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Die LINKE (II)

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  • Die LINKE (II)

    Ordner im alten Forum zum gleichen Thema

    Es tut sich etwas bei der LINKEn. Eine der Parteivorsitzenden trat zurück. Sie scheiterte mit ihrem Vorhaben, die LINKE zu einer Partei des Establishments zu machen, anders gesagt, sie scheiterte daran, daß sich eine "programmatische Erneuerung" nicht mit ihr durchführen ließ. Die Basis ist gegen eine Sozialdemokratisierung, gegen eine vollständige Integration im kapitalistischen Staat, gegen die Abkehr vom Marxismus und gegen die Entteufelung der NATO. Sie ist schlichtweg gegen eine Verwestlichung der Partei.
    Der kommende Parteitag wird neue Gesichter ins Rampenlicht schieben. Die "liberalen" LINKEn werden mit den Kommunisten in der Partei kämpfen. Es wird sich zeigen, ob die Liberalen stark genug sind, um den LINKEn den Garaus zu machen. Henning-Welsow, so heißt die zurückgetretene Ko-Vorsitzende, scheiterte mit ihrem Versuch, die Basis mit uins Boot der liberalen Erneuerung zu holen.

    Ich fände es sehr schade, wenn die LINKE ihre marxistischen Wurzeln abschnitte. Dann müßte sich eine neue LINKE bilden.

  • #2
    Habe den Gedanken einer Neuaufstellung der LINKEN weitergedacht. Wolin öffnete mir dabei einige Türchen.

    Ein Problem unserer Gesellschaft liegt in der sogenannten Alternativlosigkeit. Die LINKE müßte eine Alternative anbieten. Das kann sie nicht, wenn sie sich immer mehr verbürgerlicht, itzt sogar soll es Teile geben, die die NATO nicht mehr so schlimm finden, die die Aufrüstung der Bundeswehr goutieren, die klar gewerkschaftlich denken und argumentieren, die die Arbeiterklasse als etwas Reaktionäres empfinden und eigentlich nur GRÜNE2 sind. Diese Kräfte müssen raus aus der Linken, sie sind Teile des Bourgeois. Auch muß die Affinität zur EU beendet werden, die undifferenzierte Haltung zu Marx muß beendet werden und die LINKE muß sich von dem Gedanken verabschieden, die EU reformieren zu können oder innert der BRD zu kleckern. Sie muß sich neu aufstellen. Wenn sie das in den nächsten Monaten nicht schafft, wird sie verschwinden. Ich werde meine Vorstellungen über die Zukunft der LINKEN hier demnächst präzisieren.

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    • #3
      Der Absturz der LINKEn in Schleswig-Holstein von 96000 auf 23000 Wählerstimmen löste in der Parteizentrale nur Schulterzucken aus. Die Chefin bereitet sich wohl auf den Richtungsparteitag in Erfurt vor, wo sich ein Vertreter des linksgrünen Verwaltungsestablishments ihr zur Seite stellen will - als Co-Chef.

      Oh mein Gott!

      Wenn die LINKE nicht bald begreift, daß die BRD keine SPD (II) benötigt, sondern eine LINKE mit klar marxistischer Prägung und wirklicher Alternative auf der linken Seite des Parlaments, dann wird sie bald in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

      Im Bundestag hielt Sahra Wagenknecht gestern eine mich begeisternde Rede, in der sie klipp und klar die Dinge auf den Punkt brachte. Die Reaktionen von Alice Weidel zeigen, wie sehr sie hier mit Denkansätzen (der Analyse) bei der AfD übereinstimmt, weil sie eben RICHTIG sind. Die Analyse war schon immer die Stärke marxistischen Denkens, bloß die politischen Lösungen sind dann eben schlecht (gewesen).

      https://youtu.be/X-B0eao0B4s?t=1480

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      • #4
        So sehr ich mir eine echte LINKE mit marxistischem Unterbau und demokratischem Überbau wünschen würde, eine LINKE die adogmatisch, pragmatisch, bürgernah und lernfähig ist, so wenig glaube ich, dass das möglich wäre. Der Webfehler des Marxismus ist, dass er katholisch-dogmatisch in der Umsetzung ist. Was ihn undemokratisch, inhuman und letzlich erfolglos macht. Wagenknecht bewundere ich ob ihres Mutes, ihrer Analysefähigkeit, doch wirklich tragfähige Realisierungsmodelle hat sie auch keine.

        Ausserdem bezweifle ich, dass eine LINKE in der BRD Wähler ansprechen könnte. Noch ist Otto-Normal-Bürger konsumgeil, geizgeil, verlustangsgetrieben und identifiziert linke Politik mit leeren Regalen, vergammelnden Wohnungen und Trabi statt Audi.

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        • #5
          Das ist in der BRD ein bißchen anders als in der BRÖ. Die BRD ist noch in die Alt-BRD und die Alt-DDR gespalten. Die LINKEn aus der BRD-alt wollen ihre gewerkschaftlich, anistalinistische, eurokommunistische Marxverneinungsattitüde der Ex-SED überstülpen, verkennen darüber, daß das Linkssein im Osten sehr viel stärker ausgeprägt ist als im Westen, das wirkliche Linkssein. Dieses wirkliche Linkssein, das auf Gesellschaftsveränderung, Gerechtigkeit und direkte Demokratie zielt, ist dem Westen weitgehend fremd, dem es um Partizipation, den Gang durch die Institutionen (überhaupt Institutionalisierung) und Vertretung (Bürokratie) geht. Diese Unterscheidung in den politischen Zielen ist auch ein grund für den Erfolg der AfD im Osten und den Mißerfolg derselben im Westen: im Osten denkt man auch rechts basisdemokratisch und an Gerechtigkeit. Im Westen haben die plutokratischen und kalvinistischen (individuelles Erwerbsethos ) einen sehr viel höheren geselslchaftlichen Stellenwert. Um es mal zu veranschaulichen: Im Westen ist es auch unter LINKEn kaum umstritten, daß kapitalistisch gewirtschaftet werden soll. Sie wollen den Gewinn dann aber weitgehend vergesellschaften. Im Osten will man an die Wurzel, also den Staat neu aufstellen.
          Wenn die LINKE hier nicht bald eine Entscheidung zugunsten des Ost-Weges fällt, wird aus ihr eine solche Bewegung werden, wie sie es in der Alt-BRD bis 1989 war, nämlich eine 0,%-Parteil
          Etwas ähnliches trifft übrigens auch auf die AfD zu. Auch die muß den Ost-Weg wählen, sonst ergeht es ihr wie den REPUBLIKANERn oder der DVU.

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          • #6
            West- und Ostlinke
            Gefragt, was denn der große Unterschied zwischen den Ost- und den Westlinken sei, meinte eine ältere Freundin kürzlich: "Die Westlinke ist bürgerlich. Sie nörgelt am Kapitalismus herum, bedient sich aber auch bei ihm. Das Herumnörgeln basiert auf einer Kenntnis dessen, was den Reichtum schuf, nämlich die individuelle Aneignung gesellschaftlich erzeugten Mehrwerts. Sie stellt das nicht mehr in Frage, will aber Anteile. Die bürgerliche Linke besitzt eine Hehlermentalität."
            In der Ostlinken existiert die Erfahrung des Untergangs ihrer Ideen. Sie will nicht von diesen Ideen lassen, weiß aber, daß die historische Situation nicht wiederkömmt. Geschichte wiederholt sich nicht, sie ist ein dialektischer Prozeß. Mein Zieh-Vater sagte kurz nach dem Ende der DDR: "Der Kapitalismus kann nicht das Ende der Geschichte bedeuten." Ich glaube, er hatte recht.

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            Wie heißt die größte deutsche Insel?

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