und ließen Karlsruhe im Angriff stümpern. Nichts Zwingendes.
            Nach der Halbzeitpause wurde Karlsruhe stärker. Der Trainer hatte sie wohl aufbauen können, brachte auch auf rechts neuen Schwung mit einem neuen Spieler. Der forderte den Paß in die Tiefe. Bis etwa zur 60' blieb das wenig erfolgreich. Doch der stete Druck und das kämpferische Anrennen des KSC zeigte Wirkung. Innert zwei Minuten zwei Tore. Das Spiel drohte zu kippen. Unser Trainer reagierte klug und stellte von Vierer- auf Fünferkette um, Müller agierte weiter hinten und Conde mußte fortan allein im DM-Bereich Konterfußball initiieren, was er nicht selten gut tat. Das Spiel beruhigte sich. Zwar hätte auf der einen oder anderen Seite noch ein Tor fallen können, aber letztlich fehlte dazu auch das letzte Quentchen Durchschlagskraft.
            Karlsruhe viel Glück in dieser Saison. Das ist keine unsympathische Mannschaft. Sie müssen hinten schärfer werden, eher draufgehen und sich nicht vorführen lassen.

            Einzelkritik:
            Reimann: 60' bärenstark, dann einige Fehler. Beim ersten Gegentor kann man noch Müller Mitschuld geben, der nicht konsequent zustellte, aber beim zweiten Gegentor muß er nicht raus, sondern kann warten. Viele Ballkontakte und viele gute Pässe. (3,5)
            Bittroff überfordert. Fehlpässe (13', 18' fast Elfer verschuldet, 39'), stand schlecht (41') und wirkte zu langsam. (5) El Hankouri mit Licht und Schatten. Licht: gute Verteidigung 21'. Halbdunkel: das Schüßchen in 31'. Schatten: Ballverlust 81' und das leichtfertige Vergeben einer Chance 92'. (3) Sechelmann unauffällig, was bei einem Verteidiger so lange gut ist, wie er nicht im Kontext eines Gegentores genannt werden muß. (3,5) Bell Bell mit mehr Schatten als Licht. Zahlreiche Fehlpässe (9', 12', 46'), schlampiges Defensivverhalten (läuft in 23' nicht mit) paarte sich mit falsch angesetzten Dribblings (49'), aber auch einigen guten Versuchen, uns ins Spiel zu bringen. Doch seine wichtigste Aufgabe liegt nicht darin, Angriffsspiel zu initiieren oder den Gegner schwindlig zu dribbeln, sondern darin, Gegenangriffe zu unterbinden. (4)
            Krempicki zu oft mit dem Kopf durch die Wand, Schwächen bei der Ballannahme halbhoher Bälle (42'). Meist ist sein dynamisches Spiel aber schön anzusehen und auch gefährlich - für den Gegner. Schwächen im Kopfballspiel (55'). (3) Müller mit Licht und Schatten. Muß den Schuß vor dem 1:3 unterbinden (stand zu weit weg vom Gegner), war aber spielentscheidend, denn ab 70' spielte er einen Ausputzer/Libero und zog so dem KSC-Angriffsspiel den Zahn. Muß vorn ruhiger werden. Sein verfrühter und schlechter Abschluß (57') verursachte einen Konter. Auch in 84' leichtsinnig. (3) Conde verbessert. Guter Paß inne Spitze (11'); in Halbzeit II stark verbessert und unser Gegenspiel sichernd, wenngleich es auch etliche Fehlpässe gab (52'). Spielte nicht so oft wie gegen Düdo mit dem Kopf durch die Wand, sondern strategischer. (2,5)
            Kwarteng mit gutem Gespür für die Situation, Diagonal- und Steilläufen. Guter dynamischer Spieler mit guter Ballbehandlung (81'), an dem wir hoffentlich noch viel Freude haben werden. (2) Atik anfangs lamentierend (10'), mit dem Tor sichtlich befreit, daß seine Masche auch in Liga 2 funzt. Muß seine Fehlpaßquote minimieren. (25') (3) Ceka unauffällig. Was bei einem Defensivmann gut ist, ist es bei einem Offensivmann nicht. Muß den Ball von seinen Mitspielern mehr fordern, indem er sich entsprechend anbietet. (4,5)

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            • #7
              DFB-Pokal, erste Runde: FCM vs. Frankfurt/Main. 0:4. (ausverkauft)

              Drei Veränderungen in unserer Startelf: Elfadli, Lawrence und Scienca für Bittroff, El Hankouri und Ceka. Aber keine Veränderung des Spielsystems. Aus der Niederlage gegen Union wurde nichts gelernt. Wir rannten mit dem Kopf gegen die Wand, unsicher zudem, was angesichts der besseren Durchschnittsbegabung unseres Gegners zwangsläufig sein muß. Wenn der Gegenspieler das Zehnfache des eigenen Marktwertes aufweist, hat das Gründe. Da kann man nicht so tun, als ob die Liga keine Rolle spiele, da muß man grundsätzlich eine adaptierte Taktik wählen, kann nicht so tun, als ob der Gegner Laufkundschaft wäre. Die haben den Europapokal gewonnen - dieses Jahr, nicht 1974. Trainerfehler, aber auch ein Fehler der Mannschaft, die offenbar zu geringe (taktische) Selbstheilungskräfte besitzt und ihr Spiel nur durchziehen, nicht aber anpassen kann. Und damit bin ich auch wieder beim leidigen Thema Mannschaftszusammenstellung. Erst letzte Woche wurden wieder zwei junge Ausländer verpflichtet, die nicht nur die eigene Jugend durch ihre bloße Anwesenheit brüskieren, sondern an sie auch das klare Signal aussenden: Ihr habt keine Chance bei uns, da holen wir uns lieber die Reste von der Resterampe von Zweitmannschaften, bevor wir einem von euch eine Chance geben. Und so spielte meine Mannschaft dann auch: einfallslos, unsicher, charakterlos, ohne Struktur, verdaddelnd. Da war keiner, der mal auf den Ball trat, den Kopf aus der Brühe hob und Struktur in unser Spiel brachte. Ein Fehler nach dem anderen, individuelle Nachteile, ein fehlendes (passendes) Spielkonzept gegen einen stärkeren Gegner - fertig ist die löchrige Laube. 0:4. Das Argument, es gäbe keine guten eigenen Spieler, lasse ich nicht gelten. Menschen wachsen an ihren Aufgaben. Wenn man jungen Spielern keine Chance gibt, können sie sich auch nicht entwickeln. Das ist nicht nur in Magdeburg eine Fehlentwicklung, auch andernorts. Nehmen wir A. Müller. In Hoffenheim aussortiert, weil er den Ansprüchen nicht genügte. Bei uns erhielt er eine Chance, allerdings nur deshalb, weil er nicht von hier ist. Heute hätte Hoffenheim ihn sicher gern zurück. (Allerdings war das gestern sein schwächstes Spiel, das ich von ihm bei uns gesehen habe.) Warum ist das so? Nun, zum einen zählt der Prophet eben nichts im eigenen Land. Gerade die Deutschen denken, sie müßten sich immer das Fremde ins Land holen, um nicht im eigenen Mief zu ersticken. So eine Art von umgedrehtem Lokalpatriotismus ist das. Anders gesagt, wenn zwei Spieler gleich gut eingeschätzt werden, wird der Trainer immer den Fremden aufstellen, um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, er würde einheimische Spieler bevorzugen.
              Gestern beispielweise hätte man gegen den überlegenen Gegner nur eine Chance gehabt: Man nimmt ihm die Freude am Spielen. Was taten wir? Wir versuchten, dem Gegner unser Spiel aufzudrücken. Gestern hätte man dem überragenden Götze (eine glatte 1) auf den Füßen stehen müssen. Was taten wir? Wir gaben ihm Geleitschutz. Gestern hätte man die Leute auf den Platz stellen müssen, die Spaß an der Spielzerstörung haben. Haben wir die? Kaum. Wir haben Leute, die noch beim Stande von 0:3 mit Hackespitzeeinszweidrei brillieren wollen, die den Tunnel beim Gegner als Fußballweisheit verstehen und sich theatralisch im gegnerischen Strafraum fallen lassen, statt den eigenen freien Mann zu suchen. Solche Leute würde ich sofort aus der Mannschaft schmeißen, weil sie das Wesen des Fußballs nicht begriffen haben. Was tun Trainer/SD? Sie bringen genau solche Leute zu Hauf nach MD. Das kann nichts werden; wir werden so bestenfalls auf niedrigerem Niveau als unsere betuchteren Gegner Teil des bundesrepublikanischen Fußballverwertungsbetriebs, entwickeln aber keine eigene Identität. Nun ja, wir kennen das aus der Politik, genau darum geht es ja in dieser Zeit: Abschaffung alles Eigenen und Eingliederung in das System. Widerstand zwecklos. Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: borg.jpg Ansichten: 0 Größe: 55,4 KB ID: 592

              Einzelkritik: Reimann schwach. Unsichere und zu viele ungenaue Zuspiele, machte den kurzen Winkel nicht zu. Keine Spieleröffnung, nur Spielverschleppung. (5)
              Elfadli überfordert. (6) Lawrence staksig, meist schlecht postiert (42', 63'), manchmal aber auch Retter in höchster Not. Werde aus ihm nicht so recht schlau. Manchmal gut, bissig am Mann und mit gutem Paßspiel, dann wieder zu langsam (63'), ungenau und taktisch arg verbesserungsbedürftig (schlampiges Paßspiel 24'). Ist jedenfalls kein Sicherheitsfaktor in unserer Verteidigung, Stockfehler 59'. Na ja, vielleicht liegt es daran, daß er erst 19 ist. Geben wir ihm Zeit! Gestern aber war's nichts. (4,5) Sechelmann falsch eingesetzt. Der hätte so einen Begleiter von Götze abgeben können, hätte den kaputtgespielt/genervt. Hatter aber nicht. Statt dessen versuchte er sich als Mitspieler mit gelegentlichen Verteidigungsaufgaben. Sehe für ihn in dieser Funktion keine Perspektive. (5) Bell Bell mit der erwartbaren Spielweise: viel Kleinklein, gelegentliche Grätschen (18' gut, 30' gut am Gegner), immer aber mit dem Ball am Fuß in die Einszueins-Situation kommen wollend. Gegen überlegene Gegner natürlich das beste Mittel. (Das war ironisch gemeint.) Darum zahlreiche Fehler: 19' schlechte Bewegung, 20' schwaches Dribbling, 90' verdaddelt... (4)
              Conde schwach. 4' falsch gelaufen, 11' erst Fehlpaß, dann den Rückraum nicht abgesichert, 22' verdaddelt, 32' wieder nicht schnell genug zurückgelaufen, 40' einfacher Fehlpaß. (5,5) Müller schwach. Elfer verschossen. Wie Conde beim Gegentor 32' nicht schnell genug zurückgelaufen. Er ist für die Bundesliga nicht schnell genug. Stockfehler 12', kein Taktgeber, nur stures Pensumabspielen. (5) Krempicki unauffällig. Stand einige Male gut, konnte mit dem Ball aber zu wenig anfangen. Verdaddelte Bälle. Von unserem schwachen MF-Spiel aber noch der Beste. (4) Atik mit unauffälligem Spiel. Konnte kein Spiel aufziehen; einmal mit Pech, da hätte er einen Elfer bekommen können. (4)
              Scienza zerrte an den Ketten, kam aber nicht zum Zuge. Terriermentalität, die mir gut gefällt, aber doch ohne Bindung. (4,5) Kwarteng überfordert. Sucht stets den Tunnel (40'), spielt zuweilen ohne Sinn (42') und läuft ins Abseits, verdaddelt (52'), wirkt orientierungslos (57'). Letzte Woche konnte ich ihn loben, fürs gestrige Spiel fällt mir als positiver Aspekt ein: "bemüht". (5)

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              • #8
                Ich glaube Du gehst da mit deiner Mannschaft zu hart ins Gericht. Mit dem "verdaddeln"...das stimmt, die haben wirklich unglaublich viele Bälle verdaddelt. Man, oder zumindest ich hatte das Gefühl, dass die Eintracht jederzeit noch hätte einen drauflegen könne. Magdeburg kommt vom Spielerischen...lebt von der Technik, vom ansonsten sicheren Kurzpassspiel im Mittelfeld und von seinen umtriebigen Spitzen. So eine Mannschaft kann nicht so einfach auf Kampf und Haudrauf umschalten. Der FCM muss es spielerisch gelöst bekommen...oder er verliert. Das ist auch die Gefahr in der Liga; ist der Start gut, kann man sich durch die Saison spielen - kommt man unten rein, dann wird es schwierig...weil dann andere Qualitäten gefragt sind. Götze war, wie von Dir schon erwähnt, herausragend - und er wirkte sehr durchtrainiert und fit...ganz anders als in den letzten Jahren bei Bayern und dem BVB.

                a.d.

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                • #9
                  Du verstehst die Mentalität von uns Ostfalen nicht. Ich bin noch viel zu weich/sanft mit meiner Kritik. Wenn wir nicht tadeln, loben wir genug. Gewinnen wir, war der Gegner zu schwach; verlieren wir, muß alles hinterfragt werden. Außerdem sind wir die Größten der Welt. Fragen?
                  Ich habe ein 0:4 meiner Mannschaft gesehen. Normalerweise ist das in Magdeburg ein Anlaß dafür, ALLES in Frage zu stellen. Da bin ich ja noch konstruktiv-optimistisch mit meiner Kritik.

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                  • #10
                    Das Spiel gegen Holstein Kiel zeigte die von mir bereits genannten Schwächen. Wir sind nicht in der Lage, unsere Taktik während des Spiels umzustellen. Der Trainer will das auch gar nicht. In einer der letzten Pressekonferenzen sprach man ihn hinsichtlich des Spielverständnisses an. Er meinte sinngemäß, daß Ballbesitzfußball die richtige Methode sei, um Spiele zu gewinnen. Die Erzeugung von Chancen würde irgendwann zu Toren führen. So erklärt sich die Verpflichtungspolitik. Es wurden ausnahmslos (junge) Spieler geholt, die in dieses Konzept passen: athletische, schnelle, technisch-versierte Spieler, die eine Art von Fußballartistik "spielen", die drei Stufen kennt: normal-schnell-schneller. Aber letztlich ist das einfallsloser Fußball, der aufgrund der finanziellen Siutuation des Vereins nur dazu führen kann, im Profifußball über Liga 3 zu scheitern. Es gibt keinen Plan B. Liegt man zurück, wird von Stufe I auf Stufe II/III gestellt (bei entsprechender Erhöhung der Fehlerquote) und letztlich eine Art von Büffelstrategie entwickelt und gepflegt, die auf Ermüdung des Gegners abzielt. Das kann und wird gegen athletisch schwächere Mannschaften funktionieren. Aber diese Mannschaften möchte ich sehen, die in Liga II athletisch schlechter als wir sind.
                    Wir spielten mit vier deutschen Spielern, Holstein mit neun. Spielt das eine Rolle, wird mancher fragen. Ja, spielt es. Holstein spielte auch deutsch, wie Düsseldorf, das uns mit einer ähnlichen Spielweise wie Kiel besiegte. (Frankfurt/Main spielt in einer ganz anderen Gehaltsklasse, aber wir versuchten auch gegen die Ballbesitzfußball zu spielen, was schiefgehen mußte.) Sie standen mit einer Dreierkette, die sich gegebenenfalls, um den Gegner vom eigenen Strafraum fernzuhalten, auf eine Fünferkette umstellte - allein das ist schon eine taktische Meisterleistung. Dann schnell durchs MF, ohne viel Firlefanz, auf'n Außen, Flanke, Torschuß. Wir dagegen: Mit Harakiriballzauber kommt man da nur durch, wenn man es richtig kann. Aber wir haben nur Entwicklungsspieler, die das erst noch richtig lernen müßten, aber wenn sie es dann können, werden sie auch schon wieder weg sein. Also hat das für den FCM keine Perspektive, denn dann werden wieder neue Spieler von den Resterampen gekauft... (Wir müssen endlich eine Strategie entwickeln, die systematisch entwickelt wird.) Der FCM als Geschäftsmodell und Entwicklungsverein für andere. Und an jedem Verkauf partizipieren zig Leute. Also hatten wir wieder mal 50% mehr Ballbesitz, aber 50% weniger Torschüsse, gewannen auch weniger Zweikämpfe und am Ende hatten wir nur die Hälfte der Tore am Ende, also wieder mal verloren. Das wird sich auch nicht bessern in dieser Liga. Deutscher Fußball ist genau das: Zweikämpfe gewinnen, auf Konter stehen, schnell über die Außen und dann in der Mitte verwerten. Wie spielen wir? Undeutsch. Ballbesitz, Gegner mit technischem Firlefanz zermürben, keinen Taktgeber, sondern eine Kampfsau im Zentrum, die den Ball nach vorne tragen soll, statt das mit Doppelpässen zu machen, vorn dann Hacke-Spitze-eins-zwei-drei statt Kopfballspiel und dann wird auch noch in aussichtsreichen Situationen erst mal ein Haken geschlagen oder der Gegner zu tunneln versucht, eine Schwalbe im Elfer fabriziert oder Kunststückchen am Mann, statt einfach mal aufs Tor zu hämmern.
                    Nun gibt es nicht wenige, die die Niederlage gestern auf eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters schieben. Unser IV, Lawrence, mußte vorzeitig duschen gehen. Nun ja. Mal abgesehen davon, daß mir sein Spiel gar nicht gefällt - staksig, falsch stehend, kein strategisches Denken und Unbeherrschtheiten -; all das sind Dinge, die ein IV bei uns nicht haben darf, vielleicht bei Bayern München, aber nicht bei uns -, so war die Gelbe für eine Schwalbe im gegnerischen Strafraum schon berechtigt (er nahm sie auch kommentarlos hin), um wenige Minuten später überhart am Mittelkreis einzusteigen (unmittelbar vor den Augen des Schiedsrichters), was eigentlich schon Rot war, aber er hatte Glück, weil er den Ball traf (aber da geht man mit Gelb nicht so hin, hätte mein Trainer seinerzeit gesagt); spätestens itzt war er ein Rot-Kandidat, der Trainer hätte ihn schützen müssen - tat er aber nicht -, also beim nächsten zwangsläufig folgenden Foul wäre der Mann geflogen. Flog er dann auch. Wir waren auch in Unterzahl darum bemüht, Ballbesitzfußball zu spielen. Na ja. Die Hereinnahme des unter Form spielenden Brünker mit einem halbherzigen Wechsel auf Weitnachvorne-und-dann-hülft-der-liebe-Gott klappte natürlich nicht, weil die Mannschaft diese Spielweise eben nicht spielen kann. - Ich befürchte, daß wir die Liga nicht überstehen, wenn sich in den Köpfen der Verantwortlichen da nicht bald was tut, doch die Verpflichtungspolitik sieht diesen Fall offensichtlich vor, daß weitergewurstelt wird. Plan A bleibt Plan A. Vielleicht ist der FCM als Fahrstuhlmannschaft zwischen II und III ja vorgesehen. Finanziell ist das ein gutes Geschäft - für viele, die hinter den Kulissen am Fußball verdienen.

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                    Wie heißt die größte deutsche Insel?

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